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12 Jun 2012

Re-CHARGE my Life!

Wie sich ein 68er Dodge in ein Leben einschleicht …

Tanke schön, das gehört dazu...

Tanke schön, das gehört dazu...

Kinder sind zwar irgendwann aus dem Spielzeugalter raus,  haben dann aber kein Geld. Wenn sie als Männer später Geld haben, nimmt es ihnen meist der Alltag oder die Doppelhaushälfte wieder ab. Oder die Lebensgefährtin. Denn die legt üblicherweise ein Veto gegen Spielzeug jeder Art ein.

Nicht so bei Martin Hofmann. Der ist erwachsen, hat Geld gespart und die Freundin auf seiner Seite. Und er will auch wieder spielen.

HIER geht es zum Artikel

Original: Sandmanns Welt

Created Dienstag, 12. Juni 2012 Created by Sandmann Categories Timeline Tags 1968 | ami | Brandshof | Charger | Dodge | Dodge Charger | hamburg | Import | Musclecar | TRÄUME WAGEN
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20 Apr 2014

Altautotreff @ Solitude 2014.04

Kultigst und osterlichst: Der Altautotreffist das markenoffene und zwanglose Zusammentreffen von Old- und Youngtimern vor dem Start- und Zielturm der historischen Solitude-Rennstrecke bei Leonberg. Es ist egal, wer du bist und was du fährst, Hauptsache, dein Gefährt ist mindestens 20 Jahre alt. Keine Berührungsängste – hier kommen die unterschiedlichsten und interessantesten Leute mit ihren Wagen zusammen. Authentisch. Geile Kisten. Nette Menschen. Benzingespräche und reichlichst Gebrumme und Geknatter. Ohne Programm, ohne Einlaßkontrolle, ohne Pokale, ohne Eintritt. Das Treffen findet in vielen Städten der Republik und bei jedem Wetter an jedem dritten Sonntag im Monat statt. Beginn im Sommerhalbjahr: 17:00 Uhr. Hinfahren!

Alle Fotostrecken zum Altautotreff findet ihr bei formfreu.dehier. Ausserdem bei facebook.

Altautotreff

Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04

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Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04Altautotreff @ Solitude 2014.04

#Altautotreff

Original http://www.formfreu.de/2014/04/20/altautotreff-solitude-2014-04/

20 Apr 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Nach fest kommt ab.

Ich war gestern unterwegs die Sporthocker zu bergen, die ich bei eBay für einen Euro geschossen hatte. Eigentlich wollte ich das mit einem anderen Termin verbinden, aber das klappte leider nicht. Schade um die gefahrenen Kilometer, aber ich habe meine Hocker.

Nach fest kommt ab.

Gut, der gute Zustand ist etwas übertrieben, beim Fahrersitz ist der Schaumstoff der Einstiegswange durch und die Strebe der oberen Einstiegswange ist gebrochen, aber bei 1 Euro Kaufpreis... Und ich habe ja noch den verbauten Sporthocker, davon kann ich den Schaumstoff nehmen. Aber da hat jetzt keine Priorität, die zu verbauen.

Wichtig ist, dass der Bock wieder auf die Gasse kommt. Danke für die vielen Tipps, wie ich die Bremstrommel abbekomme. Ich probierte es mit Aufbohren.

Aufbohren

Nachdem 2 Bohrer stumpf waren und sich immer noch nichts tat dachte ich mir KLE, Du verbringst jetzt den 2. Tag damit eine Bremstrommel zu retten, die 22 Euro kostet. Bohrer kosten Geld, der Schlüssel, den ich verbogen habe hat mal Geld gekostet, jetzt ist Schluss. Das rechnet sich einfach nicht noch mehr Zeit und Material zu verschwenden, um eine 22 Euro teure Bremstrommel zu retten. Scheiß drauf, dass die neu war.

Ein Schnitt mit der Flex und das Radlager war in Einzelteilen.

Zerflexen

Jetzt konnte ich die Einzelteile herauspulen und die Bremstrommel ziehen.

Trommelbremse

Der Rest des äußeren Radlagers ist weiterhin fest am Achsstumpf wie verschweißt. Selbst jetzt ließ er sich nicht mit Hammer und Meisel zu Drehen bewegen.

Jetzt ginge es ans weitere zerlegen, den Achsschenkel muss ich ja austauschen. Erst einmal die Ankerplatte ab. Die Bremsleitung brach dabei ab, machen wir neu.

Nach fest kommt ab.

Den Achsstumpf habe ich weggeflext, da das hintere Radlager nicht über den Rest vorderes Radlager ging. Wieso lange damit rumärgern, wenn das Teil eh Schrott ist? Achsschenkel abgestützt, dass die Feder nicht wegkann, Schrauben mit Rostlöser eingeweicht und dann konnte ich ihn rausschrauben. Nur die Zugstrebe ging nicht raus, also habe ich sie mit abgeschraubt.

Nach fest kommt ab.

Grund dafür war die Hülse, die im Achsschenkel sitzt, die war aufgerostet. Das konnte ich nur im Schraubstock mit Hitze und Durchschlag lösen. Die Hülse muss neu, genau wie die Gummis drumrum. Ich werde das erste Mal in meinem Leben beim Ford Händler einkaufen gehen.

Das ist das der Achsschenkel, den ich nun neu (gebraucht) brauche.

Nach fest kommt ab.

Ronny hat leider keinen, kann aber sein, dass ich ihn über das Ford for Fun Forum einen bekomme, wenn nicht muss ich tatsächlich mal wieder Schrottplatztourismus betreiben...

Original http://www.fusselblog.de/index.php/focht/nach-fest-kommt-ab

20 Apr 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Verlosung: 5x2 Freikarten für die Tuning World Bodensee 2014 zu gewinnen!

Tuning World Bodensee

Wie Ihr wisst, stelle ich meinen Piraten auf der Tuning World Bodensee aus. Wer nicht weiß, was Euch da alles erwartet dieses Jahr - hier ist der offizielle Pressetext zur Messe:

Zwölfter Tuning-Tanz in den Mai: Europas Veredler zeigen am Bodensee alles außer Serie

Friedrichshafen – Individualisierung ist gefragt. Dies gilt nicht nur für die Premiummodelle der Automobilindustrie, auch in der nationalen und internationalen Zubehörbranche profitiert der Markt von der Nachfrage nach hochwertigen Extras. Die Tuning World Bodensee präsentiert vom 1. bis 4. Mai 2014 automobilen Lifestyle in einer neuen Dimension und versammelt zum European Tuning Showdown die besten Showcars des Kontinents in Friedrichshafen. Umgeben von 1 000 getunten Fahrzeugen und Sportwagen zelebrieren mehr als 200 Aussteller, ebenso viele Private Car-Besitzer und 152 Clubs die neuen Trends. Mit Prince Kay One besucht am ersten Messetag auch einer der derzeit gefragtesten deutschen Popstars die Tuning World Bodensee! Der TV-Star, der drei Tage später bei RTL das DSDS-Finale bestreitet, interessiert sich sehr für schicke Autos, gibt sich fannah und freut sich auf seine Autogrammstunde.

„Die exklusive Liebe zum besonderen Automobil ist auch die Essenz der zwölften Tuning World Bodensee. Industrie, Privatiers, Performance-Veredler und Clubkünstler zeigen zum Saisonauftakt im internationalen Dreiländereck, dass Tuning längst vom verrückten Szene-Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, erklärt Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann die PS-starke Messe-Plattform. Die etwas andere Automesse geht 2014 in Friedrichshafen mit mehr als 200 Ausstellern an den Start. Neben den Trendsettern der Tuning- und Zubehörindustrie wartet auch die Automobilindustrie mit Marken wie beispielsweise Skoda oder Abarth mit ihrer Modelloffensive in Friedrichshafen auf.

Richtig Fahrt nimmt auch das Rahmenprogramm der Tuning World Bodensee auf, das sich erneut abwechslungsreich und dynamisch gestaltet: Neben zahlreichen Award-Verleihungen, den After Show Partys „Battle of the Beatz“ am Freitag sowie der „Best of Ibiza Vol. XII“-Party am Samstag, sorgt auch die Falken Drift-Show für Entertainment im Grenzbereich der Fahrphysik. Fest im Messeprogramm verankert ist auch die bekannteste Miss-Wahl der Autobranche, die Wahl zur Miss Tuning 2014. Darüber hinaus sucht die Messe gemeinsam mit der Auto Bild auf einem großen Testparcours Deutschlands beste Autofahrer. Die Show&Shine-Battles des vierten European Tuning Showdown werden in Halle A7 zum Besuchermagneten. „Zur Europameisterschaft der Showcars haben wir monatelang die herausragenden Tuningfahrzeuge des Kontinents gescoutet. Die 64 besten von ihnen werden nun in Friedrichshafen in spannenden Kopf an Kopf-Duellen antreten und eine internationale Jury kürt am Messesonntag den Sieger“, kündigt Projektleiter Dirk Kreidenweiß an. Neben einem hochdotierten Preisgeld reist der Europameister der Showcars als Tuningbotschafter zur Messe „Sema“ nach Las Vegas.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Internationale Messe-Event für Auto-Tuning, Lifestyle und Club-Szene findet von Donnerstag, 1. bis Sonntag, 4. Mai 2014 statt und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 13, ermäßigt und im Vorverkauf 11 Euro. Im Vorfeld können sich die Besucher Eintrittskarten online unter www.tuningworldbodensee.de/twb/besucher/tickets-online.php sichern.

Weitere Informationen unter der neu gestalteten Homepage: www.tuningworldbodensee.de und www.facebook.com/tuningworldbodensee.

Unter den Fusselblog Lesern verlose ich 5 x 2 Freikarten zur Tuning World Bodensee 2014, die mir für den Blog von der Messe zur Verfügung gestellt wurden. Kommentiert einfach diesen Artikel, meinetwegen auch nur mit "Ich will die Karten gewinnen" und gebt dabei eine gültige Mailadresse an. Die Mailadresse wird nicht veröffentlicht und nicht für werbliche Zwecke weiterverendet/weiterverkauft. Nur von den Gewinnern fordere ich die Postadresse an.

Teilnahmeschluss: 24.04.2014, 24:00 Uhr.

Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

Original http://www.fusselblog.de/index.php/verlosung-5x2-freikarten-fuer-die?blog=14

20 Apr 2014

Peking: Messe-Babes 2014

Auch in China spielen Frauen die zweit wichtigste Rolle auf einer Automobil-Messe. In Peking öffnet am 23.April die Peking Autoshow ihre Pforten. Doch bereits an den Presse-Tagen platzen die Hallen aus allen Nähten. Dazwischen – die Neuheiten (Mercedes-Benz MLC), absurde Kreationen aus der chinesischen Automobilküche und natürlich die Schönheiten auf zwei Beinen:

Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014Peking: Messe-Babes 2014

Original http://mein-auto-blog.de/peking-messe-babes-2014/

Created Sonntag, 20. April 2014 Tags Automobilblog News | autoshow | babes | Björn Habegger | girls | messe | peking | Peking 2014 Document type Article
Categories Timeline Author Bjoern Habegger
20 Apr 2014

Peking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-Studie

Mercedes-Benz präsentiert in Peking die Studie einer neuen, besonderen, Fahrzeuggattung. Für den schwäbischen Automobil-Hersteller stellt der Mercedes-Benz MLC eine völlig neue Baureihe dar. Derzeit wird der MLC noch als Konzeptfahrzeug präsentiert, eine Serienfertigung gilt jedoch als beschlossen.

Mercedes-Benz MLC – Concept Coupe SUV

Mit einem neuen Bi-Turbo V8, dem für Offroader obligatorischen Allradantrieb, einer neuen 9-Gang Automatik und dem aktiven Fahrwerk Airmatic ausgerüstet, ist der MLC nicht nur optisch eine “Eierlegende Wollmilchsau”, sondern auch im technischen Bereich mit allem ausgerüstet was derzeit modern und obligat in diesem Segment ist.

Die ersten “live Fotos des MLC” von der Autoshow in Peking:

Peking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-StudiePeking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-Studie

 

Original http://mein-auto-blog.de/peking-mercedes-benz-mlc-crossover-studie-69391/

 
20 Apr 2014

Peking: Land Rover stellt Discovery Vision Konzeptfahrzeug vor

An dieser Stelle hätte nun das neue Land Rover Konzeptfahrzeug “Vision Discovery” stehen sollen. Leider gab es Presse-Mappen und mehr Infos über das Fahrzeug nur für “invited media”. Und damit war der Messe-Stand Land Rover dann auch erledigt. Macht aber nichts. Gegenüber zeigt Mercedes den MLC vor, ein Fahrzeug das Coupe-Style und Offroad-Talent unter eine Blechhülle packen soll. Mehr zum Mercedes-Benz MLC dann im nächsten Artikel.

Mercedes-Benz MLC Studie – Bildergalerie hier [klick]

Mercedes MLC Studie Peking

 

 

 

mercedes mlc studie peking 2014 von hinten

 

Original http://mein-auto-blog.de/peking-land-rover-stellt-discovery-vision-konzeptfahrzeug-vor-49616/

19 Apr 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Carfreitag Limburg 2014: Der Limburger ICE Bahnhof erstickt in Fahrzeugen

Carfreitag Limburg 2014

Es ist ein Phänomen. Es gibt keinen offiziellen Veranstalter, fast keine Organisation und trotzdem kommt jeder hin. Gestern fand der 8. Carfreitag in Limburg statt und waren es letztes Jahr geschätzte 1.000 Fahrzeuge, die daran teilnahmen, dieses Jahr waren es weit über das Doppelte. Ich war zusammen mit Andy, der mit seinem geerbten W124er kam unterwegs, ich selber bin mit dem Pirat gefahren. Als wir gegen 16:15 Uhr eintrafen, fanden wir schon keinen Parkplatz mehr nebeneinander.

Carfreitag Limburg 2014

Obwohl die Veranstaltung offiziell erst um 17 Uhr beginnt, war schon ab der Autobahnausfahrt Stau.

Stau

Wie wir später erfahren haben, gab es bereits eine Viertelstunde später die ersten Straßensperrungen, später wurden sogar die Autobahnabfahrten aus beiden Richtungen auf der A3 gesperrt um der Sache irgendwie Herr zu werden. Auch auf dem Gelände ging streckenweise nichts mehr vor und zurück. Die letzten Winkel des ICE Bahnhof Geländes waren zugeparkt mit Fahrzeugen.

Am Nachmittag war erst einmal sehen und gesehen werden angesagt. Was waren das für Fahrzeuge? Nun, die Carnight gilt als innoffizielle Eröffnung der Tuningtreffen Saison, wobei der Großteil der Fahrzeuge eher leicht getunte Alltagsfahrzeuge waren. Erinnert Ihr Euch an die mit Dreck gebrushten Fahrzeuge letztes Jahr? Den Gag haben sie zur Hälfte auch dieses Jahr wieder gebracht.

Carfreitag Limburg 2014

Es waren aber auch 2 Fahrzeuge komplett eingedreckt da - keine Allerweltsautos, sondern u.a. ein Audi R8 - nicht, dass der nicht sowieso schon auffallen würde.

Audi R8 Schmutzbrush

Auffallen um jeden Preis.

Meine persönlichen Highlights waren natürlich ein paar Oldtimer und Youngtimer. Besonders gefiel mir dieser BMW 2002 mit Turboverbreiterungen und dicken Ballonreifen. Genau so muss das:

BMW 2002

Natürlich noch mit Chromgrill und runden Heckleuchten - am Steuer saßen übrigens 2 attraktive Damen.

Auch schön: Ford Capri MK1 als Rechtslenker.

Ford Capri MK1

Eine zeitlos schöne Form.

80er Jahre Trash: Opel Manta A in vollem Ornat.

Opel Manta A

Natürlich mit einem ekelhaften Airbrush auf der Haube.

Airbrush

Und mit Sidepipes und dem obligatorischem Heckflügel.

Opel Manta A

Bei solchen Kisten bin ich immer zwiegespalten. Einerseits ist das schon sehr geschmacksneutral, andererseits ein echtes Zeitdokument: Genau SO waren die 80er eben. Ich war ernsthaft enttäuscht, dass der Fahrer keinen VokuHila hatte.

Best of Show waren wohl 3 Sattelschlepper, die sich unter die Reihen mischten. An denen kam keiner vorbei.

Sattelschlepper

Ich weiß nicht mit wie vielen Zusatzleuchten, es waren sogar Pace Car Leuchten dabei.

Natürlich kommt man auch ein wenig ins Lästern, wenn einem so ein Opel Kadett E vor die Füße fährt.

Opel Kadett E Tuning

Die Motorhaube war wahrscheinlich deshalb schwarz matt, weil der GFK Aufsatz auf der Haube rundum das Reißen anfing. Für die doppelte Pommestheke war der untere Spoiler ausgespart.

Opel Kadett E Tuning

Der Kadett war wie viele Autos mit Kurzzeitkennzeichen unterwegs, wie auffällig viele Wagen, die weitergehend getunt waren. Noch nicht zum Eintragen der Winterumbaumaßnahmen gekommen?

Ich könne jetzt viel über die verschiedenen Ausbaustufen des Tunings schwärmen und lästern, schaut Euch die Bilder in der Galerie an und macht Euch Eure eigene Meinung. Es gab aus meiner Sicht viel Licht und viel Schatten der Tuning Scene, aber das macht so eine Veranstaltung auch aus. Einerseits staunen und andererseits auch gepflegt einmal ablästern. Und ich bin mir sicher, auch über meine Karre wurde nicht nur gestaunt.

Je dunkler er wurde, desto dichter wurden die Menschentrauben um den Hauptweg.

Carfreitag Limburg 2014

Durch die Menschenmassen fuhren die Auto, die gesehen werden wollten und die auch ein wenig Show machen wollten. Die Show wurde von der Polizei aber radikal unterbunden. Wenn ein wenig mehr Gas gegeben wurde oder ein Reifen quietschte - sofort wurden die Fahrzeuge von der massiv anwesenden Ordnungsmacht zur Seite gezogen, Papiere kontrolliert - ob es weitere Folgen hatte, kann ich nicht sagen.

Polizeikontrolle

Verständlich. Bei den eng mit Menschen gepflasterten Straßen ist das Risiko groß, dass den Passanten etwas zustößt. Andererseits natürlich auch langweilig für die, die auf eine gute Show hofften.

Wir verliesen so gegen 21 Uhr das Gelände, es war einfach bitterkalt. Natürlich ließen auch wir uns eine Fahrt durch die Menge nicht entgehen und holten uns "Kurzkritiken" zu unseren Fahrzeugen von den Passanten ab.

Ich bin gespannt, wie es kommendes Jahr mit der Veranstaltung weitergeht, denn dieses Jahr platzte das Gelände schon aus allen Nähten. Und ich befürchte, kommendes Jahr wollen noch mehr kommen...

Original http://www.fusselblog.de/index.php/carfreitag-limburg-2014-der-limburger?blog=14

18 Apr 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Bye Bye Sackratte!

Gestern kam Lino, der Käufer der Sackratte, nach Mainz um sie abzuholen. Ich hatte sie am Dienstag abgemeldet und ihm die Papiere per einschreiben zugeschickt und er hatte den Wagen dann auf seinen Namen zugelassen und brachte die Schilder mit.

Sackratte

An der Werkstatthölle luden wir noch den Kofferraum voll mit Teilen, brauche ich ja jetzt nicht mehr.

Teile

Und so fuhr er dann mit dem Wagen weg. Irgendwie wird man schon wehmütig, wenn ei8nen ein Auto verlässt, in das man so viel Arbeit gesteckt hat.

Abschied

Ich wünsche Lino allseits gute Fahrt und dass er die Sackkarre noch lange am Leben erhalten kann!

Original http://www.fusselblog.de/index.php/bye-bye-sackratte?blog=34

18 Apr 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Fest.

Gestern war ich wegen der Übergabe der Sackratte eh in der Werkstatthölle. Also versuchte ich die Bremstrommel abzubekommen. Das Radlager hat es komplett zerlegt und auf die Welle festgefressen.

Fest.

Die Welle hat keine Verzahnung - das ist ein Rest Radlager.

Erster Versuch: Hitze.

Fest.

Wirklich lange mit der Lötlampe erhitzt. Effekt: Die Gaskartusche wurde leerer, vielleicht habe ich die Vorhölle 0,02°C erwärmt. Effekt an der Bremstrommelfront: Nicht erkennbar.

Also Gewalt. Ich habe eine U-Schiene genommen, Materialstärke vielleicht 2 mm. 2 Löcher im richtigen Abstand und 2 lange Radschrauben und gib ihm.

Fest.

Immer ein Stück mehr angezogen, zwischendrin immer mal mit dem großen Meinungsverstärker draufgedroschen. Effekt? Ich weiß jetzt, wie man ein Loch in eine massive U-Schiene stanzt.

Fest.

Massivere Auflagefläche? Gut, dann eben noch einen massiven Gabelschlüssel verbogen.

Fest.

Ich denke selbst ein spezieller Trommelbremsabzieher wird nix bringen. Ich denke fast, es wird keinen anderen Ausweg geben. Um wenigstens das Handbremsseil zu retten und einen Teil der Bremsinnereien, wird kein Weg drumrum führen: Ich muss die Bremstrommel zerflexen. Die neue Bremstrommel. Das tut weh...

Apropos wehtun: Der Ford Escort MK4 hat offenbar keinen geschraubten Achszapfen an der Hinterachse, der Achsschenkel ist ein komplettes Teil. Verschraubt mit Querlenker, Federbein und Zugstrebe.

Fest.

Ich habe ewig gegoogelt, aber ein Foto von dem ausgebauten Achsschenkel habe ich nicht gefunden. Auch kein Explosionsbild der Hinterachse. Ronny (Käfer67) aus dem Fusselforum sucht einmal, ob er etwas im Fundus hat. Ansonsten bleibt nur der Weg zum Schrott in der Hoffnung noch einen Ford Escort MK4 zu finden, denn das passt nur von dem Modell - immerhin auch vom Cabrio, Turnier und Orion.

Doof an nem Auto zu schrauben, von dem man selbst keinen Fundus hat...

Original http://www.fusselblog.de/index.php/focht/fest

17 Apr 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Peter Ruch  

Mundgeblasen, Nissan Murano 1942

Nissan Murano

Damals, als den Murano von Nissan in der Schweiz nicht offiziell gab, wollte ihn jeder... Das ist lange her, und irgendwie gestehen wir dem neuen Murano bei uns auch nicht Topseller-Qualitäten zu.

Der Murano von Nissan ist für den US-Markt gedacht. Das war er schon immer. Und er wird dem Geschmack der Amerikaner angepasst. Auch das: schon immer. Doch irgendwie scheint der Geschmack der Nordamerikaner und derjenige der Europäer etwas weiter auseinander zu driften. Nicht unser Problem, in der Bildergalerie kann sich jeder seine Meinung bilden. Fakt ist aber, der Murano ist deutlich grösser geworden. Also zumindest innen, denn die Aussenlänge ist mit knapp 490 cm fast mit dem aktuellen Modell identisch. Und, man hat die Anzahl an Bedienknöpfen drastisch reduziert, was wir grundsätzlich gut finden. So lange man sich nicht durch ein Dutzend Ebenen im Bediensystem klicken muss, um die Heckscheibenheizung zu aktivieren. Und, er bekommt nette Sachen wie LED-Scheinwerfer oder Sitze, die in Zusammenarbeit mit der NASA (nicht NSA) entwickelt wurden. Also nix mit Mundgeblasen wie man den Namen des Japaners auch verstehen könnte. Im Bug arbeitet der bekannte 3,5-L grosse V6 (260 PS), der wie immer an eine stufenlose Automatik gekoppelt ist. Und, der Murano wird mit Vorder- oder Allradantrieb zu haben sein, in Europa auch mit einem Dieselmotor.
Mehr Nissan gibts im Archiv.

Mundgeblasen, Nissan Murano 1942

Text: Cha, Fotos: Werk.

Original http://www.radical-mag.com/neuheiten/nissan-murano-1942/seite_1-2

17 Apr 2014

Reifentipp: Der Radwechsel im Detail

Wer sich die 37,50 € für den Radwechsel in der Werkstatt sparen will, der tauscht seine Winterräder und Sommerräder selbst. Und wer in diesem Jahr zum ersten Mal selbst nach Wagenheber und Drehmoment-Schlüssel greift, der sollte noch ein Mal kurz die “Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Radwechsel” durchlesen! 

Der Radwechsel Schritt für Schritt:

  • Bitte immer einen ebenen und festen Untergrund, außerhalb des Straßenverkehrs, aufsuchen. Nicht auf Wiesen oder sandigen Flächen mit dem Reifenwechsel beginnen!
  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen, bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung “P” bringen
  • Kurzer Blick in die Bedienungsanleitung, wo der Wagenheber im Auto untergebracht ist, wie er zu bedienen und an welchen Aufnahmepunkten unterm Auto er anzusetzen ist. Weitere Hinweise gibt es dort auch zu “Spezialitäten”, wenn das Auto z.B. mit einem “Notrad” ausgerüstet ist
  • Die Sommerräder bereit legen. Am besten: Das jeweilige Rad bereits dort ablegen, wo es später montiert wird: Hinten links, hinten rechts, usw.
  • Radkappe (soweit vorhanden) mit dem spitzen Ende des Radmutternschlüssels abhebeln
  • Radmuttern zunächst nur etwa eine halbe Umdrehung lösen. Hier kann ein altes Rohr als Verlängerung für die Hebelkraft ganz dienlich sein.
  • Wagenheber ansetzen (Aufkleber mit Sicherheitshinweisen beachten!)
  • Fahrzeug anheben, bis Montagehöhe für das Reserverad erreicht ist
  • Radmuttern ganz abschrauben
  • Winter-/ Sommerräder beschriften mit VL, VR, HL, HR – damit man im Oktober wieder weiß, wo welcher Reifen hingehört.
  • Die neuen Räder an die Radnabe aufsetzen und alle Radmuttern handfest anschrauben
  • Fahrzeug ablassen
  • Radmuttern über Kreuz anziehen, sprich: Immer die gegenüberliegende Radmutter als nächstes. Nicht “reih-um”.
  • Wagenheber, Werkzeug verstauen
  • An nächster Tankstelle Luftdruck prüfen und Radmuttern nochmals nachziehen,
    bei nächster Gelegenheit Radmuttern in Werkstatt auf korrektes Anzugs-Drehmoment hin überprüfen lassen – oder selbst einen Drehmoment-Schlüssel anschaffen. Eine Auswahl gibt es in meiner eBay-Kollektion!
  • Beim Wechsel von Stahl- auf Alu-Felgen und umgekehrt müssen häufig andere Radschrauben bzw. Radmuttern verwendet werden! Diese am besten beim Bordwerkzeug oder im Handschuhfach aufbewahren! Das gleiche gilt für “Felgenschlösser” zur Diebstahlsicherung!

 

Reifentipp: Der Radwechsel im Detail Wer sich selbst als “Hobby-Schrauber” sieht und neben dem Radwechsel auch andere Arbeiten am eigenen Auto selbst erledigt, der sollte sich meine eBay-Kollektion zum Thema “Auto-Schrauber und ihre Wünsche” anschauen. Eventuell findet man dort noch die richtigen Ideen für die eigene “Schrauber-Garage”.  
Reifentipp: Der Radwechsel im Detail

Original http://mein-auto-blog.de/reifentipp-der-radwechsel-im-detail-63235/

17 Apr 2014

Reifentipp: Der richtige Luftdruck entscheidet!

Es mag unbequem sein und ist deswegen auch eher unbeliebt, aber deswegen ist das prüfen des Luftdrucks dennoch wichtig. Egal ob man mit zuwenig oder zuviel Luftdruck unterwegs ist. Beides ist schlecht für den Reifen und damit am Ende auch für die Fahrsicherheit. Also: Luftdruck am Reifen prüfen – und das nicht nur nachdem man die Reifen gerade getauscht hat. Sondern immer wieder! 

Der ADAC rät dazu folgendes:

Zu geringer Luftdruck kann gefährlich sein, wie Fahrversuche des ADAC mit korrektem und zu geringem Reifendruck zeigen. Die Tester ermittelten, dass bereits ein Minus von gerade mal 0,5 bar für spürbar unsicherere Fahreigenschaften sorgt. So kann die Spurtreue in Kurven um rund die Hälfte abnehmen und sich der Bremsweg um mehrere Meter verlängern.

Bei Kurvenfahrt auf nasser Fahrbahn kann das besonders belastete kurvenäußere Vorderrad bereits bei einem Minderdruck von 0,5 bar nur noch etwa 80 % der Kräfte eines korrekt befüllten Reifens übertragen, bei 1,0 bar sinkt der Wert  auf unter 70 %. In der Praxis bedeutet dies, dass das Fahrzeug aus der Kurve driftet. Bei Spurwechselmanövern gerät man früher ins Schleudern, weil die Stabilität fehlt. Auch ESP kann in diesen Situationen nur bedingt helfen. Bei zu wenig Druck rundum reduzieren sich die übertragbaren Seitenkräfte sogar auf fast die Hälfte. Bei voller Beladung des Fahrzeuges verstärkt sich diese Tendenz nochmals.

Zu wenig Luft bereits an einem einzelnen Vorderrad verlängert den Bremsweg ganz erheblich – auf nasser Fahrbahn um ca. 10 % bei 1,0 bar Luft-Defizit. Dies bedeutet bei Vollbremsungen aus 100 km/h, dass das Fahrzeug mit Minderdruck noch mit ca. 27 km/h  unterwegs ist, wenn das Fahrzeug mit korrekt befüllten Reifen bereits steht – was einer Bremswegverlängerung von 52 auf 56,5 Meter entspricht. Wichtig ist dabei auch, dass das ABS durch die unterschiedlichen Reifeneigenschaften nicht optimal arbeiten kann.

Zu wenig Luft bereits an einem einzelnen Vorderrad verlängert den Bremsweg ganz erheblich – auf nasser Fahrbahn um ca. 10 % bei 1,0 bar Luft-Defizit. Dies bedeutet bei Vollbremsungen aus 100 km/h, dass das Fahrzeug mit Minderdruck noch mit ca. 27 km/h  unterwegs ist, wenn das Fahrzeug mit korrekt befüllten Reifen bereits steht – was einer Bremswegverlängerung von 52 auf 56,5 Meter entspricht. Wichtig ist dabei auch, dass das ABS durch die unterschiedlichen Reifeneigenschaften nicht optimal arbeiten kann.

Das Fazit ist klar:

Vom korrekten Reifendruck hängt enorm viel ab. Deshalb ist es unerlässlich, den Reifendruck mindestens alle 14 Tage zu prüfen. Automatische Reifendruck-Überwachungssysteme bieten, wie der ADAC ermittelt hat, hier eine sehr gute Unterstützung, weshalb die Fahrzeughersteller alle Modellreihen damit ausrüsten sollten.

Und was ist nun der richtige Luftdruck?

Der richtige Luftdruck steht im Handbuch des jeweiligen Fahrzeuges. Manche Hersteller schreiben zusätzlich eine Notiz in den Tankdeckel oder auf einen Aufkleber im Bereich der Fahrertür. Wer nun ein wenig Sprit sparen will, der kann den Luftdruck leicht anheben. Aber bitte nicht zuviel. 0.5 bar sind bereits eine Hilfe beim Sprit sparen. Oder gleich einen Reifen mit “AA-Label” kaufen ;)

Original http://mein-auto-blog.de/reifentipp-der-richtige-luftdruck-entscheidet-42188/

Mehr lesen von : Jens Tanz

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24 Sep 2013

Jens Tanz (Sandmann)

Das Leben ist zu kurz für kleine Autos und abgegriffene Geschichten. Steht auf: Deutsche Oldtimer im Alltag und die 70er. Leidenschaft: Rotwein, Kaminfeuer und Gitarre.

Website: sandmanns-welt.de

 

Created Dienstag, 24. September 2013 Created by Jens Tanz Categories Autoren
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12 Apr 2014
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Sich Schrott Leisten

Sich Schrott Leisten

Ich könnte heulen

Die Titel werden immer kryptischer, oder? :-) Na gut, ich erklär das mal. Ich hab einen Leistenbruch und brauche Ersatz. Nein? Doch. Halt. Zwei Falschaussagen, nein, drei. Nicht ICH habe einen Leistenbruch sondern mein alter Mercedes. Genau genommen handelt es sich um die Einstiegsleiste der hinteren rechten Tür, sie ist auch nicht gebrochen sondern nur weg. Verschwunden. Und Ersatz BRAUCHE ich nicht, ich WILL ihn. Haben Sie den Faden nun komplett verloren? Ich fasse zusammen: Ich hab mal wieder Bock, zwischen alten Autos auf dem Schrottplatz rumzuklettern. Also los.

Looooove, loooove will tear us apart one day ♫ Oder Rost. Oder das Alter.

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Ein Paralleluniversum

Es gibt sie noch, die Autoverwerter, bei denen man auch selbst schrauben darf. In Kiel haben wir einen, der ist besser gesichert als der Jugendknast in Schleswig. Aber wenn man wie ich ein freundliches Gesicht hat, am Eingang einen klaren Wunsch verbalisiert (“Leiste Tür hinten rechts, W210″), keine riesigen Werkzeugtaschen mit reinnimmt und den Retina-Eyescan sowie den genetischen Fingerabdrucktest besteht wird man auf den Platz gelassen. “Da stehen noch zwei von irgendwo rum, musst du mal gucken“. Schatzsuche 2014, ein bisschen wie Ostern, die bunten Eier sind geschickt zwischen, über und unter den Eiern anderen Marken versteckt. Allein das macht schon Spaß :-D Ich muss an SeineKleineSchwester denken, die am Wochenende immer nach Geocaches sucht. Ist so ähnlich hier, nur die stumpfe Variante für Männer. Kein GPS, der Schatz muss mit den bloßen Augen gefunden werden. Da ist einer! Eine Limousine, vorMOPF, schöne Farbe. Mal sehen was mein Taxi da noch alles von gebrauchen kann!

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ehemals stolz und edel, jetzt ein Jammerbild

Hm. Ich bin nicht der erste, der hier im Goldrausch wildert. Auch das macht die Schatzsuche interessant, ich muss nicht nur das Osterei selbst finden, ich kann mir auch nicht pauschal sicher sein, ob ich seine Füllung mag. Cool. Abgesehen davon, dass mir einige fehlende Teile beim hier vor sich hinsterbenden Mittelklassedampfer einen tiefen, nicht uninteressanten Einblick in die verborgenen Eingeweide des W210 gewähren fallen mir tatsächlich noch ein paar Sachen ein, die ich fernab der Leiste brauchen könnte. Einen Rückspiegel links außen, einen neuen Innenspiegel (meiner ist blind und von so einem ATU Überzieher-Teil verunstaltet), Leselampen im Wagenhimmel, die sich auch anschalten lassen… Aber alles ist hier schon abgebaut :roll: Keine Außenspiegel mehr vorhanden, offensichtlich ein sehr begehrtes Teil. Meinen habe ich eigenhändig zerbrochen und hielt mich für bescheuerter als die anderen. Und die Innenspiegel verstehe ich nicht, wie sind die festgeschraubt? Na egal, ein neuer Innenspiegel wird sich auch woanders auftreiben lassen. Ich will ja auch nichts kaputt machen hier, so wie die anderen…

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Alles schon weg…

Die Innenräume des altehrenwürdigen Daimler sind durch das wildernde Volk und das norddeutsche Wetter schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Hier holt sich jeder nur das raus, was er braucht, alles auf dem Weg dahin wird rausgerissen oder abgebrochen. Die Airbags sind explodiert oder ausgebaut. Dichtungen hängen lose im Türrahmen, das Handschuhfach ist rausgebrochen und der Fußraum mit Schrauben übersät. Der ganze Wurzelholzkram, den ich noch vor einem halben Jahr für die Mittelkonsole suchte ist paradoxerweise komplett vorhanden. Tachos, Schalter, alles da, aber das geht ja auch nie kaputt bei diesen Kisten. Auch ein Automatik-Schaltbock ist noch drin, aber bevor ich den ausgebaut habe ist die Sonne untergegangen… Und der gefundenen Sternenkreuzer hat ein Schiebedach :-( Das bedeutet, dass die Lämpchen oben im Dach über dem Spiegel nicht passen. Ich bin sagenhaft erfolglos. Desinteressiert finde ich noch zwei lückenlose, komplette Bordbücher und lasse sie liegen. Was soll ich damit?

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Wie in einem technischen Irrgarten

Hinter dem zweiten Fund, sogar einem T-Modell, steht in oberster Reihe überraschend ein Trabi. Wow, selten, inzwischen. Aber nicht meine Welt. In der Heckklappe des dreimal so großen dunkelblauen Stuttgarters ist sogar noch das Schloss mit ZV drin. Bei mir schließt das nicht immer. Also, selten. Sozusagen nie. Ich glaube ich muss nochmal herkommen ;-) Während ich so gazellengleich zwischen den gestapelten Reihen vergessenen Altblechs umherhopse und hier und da mal hochkletter und in die geplünderten Innenräume luscher fällt mir meine Ursprungsmission ein: Leiste hinten rechts. Ach ja. Wie überflüssig eigentlich, der Wagen fährt auch sehr gut ohne die. Ich nehme mir noch einmal das dunkelblaue Raumwunder vor und denke beiläufig, dass es doch wirklich schönere Farben als dieses Taxi-Elfenbein gibt. Hm. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Leiste ist in zwei Minuten vorsichtig aus ihren drei Plastiknuppsis rausgehebelt, die drei Plastiknuppsis folgen sogleich und wandern unzerbrochen in meine Hosentasche. Keine Außenspiegel an dem T-Modell. Und ein Schiebedach. Tandaradei.

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ordentlich was geleistet

Ich bin ja auch nicht in erster Linie hier, um mein altes Auto wieder zum Laufen zu bekommen. Das läuft ja. Nennen wir es mal einen “Marktcheck” nach langer Abstinenz, sinnvoll begründet durch die Mitnahme eines kleinen, preiswerten Anbauteils. Ich schleiche gedankenverloren noch ein bisschen mit meinen beiden Schraubendrehern zwischen den Reihen umher und finde es immer wieder faszinierend, was Menschen für Autos wegwerfen und was vor allem andere Menschen von diesen Autos dann noch alles abbauen! Und WO Autos überall rosten können, und ich spreche hier nicht von den beiden Daimlern. Sagenhaft. Ich bin gern hier. Da hinten liegt eine S-Klasse auf einem Mondeo, daneben ein W124 T-Modell auf einem Passat. Es gibt in der Autoverwertung keine Klassenunterschiede. Es riecht nach Öl und Moder, und jede Schatzsuche endet mit einem kleinen Erfolg, der das eigene Auto ein bisschen heiler macht. Für die einen ist es Schrott, für die anderen sind es Ersatzteile. Die einen sind froh, ihre alte tüvfällige Scheißkarre loszuwerden und die anderen verdienen damit einen Haufen Geld. Ein gutes Geschäftsmodell, mal sehen, wie lange das noch funktioniert in einer alles recycelnden Welt voller Elektronik.

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Mission erfolgreich

Eigentlich mache ich mir viel zu viele Gedanken über alte Autos. Ein paar Dinge muss ich bei meinem für den nächsten TÜV aber wirklich noch ersetzen. Die hinteren Dämpfer der Niveauregulierung brauchen neue “Bulleneier”, der manchmal aushakende Automatikhebel auf der Mittelkonsole soll das nicht mehr machen und das Schloss in der Heckklappe soll sich wieder automatisch schließen. Das wird wohl nur ein kleiner Unterdruckschlauch sein. Mehr nicht. Vieles an diesem Wagen ist hässlich und rostig, aber na und? Er fährt super mit Diesel, ist sparsam und gibt einem hinter der geschwungenen Haube dieses unvergleichliche Gefühl, wie es wohl nur ein Mercedes kann. Auch wenn er wirklich alt ist und billig war :-) Die Zierleiste ist jedenfalls drin, 5€ für einen etwas weniger kaputt aussehenden Einstieg. Und der alte Benz läuft gleich ein bisschen besser. Ich habe das Gefühl, er lächelt ein bisschen….

Sandmann

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Created Samstag, 12. April 2014 Tags Autverwertung | Einstiegsleiste | Ich fahr... TAXI! | rückspiegel | S210 | Schaltbock | Schrottplatz | Sternstunden | W210 Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
07 Apr 2014
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Er macht Musik

Carpe diem

Carpe diem

Fototermin mit einem sehr speziellen Porsche und einem sehr speziellen Typen. Der ist mit seinen 35 Jahren ein bisschen überrascht, allein im vergangenen Jahr zwölf Mal in der BRAVO gewesen zu sein. Tom Beck geht optisch als einwandfreier Leckerbissen durch. Während ich noch überlege vor wie vielen Jahren ich das letzte mal “Cobra 11″ geguckt habe :roll: drückt er meine Hand fest und stahlt ein Lächeln aus, dass ich ihm am liebsten sofort ein Bier spendieren würde. Oder’n Kaffee. Dann mach ich das doch einfach mal. Es gibt mindestens drei gute Gründe, diesen Mann vielleicht zu kennen und irgendwo außerhalb des TV schon mal gesehen zu haben.

Er macht Musik

Na dann erzähl doch mal…

Grund 1: Man war vor langer Zeit mal auf einer Veranstaltung, die er mit Musik beschallt hat. Wer weiß? Tom spielt seit seinem fünften Lebensjahr Akkordeon und Orgel, außerdem noch Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Kaum stand er einigermaßen auf seinen eigenen Beinen, verdiente er ein hervorragendes Beibrot als Alleinunterhalter auf Ü-70-Veranstaltungen dazu – mit dem ganzen Equipment, was dazu nötig ist, hinten drin im roten Passat Variant von 1983, den ihm seine Eltern zum 18. Geburtstag geschenkt hatten. Der war wesentlich hässlicher als seine erste Freundin, aber ein durch und durch praktisches Auto. Perfekt geeignet auch für kleine Fluchten, wenn er sich nach dem schwermütigen La-Paloma-Geschwoofe der Festgesellschaft vor den ganzen gleichaltrigen Enkeln der Veranstalter zurückziehen wollte, die ihn in ihren Slayer- und Overkill-Kutten schweigend und verständnislos anglotzten. In dem Passat konnte man auch gern mal zu sechst schlafen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Späte Ehre für eine alte Gitarre

Es klingelt noch nicht? Verstehe ich gar nicht ;-) Dann zieht vielleicht Grund 2: Wir holen etwas aus – es musste immer Musik sein. Die Instrumente, die er spielt, die Musik von Elvis im Ohr, die vielen Geschichten und der Groove – das muss raus, da muss was draus gemacht werden. Tom hält jede Melodie, die ihm in den Kopf kommt, entweder auf seinem iPhone fest – oder er klimpert sie gleich auf seiner immer präsenten Gitarre in eine erste grobe Form. Die englischen Texte kommen dann später dazu, je nach Stimmung und den Phrasen, die ihn gerade beschäftigen. Sein erstes Album Superficial Animal kam 2011 und ist ein Mix aus Westcoast Rock mit Blues und Soulelementen. Eine große Portion des American Way of Life, den er lebt und bewundert.

Er macht Musik

Irgendwo haben wir noch eine Gitarre…

Noch während ihm sein Erstlingswerk Auftritte im Fernsehen, bei Rock am Ring und Rock im Park beschert, bastelt der junge Mann gleich weiter am Nachfolgealbum.  Das zweite Werk Americanized ist erwachsener und weniger überfrachtet vom Pathos der ersten CD. Es sind Stücke seiner Seele, eingefangen in den geschichtsträchtigen “Quad Studios” in Nashville/Tennessee, wo noch die Geister von Elvis Presley und Johnny Cash in die Mikrofone hauchen. Tom hat die besten Musiker für diese CD rangeholt. Der Drummer, der einst für John Mayer und Jason Mraz trommelte, spielt jetzt für Genesis. Der Bassist ist gerade mit Keith Urban unterwegs. Das sind ganz andere Nummern als Tante Lene und Onkel Walter, die im Dorfkrug ihre Silberhochzeit mit der Orgel befeuern lassen… Es klingt jetzt fetter, und inzwischen füllt Tom die Hallen komplett. Die sehr erwachsene Musik lockt in Verbindung mit dem Sänger Mütter mit ihren Töchtern gleichermaßen an und macht jeden Gig zur Traum-Datingbörse für Männer jeden Alters. Aber das muss sich trotz ausverkaufter Häuser bei den Jungs noch rumsprechen.

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Vollgas für den Fotografen

Sie warten noch auf Grund 3, richtig? Der liegt eigentlich auf der Hand – Autos. Und zwar mit richtig BUMMS und KRACH. Tom Beck spielt seit 2008 den Autobahn-Cop Ben Jäger an der Seite von Erdogan Atalay in der RTL-Serie Alarm für Cobra 11. Passt das zu dem Musiker? Na klar. Eigentlich fährt Tom selbst sehr gern Auto, sei es (als Wahl-Kölner) zu seinen Eltern nach Nürnberg oder auch auf seinen Touren durch die USA entlang endloser Highways. Dabei hört er Musik, auch seine eigene, feiert sich dann richtig ab und schmettert die Texte durchs Auto. Nie gab es aber eine wirkliche Beziehung zwischen ihm und seinen Kisten, die waren immer nur praktisch orientiert (wegen der Zulademöglichkeiten in Sachen Orgel). Klar mag er auch schöne alte Autos, ein Freund von ihm in Köln hat einen Diplomat V8, mit dem sie manchmal durch die Stadt gullern 8-)

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Alarm. Diesmal für Cobra 11

Tom Beck ist Schauspieler, kein Polizist. Das verstehen einige Zeitgenossen im realen Leben nicht immer und kritisieren die Realitätsfremde der Serie, die jede Woche mehr als vier Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockt. Es geht um reine Action, um fliegende Autos und gewaltige Explosionen. Das hat mit einem echten Polizeialltag ungefähr so viel zu tun wie ein Multipla Fiat mit gutem Geschmack, aber wer es beamten-realistisch möchte kann sich gern das “Großstadtrevier” angucken. Auch wenn der fast schon selbstironische Bruce-Willis-Style der ersten Staffeln sich inzwischen beruhigt hat, waren die 160 Drehtage pro Jahr noch immer Knochenarbeit. Tom fährt oft selbst, hängt an Helikoptern und ist mit ganzem Körpereinsatz an der Seite seines Kollegen. Die wirklich gefährlichen Szenen werden von Stuntmen gedeckelt, allein schon weil sonst die Versicherungen blass werden. Sprünge mit den Autos… äh… darf Tom jetzt auch nicht mehr machen.

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Vollgas an allen vorbei

Jede Folge beinhaltet meist ein exotisches, schnelles Hauptfahrzeug, was bei Gut oder Böse eine besondere Rolle spielt. Ich erinnere mich an so den einen oder anderen Audi V8, der unter den Tränen des Audi-Forums geschrottet wurde. Alle Autos, die in Feuerbällen oder in quergestellten Bussen havarieren, waren aber ohnehin meistens nur noch bedingt fahrtauglich, und die Cops jagen die Bösen mit neuen 3er-BMW und Mercedes C-Coupés. Autos, Autos, Autos – es ist ja auch die Autobahnpolizei. Wir lassen ihn deshalb einen 78er Porsche 911 am Rand der Hamburger Hafencity über das Kopfsteinpflaster schrubben, während er mir von seinen eigenen Angewohnheiten am Steuer erzählt. Trotz seines chaotischen Schreibtisches im Büro ist Tom im Auto “sauber” geworden, vielleicht liegt das an seinem Markenbotschafter-Seat, den er irgendwann wieder zurückgeben muss. Gut erzogen. Überhaupt echt gut drauf, ich bin ja eigentlich kein Cobra 11 Gucker, jetzt wo er nicht mehr mitspielt sowieso nicht, aber den Typ mag ich :-)

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Der kann Musik UND Auto

Tom Beck selbst braucht keine Autobahnpolizei, seine kleinen privaten Scharmützel klärt er ganz gern im Rahmen der Gesetze selbst. Und ein einziges Mal gab es sogar schon einen netten Nebeneffekt seines Berufs, als sein Navi ihn auf einer Autobahnauffahrt hat wenden lassen – direkt vor den Kühler der echten Autobahnpolizei. Als die freundlichen Herren sahen, dass sie einen virtuellen Kollegen ertappt hatten, ließen sie ihn freundlich ermahnt seiner Wege ziehen. Diesmal in die richtige Richtung. Ach guck, wie die Zeit vergeht – inzwischen ist das Kamerateam von RTL Nord aufgetaucht, die wollen auch noch ein paar Aufnahmen machen. Also steig ich mal aus dem Porsche aus ;-)

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RTL Nord greift sich den Musiker

Tom wird in Deutschland immer als der singende Schauspieler gesehen, und die Radiosender nehmen seine wirklich gute Musik deshalb erst gar nicht mit ins Programm. Er war schon immer eher ein schauspielender Musiker! Der Tag ist noch jung, die Sonne scheint…. Im Kofferraum habe ich noch meine gute alte Gitarre liegen, auf der mir schon diese wunderschöne blonde Holländerin damals auf den Kreidefelsen der Calanques in Cassis Lieder von Neil Young vorgesungen hat. Tom, hast du Lust? Na klar hat er. Vor der Graffiti-Wand am alten Verladebahnhof soult er ein wenig vor sich hin, während RTL Nord noch einen Clip für ein Interview dreht. Der Mann hat den Blues, daran besteht kein Zweifel. Und als die von RTL fertig sind….

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Das alte Holz und der Cop

… singen wir noch ein bisschen zusammen :-) Ich singe mit Tom Beck. Das ist so wie: Ich koche mit Bruce Willis. Oder: Ich laufe Schlittschuh mit Peter Maffay :-D Eigentlich sollten wir zusammen Auto fahren, haben wir ja auch, aber jetzt wissen Sie inzwischen dass er ja eigentlich mehr Musiker als Autobahncop ist. Und irgendwann hat er es auch hinbekommen, mit einer App meine störrische Klampfe zu stimmen. Also wird gesungen, ein paar Stücke seines neuen Albums, irgendwo hab ich auch noch ein Video auf dem iPhone, ich frag ihn mal ob ich das posten darf…. Ein ganz bisschen ehrfürchtig vor dieser geilen Stimme und den groovigen Riffs lasse ich mein Diktiergerät seit den Interviews vorhin nicht los, und nun soll ich auch noch selbst mal was spielen. Er ist der perfekte selbstlose Entertainer ;-)

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Wish you were here

Aber wtf so oft hat man nicht solche Gelegenheiten. Also sitzen wir vor diesem alten Lagerschuppen am Hafen in der Nachmittagssonne und singen zusammen Pink Floyd’s “Wish you were here“, das singe ich immer wenn ich nervös bin… Tom singt die zweite Stimme. Und die Summe der drei Gründe, warum Sie ihn denn nun vielleicht schon kennen, macht einen vierten Punkt aus. Nämlich den, dass es großartig ist, diesen Mann zu kennen, mit ihm zu sprechen und ihn singen zu hören. Wenn Sie die Gelegenheit haben, ihn live in einem Konzert zu besuchen, empfehle ich das dringend. Und wenn Sie ihn mal im Auto hinter sich haben und merken, dass er es eiliger als Sie hat – dann lassen Sie ihn doch einfach durch. Ein bisschen Benzin hat er im Blut. Und das mischt sich hervorragend mit der Seele der Musik…

Sandmann

www.tom-beck.de
Fotos: Sven Krieger
Den TRÄUME WAGEN Artikel gibt es hier *klick*

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Created Montag, 07. April 2014 Tags Alarm für Cobra 11 | Americanized | Cobra 11 | Gitarre | Hafen | hamburg | Musiker | porsche | Tom Beck | TRÄUME WAGEN Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
02 Apr 2014
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Plug and Play

Plug and Play

Anspringen oder NICHT anspringen?

Wer will denn schon alles verstehen? Ich weiß nicht, wie ein Intel-Prozessor aufgebaut ist, stehe immer wieder mit großen Augen und Ohren vor einem Transistorradio und kenne nicht alle Düsen eines Doppelvergasers. Gerade der ist aber in meinem 1977er Audi 100 zickig und bockt rum wie eine Einjährige, der man in der Sandkiste die Schaufel weggenommen hat. Zerlegen und revidieren? Dafür fehlt mir die Zeit. In die Werkstatt bringen? Dafür fehlt mir das Geld. Aber da ist ja noch ein Kumpel aus dem Audiforum, der sich mit diesen Kraftwerken auskennt und mir einen komplett neu abgedichteten und gereinigten 2B3 Doppelvergaser anbietet. Grundeinstellung, Plug and Play, alten raus und neuen rein und der Wagen müsste eigentlich rund laufen. Hallo Sommerzeit, es ist noch hell, das probiere ich doch gleich mal aus. ♫

*hach* und frühlingshaft warm ist es auch in Hamburg. Endlich mal wieder. Schrauben vor der Haustür war nie angenehmer. Der Motorraum eines Audi 100 Typ 43 C2 ist nicht gerade eine Schlangengrube, ich möchte ihn nach 10 Jahren Audi V8 sogar übersichtlich und aufgeräumt nennen. Man sieht sogar die Straße unter ihm.

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viele Schläuche und viel Platz

Den 2-Liter Vierzylinder mit 85KW bezeichnen Feingeister als einen der schönsten Motoren der damaligen Zeit. Der aus dem alten Mitteldruckmotor herauskonstruierte Klotz (er fand auch im VW LT seinen ächzenden Einsatz und verhalf dem Porsche 924 zum zweifelhaften Ruf des “Hausfrauenporsche” – zumeist von Zeitgenossen, die noch nie so einen Wagen gefahren sind) ist eigentlich rau, genügsam und drehfreudig, wenn der Vergaser ihn lässt. Dieser hier atmende Zenith Fallstrom-Registervergaser wiederum, gemeinsam mit seinen Brüdern 2B2 und 2B5 vom Auto Union C1 bis zum Typ 44 verbaut, gilt als einer der besten Vergaser der Welt. Wenn nicht gar des Universums. Vergaser gibt es schon seit 200 Jahren, und noch vor 100 Jahren war das dann mal eine Kammer, in der wurde zerstäubtes Benzin mit Luft vermischt und dem Zylinder zur Verbrennung zugeführt. Später wurde hier noch was drangebaut, da noch was automatisiert und dort noch die Abgaswerte optimiert – und schon unterscheidet sich das Teil gar nicht mehr so sehr von einem Intel Prozessor. Also ICH steige da jedenfalls nicht durch.

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Hallo, ich bin der Neue

Muss ich aber auch nicht, ich muss mir nur nach Entfernen des Luftfiltergehäuses merken, wo alle diese porösen Unterdruckleitungen nun rein und raus geschlaucht werden. Eine fehlt gleich ganz, die zum Zündverteiler, das könnte erklären, warum ab 140 km/h nix mehr ging. Ich schieße so viele Fotos, damit ich meinem mindestens genau so porösen Hirn eine kleine Schlauch-Stütze geben kann. Jessas. Okay, ich bin ein alter Mann und muss mich mal ordnen. Eine dieser wichtigen Schlürf-Schlangen geht zur Unterdruckdose am Verteiler, das ist die, die inzwischen gegangen ist. Wohin auch immer, ich wünsche ihr ein schönes Leben. Eine schlängelte sich hoch zum Temperraturregler im Luftfilter und liegt jetzt unten auf der Straße, nachdem ich den abgerupft habe, eine geht an den Unterdruckschlauch am Bremskraftverstärker, zwei enden im thermopneumatischen Ventil für die 2. Vergaserstufe und eine am Thermoschalter der Startautomatik. Was für ein Rumgeschlauche.

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Also erstmal raus damit

Letzte Woche frickel ich noch ne Einspritzdüse aus dem dicken Kopf meines Diesels, jetzt kurbel ich so ziemlich an dem genauen Gegenstück zum selbstzündenden Direkteinspritzer. Vergaser gibt es heute nicht mehr, die minütlich strenger werdenden Abgasnormen haben ihnen den Gar ausgemacht (schreibt man das so?). Diese letzten Ausbaustufen der späten 70er und frühen 80er sind wahre mechanische Wunderwerke und genau so wetterfühlig wie die immer kalten Füße jeder zweiten Frau auf diesem Planeten. Leider brauchen sie im Alter auch einen Merlin der Düsen, einen Gandalf der Spaltmaße und einen Miraculix der Einspritzmengen. Wenn man sich mit dem Zaubertrank und seiner Verarbeitung ein paar Tage befasst ist vermutlich alles logisch und besteht aus Metall, Kunststoff und Dichtungen. Wenn man das nicht tut und denen vertraut, die damals in drei Jahren Ausbildung alles über Gemischaufbereitung gelernt haben, ist so ein Doppelvergaser ein kleines Zauberschächtelchen, dass man besser nicht öffnet. Pandora hat das damals trotzdem gemacht hat, und nun haben wir den Salat.

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Neu und Alt, finde 20 Gemeinsamkeiten

Nebenbei finde ich unter dem bratpfannengroßen Luftfilter bis dato nicht entdeckte Besonderheiten wie ein kleines, thermosflaschenartiges Gefäß mit einer Menge Benzin drin und einer Menge Benzinleitungen dran. Es sieht so aus, als hätte da jemand eine unkonventionelle Baumarktlösung auf den Ansaugkrümmer gebastelt. Als ich mit faltiger Stirn und benzingetränkten Fingern die ausgedruckten Seiten aus der omnipotenten Bibel des Hans-Rüdiger Etzold studiere lerne ich, dass es sich hier um das offizielle Reservoir für zu verarbeitenden Kraftstoff handele und alles seine Richtigkeit habe. Hm. Also so eine Art Schwimmerkammer-Vorhof? Dann ist das hier vorn am Kopf also die Benzinpumpe. Ah. Einfach so, gut zugänglich und schön aus Metall – einfach mag ich ja :-) Der alte 2B3 ist raus, dann kommt jetzt der neue rein. Gut, denn es dämmert nämlich langsam und meine vorhin noch großkotzig und völlig selbstüberschätzend prognostizierte Zeitangabe ist mal wieder um 150% überschritten worden. Das gibt Mecker.

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Das Ende ist offen, und nicht nur das Ende

Aber das ist ja irgendwie immer so :-) Mein asthmatischer Patient jedenfalls steht geduldig mit geöffneten Arterien und Venen auf der Straße, unter ihm tröpfelt eine kleine Pfütze Kühlwasser aus den Anschlüssen der Startautomatik und aus dem alten, ausgebauten Vergaser kleckert ein bisschen Super bleifrei. Anwohner führen ihre Hunde gassi, lassen sie ungeniert direkt neben meine Werkzeugkiste mitten auf den Gehweg scheißen und plappern die alten Floskeln, dass sie oder ihre Väter auch mal so einen Wagen hatten. Gute alte Zeiten. Ja ja, euch zwingt doch niemand, einen Toyota Aygo zu fahren?! Die Ansaugbrücke des 2-Liter-Motors lächelt mich sauber und jungfräulich unter der Gummidichtung an. Ach wenn doch der ganze Motor so frisch glänzen würde. Jetzt muss ich nur aus dem alten, oxidierten und schmutzigen Kraftwerk alle Anschlüsse auf das gereinigte und saubere Neuteil umstöpseln – und dann sollte der Dottore wieder laufen…? Ich setze auf rot. Und lasse die Kugel laufen.

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leichte Skepsis und Benzol

Der Gummifuß des schweren Gaswerks scheint noch okay zu sein, na dann mal wieder rauf mit dem neuen Mitarbeiter. Aus einem Rest Benzinleitung und einem übrig gebliebenen Kunststoffschlauch schnitze ich noch das fehlende Unterdruck-Teilstück zum Verteiler, schließe alles an und hänge am Ende den Gaszug wieder ein. Die drei Gewinde, die den Luftfilter halten fehlen an meinem Austauschteil, also drehe ich die noch mit je zwei gekonterten Muttern aus dem alten Vergaser raus und siedel sie in ihrer neuen Heimat an. Wow. Aussehen tut das schonmal gut, aber darauf kommt es ja unter einer 37 Jahre alten Haube nicht wirklich an. Trotzdem macht so ein grundgereinigtes mechanisches Kraftwerk schon beim puren Anblick Freude. Ich sollte mir das mal merken, wenn ich so im Motorraum herumgucke sind da noch ein paar mehr Anbauteile, die auch gern so aussehen würden wie der Vergaser. Vom rostbraunen Bremskraftverstärker über den Ausgleichsbehälter der Servolenkung (wow – Zahnradfabrik Friedrichshafen. ZF!) bis zum Ventildeckel könnte man alles die Tage mal schön polieren und sauber machen. Bald.

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Alles drin, alles dran?

Alle elektrischen Anschlüsse sind dran, Sprit ist da, Starterklappe ist zu (was sie auch sein soll bei kaltem Motor) und ich wische mir an einem alten Lappen grob die schmutzigen Hände sauber. Dann steige ich ein und mache die Zündung an, um mal zu hören, was sich so in Sachen kontrollierte Verbrennung tut. Faites vos jeux.

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Zündung an…

Spannend, gell? ;-) Also ICH finde es spannend, denn jetzt kann von “gar nichts” bis “Explosion tötet gutaussehenden Blogger in Hamburg” alles passieren. Wenn ich nicht andauernd Fotos machen würde wäre ich schon längst oben in der Wohnung beim Abendbrot, aber meine verständnisvolle große Liebe hat mir schon fernmündlich bedeutet, dass ich das hier unten ruhig zu Ende bringen solle. Sie kennt die therapeutische Wirkung von erfolgreichen Schraubereien… also bei mir. Die Gute. Okay, hoffentlich hat sich der Zeitaufwand gelohnt. Die schlappe kleine 44 AH-Stunden Batterie osteuropäischer Herkunft habe ich vergangene Woche nochmal aufgeladen, die hatte im Winter ein bisschen gelitten aber sollte nun genug freie elektrische Ladungsträger durch ein paar Kupferadern zum Anlasser und zur Zündspule senden, wo sie als Starkstrom und Hochspannung letztendlich fossile Brennstoffe in Wärme umwandeln sollen. Teilen wir ihnen also diese Aufgabe zu und schicken sie von Minus nach Plus. Rien ne va plus.

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der Moment der Wahrheit

Die Kugel fällt auf rot. YAYYY :-D Drei Anlasserumdrehungen, und der Motor läuft! Klasse. Und geht wieder aus. Mist. Nochmal gestartet … und er läuft wieder, verschluckt sich, fängt sich und schnurrt dann endgültig vor sich hin. Leider nur, solange mein Fuß ein bisschen auf dem Gaspedal rumdrückt, da muss ich morgen früh wohl nochmal das Standgas einstellen. Aber alles ist gut. Ich konnte wieder einmal vom Segen der einfachen und überschaubaren Technik profitieren, einen Vergaser komplett getauscht habe ich bis dato auch noch nicht. Heute bin ich auch gar nicht sooooo schmutzig geworden, dafür stinke ich nach Benzin wie ein Tankwart in den 70ern. Hätte ich vielleicht meine Schrauberklamotten und nicht die gute Jeans und das schwarze Hemd anziehen sollen? Ach quatsch, das geht schon. Wie spät ist das eigentlich inzwischen? Ich soll glaube ich langsam mal Feierabend machen.

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na bitte, geht doch

Nach 200 Kilometern am folgenden Tag (also… heute…) hab ich noch eine nette kleine To-Do-Liste. Nach der morgendlichen Korrektur des Standgases geht der Dottore nicht mehr an jeder Ampel aus, läuft aber noch immer nicht so wie er soll. Was allerdings auch bei einer Grundeinstellung, die auf der Werkbank und nicht am Auto vorgenommen wurde nicht verwunderlich ist. Das Gas nimmt der Motor nun gut an, ich hab ihn auch zügig bis 170 km/h (nahe Lichtgeschwindigkeit) bekommen, aber im Teillastbetrieb ruckelt er, bockt und läuft nicht rund. Trotz neuer Kappe, neuem Finger und neuer Kerzen, die hab ich dann auch gleich noch am frühen Morgen reingebastelt. Da ist also noch Einstellbedarf, auch ist der Auspuff rußiger als er soll und der Durst für einen Vierzylinder noch immer zu hoch. 10 Liter sind mir zu viel. Ich habe heute mal bei Raffay in Hamburg angerufen, da wurde der Dottore vor 37 Jahren neu gekauft – ob man mir da nicht mal klassisch beim “Freundlichen” den Motor rund einstellen könne. Ich erwarte einen Rückruf von der Dame der Abteilung Public Relations :-) Und wo bitte ist bloß diese Roulettekugel gelandet…? Wir lesen uns.

Sandmann

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Created Mittwoch, 02. April 2014 Tags 1977 | 2-Liter Motor | 2B3 | Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Benzin | Etzold | LS | Pierburg | Typ 43 | unrund | Unterdruckschläuche | Vergaser | vierzylinder | Zenith Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
28 Mar 2014
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Mir geht die Düse!

Mir geht die Düse!

Der Schreck sitzt unter der Haube

Zwischen “Motorschaden” und “Sonntagsschrauben”
Ich fahr’ Taxxxxiiii ♫ Tag und Nacht. Hahaha. Das Lied werde ich wohl nie mehr los, aber egal, weil ich den alten vieräugigen Herren Tag und Nacht bewege (wenn auch nicht als Taxi) kenne ich seine Macken, seine Rascheleien, Knurrereien und Klappereien. Also alle seine ureigenen Geräusche. Und das hier heute Morgen, das ist neu. POPP-POPP-POPP-POPP kommt es von vorn aus dem Motorraum. Und wenn ich Gas gebe macht er PAFF!!-PAFF!!-PAFF!!-PAFF!!! Aaaaaaah! Hilfe :-( Dies ist eine kleine Schraubergeschichte über die Angst des Unwissenden, verunsichernde Weisheiten im Internet und den Segen des selbst Anpackens und Ausprobierens. Und hey – trotz schmutziger Hände hat sie ein Happy End :-) *sandstreu*

Jede Geschichte hat aber erstmal einen Anfang. Dieser hier spielt in Hamburg, Stresemannstraße.

Mir geht die Düse!

Da stimmt doch was nicht?

Schon gestern klang der alte Turbodiesel irgendwie anders als sonst, kraftvoller, kerniger. Man möchte meinen, dass ich mich darüber freuen würde, aber neeeeeeee….. Jedes neue Geräusch bedeutet bei einem Motor mit 650.000 Kilometern Laufleistung keinen Lustgewinn durch gesteigerte akustische Klangkulisse, sondern meist ein Problem. Und ich bin vorbelastet, suchte sich doch in der Vergangenheit das Abgas mehrfach seinen Weg durch ungeplante Öffnungen (statt durch den Auspuff) ins Freie. Stichwort Saugrohr. Aus dem popp popp popp popp von gestern ist heute Morgen ein PAFF!!-PAFF!!-PAFF!!-PAFF!! geworden, wenn ich an der Ampel beherzt zutrete sogar ein BALLER!BALLER!BALLER! :-O Scheiße. Was ist da denn passiert? Ich bringe den Kahn schlecht gelaunt am rechten Straßenrand zum Stehen und höre ihm im Standgas mal unter die Haube…

Mir geht die Düse!

Abgas. Wo es nicht sein soll.

Verdammt. Am Kopf des Triebwerks mit der internen Bezeichnung OM602, des als unverwüstlich geltenden Fünfzylinders 290 Turbodiesel, pöppelt es raus. Da wo es nicht soll. Oben drauf, rund um die erste Einspritzdüse, macht es diese komischen Geräusche und ist auch fühlbar. Alles ist verrußt, stinkt und pafft da ballernd und unter dieseltypischem Hochdruck raus :-( Und jetzt? Mit Einspritzdüsen habe ich mich noch nie auseinandergesetzt, ist die kaputt? Ist die undicht? Darf ich noch fahren und was muss ich machen? Ich bewege den dicken Daimler noch bis vor die Haustür meines halbfinnischen Fräulein Altonas, schleppe mich mit epischen gedanklichen Weltuntergangsszenarien in den vierten Stock und gehe mit einer dunklen Wolke über meinem Haupt und Grabesmine online, um mal zu schauen, was die weite Wissens-Welt zu diesem Phänomen sagt.

Mir geht die Düse!

Links und rechts von ihr alles voller Ruß

Okay, gute Nachricht 1: Das kann im Alter schon mal passieren, dass eine Einspritzdüse (es sind keine Injektoren, wie ich lerne) nicht mehr abdichtet. Also… beim Auto meine ich jetzt. Ich habe (er hat) keinen Riss im Zylinderkopf oder sowas. Gute Nachricht Nummer 2: Hätte ich einen CDI, dessen Injektoren mit über 1000 Bar Druck einem schnell mal den Finger mit einem kleinen schlanken Strahl Diesel abschneiden können, würde es jetzt aufwändig werden. Hab ich aber nicht. Nur den Turbodiesel, ohne Common Rail. Aber das war es auch schon mit den guten Nachrichten, der Rest liest sich uneindeutig bis beunruhigend. Eine Torxschraube mit Vorspannung, die gern mal abreißen kann. Festsitzende Düsen, besonders bei alten Motoren, es gebe dafür extra ein Abziehwerkzeug. Argh. Teerartige Dichtmasse, die man ganz schlecht abbekommt und die komplett aus dem Loch im Zylinderkopf raus muss, ohne in den Brennraum zu fallen. Drehmomente und vergebliche mehrfache Versuche, sowas wieder dicht zu bekommen.
Brauch ich denn nun noch einen Spezialschlüssel, um die Düse rauszuschrauben? Kann die abreißen, so wie eine festsitzende Glühkerze? Ich finde in den Suchfunktionen immer nur Beispiele für kleinere oder größere Motoren und CDIs. Ach manno :-( Also schnappe ich mir den Audi 100 und erbitte verbale Hilfe beim Erbauer selbst.

Mir geht die Düse!

Mehr brauche ich nicht?

Denn der Audi läuft. Einfach so. Aber der hat ja auch erst 1/5 der Meilen vom Benz auf dem Tacho… Ich frage auf halber Strecke bei Matthies nach eventuellen Spezialwerkzeugen für die Entfernung der Einspritzdüsen einer 1997er E-Klasse, aber man verkauft mir nur einen Drehmomentschlüssel. Na gut. Ein paar Ecken weiter beim Mercedes-Benz Partner in Hamburg Süd erfahre ich vom freundlichen Neuwagenverkäufer, dass mein Audi durchaus bekannt sei, und ob ich den nicht gerade im Internet inserieren würde? :-) Äh, ja, tatsächlich, aber aktuell bräuchte ich mal IRGEND jemanden, der mir sagen kann, ob ich mit hohen Hürden rechnen muss, wenn ich morgen früh in Kiel ne Einspritzdüse abdichten will. Denn wenn das schief geht komme ich nicht mehr zurück nach Hamburg.
Nein. Halb so schlimm, kein Spezialwerkzeug, alles gut. Ah? Also mache ich mich mit dem pöppelnden Selbstzünder am Abend halbherzig auf in die 100 Kilometer entfernte Stadt an der Ostsee und hole kurz vor Ladenschluss noch die vorbestellten Teile bei Mercedes in der Daimlerstraße ab. Die Jungs haben mir noch unaufgefordert eine Explosionszeichnung der Einspritzdüse ausgedruckt. So liebe ich das, DANKE! Also ich habe:

  • Den Düsenhalter
  • eine einzige Schraube
  • eine Unterlegscheibe und
  • ein Töpfchen weißes Fett?

Das ist alles? Langsam bekomme ich Angst vor dem Morgen, beschließe aber, trotzdem hoffnungsvoll und unbelastet schlafen zu gehen…

Mir geht die Düse!

Schraubers Heaven sieht anders aus

… und der Morgen ist auch noch grau und verregnet :-( Nun denn, das Schicksal nimmt seinen Lauf. Ich verfrachte das Fahrrad meiner Tochter auf die lagerhallenmäßig große Ladefläche des maladen Daimlers, sie selbst auf den Beifahrersitz und kutschiere beide in der norddeutschen Dämmerung zur Schule. Man soll den Motor ordentlich warm fahren, sagen sie im Netz, damit diese teerartige schwarze Masse möglichst weich wird und nicht wie Plastik am Metall klebt. Check. Als ich wieder vor meiner Garage ankomme steht mir der Sinn eigentlich mehr nach einem Croissant und einem guten Kaffee, es ist 7:30 Uhr und ich bin gefühlt weltweit der einzige, der in diesem Moment eine Einspritzdüse an seinem Auto abdichten will, während ein kalter Märzregen auf eine schlafende Vorstadt niedergeht.

Mir geht die Düse!

aber eigentlich macht es ja Spaß…

Ohne nun wirklich zu wissen, was eigentlich auf mich zukommt (schlicht und ergreifend weil ich das noch nie gemacht habe) fang’ ich einfach mal an :-) Um 9:00 muss ich online sein, das ist ja vielleicht zu schaffen? Hm. Der Plastikdeckel über dem Motor ist immer noch ab, seit ich am Saugrohr geschraubt habe. Ich komme also gut an die Einspritzdüsen ran, netterweise ist die erste ganz vorn undicht. Also bekomme ich maximal Rückenschmerzen vom Vorbeugen, muss mir aber nicht mehrfach die Unterarme brechen, um an versteckte Schrauben ran zu kommen. Ich hab zwar keine Hebebühne oder Grube, zahl dafür aber auch keine extra Monatsmiete und bin in 30 Sekunden wieder vorm Ofen. Cool. Ach – irgendwie geht der Morgen ja doch ganz gut los. Aber ich schweife ab. Ich zieh’ gleich mal die Leckleitung für den Rückfluss des überschüssigen Diesels von der maladen Düse runter und lege los. CKRAAACK.

Mir geht die Düse!

17 Jahre hinterlassen Spuren

Ups. Der Gewebeschlauch ist nach 17 Jahren ungefähr so geschmeidig wie eine 10 Tage in der Sonne liegende Toastscheibe. Und reißt, nein bricht regelrecht ab. Ein Schelm, der jetzt kapituliert und denkt: “NEIIIIINNNN jetzt ist ja alles undicht und ich komm hier nicht mehr WEG!!!:-) Nicht doch. Selbstverständlich habe ich schon im Rahmen der Saugrohr-Aktion zwei Meter frischen Benzinschlauch gekauft, die noch ungenutzt im Regal rumliegen. Ein angenehmer Zufall. Bitte notieren Sie für den Fall, dass Sie an einem alten 290er Turbodiesel mal die Einspritzdüsen rausholen wollen: Vorher ein paar Meter Benzinschlauch bei Mercedes kaufen. Gut. Mit einem 10er Ring schraube ich die Halterung jener Leckleitung ab und rette die beiden Unterlegscheiben, mit dem 17er Maul löse ich die oben aufliegende Dieselleitung (und muss in diesem Fall keine Angst haben, dass 1000 Bar mir den Finger abreißen) und wunder mich, dass alles so einfach ist. Ich bin hier in dieser Garage erst seit gut 5 Minuten.

Mir geht die Düse!

Fast alles ab. Nun noch die Torx

Und nun kommt der Teil, der für mich neu ist und über den das große weite Internet sich ausschweigt. Vielleicht, weil ich zu blöd bin für die richtigen Suchbegriffe, vielleicht aber auch, weil es so idioteneinfach ist, dass niemand sich berufen fühlt, darüber Worte zu verlieren. Peinlicherweise scheint zweiteres der Fall zu sein. So einen 40er Innentorx hat zwar nicht jeder in seinem Küchenbuffet liegen, aber er gehört schon zur normalen Ausstattung eines gut sortierten Schrauberwerkzeugkastens. Also – ich habe zumindest einen da. Kleine Knarre angesetzt, losgeschraubt das Ding und lächelnd den Düsenhalter herausgenommen. Und dann lachend, nicht mehr nur lächelnd die gesamte Einspritzdüse einfach so aus dem Zylinderkopf rausgezogen. Kein Abzieher, kein Teer, keine Gewalt. Nur eine Menge Ruß und Dreck von einigen 100 Kilometern, bei denen die Abgase an der Düse vorbei in den Motorraum gepöppelt sind.

Mir geht die Düse!

draußen nach 10 Minuten

Gegen Ruß gibt es in der sandmann’schen Garage jede Menge Mittelchen, vom Caramba Teerentferner bis hin zum Bremsenreiniger, alle diese kleinen Dosen voller Chemikalien, die man immer genau dann nicht findet, wenn man sie benötigt, sie deshalb immer wieder neu kauft und irgendwann doppelt und dreifach im Regal stehen hat. Ist das Teil denn nun wirklich schon raus? Wo ist der Haken? Es scheint keiner da zu sein. Ich brauche aber einen, um an die alte Unterlegscheibe tief in dem Loch da unten ranzukommen :-) Mein ebenfalls autobegeisterter Nachbar Patrick kommt gerade aus der Haustür geschlurft und will sich auf den Weg zur Arbeit machen. Ob er einen Tipp hat, frage ich ihn. Wie bekomme ich die Unterlegscheibe raus, die ist ja nicht magnetisch? Ich komme mir vor wie ein Student im ersten Semester am ersten Tag in der Uni. Draht. Sagt er.

Mir geht die Düse!

das lässt tief blicken.

Na gut, was in der Kita meiner Allerkleinsten zum Tagesablauf gehört geht auch bei mir zu Hause. Angeln mit irgend so einem Haken, nicht in einem bunt bemalten Papp-Aquarium sondern in einem schmutzigen Fünfzylindermotor, also vom Flair ein bisschen so wie in der Elbe :-) Irgendwo hinten im Regal hängt noch ein langer alter Schweißdraht, gut dass ich mich immer so schlecht von Dingen trennen kann. Irgendwann kann man ja alles noch mal gebrauchen. Den breche ich erst aus Versehen mehrfach ab, biege ihn letztendlich zu einem kleinen L und schiebe das Ding tief in die Eingeweide des alten Motors. Genau so tief in mir drin frage ich mich immer noch, ob ich nicht irgendwas übersehen habe, das ist alles ein bisschen zu einfach.

Mir geht die Düse!

Wir angeln. Nicht magnetisch

Aber bisher ist alles nachvollziehbar gewesen. Die Düse wird vom Düsenhalter auf den Dichtring gedrückt. Fertig. Also alter Dichtring aus Kupfer raus aus dem Loch und neuer Dichtring auf der Düse nachher wieder rein. Und das soll halten? Das soll dem Druck des Kolbens derart entgegenwirken, dass nicht die ganze Düse nach oben durch die Motorhaube in den Himmel schießt und womöglich eine tief fliegende Amsel umbringt? Der Druck im Zylinder ist immerhin so hoch, dass sich ein Diesel-Luft-Gemisch ohne Zündkerze in eine Explosion verwandelt und den Kolben nach unten treibt. Also ich weiß nicht. Als Kind habe ich ein altes kupferfarbenes Klappfahrrad gehabt, und irgendwann sind die Tretkurbeln altersschwach vom Ketten-Zahnkranz abkorrodiert. Ich habe einen halben Tag verzweifelt versucht, das mit Unmengen von Tesafilm wieder in Ordnung zu bringen. Nachvollziehbar ohne Erfolg, die Enttäuschung kann ich noch heute spüren. Und ich fühl mich gerade wieder ein bisschen wie damals bei dem Gedanken, dass die kleine Schraube die schwere lange Düse wirklich in ihrem Loch festhalten soll. Nu aber zunächst raus mit der Scheibe!

Mir geht die Düse!

da ist sie ja…

Mein Nachbar ist inzwischen schmunzelnd in sein Auto gestiegen. Mache ich eigentlich einen seltsamen Eindruck auf meine Mitmenschen, weil ich ständig mit einem Fotoapparat rumhantiere? :-D  Die alte Scheibe ist nun jedenfalls raus. Die Einspritzdüse ist auch sauber, alle meine alten Putzlappen dafür umso dreckiger und jetzt stehe ich im morgendlichen Nieselregen mit einer funkelnden Düse, einer Unterlegscheibe und einem Topf teurem Spezialfett, von dem ich nicht weiß, ob ich es eigentlich überhaupt benötige und wenn ja, wo ich es denn genau hinschmieren soll? Peinlich. Der ganze Scheiß, den ein Auszubildender bei Daimler im ersten Lehrjahr schon ohne Aufsicht macht ist mir völlig neu, und ich habe irgendwie ein bisschen Angst, was falsch zu machen. Also stapfe ich mit meinen völlig verschmierten Händen ins Haus und rufe bei Mercedes an. Ein Meister erklärt mir, dass die Düsen bei meinem Motor tatsächlich nur vom Düsenhalter reingedrückt werden. Dass man aber seit ein paar Jahren noch das Fett außen herum benutzt, damit sie nicht im Alter festgammeln. Klare Aussage. Und noch einmal DANKE Mercedes-Benz in Kiel. Schade nur um mein Telefon, das sieht jetzt echt schlimm aus.

Mir geht die Düse!

ja kann denn nun alles wieder rein?

Ich fasse zusammen: Düse sauber, untenrum eingefettet und mit einem neuen Kupferring versehen. Düsenhalter sauber und mit neuer Klemme und der neuen Torx-Schraube bestückt. Rund um das Loch im Motor alles sauber. Und es ist so gut wie nix von dem Dreck in den Brennraum geplumpst. Außerdem habe ich die Bedienungsanleitung des Drehmomentschlüssels von 5NM bis 30NM gelesen, 7NM eingestellt und noch einmal nachgedacht. Es ist 8:30 Uhr. Habe ich etwa alle Postings im Internet in den entsprechenden Foren falsch verstanden, oder habe ich einfach mit meiner Einspritzdüse sagenhaftes Glück gehabt? Wenn ich nicht zwischendurch Fotos gemacht, mit Leuten geredet oder telefoniert und ab und an mal nachdenkend inne gehalten hätte wäre das bis jetzt eine Sache von 20 Minuten gewesen…?

Mir geht die Düse!

Na dann mal rein mit dem Lump

Knarre angesetzt und Torx festgezogen. Dann kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz und knackt bei 7 Newtonmetern. Nun noch einmal die Schraube um 90° weiterdrehen und dann ein weiteres mal die Schraube um 90° weiterdrehen. Warum nicht gleich einmal um 180°? Man muss ja nicht alles hinterfragen. Fest. Wirklich? Das werden wir nachher sehen. Ich schraube die Dieselleitung auf die Einspritzdüse und die Leckleitung wieder an ihre Seite. Und wenn ich schonmal dabei bin ersetze ich nicht nur die zerbröselte, zum S gebogene Schlauchleitung an dieser Düse, die für den Rücktransport des überschüssigen Treibstoffs sorgt – sondern auch gleich die anderen genau so in die Jahre gekommenen Stücke zwischen den insgesamt 5 Einspritzelementen. Die sind alle extrem porös, soviel Zeit muss sein.

Mir geht die Düse!

alter Kram, alles muss raus

Meine Laune steigt. Ein bisschen Sprühöl in die Enden der neuen Leckleitungen, und sie schmatzen sauber auf die Stutzen an den Anschlüssen. Und meine Hoffnung wächst. Kennen Sie das auch? Immer wenn ich alte Teile am Auto ausgetauscht habe bekomme ich das Gefühl, dass der Wagen hinterher irgendwie dankbar ist und viel besser läuft… Ich hatte an diesem frühen grauen Morgen noch keine Gelegenheit, meinen Daimler nach seiner Dankbarkeit zu fragen, aber das hole ich gleich nach. Jetzt sind erst einmal alle Leitungen wieder dicht, die erste Düse hoffentlich auch. Ich merke meine derbe Lust auf einen frischen Kaffee (Himmel es ist 8:45 Uhr mitten in der Woche, und ich habe noch nicht gefrühstückt!) und werde ein wenig ungeduldig. Ich will fertig werden.

Mir geht die Düse!

Sieht sehr mechanisch aus. Ist es auch.

Retrospektiv ein Kinderspiel, das alles. Ein paar Stecker, ein paar Schrauben, ein paar Schläuche. Keine Zauberei. Wie bisher bei jedem kleinen oder großen Problem an diesem Auto, wenn man es einmal gemacht hat, kann man es blind. Also, Watson, notieren Sie: Eine Einspritzdüse (nein, es ist KEIN Injektor) an einem 290 Turbodiesel VorMOPF ausbauen und abdichten dauert rund 30 Minuten. Kosten dafür (ohne den Drehmomentschlüssel): 11 Euro für den Düsenhaltersatz und 16 Euro für das Fett. Wobei das noch für alle neu abzudichtenden Einspritzdüsen der kommenden 42 Jahre reichen wird. Ob diese weiße Masse wohl so lange haltbar ist? Schauen Sie mal. Das sieht doch jetzt wieder richtig gut aus:

Mir geht die Düse!

Alles neu macht der… März

Ich sammel das ganze auf dem Fußboden verteilte Werkzeug zusammen. Alle Sprühdosen, Fettpackungen und Reinigungssubstanzen wandern an ihre vorbestimmten Plätze in dem Regal an der Seitenwand meiner Garage. Ich habe gelernt. Ich bin mit zunehmendem Alter ein bisschen ordentlicher geworden. Die alten, rußigen Lappen kann ich bestimmt nochmal für einen Ölwechsel gebrauchen. Noch ein letzter Blick in den Motorraum, ob ich nicht (wie sonst immer) irgend einen Schraubenschlüssel oder eine kleine Schraube irgendwo habe liegen lassen? Meistens bemerkt man das erst, wenn die Motorhaube krachend nicht ganz sauber schließt oder irgendwann während einer Autobahnfahrt erst ein Klötern, dann ein Poltern von vorn kommt, dann etwas metallisches unter dem Auto klüngelnd gegen den Unterboden prallt und hinter dem Wagen im Straßengraben verschwindet. Nein? Sind alle Stecker wieder drauf und alle Druckleitungen fest gezogen? Dann wagen ich doch mal einen Startversuch. Sie lachen, weil ich das so episch auswalze? Haben SIE ‘ne Ahnung, wie viele Sorgen ich mir noch vor 60 Minuten gemacht habe, dass der heutige Tag mit einer bis nach München geschossenen Einspritzdüse enden wird. Also lassen Sie mich diese wenigen Minuten auskosten, in denen ich noch nicht weiß, was passieren wird.

Mir geht die Düse!

alles wieder an Ort und Stelle?

Der Anlasser dreht sich, der Diesel kommt langsam auf Touren, und nach kurzer Zeit und einer dicken blauen Wolke hinten (hinten!) raus läuft er rund und ohne zu pöppeln. Alles ist dicht. Alle Warnlampen erlöschen wieder. So einfach kann das also sein. Geil. Mit einem lustigen Lied auf den Lippen packe ich die restlichen Sachen zusammen, fahre den Daimler von der Garage vor meine Haustür und bin wieder einmal begeistert, wie einfach und unkompliziert Technik an alten Autos sein kann. Damit die Nachwelt auch an diesen banalen Erfahrungen teilhat und vielleicht die kommenden 290er TD Schrauber nicht ganz so verunsichert sind wie ich schreibe ich gleich noch eine Kurzanleitung in das entsprechende Forum von MotorTalk. Und sei es noch so banal – wenn du es noch nie gemacht hast, ist der Respekt vor den Folgen einfach groß. Einen Motorschaden kann ich mir momentan nicht leisten. Muss ich aber auch nicht :-)

Mir geht die Düse!

das wird mich tagelang beglücken

Nur noch die ewig schmutzigen Hände abbürsten, bevor ich mich an mein Laptop setze und den ersehnten Kaffee schlürfe, der schon in der Küche vor sich hin zischelt. Ich mag nicht mit Handschuhen arbeiten. Das ist wie mit extradicken Kondomen, man merkt einfach nichts und es dauert dreimal so lange. Der Preis dafür sind tagelang schmutzige Finger. Egal. Mein Klapprad ist damals übrigens von unserem Nachbarn geschweißt worden, das hat dann doch besser gehalten als mein Tesafilm.
Der Sommer kommt! Sonntag wird schon wieder die Uhr umgestellt. Auf dass wir Schrauber und Nichtschrauber uns alle mal (wieder)sehen und bei gutem Wetter gemeinsam an unseren Autos basteln. Das entspannt (wenn es erfolgreich ist) und macht glücklich. In diesem Sinne

Sandmann

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Created Freitag, 28. März 2014 Tags 290 | ausbauen | Drehmoment | e-klasse | Einspritzdüse | fett | Ich fahr... TAXI! | Injektor | mercedes | OM602 | TD | Torx | Turbodiesel | wechseln Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
20 Mar 2014
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Viel Lärm um Nichts

Viel Lärm um Nichts

Die Idylle trügt – gleich wirds laut

Karins Kolumne
Hilfe, Ohropax…. der V8 ist wieder unterwegs!
Es ist Montag Abend, wohlig schnuckle ich mich in mein Kissen und stelle genüsslich den Wecker ab, denn morgen ist ein besonderer Dienstag. Ich darf ausschlafen, ausnahmsweise muss mal kein Kind in aller Herrgottsfrühe in die Schule geschickt werden, welch glückliche Fügung des Schicksals denke ich und entschlummere sanft ins Land der Träume… Es ist stockfinster als ich plötzlich hochschrecke. Es brummt und dröhnt, mein Bett wackelt, die Scheiben zittern. Was ist los? Erdbeben? Krieg? Fährt gerade eine russische Panzerdivision durch unser Sträßchen?

Nach kurzer Benommenheit wird mir klar, es ist der Feind aus meinem Bett, der sich zu nachtschlafender Zeit auf die Socken gemacht hat, um den nachbarschaftlichen Frieden zu zerstören. Acht Zylinder und eine Fox-Edelstahlanlage leisten hier ganze Arbeit. Und weil der liebe Audi ja so lange nicht bewegt wurde, muss man den Motor ganz besonders lange laufen lassen. Wahrscheinlich wird jeder Zylinder einzeln geweckt, um dann im Schneckentempo den Hof hinauszugurgeln, bis auch der letzte in unserem Viertel es mitbekommen hat: mein Mann fährt zur Arbeit. Wütend lasse ich mich zurück ins Kissen fallen, und die Zeilen aus Grönemeyers Mambo kommen mir in den Sinn: “Es trommeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren“. Langsam weicht die Wut einer Verzweiflung, die an der Gewissheit wächst, dass die Tage definitiv gezählt sind, an denen die friedliche Stille des beginnenden Tages nicht von Motorenlärm zerrissen wird. In dieser Hinsicht mag ich den Winter. Dann stehen die Altautos fein zugedeckt in der Garage und zur frühen Stunde setzt sich der S6 fast lautlos in Bewegung und gleitet sanft wie ein schnurrendes Kätzchen davon. Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, ausgerechnet heute den alten Karren aus dem Winterschlaf zu zerren, dann würde ich nämlich jetzt auch noch schlafen. Aber der Lauf der Dinge lässt sich ebenso wenig aufhalten wie von fossiler Fortbewegung besessene Männer.
Karin Mit dem Frühling kommt eben auch der Lärm zurück… und hier meine ich weder das liebreizende Vogelgezwitscher in der Morgendämmerung vor dem Schlafzimmerfenster, noch die nachmittäglichen Rasenmähersinfonien aus den Nachbargärten. All dies ist sanftes Gesäusel gegen das stimmgewaltige, ohrenbetäubende
Organ eines gewissen V8, welches ganz besonders gut zur Geltung kommt, wenn sich zu diesem einmaligen Hörerlebnis auch noch ein nasenbetäubender Gestank gesellt. Der einzige Vorteil dieser Krawallkiste besteht darin, dass ich schon lang, lang vorher weiß, wann mein Gatte nach Hause kommt, ist das nicht praktisch? Da kann ich ihm schon mal das Essen warmmachen und das Bier kaltstellen.

Karin

 

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Created Donnerstag, 20. März 2014 Tags audi v8 | Fox-Edelstahlanlage | Frühling | Gestank | Karins Kolumne | Krieg | Lärm | motor | oldtimer | schlafen | wecken Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
 
17 Mar 2014
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Das Mädchen Kosmetik

Das Mädchen Kosmetik

Sein oder nicht sein?

Ernüchternd. Da hast du ein Auto, was fast so alt ist wie deine Freundin. Was eine zeitlose Farbe und ein schwarzes Vinyldach hat, gut im Blech steht und technisch besser daher kommt als die meisten anderen weggerosteten Vertreter dieser Gattung. Ein Auto mit Geschichte und mit Geschichten. Dann willst du es eines Tages aus verschiedenen guten Gründen verkaufen und stellst fest, dass es keine Lobby hat. Alle wollen nur CD 5E oder Avant, niemand will einen Null-Ausstatter mit großvolumigem Vierzylinder (von Porsche!) und Servolenkung. Jedenfalls nicht in einem Zustand, der ein bisschen Liebe braucht. Aber tatsächlich nur ein bisschen. Und jetzt?

Das Mädchen Kosmetik

Hallo Parkplatz, hallo Unfallflucht

Liebe brauchen hier noch ganz andere Protagonisten! Da ist diese kleine Kerbe im linken Kotflügel. “War die schon immer da?” Ja was weiß ich? Habe ich den alten Herren so gekauft? Nee, ich glaube die kam später, vermutlich ist auf irgend einem Supermarktparkplatz irgend jemand mit seinem Cayenne oder X7 hochbeinig an dem alten Audi hängen geblieben, hat ihn ein paar Meter mitgeschleift und hat das noch nicht mal gemerkt. Stört mich eigentlich nicht. Andere schon. Hier oben sehen wir das tadellose und nicht unterrostete originale Vinyldach aus einer Zeit, wo nicht mal mehr Ford die ohne Sonderwunsch auf den Taunus geklebt hat. Äh… jemand neben mir rechnet noch immer im Geiste einen neuen Kotflügel mit Grundierung und Lackierung aus und subtrahiert das von seiner anfänglichen Preisvorstellung, die von der ersten Minute an ungefähr halb so viel war wie das, was ich VHB haben will.

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Nur weil es glänzt sieht man es

Dann ist da die leichte Delle in der vorderen Stoßstange, die einen Zwillingsbruder in der hinteren hat. Man sieht das eigentlich nur, weil der Chrom so wunderbar glänzt, ansonsten machen diese Bauteile ihrem Namen alle Ehre und sind eben massive STOSS-Stangen :-) Irgend jemand hat da in diamantsilberner Vorzeit die Entfernung zum Vorder- und zum Hintermann nicht so genau genommen. Es ist kein Kunststoff gebrochen, ich müsste eigentlich nur vier Schrauben lösen und hätte das schwere Teil in der Hand, um es wieder gerade zu drücken. Anschließend könnte ich noch eventuellen Flugrost dahinter beseitigen, ein bisschen Wachs überall draufsprühen und die nächsten 10 Jahre Ruhe haben. Aber nee, will ich nicht. Ach ja – Beulen in der Stoßstange drücken den Preis, wie ich gerade erfahre.

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Nur ein kleines Bläschen

Ist der Scheibenrahmen gesund???” Ja, ist er. Beim Audi 100 Typ 43 gab es das Problem, dass die geklippsten Zierleisten aus Edelstahl rund um die geklebten Scheiben gern mal vom Dreck unterwandert wurden. Dann fingen die Klammern an zu rosten, und irgendwann war das ganze Blech durch. Dann hat man nasse Füße bekommen. Bei dem Dottore nicht – der stand offensichtlich immer trocken. Nur ein kleines Blisterchen, nicht viel mehr als ein Herpes auf der Lippe meiner Klassenlehrerin, kommt auf der Fahrerseite durch und harmoniert ganz gut mit der zerbröselnden ehemaligen Klebefolie innen rundrum an den Rändern der Windschutzscheibe. Das Bläschen ein Fall für den Rostumwandler, die Folienfusseln ein Fall für einen spitzen, nicht kratzenden Gegenstand, einen Staubsauger und ein bisschen Zeit. Sieht aber doof aus. Sagte man mir. Ein Sonnenuntergang sieht auch doof aus, wenn man rot nicht mag.

Kantenrost

Kantenrost

Boah die Kanten der Türen sind ja TOTAAAAL verrostet!” Öh. Nein, nicht wirklich. Das bei allen Autos aus den 70ern schlecht konservierte Blech gibt eben nach so vielen Jahren da auf, wo der Lack sich über Problemzonen spannt. Gewebeschwäche, schauen Sie mal Ihre Oberschenkel hinten an :-) Hier sind das die Falze, besonders die unten im Bereich von Regen, Schmutz und manchmal auch Salz und Sand. Das ist nichts, was man nicht mit einer ordentlichen Schruppscheibe in ein paar Minuten restlos weg bekommt und dann fein konservieren kann. Wenn man das denn will, und wenn man das nicht nur als Argument nutzen möchte, seine Kaufabsichten auf das finanzielle Niveau eines Baumarkt-Benzinrasenmähers zu drücken. Ja sind wir denn hier in einem Showroom??? Reden wir hier vor irgendwelchen vergessenen 30.000 Euro teuren Neuwagen, die in verschütteten Schatzkammern konserviert wurden? Dieses Auto ist GEFAHREN worden, Tag und Nacht, seit 1977. Es ist gesund mit Gebrauchsspuren, wäre es perfekt kostete es das dreifache.

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Sein Steinschlag sind meine Falten

Langsam bin ich genervt. Ja. Steinschlag hier, Lackplatzer da. Hab ich doch auch im Inserat geschrieben, und der Lack auf der Motorhaube ist matt und fast wegpoliert. Dass alle vier Türen schmatzend und ohne Verzug schließen, dass der Kofferraumdeckel ansonsten satt ins Schloss fällt und ihm das Hohlraumwachs aus allen eigentlich bei diesem Typ komplett durchgerosteten Ecken tropft scheint niemanden zu interessieren. Ich fühl mich ein bisschen so wie damals bei den Wohnungsübergabe des ersten WG-Zimmers, als der Vermieter von mir noch verlangt hatte, dass ich das blütenweiße Nichtraucherzimmer NOCH mal streiche. Obwohl ich doch ausziehen will, dazu gar keine Lust mehr habe und mein Nachmieter die Wände sowieso grün tüncht. Mannmann :-( Ach und ehe ich das vergesse, in diesem Audi 100 LS haben schon Menschen gesessen. Seit 140.000 Kilometern. Ja, das sieht man auch.

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Stoff, der besessen ist

Die Sitzwange des Fahrersitzes ist klassisch verschlissen. Das liegt, wie auch die Ursache des Allgemeinzustandes der Inneneinrichtung, an der nicht vorhandenen Tönung der Scheiben. Ja, Sie lesen richtig, es gibt Menschen, die damals KEINE wie auch immer getönten Scheiben bestellt hatten. Die vom Audi sind einfach nur hell und klar, wenn man das erste mal drin sitzt fragt man sich was hier eigentlich nicht stimmt. Und die Sonne mit ihrem aggressiven UV Licht hat auf dem nicht unsterblichen blauen Stoff (nein, kein Velours, es ist normaler Stoff) ganze Arbeit geleistet. Er wirft Falten, ist porös und auch die Rücksitzbank ist oben zerbröselt. Das ändert nichts an der Bequemlichkeit der Fauteuils, sieht aber scheiße aus. Wenn man einen Neuwagen erwartet. Und hey, nicht nur der Stoff leidet…

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Kleine Risse in der blauen Lagune

Ist das blaue Armaturenbrett tadellos und ohne Risse?” Nein. Eben weil die Scheiben nicht getönt sind. Da reißt der Kunststoff irgendwann mal ein. Ist aber nicht schlimm, finde ich, so sieht fast jeder alte Audi 100 aus, der nicht sein Leben lang in irgendwelchen Garagen gestanden hat. Tacho nebst Tageskilometerzähler gehen, genau so wie die original Zusatzscheinwerfer unter der Stoßstange, die Heckscheibenheizung, das Gebläse und die Heizung. Eine neue Kupplung ist drin, neue Bremsen, neuer Auspuff und… äh… interessiert Sie nicht? Okay…. Wissen Sie was? Warum fahren Sie nicht einfach wieder zurück dorthin, wo Sie hergekommen sind, anstatt mich hier mit absurden Zahlen zuzutexten und dieses Auto schlecht zu reden? Niemand zwingt Sie, den zu kaufen. Tschüss. Ich bau jetzt mal die Stoßstange ab und mach die Kunststoffteile wieder sauber und mit dem Heißluftgebläse schön schwarz.

Das Mädchen Kosmetik

Irgendwie… ist alles in Ordnung…

Und jetzt stehe ich hier in der Küche meines halbfinnischen Fräulein Altonas. Die Teile der hinteren Stoßstange liegen neben der Spüle, eine Dose Rostschutz und eine Dose diamantsilber L97A für das Blech darunter sind schon bestellt. Der Audi da unten ist mir in den letzten Tagen extrem ans Herz gewachsen. Warum? Weil ihn keiner haben will. Weil alle potenziellen Interessenten nur nach tadellosem Lack oder einwandfreien Sitzen gesucht haben. Und mir, mir ganz persönlich, kommt es eben genau darauf nicht an. Ich erinnere mich an die Touren mit diesem Auto, wie ich ihn tief aus dem Osten geholt habe, wie er mich durch Staus begleitet hat, wie ich in ihm gern meine alten Tapes hörte und wie ich die Blog-Gemeinde spaltete, weil ich gern auf Hauben sitze. Weihnachten mit den Poesiealbenund dem Tannenbaum, der nicht auf dem Dach bleiben wollte. Bin ich eigentlich bescheuert? Ich lass mich doch nicht von diesen Wattestäbchen-Idioten verarschen. Wenn das so weitergeht dann behalte ich ihn. Und schreibe noch viel mehr Geschichten über einen Adi 100, der mit seinen 37 Jahren nicht mehr perfekt ist. Und genau deshalb gewinne ich ihn lieb.

Sandmann

[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]

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Created Montag, 17. März 2014 Tags 1977 | Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Diamantsilber | L97A | LS | Servo | Typ 43 | verkaufen | vierzylinder | Vinyldach | zustand Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
14 Mar 2014
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Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Scheibe raus und losballern

Scheibe raus und losballern

Hier stimmt doch was nicht – ihr seid nicht von der Polizei…?” “Nein, wir sind schlimmer. Viel schlimmer…” Dieser kurze Dialog beschreibt ziemlich exakt, was den Zuschauer in den 57 Episoden mit dem Originaltitel “The Professionals” von 1977-1983 erwartet. Gar nicht zeittypisch wurde hier einfache, klare Härte mit unerwarteter Action kombiniert und ein heute noch brutal unterhaltsamer Klassiker geschaffen. Escort, Capri und Granada – sie hatten sie alle: die leidensfähigen Ford-Einsatzfahrzeuge des Fernseh-CI5 in der britischen Actionserie der 70er Jahre. Ich hab mir drei DVD Sets gekauft, durchgeguckt und von Universal Pictures abgenickt die geilsten Screenshots zusammengetragen.

Autor Brian Clemens hatte einen guten Lauf. Gerade erst “Mit Schirm, Charme und Melone” einen vollen Erfolg gelandet, sollte er noch einen draufsetzen. Der britische Fernsehsender London Weekend Television gab ihm den Auftrag, eine weitere neue Serie im Stil der erfolgreichen Füchse zu schaffen. Ergebnis: “Die Profis“.

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Die Jungs machen ihre eigenen Gesetze

Major George Cowley (Gordon Jackson) ist der Kopf des Trios bei der nur dem Premierminister unterstellten Spezialeinheit CI5, die gegen alle Terroristen, Spione und Verräter kämpft, die den Sicherheitskräften bisher entwischen konnten. Und das mit Methoden, welche die träge britische Polizei aus guten Gründen nicht anwenden darf.

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

auch privat hatten die beiden Anfangs Spaß

Der zynische Bodie (Lewis Collins) und der sensible Doyle (Martin Shaw) erledigen die von Cowley erteilten Aufträge als Agent 3.7 und Agent 4.5. Und wer effektiv gegen das Böse kämpft darf alles und untersteht keiner Kontrolle. Grundregeln, wie man mit Gefangenen oder Verdächtigen umzugehen hatte, gelten nicht für die CI5. Besonders wichtig im Kampf gegen den Terrorismus und skrupellose Verbrecher ist vor allem die Fähigkeit, im Londoner Straßenverkehr ein heckgetriebenes Fahrzeug mit der Handbremse zur abrupten Kehrtwende bewegen zu können. Und hier beginnt das Fest für jeden Klassiker-Freak, besonders für mich als alten Ford Freund :-) Die dominierenden Autoszenen als tragender Bestandteil der Serie sind nicht nur Zeitgeschichte, sondern an Action auch heute noch sehenswert.

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Rock hard, schalten will gelernt sein

Ford Escort Mk II RS2000

In den allerersten Folgen waren die beiden Agenten eigentlich mit dem einen oder anderen Triumph oder Rover recht träge unterwegs. Nach Meinung der Produzenten passten die biederen Britenautos aber nicht zum Image der schnellen Eingreiftruppe, also wurde der Fuhrpark auf die damals zumindest optisch sehr kraftvollen Modelle von Ford umgestellt. Doyles flippiger kleiner Escort RS2000 von 1977 ist das kleine, kompakte Anfangsmodell aus der Palette der Profis.

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Vollgas auf der Jagd nach dem Gesindel

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Der Escort war damals die Speerspitze der Agilität

Die Rechnung der Ford Werke war damals einfach, aber effektiv: Kriegsbemalung mit schwarzen Streifen, Sportlenkrad und Tieferlegung genügten für ein sportliches Image. Der 2-Liter-Grauguss-Vierzylinder mit zahnriemengetriebener Nockenwelle war eigentlich alles andere als sportlich. Aber als kerngesund konstruierter “Bauernmotor” hatte er fast grenzenloses Tuningpotenzial und zog schon damals eine kreative Fangemeinde an, die dem weißen Flitzer Flügel verleihte. Die Kombination aus kleinem Auto und großem Motor mit Heckantrieb sorgte augenscheinlich auch bei den Protagonisten der Serie für puren Fahrspaß, regelmäßig auch gern mal quer zur Straße.

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

An allen vorbei, hauptsache gut aussehen

Das wird in den Folgen der ersten beiden Staffeln bis zur Perfektion getrieben und flößt noch heute Respekt vor den beiden Hauptdarstellern ein – sie machten fast alle Stunts selbst und ritten die Autos bis an die Grenze des Machbaren. Special Effects? Ich bitte Sie, wir schreiben das Jahr 1978. Da kommt der Qualm noch echt von den Reifen. Und wie das Schicksal so spielt verdankt das automobile Upgrade Väterchen Zufall sein Coming-Out: Während der Dreharbeiten 1980 wurde der RS2000 vor irgendwelchen autgeilen Idioten vom Set gestohlen (und bis heute nicht gefunden). Die Produzenten überbrückten das Dilemma kurzerhand mit den kräftigeren Capris, die von da an regelmäßig als Dienstfahrzeuge zum Einsatz kamen.

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Haben Sie hier einen Dieb gesehen?

Ford Escort RS2000
Baujahr: 1975-1980
Preis bei Einführung: 13.800,- DM
Leistung: 110 PS bei 5.500/min
Drehmoment: 164 Nm bei 3.750/min
Antriebsart: Hinterrad
Beschleunigung (0-100 km/h): 8,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Ford Capri Mk II 3.0 S und Mk III 3.0 S

Insgesamt acht verschiedene Modelle des Ford Capri II und III aus den Baujahren 1977 bis 1981 kamen in den fünf Staffeln zum Einsatz und wurden wie ihre etwas kleineren Vorgänger von Doyle und Bodie nicht geschont. Der 3.0 S war mit einem speziellen Rallye-Sport-Tuning-Kit ausgestattet, Ford machte seit 1977 bescheiden nur hin und wieder damit Werbung. Der legendäre 3,0-Liter-Essex-V6 speziell für die Insel drückte bei 138 PS immerhin 253 Newtonmeter auf die gequälte Hinterachse und ließ die etwas freizügigen Agenten spektakulär durch britische Kieseinfahrten oder über brach liegende Fabrikgelände driften, lange bevor “The Fast and The Furious” diese Fahrweise perfektionierte. Ich erinnere mich noch gut an meine Faszination beim Anblick der beiden Auspuffrohre, wenn ich damals als Kind einen Capri sah. Eins links, eins rechts. Ich glaubte, dass hier ein sagenhaft großer Motor drin sein musste, und für damalige Verhältnisse war das auch so.

Frag nicht und tritt drauf

Frag nicht und tritt drauf

Lass den Kies brennen Baby

Lass den Kies brennen Baby

Mit schmissigen, ironischen Dialogen auf karierten Sportsitzen juxten sich die beiden Agenten in die Herzen der Zuschauer und schossen auch gern einmal mit schwerem Geschütz durch die zuvor zu Bruch gegangene Winschutzscheibe. Verfolgungsjagden über die immer verregneten britischen Feldwege oder mitten durch das wühlige London ließen sich mit keinen anderen Autos besser in Szene setzen als mit den Capris. Die lange Motorhaube und das kurze Heck verliehen dem Sportler das kernige Aussehen eines deutschen Mustang und machte den Wagen wie geschaffen für die gnadenlose Spezialeinheit. Eigentlich vergeht keine einzige Szene, in der nicht Matsch fliegt oder Gummi vaporisiert wird, der Zuschauer kommt niemals zum Durchatmen. Geil.

Auch die Bösen fahren Capri

Auch die Bösen fahren Capri

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

… und weiter geht es auf der Felge

Während ich mich am Rechner Folge für Folge auf die Fälle der Briten, die Verfolgungsjagten mit diesen aus heutiger Sicht einfach nur sagenhaften Autos und die supercoolen Dialoge einlasse frage ich mich immer wieder, wie diese Serie damals an mir komplett vorbei rasen konnte. Klar – ich kannte “Die Profis”. Aber ich glaube ich habe sie nie gesehen. Durfte ich nicht? Ich muss Mama mal fragen. Stattdessen habe ich mir so einen Quatsch wie “Polizeiarzt Simon Lark” oder “Eine amerikanische Familie” angetan, okay, was man halt so als 10jähriger macht und vor allem machen darf. Ich glaube, Doyle und Bodie hätten mich damals aus den Pantoffeln gehauen. Umso offener steht mein Mund fast 35 Jahre später. Die Jungs machen immer noch Laune, der Serie haftet nicht diese Unbeholfenheit der 70er an und *hach* diese Autos…..

da wurde es schon moderner...

da wurde es schon moderner…

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

brüll und weg mit Doppelauspuff

Ford Capri Mk II und Mk III 3,0 S
Baujahr: 1974-1986
Preis bei Einführung: 15.950,- DM
Leistung: 138 PS bei 5.000/min
Drehmoment: 253 Nm bei 3.000/min
Antriebsart: Hinterrad
Beschleunigung (0-100 km/h): 8,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

Ford Granada Mk II 2.0 L und 2.8 Ghia

Ich bin ja ein großer Freund der Kölner Oberklasse und nenne noch immer ein 1975er Coupé mein Eigen…. Das Modell danach war eigentlich nie so meins, ich fand den Granada Mk II damals zu kantig, zu klar und nicht wirklich attraktiv. Das war so in den 90ern…. Cowley, der etwas zurückhaltende Kopf und Auftraggeber von Doyle und Bodie, ließ es eben genau so ein wenig gediegener, aber sicherlich nicht unspektakulärer angehen. In insgesamt vier verschiedenen Versionen des heute gesuchten und begehrten Kanten-Königs Granada der zweiten Generation befördert er entweder sein Team zum Einsatzort oder transportiert verhaftete Schurken ab. Wenn sie denn noch leben.

Der Chef in Eile

Der Chef in Eile

Hauptsache V6 und Heckantrieb

Hauptsache V6 und Heckantrieb

Allgegenwärtig ist das plüschige Wohnzimmerambiente der Ghia-Ausstattung und das schrankwandgleiche Armaturenbrett, das seinem Namen alle Ehre macht. Das, was ich damals als unattraktiv empfunden habe wirkt heute so unfassbar sexy dass ich mich wieder und wieder ohrfeigen könnte, weil ich mir nicht 5 Stück dieser Raumgleiter weggestellt habe, als sie noch rostfrei und voll ausgestattet für 500 Mark zu haben waren.

Alles was heilig ist

Alles was heilig ist

Taunus, Granada, Escort? Die Profis!

und manchmal muss es auch zu Fuß weiter gehen

Die unzerstörbare Maschine des Granada Mark II ist eine deutsche Entwicklung und galt als Konkurrenz zu BMW und Mercedes. In der Serie kommen ein 2,0-V6 sowie ein 2,8i Executive zum Einsatz und sorgen für starken, klangvollen Vortrieb – natürlich wieder über die Hinterachse. Ich bekomme Sehnsucht nach meinem Coupé. Verdammt. In vielen wundervoll zeitgenössischen Straßenszenen taucht der quirlige Boss immer wieder am Rand des Geschehens mit seinem Auto auf, koordiniert Einsätze über sein analoges Autotelefon oder kommt wieder einmal in allerletzter Minute, um Bodie und Doyle den sprichwörtlichen Arsch zu retten…

Vollgas für die Kollegen

Vollgas für die Kollegen

Ford Granada Mk II
Modell Ford Granada 2.0 – Ford Granada 2.8i
Neupreis Mai 1978 (Mark): ab 20.450,- – ab 27.750,-
Leistung: 90 PS bei 5.100/min – 160 PS bei 5.700/min
Drehmoment: 144 Nm bei 3.000 – 221 Nm bei 4.300/min
Antriebsart: Hinterrad
Beschleunigung (0-100 km/h): 16,5 – 10 s

Alle Screenshots fertig, alle relevanten Daten über diese wundervollen Autos aus dem Netz recherchiert. Ich habe die ersten drei Staffeln durchgeguckt und nach vier Tagen ein wenig eckige Augen, aber ich bin fasziniert. Während der letzte Abspann läuft sinniere ich noch ein bisschen über das, was ich da gerade gesehen habe. Gordon Jackson, der durchgetaktete Chef der Ford-verheizenden Haudegen, ist schon seit über 20 Jahren tot. Letztes Jahr starb auch Lewis Collins. An Krebs. Also ist nur noch Martin Shaw übrig, und vielleicht die Erinnerung an ein paar wirklich coole Autos mit Heckantrieb… Wenn Sie mal wieder nach einer Serie suchen, die irgendwie anders ist und nicht ganz so bescheuert wie das, was heute im sogenannten Free-TV läuft… dann mal los ;-)

Sandmann

Den TRÄUME WAGEN Artikel gibt es HIER *klick*
Bilder: mit freundlicher Genehmigung von Universal Pictures

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Created Freitag, 14. März 2014 Tags Bauernmotor | Capri | Die Profis | Escort RS2000 | Essex V6 | ford | Granada | Lewis Collins | Martin Shaw | Serie | TRÄUME WAGEN Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
10 Mar 2014
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Spiel, waren?

Spiel, waren?

Ewiger Zauber Autorennbahn

Irgendwann ist man einfach zu alt, um ohne Ausrede durch die Spielwarenabteilung eines Kaufhauses zu schleichen. Kurzfristig Abhilfe schafft die Produktion eigener Kinder, da bekommt ja sogar Weihnachten wieder den alten Zauber, aber ehe die dann alt genug sind und einen da zwischen den Autos, Modellen und LEGOsteinen ohne laut angemeldeten Eigenbedarf in Ruhe lassen haben sich die Uhren schon wieder weitergedreht… und der online Billigwahn im Internet hat auch das allerletzte, zu Fuß begehbare Kaufhaus platt gemacht :-( Aber noch…. NOCH gibt es Spielwarenabteilungen! Und ne Ausrede hab ich auch: Geburtstagsgeschenk! Rein da. YIPPIE :-D

Es ist nicht alles virtuell im Jahr 2014 – obwohl ich als Onliner damit meine Brötchen und meinen Wein verdiene. Manchmal, oh ja sehr oft sogar machen die Dinge, die ich anfassen kann glücklich. Die nach irgendwas riechen oder schmecken und deren Gewicht in der Hand wiegt. Hamburg City. Tatort Galeria Kaufhof, 3. Stock, Spielwarenabteilung. Es leuchten die Augen des erwachsenen Sandmanns.

Spiel, waren?

Das Paradies. Nicht nur für Kinder.

Ich werde natürlich nicht jünger, wenn ich hier stehe und staune. Ich werde hier auch nicht wieder zum Kind und ich habe nachher, wenn ich in den Alltag rausgehe die gleichen Probleme am Hacken wie vorher. Das ist wie mit dem Alkohol und dem Liebeskummer. Whiskey macht den Abend entspannt und schiebt alles beiseite, aber am nächsten Morgen bricht Armageddon doppelt so brutal herein. Da gibt es Lieder drüber… Aber hey gucken Sie sich DAS doch mal an! Der Plastik gewordene Traum eines jeden Kindes und eines jeden Erwachsenen, der irgendwann mal ein Kind war. Regale voller Figuren, Modellautos, Bastelkrams und ferngesteuertem Tand. Lego. Playmobil. Eisenbahnen und Autorennbahnen. Flugzeuge und Schiffe! ARGH.

Spiel, waren?

Hier will ich wohnen

Eine Welt, die schon immer so etwas wie ein Paralleluniversum zum Alltag war. Als es in meiner Heimatstadt Uelzen noch das große Kaufhaus Klappenbach gab wollte ich UNBEDINGT immer mit zum Einkaufen. Unten durch die Glastüren rein und zwischen Kosmetika und Socken durchflitzen, zwei Rolltreppen hoch, rechts um die Ecke an dem langen weißen Packtresen mit den Kassen vorbei und dann langsam den Schritt drosseln. Es roch nach Kaufhaus, nach Teppich und Menschen. Je näher ich den Regalen da hinten kam, randvoll mit fast allen meinen kindlichen Wünschen, desto mehr mischte sich auch Kunststoff, Gummi und lackiertes Metall darunter. Wissen Sie, wie das lackierte Metall eines SIKU- oder Matchbox-Autos riecht? Probieren Sie das mal aus. Als kleines Kind stand ich in meinen schlecht sitzenden Latzhosen vor diesem riiiiesigen Matchbox-Hängeregal an der linken Wand, gleich bei der Notausgangstür. Immer wieder entdeckte ich neue Autos, und ich wollte sie fast alle haben. Ich hatte sie auch fas alle. Oh, guck mal. Zumindest von SIKU gibt es noch immer kleine, eingeschweißte Metallautos. Finden die heute überhaupt noch minderjährige solvente Freunde, wo sie doch weder Lärm machen noch ferngesteuert sind oder sich übers iPhone steuern lassen…?

Spiel, waren?

Spielen Kinder noch mit Autos?

Wenn ich mir genug Taschengeld zusammengespart hatte fuhr ich von Oldenstadt West mit meinem Klapprad zu einem kleinen Laden in Oldenstadt, auf der anderen Seite des Elbe Seitenkanals. Heers. Dort gab es ein Regal, in dem Schiffs- und Flugzeugmodelle von Airfix und Revell verkauft wurden. Rein, geradeaus und links hinten an der Wand, gegenüber der Kasse. Und wenn mein Geld gereicht hat fuhr ich voller Vorfreude mit einem länglichen Karton auf dem Gepäckträger wieder nach Hause und igelte mich für Stunden oder Tage mit dem Plastikmodellbausatz und einer Tube Klebstoff ein. Die gigantische “Tirpitz” oder die “Scharnhorst”, detailreiche Flugzeugträger mit Begleitflotte, sie alle “schwammen” dann im Sommer über den Rasen im Garten, der für mich weitläufiger war als das Meer, was ich noch nie gesehen hatte. Sogar zum Erdkundeunterricht trugen meine grauen kleinen Kriegsschiffe bei! Die “Admiral Graf Spee” (mein absolutes Lieblings-Kriegsschiff, weil es pro Geschütz drei Kanonen nebeneinander und so einen riesigen Suchscheinwerfer am Kommandoturm hatte) wurde ein paar Kilometer vor Buenos Aires in der Mündung des Rio de la Plata von ihrem Kommandanten selbst versenkt, wie ich auf der Verpackung las. Ich drehte an diesem Abend so lange an unserem beleuchteten Globus herum, bis ich diese Flussmündung an der südamerikanischen Ostküste fand. Hier und heute gibt es noch immer lustige graue Schlachtschiffe als Bausatz zu kaufen. Faszinierend, dass in Zeiten der Spielekonsolen anscheinend noch immer Menschen mit Klebstoff kleine graue Plastikteile zusammenkleistern.

Spiel, waren?

Ich hätte so lange genörgelt bis man es mir gekauft hätte…

Ich könnte hier noch stundenlang wühlen, anfassen und ausprobieren. Ich stromere vorbei an großen Regalen mit Playmobil Figuren und Accessoires, Star Wars, Ninja, mit LEGOsteinen, Technik, Creator und was weiß ich noch alles. Tobi und Nils, die beiden Brüder von gegenüber hatten alles voller LEGO und Playmo. In Tobis Zimmer gab es so viel Playmobilkrams, dass damit ein ganzer Kindergarten hätte spielen könnte – und beim älteren Nils lagerte die gleiche Menge LEGO. Das glich Ali Babas Schatzkammer, und sie befand sich nur einen Druck auf eine Türklingel von mir entfernt. Irgendwie war es bei den beiden immer ein bisschen siffig und es roch nach Pizza und Miracoli, aber meine Mutter musste mich da regelmäßig an den Haaren wieder rausziehen. Doch wie schön – anscheinend spielt das Kind von 2014 noch immer das gerade Erlebte mit diesen kleinen Plastikfiguren nach :-) Es gibt Playmobil Familiensets, Trennungsszenarien, Patchwork-Spezialeditionen, Obdachlose mit Einkaufswagen, Entzugskliniken und was noch so um einen herum spannend ist. Und anscheinend hat die Technik auch vor LEGO nicht halt gemacht, man kann die komplizierten Modelle inzwischen fernsteuern. Cool. Und der ganze Kram kostet teilweise mehr als die 1:1 Originale, deutsche Eltern scheinen heute mehr Geld zu haben als immer behauptet wird.

Spiel, waren?

Leben – nachgespielt

Dieses kunterbunte Eldorado lässt mich erst abheben und holt mich dann auf den Teppich runter. Nein, warten Sie, Teppiche lagen bei Klappenbach in Uelzen, hier ist alles gefliest oder laminiert und pflegeleicht. Was geht in einem 42 Jahre alten Mann vor, der drei Jahre lang bei ebay genau den Modellbaukatalog von Airfix (13. Ausgabe) sucht, der 1976 bei Heers in Oldenstadt auslag? Der ihn dann endlich findet, für 13 Euro kauft, sich bei seiner Ankunft quietschend wie ein Kind zu Weihnachten mit einer Tafel Schokolade für ne Stunde zurückzieht und die ins Gehirn gebrannten Bilder der muffigen Seiten schwärmend aufsaugt? Ich glaube, das ist ein Fest für jeden Therapeuten. Ist das Leben mit all seinen Nebenstraßen und Verantwortungen so unübersichtlich geworden, dass ich mich danach sehne, einfach mal wieder zu spielen? Auf dem Boden zu sitzen und mit LEGO was zu bauen? Vielleicht. Ich bin inzwischen so vernünftig, mir nicht wieder ein Kriegsschiff mit 500 Teilen oder ein ferngesteuertes Auto zu kaufen… obwohl…… :-D Nein nein, auf dem Boden sitzen und spielen geht wieder ganz ohne schräge Blicke der anderen mit meinem heute einjährigen kleinen Sandmädchen. Und ihretwegen bin ich eigentlich hier, denn sie soll noch ein Auto bekommen, was einfach so rollt und was aber auch ein kleines bisschen Krach macht. Ein Krankenwagen zum Beispiel. TATÜÜÜÜÜ TATAAAAA ♫ Sowas findet sie toll und lustig, und wenn dieses kleine Mädchen lacht und in die Hände klatscht dann kann mich dieses erwachsene Leben mit seinen zermürbenden Stolpersteinen und Fallgruben für einen kleinen Moment am Arsch lecken. Dann ist alles gut.

Spiel, waren?

Deshalb bin ich eigentlich hier…

Kindergeburtstag. Herrjeh, ich komme vom 100sten ins 1000ste ;-) Aber da gab’s immer eine Menge Plastikmodelle für mich… Stoppessen, Kuchen und Brause und wenn das Wetter gut war (gefühlt war es das immer, der Mensch verdrängt ja gern blöde Erinnerungen) ist Papa mit uns an den See bei Oldenstadt gefahren, und wir haben quer durch den Wald Verstecken mit Abschlagen gespielt. Heute geht man mit der Brut ins Cinemaxx, den Indoorspielpark oder zu McDonald’s, gibt 200 Euro oder mehr für deren Entertainment aus und bereitet den kleinen Damen und Herren einen guten Tag nach der Definition des 21. Jahrhunderts. Ich bleibe ein bisschen oldschool. Den eigenen roten Plastikkoffer mit meinen gesammelten, bespielten Matchbox und SIKU Schätzen habe ich gehütet wie den heiligen Gral, er ist vor ein paar Wochen teilweise an mein kleines Sandfräulein übergeben worden :-)  Ich löse mich jetzt sehr ungern von den vielen bunten Dingen in der Spielwarenabteilung, aber ich muss noch reichlich was schreiben heute. Auf dem Weg zur Kasse komme ich noch an weiteren wundervollen Dingen vorbei, mit denen ich am liebsten sofort spielen möchte. Mannmann.

Spiel, waren?

Glücklich 2014

Ka-Chingg ♫ Meine Kleine wird sich freuen :-) Und vielleicht gibt es ja immer noch diese großen bunten Kaufhäuser, wenn sie alt genug ist, da rein zu wollen. Vielleicht begreifen die Menschen eines Tages bei allem Preisvergleich und der riiiiiesigen Auswahl im World Wide Web, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, Waren anzufassen, sie zu hören, sie zu riechen! Kaufhäuser riechen eben wie Kaufhäuser, nichts anderes auf der Welt riecht so. Hier kann man mit den Verkäuferinnen quatschen und immer wieder Neues entdecken. Auch ohne die automatisierte “das könnte Ihnen auch gefallen”-Funktion oder irgendwelche Werbe-Algorithmen, die aufgrund meines Surf-Verhaltens im Netz genau wissen, was sie mir bei Facebook anbieten sollen. Spiele sind nicht mehr, Spiele waren. Keine Angst, ich werde nicht alt und grantelig, und früher war auch garantiert nicht alles besser. Aber es war ruhiger. Es gab mehr Raum für das Wesentliche und die kleinen Freuden. Ich habe mit jedem weiteren Jahr mehr Mühe, mir diesen Zauber zu erhalten…

Sandmann

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07 Mar 2014
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Strata post noctem

Homeward Bound

Homeward Bound

Nach dem Abendbrot zurück nach Deutschland
Über 900 Kilometer an einem einzigen Tag. Gemeinsam mit einem 13jährigen Mädchen in dem 17jährigen Daimler, der diese Strecke als persönliche Gesamtlaufleistung sozusagen schon 722 mal gefahren ist. Quer durch die Republik nach Hause, von ganz im Süden nach hoch im Norden, fällt mir noch mehr deskriptiver Mist ein? Außer dem bevorstehenden Latein Vokabeltest eben dieses Mädchens? Nein. Ich muss auch erstmal wach werden, irgendwo läuten die Glocken und die Sonne steht noch gar nicht am Himmel. Irgendwo in der Schweiz…

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Aufwachen als Ausländer

Gnaah. Mein Magen ist leicht verklebt vom Käse und mein Kopf ein bisschen benebelt vom Hallauer Weißwein. DAS — war ein schöner Abend, wenn nur die anschließenden Nächte nicht immer so kurz wären. Müssten sie zwar nicht, denn jeder andere im Hause Remo und auch das ganze Dorf außenrum scheint noch zu schlafen, aber wir haben ein interessantes Bündel an Kilometern vor uns und ich will nicht erst mitten in der Nacht in der Stadt an der Förde ankommen. Ich klapp das schweizer Veluxfenster mal weit auf, höre wie die Zimmerluft zischend in die Natur der Weinberge entweicht :-) und knuddel mein Töchterchen aus dem Tiefschlaf. Irgendwo unten in der Küche schlurft Remo herum, schmeißt die klassische Jura an (in der Schweiz ist jedes andere Kaffeemaschinenmodell bei Strafe verboten) und serviert Kaffee und Hefezopf mit Marmelädli oder wie man das hier nennt. Ich trau mich gar nicht, meinem Navi den “Nach Hause” Befehl zu geben, denn heute rechnet es ein bisschen länger an der Route und ich habe Angst vor den Zahlen, die ich sehen werde….

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So groß ist Deutschland ja gar nicht

Uff. Gut. Vorausgeplante Ankunftszeit 17:00 Uhr, ich denke, das werden wir sicher nicht einhalten können. Staus und LKW gibt es am Sonntag zum Glück meistens nicht, und wenn wir immer ein bisschen schneller fahren als wir jeweils dürfen fallen die Pausen in der Gesamtzeit gar nicht ins Gewicht :-) Na dann mal los. Unten auf der Straße, vor der noch immer im Käsenebel liegenden Garage, verabschieden wir uns von unseren freundlichen Gastgebern, werfen die Fragmente des Nachtlagers, die Gitarre und unsere Taschen in den tiefen Schlund hinter der Heckklappe des elfenbeinfarbenen S210 und hören noch einmal innehaltend auf den Klang der Stille hier in Hallau. 8:00 Uhr morgens in der Schweiz. In der NORDschweiz. Es geht zunächst in Richtung Weinberge, ganz grob Richtung Schaffhausen, und mein Lisa-Navi findet ihre Satelliten noch nicht. Die Gute scheint auch noch nicht ganz wach zu sein :-)

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Schweizweit. Im Sommer definitiv schöner

Na klar halte ich auf dem Weg rüber nach Deutschland kurz an und mache eines dieser pathetischen Bilder mit auf den Horizont blickendem Sandmann und altem rostigen Auto. Nein, ich mache sogar zwei davon, weil es hier so schön ist und die frische Kälte des Morgens körperlich spürbar unter die Jacke kriecht. Irgendwann muss ich mir noch mal angewöhnen, immer, IMMER mein Stativ dabei zu haben. Irgendwo in Kiel liegt das rum, keine Ahnung wo, also krieche ich mal wieder im Hocksitz über saftige Grasnaben und bastel meine Kamera auf einen jahrhunderte alten Betonsockel. Irgendwie. Aber man kann sowas ja auch als Challenge sehen :-)

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Tschüüühüüüss

Gefühlt vor vielen vielen Tagen, oder war es vielleicht erst vorgestern?, sind wir an einem verregneten Nachmittag in Hamburg aufgebrochen und in Richtung Hildesheim gedieselt. Das kommt mir vor, als läge es eine Woche zurück. Sind das die vielen Kilometer? Oder füllen die multiplen gebündelten Eindrücke die Erinnerung so doll auf dass die Gedanken für mehr als eine Woche Alltag reichen und daher die Zeit anfängt zu spinnen? Ich weiß es nicht, ich werde das beizeiten mal meinen Neurologen oder meinen Therapeuten fragen. Mein Töchterchen und ich haben noch ein paar ländliche, bergige Streckenabschnitte in der Schweiz vor uns, bis wir bundesdeutsches Gebiet erreichen und bald darauf auch die Autobahn…

da gehts lang

da gehts lang

Lustig. Irgendwie kann ich mich ab Stuttgart an die angeblich gestern in die andere Richtung gefahrene Strecke nicht mehr erinnern. Ich frage nochmal mein alterndes Navi, was hier los ist, und mit patziger Computerstimme (die heißt “Lisa”, wie mein kleines Schwesterchen, deshalb nenne ich das ganze Gerät seit 2007 so) sagt es mir, dass wir gerade Karlsruhe passieren. Ach? Auf dem Hinweg ging’s über Würzburg, zurück geht’s über Frankfurt? Und das ohne irgendwelche Traffic-Stauumleitungen oder minutengenauen Feierabendverkehrsmiteinberechnungen… Na ja, die Dame wird sich da schon was bei gedacht haben, und ich fahr ja ohnehin nicht gern den gleichen Weg zurück, den ich schon hin gefahren bin. So lernen wir mal diese Seite des Landes kennen, zumindest durch die Winschutzscheibe. Und ohne Reisebrötchen. Ran an die Tanke, Nahrung erwerben und Scheiben sauber machen. “Zu meiner Zeit” war das noch im Service mit drin…

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wasche wasche sauber mache

Die Straßen sind vom in diesem Jahr nicht dagewesenen Winter noch extrem salzig, mein altes Taxi sieht untenrum aus wie spontan ergraut! Kein Wunder, dass der Wagen rostet… Vollgetankt und nach einem Check sämtlicher verflüchtigender Flüssigkeiten ist der Daimler wieder bereit für ein paar weitere 100 Kilometer mit konstanten 150 km/h. Nur mein Portemonnaie ist nach dieser Autobahnraststätte nicht mehr ganz so gut drauf. Diesel mehr als 10 Cent teurer als in Norddeutschland, und für unsere Reisebrötchen und eine Cola habe ich über 10 Euro bezahlt :-( Mannmann. Nächstmal nehmen wir lieber ein bisschen von Remos köstlichem Hefezopf mit. Petrus allerdings zeigt sein gesamtes Wetterkönnen in Form von Sonnenstrahlen durch faserige Wolken und macht unseren Trip zu einem dahingleitenden Sonnenbad. Herrlich. So fahre ich am liebsten, und jetzt wo die Windschutzscheibe wieder sauber ist sehe ich sogar ein bisschen was von der Landschaft :-) Hunger. Also Reisebrötchen.

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Reisebrötchen, wenn auch nicht selbst belegt

Miam. Okay, die sind wirklich sehr lecker, vielleicht war der Preis zumindest angemessen. Der Diesel fühlt sich heute irgendwie anders an. So…. freigeblasen. Kann das sein? Er nimmt das Gas spontaner an, klingt kerniger und qualmt auch nicht mehr beim Beschleunigen (und glauben Sie mir… DAS hat er vorher heftigst gemacht). Das Saugrohr hält auch, was man mir versprach, also ist doch eigentlich alles gut? Ja. Auch ohne “eigentlich”, zumindest was diese Fahrt betrifft. Mein Töchterchen versucht, sich die Entfernung anhand der Strecke Kiel – Hamburg zu verdeutlichen. Wir sind also nach Hamburg gefahren, haben dann da festgestellt dass ich mein Laptop vergessen habe und sind wieder zurück nach Kiel. Und wieder nach Hamburg, nun fehlte aber ihre Handtasche. Aus Hamburg nehmen wir das kleine Sandmädchen mit nach Kiel und fahren nach geholter Handtasche wieder nach Hamburg, stellen dann da aber fest dass wir die Kleine in Kiel vergessen haben. Und so weiter. Eine Menge Kiel – Hamburg – Kiel, und eh wir uns versehen sind wir schon wieder mitten in den Kasseler Bergen. Und es ist erst früher Nachmittag :-)

Strata post noctem

unscharf, aber schnell

Sorry, das Lenkrad ist scharf, der Tacho nicht, aber vielleicht lässt sich trotzdem erahnen, dass dieser alte Daimlerwagen durchaus noch agile 160 fahren kann, ohne dass eine Unterhaltung unmöglich wird ;-) Bei diesem Tempo kann man ja nicht auch noch super Fotos erwarten… Ich bin tatsächlich äußerst positiv überrascht, was der alte Herr noch zu leisten vermag. Und nichts klappert, nichts klingelt, sogar die vier Werkslautsprecher sind mit einem satten Bass und brillanten Höhen in der Lage, das nagelnde Dreiliter-Triebwerk mit dem Soundtrack vom “Little Shop of Horrors” zu übertönen. Wieder ein Wunsch meiner Tochter. Ich bin glücklich…

Dreamteam

Dreamteam

Die Annahme, dass Papa und Tochter seit Jahren ein Reise-Dreamteam sind sollte sich auch langsam rumgesprochen haben. Auch wenn wir das Grüppchen um die große Schwester erweitern, und das wird in diesem Sommer wieder der Fall sein, ist die Reise ganz sicher eine Reise, an die man sich erinnern wird. Und bestimmt wird auch das kleine Sandmädchen, wenn es erst einmal laufen kann, in diese kleine unternehmungslustige Gesellschaft integriert und ihren ganz eigenen Platz in einem Auto und an den Orten dieser Welt finden :-) Bis dahin wird noch eine Menge Diesel die selbstzündenden Brennräume fluten, schauen wir mal wie das Leben so weitergehen wird. Auch wenn außenrum momentan einige Sachen echt nicht leicht zu knacken sind (aber das ist eine andere Geschichte) hat sich nach einigem Hin und Her ein Familienpatchwork eingependelt, mit dem nicht nur alle gut leben können – der den meisten Beteiligten sogar Spaß macht. Ich glaube ich bin ein ganz cooler Papa 8-) Eine letzte Futterpause bei dem Laden mit dem goldenen M, bald sind wir wieder in Kiel.

Strata post noctem

Kaffee, Abendessen, egal.

Na klar war das eine anstrengende Tour. Als wir tatsächlich um 17:30 Uhr vor der Casa Sandmann den Motor ausmachen würde ich am liebsten gleich ins Bett plumpsen. Aber es sind noch ein paar Sachen auszuladen, mein Töchterchen muss noch ein paar Hausaufgaben nachholen und die lateinischen Vokabeln sollen noch gelernt werden. Da kann ich ihr nun GAR nicht helfen, ich bin Physik- und Kunstlehrer….. Wenn überhaupt ;-) Waren wir heute Morgen nicht noch in der Schweiz? Echt? Irgendwie war das überhaupt kein Problem… Der Benz hat im Schnitt 6,8 Liter genommen, so billig kommt man nicht mal per Anhalter durch die Republik. Und er läuft und läuft und läuft. Mein Töchterchen und ich sind wieder auf dem neuesten Stand der Geschichten aus zwei verschiedenen Welten, haben unseren Musikgeschmack erweitert und drei echt gute Tage gehabt. Machen Sie das auch mal wieder. Einfach mal weit weg fahren, zu lieben Menschen. Das bringt mehr als ein zweiwöchiger Pauschalurlaub irgendwo da, wo man niemanden kennt…

Sandmann

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Created Freitag, 07. März 2014 Tags autobahn | bab | Hallau | heimweg | Ich fahr... TAXI! | karlsruhe | Käsefondue | Reise Reise | Reisebrötchen | Remo | S210 | Sandmann | schweiz | W210 | wein Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
04 Mar 2014
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100 Oktan im Käsekeller

100 Oktan im Käsekeller

Don’t drink and drive

Zum Abendbrot in die Schweiz
Nach dem kompletten Durchmessen der Bundesrepublik Deutschland steht das klapperige Daimler-Taxi unten in der schmalen Straße in Hallau/Schweiz und kühlt tickend und knackend ab. Mein reisefreudiges Töchterchen und ich sind für ein leckeres Abendbrot hier her gefahren, tatsächlich einigermaßen rechtzeitig angekommen und stehen vor einem Abend voller Autos, Käse, Weißwein, Dampfmaschinen und Benzingesprächen mit gut gelaunten Menschen in einem unterirdischen Kellergewölbe. Dafür sind ja nicht nur die Österreicher bekannt. Bevor das traditionelle blubbernde Milchprodukt den Magen verklebt fangen wir aber mit einem Spaziergang zu der auf der anderen Seite des Berges rumliegenden Seilbahn an.

Wir waren ja angeblich schon einmal hier….. Uhrenvergleich:

2009:

100 Oktan im Käsekeller

Das etwas andere Gasthaus

und dann 2011:

100 Oktan im Käsekeller

Bei der angestürzten Gondel…

okay und jetzt 2014:

100 Oktan im Käsekeller

Die Gondel ist noch immer da

Einige Dinge bleiben einfach da, wo sie sind und geben mir das gute Gefühl, vielleicht doch ein bisschen unsterblich zu sein :-) Vielleicht reise ich aus diesem Grund auch immer wieder in meine eigene Vergangenheit. Die Erkenntnis, dass einige Sachen beständig sind geben Halt in aufgewühlten Zeiten. Rund um die Seilbahngondel hat sich einiges verändert, heute liegt kein Schnee und auch der kleine rumpelige Kiosk nebenan ist inzwischen zum nett ausgebauten Kleinimbiss mit richtiger Toilette geworden! Und suuuper: Hier hat man noch immer das deutsche Netz am Ohr, also kann ich noch ein paar zärtlich gehauchte Herzen nach Hamburg senden, bevor wir im dunklen Gewölbe später endgültig von jeglicher Zivilisation abgeschnitten werden. Mit den angereisten Jungs und Mädels geht es also in erster Instanz wieder einmal mit dem Auto hoch auf den Parkplatz und dann zu Fuß über den Hallauer Berg runter zur Gondel, wo es für die Großen ein Bierchen und für die noch nicht ganz so Großen einen Saft oder eine Heissi Schoggi gibt. Prost.

100 Oktan im Käsekeller

Tischrunde Teil 1, noch ohne Käse

Was mich an dieser ersten Vorkoster-Runde besonders freut ist die körperliche Gegenwart eines eigentlich virtuellen “Freundes” von meiner Facebookseite. Lutz, im digitalen Leben als Baur Eta unterwegs wohnt nicht weit von hier und hat uns die Ehre erwiesen, mit seinem 30 Jahre alten 3er BMW reinzuschauen. So -> mag ich Facebook besonders, wenn man sich nicht nur Katzenfotos um die Augen postet sondern sich auch mal leibhaftig sehen kann. Der Schrauber aus Leidenschaft passt ganz hervorragend in die Runde, und Gastgeber Remo zeigt sich entzückt, dass auch mal neue Gesichter da sind. Und muss lachen, als er sieht, dass Lutz und ich uns hier und heute ebenfalls das erste mal begegnen ;-) Und schon hängt der Gute auch tief im Gespräch mit dem Kioskbetreiber, der seineszeichens seit einigen Dekaden historischen Rennsport betreibt – natürlich mit BMW. Okay Jungs, wir lassen euch dann mal alleine und gehen zum Remo zurück ;-) Oder wollt ihr mit? Das Taxi wartet schon…

100 Oktan im Käsekeller

Töchterchen, Baur Eta, Stefan H. und ich

Nu kommt der Lutz doch mit. Und zerrt den Kioskbetreiber gleich am Bärtchen hinterher, aber es ist bestimmt genug Käse für alle da. Sparsam und umweltbewusst, wie man uns Altautobeweger kennt verteilen wir uns natürlich auf die zufällig vorhandenen Gefährte, und so kommt es, dass ich den Baur Eta und den Hinti als Hüter der heiligen Hallen auf meinem Rücksitz begrüßen darf. Tach Jungs. Willkommen in dem Kombi der Wahrheit, in dem Taxi in die Schweiz, in dem weitgereisten rostigen Diesel aus den ganzen Geschichten und in dem Sparmobil, das weniger gekostet hat als die Monatsmiete einer Zweizimmerwohnung in Zürich. Im Tiefflug geht es hinunter durch die jetzt laub- und traubenlosen Weinberge, auf denen das wuchs, was wir später noch verköstigen sollen. Ja tatsächlich, ich kann es nur immer wieder sagen: In der Schweiz leben zwar nicht viele Menschen, aber man versteht es hier, einen wahrhaft guten Wein zu keltern. Ich bekomme Durst.

100 Oktan im Käsekeller

Leben, wo andere parken

Angekommen in der Casa parke ich den Benz für heute final auf einem blau umrandeten Parkplatz an der Straße und hoffe, dass diese Farbe bedeutet, dass ich das auch darf. Neues erforschen, Gutes bewahren. Remo hat seinen ragusafarbenen Audi V8 (das ist so eine Art dunkles Jägergrün) mit der travertinfarbenen Innenausstattung (das ist so eine Art Durchfall nach viel Toastbrot) immer noch. Die Katze in München besitzt das Pendant dazu, diese wie ich doch jedes mal wieder feststellen muss extrem gewöhnungsbedürftige Farbkombination scheint den Neckarsulmer Technologieträger tief mit seinem Besitzer zu verbinden. Man kennt ja die Geschichten. Mit einem Gläschen Hallauer Weißwein in der Hand sitze ich mal wieder in einem Audi V8 (das Aufmacherbild ganz oben), es riecht ein bisschen wie in meinem damals und es fühlt sich trotz der schwierigen Farbe (“Papa…. wie sieht DER denn drin aus, da ist ja sogar das Lenkrad hellbraun…”) ein bisschen wie nach Hause kommen an. Aber nein, ich vermisse ihn nicht. Nein :-( nein. Kann ich bitte noch einen Wein haben?

Darum sind wir hier

Darum sind wir hier

Chasfondü. Oder wie auch immer die das hier nennen, ich bin mal wieder fasziniert von der Divergenz aus dem, was geschrieben und dem, was gesprochen wird ;-) Im Schwabenländle und in Sachsen hat man dieses Problem ja auch. So oder so sind nun auch alle angemeldeten Helden versammelt, meine allerliebste Vreni ist mit ihrem Kai nach erfolgreichem Kinder-Wegorganisieren im weißen SL vorgefahren und hat sich in diesem tiefen Gewölbekeller direkt neben mich auf einen Stuhl geworfen. Da wo Vreni ist ist die gute Laune, eben gerade hat Kai angeboten, dass er wohl später den Job des Fahrers übernehmen würde und von diesem Moment an habe ich trotz geschärftem Blick nicht mehr erlebt, dass mein Glas irgendwann mal leer war. Was ist denn eigentlich so toll an so ner alten Steinhöhle, in der ein paar Bekloppte ihr Weißbrot durch den heißen Käse ziehen und dazu vergorenen Traubensaft verköstigen? Ich weiß das auch nicht so genau. Aber wenn man hier einmal mit dabei war bekommt man eine Ahnung :-)

100 Oktan im Käsekeller

Tischrunde Teil 2, diesmal MIT Käse

Ich wundere mich, wie viel Käse ich essen kann. Und parallel habe ich ein bisschen Angst vor der Nacht und dem morgigen Tag, aber beides ist noch sehr weit weg. Die benzinbetriebenen Chaquelons blubbern dampfend vor sich hin, das Weißbrot knuspert und ab und an höre ich spitze, kurze Schreie, wenn wieder jemandem ein Stückchen Brot vom Pieker gerutscht ist. Gut, dass wir hier nicht im Asterix Heft sind ;-) Der altehrwürdige Raum ist erfüllt vom zufriedenen Gemurmel der Anwesenden. Die Gesprächsthemen reichen von Nagellack (als meine Tochter noch dabei ist) über seltene Autos bis hin zu… Dampfmaschinen. Dampfmaschinen? Ja genau, diese dicken alten Dinger, die schon für Bewegung gesorgt haben, als der Verbrennungsmotor noch nicht in attraktive Hüllen zur Personenbeförderung gepresst wurde. Stefan, der Hüter der heiligen Hallen hat eine echte als Miniatur dabei und baut sie gleich mal mitten auf dem Tisch auf!

100 Oktan im Käsekeller

Wat isn Dampfmaschin?

Und da gucken, glauben Sie mir, nicht nur die Vertreter der U-18-Fraktion neugierig! Eine Dampfmaschine aus Metall, mit Heizkessel, Wassertank und zwei Zylindern. So eine hatte der Sohn unseres Nachbarn damals auch, und ich erinnere mich, dass wir der auf unserer Terrasse so manches mal ordentlich Zunder gegeben haben um zu schauen, wie viele Umdrehungen das schwere Schwungrad wohl machen kann. Vermutlich sind die Schmauchspuren heute noch immer auf dem Waschbeton im hinteren Garten zu sehen, ich muss die Leute mal fragen, die das Haus meiner Kindheit gekauft haben. Feuer, Wasser, Dampf, Bewegung. Was für eine Faszination, ich habe so ein “Spielzeug” seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Geil. Stefan heizt ein, und er hätte wohl seinen Beruf verfehlt wenn an der Antriebsachse nicht ein paar kleine Generatoren angeschlossen wären, mit denen sich – Achtung – STROM erzeugen ließe :-D Oder, wie Illia Richter in seiner Disco in den 70ern immer sagte: “Licht aus. WOM! Spot an! YEAH

100 Oktan im Käsekeller

Physikunterricht zum Anfassen

Das Ding rappelt und klappert und dampft und stinkt Licht erzeugend in der Dunkelheit, großartig, da merken wir gar nicht, wie der Käsemief langsam in jede Faser unserer Klamotten zieht :-) Soweit also zur magenverklebenden Nahrungsaufnahme und zum anschaulichen Showteil des Abends, der weitere Verlauf ist dann offiziell als zwanglos und gesellig zu bezeichnen. Bedeutet: An den Tischen rumsitzen und mit lustigen Menschen bei Wein und Bier Blödsinn reden. Oder das gleiche unten in den Autos machen, es sind noch ein paar neue beringte Schätzchen dazu gekommen. Nun hat Remo keinen Platz mehr in seinen Garagen, also muss er entweder anbauen oder sich endlich mal mit den Autos, die er nun besitzt zufrieden geben. Bei Stefan ist auch kein Platz mehr in den heiligen Hallen, seit er ein 1975er Mazda 929 Coupé ergattert hat. Schaut euch diesen wunderschönen Wahnsinn mal an: *KLICK* Hach ja. Ich schleich nochmal leise zwischen den Audis umher, streichel hier mal übers Blech, schnupper da mal in den Innenraum und frage mich, ob ich wohl irgendwann mal wieder einen V8 haben werde…

100 Oktan im Käsekeller

Sprit zwischen Metall

Aus dem Gewölbe ruft Vreni, ich soll den sentimentalen Scheiß lassen und wieder zurück kommen. Na gut. Mein Töchterchen hat sich inzwischen dem Sündenpfuhl entzogen und berieselt sich ein paar Stockwerke weiter oben mit Animationsfilmen am mitgeführten Laptop. Gut, dass Remo einen Adapterstecker hatte, irgendwie vergesse ich immer wieder dass in der Schweiz alles anders ist als in Deutschland, sogar die Steckdosen. Unten im Gewölbe sind die ganz Harten inzwischen zu hochoktanigem Treibstoff übergegangen, und als ein aus seinen Fehlern lernender Mann im mittleren Alter halte ich mich erfolgreich von der Schnapsauswahl fern. Auch schmeckt mir der hiesige Weißwein viel zu gut, als dass ich irgendwelche klaren Pflaumenzwitscherer verköstigen möchte. Prost ♫ Und HEY :-D Mensch Vreni! Ich bin hier und heute nicht der einzige mit bunten Socken, so wie sonst immer! Geil. Von diesem Moment an bin ich ganz froh, dass hier im Gewölbe weder ein schweizer noch irgend ein anderes Mobilfunknetz vorhanden ist, ich glaube die Fotos hätten alle anderen mindestens so genervt wie mich sonst die Katzen- und Hundebilder ;-)

Sockenhomies

Sockenhomies

Heute hat ja jeder immer seine eigene Bildersammlung dabei, das ist bei Vreni und mir nicht anders. Nachdem die wie immer sagenhaft peinlichen Führerscheinbilder abgeglichen wurden gackern wir zwei alten Ur-Niedersachsen über festgehaltene Szenen aus unserem Leben, ihres in der Schweiz, meines in Norddeutschland. Vielleicht ist es der Wein, vielleicht sind es auch die vielen netten Leute hier um mich herum und die so sagenhaft gastfreundliche Familie des Herrn Remo, die mich nun doch kurzfristig ein bisschen sentimental werden lassen. Oder fehlt mir mein Audi V8? Vielleicht liegt das auch daran, dass die vergangenen drei Jahre nicht immer die schönsten und einfachsten waren, da kommt mir ein unbeschwerter, fröhlicher und ausgelassener Abend schon fast unwirklich vor. Familie und Freundschaft sind zwei sehr sehr wertvolle Dinge im Leben, das wird mir wieder einmal mehr bewusst. Und nach einigen familiären Aussetzern in meinem näheren Umfeld scheint 2014 das Jahr zu werden, wo Freundschaften wieder aufleben. Schön. Damit mache ich weiter. Freunde sind die Familie, die ich mir aussuchen kann :-)

100 Oktan im Käsekeller

gackern über sich selbst

Nach und nach gestehen die ersten Gäste, doch ein wenig müde zu werden. Und da einige auch noch das Auto bewegen müssen war in diesen Fällen der Genuss von alkoholischen Getränken auf ein Minimum beschränkt, was zu dieser späten Stunde die Definitionen von Humor ein wenig auseinandergehen lässt ;-) Ich meine mich erinnern zu können, dass irgendwann plötzlich Kuchen auf dem Tisch stand, dass wir ein paar Lieder zur Gitarre sangen, dass es regelrecht epische Verabschiedungsszenen (vor allem mit einem gähnenden Kai und einer süß gackernden Vreni) draußen auf der Straße in der Dunkelheit gab und dass sich irgendwann eine sagenhafte Ruhe über das mittelalterliche Anwesen legte. Und nun hocke ich hier noch einmal alleine vor Remos V8. Irgendwo oben in der Küche klappert noch jemand mit Geschirr und Gläsern, der dickflüssige gelbe Nebel des erkalteten Käsefondues hängt in den Räumen und neben der Müdigkeit durchströmt mich eine große, sehnsuchtsvolle Zufriedenheit.

100 Oktan im Käsekeller

als könnte es einfach immer so sein

Zu Hause sind Menschen, die ich liebe. Eine davon hab ich mit hergebracht, inzwischen dürfte sie wohl längst eingeschlafen sein. Hier und in so vielen anderen Ecken der Welt sind Menschen, die wie ich das Einfache schätzen. Die unkompliziert und freundlich sind, die nicht engstirnig oder überheblich daherreden und mit denen ich einen super Abend haben kann. Obwohl ich sie doch eigentlich gar nicht so richtig kenne. Vielleicht macht auch gerade das den Reiz aus. Nun dann, ich werde mich wohl auch mal nach oben begeben, wo mein Schlafsack schon ausgebreitet ist. Unter einem Dach in der Nordschweiz. Cool. Gute Nacht du grüner Audi. Morgen dieseln wir in aller Herrgottsfrühe mit dem Mercedes wieder zurück, an einem Stück bis hoch nach Kiel. Und allein dieser Abend war jeden einzelnen Kilometer wert.

Sandmann

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Created Dienstag, 04. März 2014 Tags audi v8 | Dampfmaschine | Gondel | Hallau | Ich fahr... TAXI! | Käsefondue | Reise Reise | Remo | S210 | schweiz | Seilbahn | taxi | W210 | wein Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
27 Feb 2014
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Tempomates Meilenfressen

Tempomates Meilenfressen

Und die Händeeeee zum Himmeeeeell

Zum Abendbrot in die Schweiz.
Fahren, essen, fahren, essen. Das heutige Programm von Vater und Tochter im Taxi nach Hallau, was, wenn Sie aufmerksam mitgelesen haben, in der Schweiz liegt. Wir starten in der frühen Morgensonne in Hildesheim und freuen uns auf dieses schöne Ländli, in dem man so schmissige Lieder singt wie “Det äne am Bergli“. Das geht ungefähr so:
♫ Det äne am Bergli,
Det schtat e wiessi Geiß.
I ha si welle mälche,
Da haut sie mer eis.
Holeduliduliduli.
Holeduliduliduli
Holeduliduliduli
Holeduliduli o.
Hm…. äh… Mir kommen erste Zweifel.

Tempomates Meilenfressen

Reisebrötchen, immer wieder großartig

Das Phänomen “Reisebrötchen”. Ich ließ mich hier und da schon einmal drüber aus, aber heute schießen wir den Vogel ab *knall* Die heute Morgen bei Nick aufgebutterten und liebevoll mit Wurst und Käse belegten Knusperstückchen halten nicht einmal bis zum Autobahnzubringer hinter Hildesheim. Laut Mike Krüger fangen hier dann auch gleich die Staus an (Sie erinnern sich an den gestrigen Tag? *klick*), heute wäre das ein bisschen blöder als gestern denn heute wollen wir Strecke machen. Wär’ schon fein, bei Tageslicht in der Schweiz anzukommen und noch die legendäre Strecke zur Seilbahngondel zu laufen. Zu Fuß. So als Einstimmung. Aber hey – gleich hinter Hildesheim geht es nicht los mit einem Stau sondern mit dem, was wir Norddeutschen als ersten Urlaubsschub mitnehmen: Berge!

Tempomates Meilenfressen

Anders als das Flachland

“Berg” nennen wir alles, was dem Horizont im Weg steht. Den alpin geprägten Lesern unter Ihnen werden die Ausläufer des Harz oder die Kasseler Berge vermutlich vorkommen wie eine Sandburg vor der Steilküste, aber für mich sind die schon beeindruckend. Immerhin bin ich extrem flachländisch aufgewachsen (rund um Uelzen in der Lüneburger Heide ist die höchste Erhebung der Schornstein der Zuckerfabrik) und habe auch später eher vom Wind plattgefegte Lokalitäten besiedelt. Kiel ist zwar aus der Sicht eines Radfahrers durchaus hügelig, global gesehen aber eher mit einem weiten Horizont gesegnet. Außerdem erinnere ich mich, dass ich mit dem Taunus auf dem Weg nach Südfrankreich früher in der Gegend um Kassel immer in den dritten Gang schalten musste, weil das so steil war. Also. Berge = Urlaub. Das passiert dem hubraumgesegneten Selbstzünder heute nicht, die fünfte Fahrstufe bleibt bei tempomatgesteuerten konstant 130 wo sie ist und meine Füße entspannen sich irgendwo im Fußraum.

Tempomates Meilenfressen

Raum in der kleinsten Hütte

Gut, wenn auch auf langen Strecken das Entertainment-Paket gut vorbereitet ist. Gestern haben wir noch die Themen des Lebens durchdiskutiert und dann “The Wall” gehört, heute ist aufgrund der kurzen Nacht chillen angesagt. Mein Töchterchen kuschelt sich mit Ihrem Laptop, einem Kopfhörer und der Bordsteckdose in die Kissen auf dem Rücksitz und überbrückt ein paar 100 Kilometer der sich dann doch irgendwie repetierenden Streckenführung mit dem einen oder anderen Animationsfilmchen. Ich entspanne mich auch und… nun, äh… na gut, ich muss fahren. Aber was soll’s, bei diesem schönen, von den Mittelgebirgen reflektierten Sonnenschein und einer einigermaßen entspannten Verkehrslage hängt die gute Laune fast ausschließlich an der Musikauswahl, und da die mir jetzt allein obliegt geht es munter weiter mit den Kings of Leon und den White Lies. Renn, mein Taxi, renn und bring uns in das kleine, europafeindliche Ländchen.

Tempomates Meilenfressen

fahn fahn fahn auf der Autobahn

Und fürwahr, es rennt. Ich habe das Gefühl, der alte Fünfzylinder freut sich extrem, dass er endlich mal wieder dauerhaft freigeblasen wird. Auf den Schildern über der Autobahn tauchen für einen Kieler so fremdländische Namen wie Würzburg oder Frankfurt auf und geben mir das Gefühl, irre weit weg von Schleswig-Holstein zu sein :-) Und irgendwie stimmt das ja auch, heute Nachmittag haben wir schon fast 1000 Kilometer zwischen uns und der Stadt an der Förde gebracht. Aber jetzt noch nicht. Die frühen Reisebrötchen schreien nach einem frühen, deftigen Mittag und das Taxi schreit so nach und nach nach einem Schluck Diesel. nach nach. Fahren, essen, fahren, essen. Doch vorher noch ein wenig Schweizer Liedgut als kurze Unterbrechung meiner CD. Strophe 2:
♫ Sie hät mer eis g’haue,
Das tuet mer so weh.
Jetzt mälch i miner Läbtig
Kei wiessi Geiß meh’
Holeduliduliduli.

Tempomates Meilenfressen

gesundes Fleisch und Salat

Sie merken schon – es zieht sich. Aber das ist ja auch kein Wunder, das sind schließlich auch haufenweise Meilen bis runter in die Schweiz. Wann haben Sie denn das letzte mal eine solche Distanz in einem handelsüblichen alten Auto zurück gelegt? Im Zeitalter der Scheiß-kerosinsubventionierten-Billigflieger ist die Welt sehr klein geworden, ich glaube dass die meisten Menschen überhaupt kein Gefühl mehr für Entfernungen haben :-( Dementsprechend ist es eine kulturelle Bereicherung mindestens für mein Töchterchen, mal mit offenen Augen die Bundesrepublik Deutschland zu erFAHREN. Ach ja, Kultur. Wir werden jetzt einmal die lokalen Essgewohnheiten kurz vor Stuttgart testen, indem wir in einem lokalen Etablissement absteigen und die einheimische Küche auf die Probe stellen. *burps* Notiz an mich selbst: Macht wie immer satt und ist lecker, aber ich werde heute Abend eine Menge Hunger haben. Geil. Das passt ja :-D Und der Daimler wird gleich nebenan gefüttert.

Tempomates Meilenfressen

Alle bekommen was zu essen

Für mein Auto muss das sowas wie eine dieser Kindheits-Touren sein, bei denen ich entweder allein oder mit Freunden oder Töchtern zurück reise an die Orte, wo mein früheres Leben stattgefunden hat. Wissen Sie was ich meine? Sowas wie die Tour mit dem K70 an die Stellen, wo meine damals noch intakte Familie Urlaub machte und wir 35 Jahre später die Fotos nachgestellt haben. Kennen Sie nicht? Dann holen Sie sich eine Flasche Wein und klicken Sie HIER *klick* und dann die folgenden 4 Geschichten :-) Und nochmal *klick*, der Tank ist voll. Das 17 Jahre alte und schon 645.000 Kilometer gereiste T-Modell hat im Schnitt 6,4 Liter Diesel auf 100 Kilometern verdichtet und gezündet. Fragen? Jetzt ist der alte Mercedes satt, entspannt und gut vorbereitet für die Gegenüberstellung mit dem Ort, an dem er geboren wurde. Hallo Stuttgart, Stadt der Sterne!

Tempomates Meilenfressen

Ich erklär ihm das mal…

Er wirkt ein bisschen nervös. Ob er sich erinnern kann? Wir fahren an den gewaltigen Hallen vorbei (schonmal Hiergewesene werden bemerken, dass dieses Bild ein bisschen gefaked ist, das Werk befindet sich in Richtung Süden fahrend eigentlich RECHTS von der Autobahn aber wir waren zu schnell für ein scharfes Foto vom Auto UND den Hallen…), und in dem Moment, als ich mal wieder auf die Idee komme, das Radio für ein paar Verkehrsinformationen zu illuminieren kommen auch schon Nachrichten von Staus auf Autobahnen, deren Zahlen ich doch irgendwie eben gerade gelesen habe? 81? Ja. Stimmt. Der Raum Stuttgart sollte weitläufig umfahren werden, weil Baumfällarbeiten den Verkehr massiv behindern würden. Argh. 140, 120, 80, 50, Stillstand. Danke.

Tempomates Meilenfressen

Gute Idee, aus drei macht eins am Samstag Nachmittag

Ich könnte mich jetzt und hier episch aufregen, warum irgend ein Verkehrsplaner auf diesem Planeten auf die Idee kommt, die A81 wegen Baumfällarbeiten an einem Samstag von drei Spuren auf eine zurückzubauen. Aber das machen die Hörer der lokalen Sender schon für mich, die wild fluchend in die Hotline pöbeln. Na gut. Ich greife mir mein Handy und schreibe Remo, dass wir 15:00 Uhr wohl nicht schaffen werden. Und mit schweizer Gelassenheit schreibt er zurück: “Kein Problem, ihr kommt wann ihr kommt. Die Seilbahngondel wird nicht weglaufen.” Cooler Mann. Da möchte man glatt das bekannte schweizer Volkslied weitersingen, als Hommage an die Gelassenheit dieses Volkes. Zumal es hier laut Schild nach Singen geht. Also los:
♫ Vo Basel uf Züri,
Det häts es Tunell,
Wänn mer ine chunt wirds dunkel,
Wänn mer use chunt wirds hell.
Holeduliduliduli.

Tempomates Meilenfressen

sonores Dieseln schläfert ein

Oh. Okay. Schweizer Volkslieder scheinen nicht in der Lage zu sein, eine 13jährige Teenagerin wach zu halten. Disneys “König der Löwen” offensichtlich auch nicht. Das Leben ist aber auch anstrengend, und vielleicht sind noch nicht alle Schnitzel von gestern Abend verdaut ;-) Mist, nun klappt das nicht ganz lückenlos mit dem erFAHREN der Bundesrepublik Deutschland. Verbuchen wir es als eine Art Werbeblock für Wellness oder so. Während also mein Töchterchen inzwischen den Schlaf der gerechten schläft und vielleicht sogar auch ein kleines bisschen schnarcht, verlässt das Taxi nach vielen vielen Kilometern die Bundesautobahnen und schlängelt sich entlang von Flüsschen und Schlüchtlein in Richtung Grenze zur Schweiz. Ob man uns reinlässt? In letzter Zeit ist das mit der Zuwanderung da so eine Sache, aber wir wollen ja nicht lange bleiben. Nur bis morgen früh, dann sind wir schon wieder weg. Bescheuert? Ja. Aber es macht einen Riesenspaß. Und heeee TOCHTEEEERRRRRR aufwachen, da ist die Grenze zur SCHWEIIIIIIIZ!!!! :-D

Tempomates Meilenfressen

Links abbiegen und da sein

Das ist ja kommod. Keine Selbstschussanlagen und keine Passkontrolle.

Tempomates Meilenfressen

Im Land der Endungen auf “…li”

Irgend jemand sagte mir mal, dass der Sprit hier inzwischen günstiger sei als in Allemagne? Egal, ich habe noch reichlich schwappendes Petrol dabei und rolle mit meinem fröhlich quiekenden Töchterchen in die Schweiz.

Tempomates Meilenfressen

Was für ein Rheinfall.

Sie will nicht aussteigen und Poser-Fotos machen. Sie will endlich ankommen. Sie ist schon so erwachsen :-) Also heben wir nur den Daumen, für uns und fürs Taxi.

Tempomates Meilenfressen

Wir geben und ein LIKE

Irgendwie ist das cool. Gestern noch in Hamburg, heute Morgen noch in Hildesheim und jetzt in der Schweiz. Wie ich schon schrieb – Deutschland ist gar nicht so groß :-) Oben auf dem Kamm der Berge, von wo aus man Hallau schon sehen kann sehen wir auch — die Alpen! *hach* Sie schimmern schneeweiß in der Abendsonne irgendwo hinter dem Zürichsee. Aber das Foto zeige ich Ihnen hier nicht, das habe ich exklusiv meinem halbfinnischen Fräulein Altona gesendet. Mit den letzten Balken des langsam dünner werdenden Telekom-Netztes. Es ist tatsächlich erst halb vier. Das heißt wir haben von Hildesheim bis hier her mit Pausen 7,5 Stunden gebraucht – klasse. Und nach ein paar nicht erwähnenswerten Irrwegen durch die Weinberge stehen wir nach drei Jahren auch wieder vor Remos Haus mit der großen Dachterasse. Letztes mal waren wir noch mit dem Audi V8 hier. Himmel kommt mir das lange her vor….. Angekommen. Super.

Tempomates Meilenfressen

Arriviert in der Schweiz

Es wird dieses Jahr eine kleine, aber sehr nette Runde. Doch davon möchte ich in der nächsten Geschichte erzählen. Da geht es um Weißwein und geschmolzenen Käse, um eine Dampfmaschine mit Stromgenerator, geringelte Socken und wunderschöne Autos. Jetzt sind meine Tochter und ich erstmal trotz allem Spaß froh, angekommen zu sein. Wir tragen unsere Taschen und das mitgebrachte Bettzeug nach oben in das neu ausgebaute Gästezimmer, und ich freu mich jetzt schon auf das irgendwie gemütlich aussehende Doppelbett. Wir lösen mit Remos Hilfe noch kurz das Problem der Inkompatibilität von deutschen Steckern und schweizer Steckdosen, verabschieden uns für heute von jeglichem Telefonnetz und lassen den Abend mal ganz langsam auf uns zukommen. Was für ein Ritt. Und morgen das alles am Stück zurück – aber vorher gibt es noch das leckere Abendessen, wegen dem wir hier sind.

Na gut.

Na gut.

Ich sehe bekannte Menschen und höre einen Dialekt, den ich nie richtig verstehen werde. Lutz, den ich endlich mal live kennen lerne (nach gefühlten Dekaden des Internetkontakts) bietet sich als Übersetzer an, aber ich komme glaube ich auch so klar. Irgendwie. Mal abwarten, was für eine Babelfischfunktion der einheimische Wein übernimmt. Bevor wir uns also auf den Abend stürzen schließe ich für heute mit der letzten Strophe des fröhlichen, inhaltsschwangeren Volksliedes:
♫ Min Vater und d’Muetter
Sind sparsami Lüt.
Sie flicket mer d’Hose
Mit Härdöpfelhüt.
Holeduliduliduli.

Eigentlich bleibt jetzt nur noch die Frage offen, was Härdöpfelhüt ist ;-)

Sandmann

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Created Donnerstag, 27. Februar 2014 Tags Hallau | Hildesheim | Ich fahr... TAXI! | Käsefondue | Reise Reise | S210 | schweiz | stuttgart | T-Modell | taxi | W210 | wein Document type Article
26 Feb 2014
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Hin und Weg

Hin und Weg

Adios, norddeutsches Regenwetter

Zum Abendbrot in die Schweiz
Ah – nein, das wäre gelogen! Heute Abend gibt es Schnitzel in Hildesheim, aber die Richtung stimmt schon mal. Weinbergbewohner Remo hat das Taxi und mich nebst reisefreudigem Töchterchen zum Käsefondue nach Hallau in die Nordschweiz eingeladen, allerdings erst am Samstag. Das ist morgen. Auf dem südgerichteten Weg über die A7 in die Schweiz kommt man fast nicht an Hildesheim vorbei, wo ein Freund von mir sein gastfreundliches, niedersächsisches Dasein fristet. Okay, unterbrechen wir die Meilenfresserei dort, um an diesem Freitag Abend noch ein bisschen Schlaf zu tanken und am Samstag einen nicht GANZ so weiten Weg zu haben. Schlaf. Hahaha. Nicht so weiter Weg. Hihihiiiii.

Hin und Weg

Wahre Größe kommt von innen

Genaugenommen schummel ich sogar doppelt. Ich fahr mit dem rappelnden Saugrohrmörderwagen gar nicht in Kiel los, sondern in Hamburg. :-) Mein Töchterchen sitzt schon vorfreudig im Regionalexpress von Kiel zum Hauptbahnhof, als ich am Hühnerposten noch mal kurz mein weltoffenes Grundverständnis für Kunst neu kalibriere. Morgen um diese Zeit sollten bestenfalls schon die Alpen hinter der Windschutzscheibe zu sehen sein, aber nach einer langen Arbeitswoche bin ich doch irgendwie ein bisschen dankbar ob der Tatsache, heute nicht mal zwei Stunden Strecke zu haben und bei netten Menschen den Abend zu verbringen. Hildesheim. Da war ich bis dato noch nie, warum auch? Umso besser, jemanden zu kennen, der da seit kurzem wohnt. Auf diese Weise kommt man in Deutschland mal ein bisschen rum und kennt die ganzen Städte nicht nur von ihren Autobahnausfahrten… Hallo Tochter, da bist du ja. Und ab geht’s aus der Bahn auf die Bahn.

Hin und Weg

Da sind wir wieder…

Es gehört zu den Themen, die mich mit einer gewissen Dankbarkeit belegen: Als autobekloppter Blogger eine Tochter zu haben, die es cool findet, fast das ganze Wochenende mit Papa in einem alte lauten Auto zu verbringen, Musik zu hören und zu quatschen. Eine seltene Spezies. Das GANZ kleine Töchterchen wollte bei Mama in Hamburg bleiben und das GANZ große lernt fürs Abi. Okay. Die goldene, jeden Tag gefühlt 5cm wachsende Mitte und ich lenken das fast vollgetankte T-Modell am (Freitags) immer dichtgeparkten Elbtunnel vorbei über die Elbbrücken und drehen den Kompass nach Süden. Ich habe eine alte Liedzeile von Mike Krüger im Ohr: “Mein Beifahrer sich auf die Schenkel haut, hinter Hildesheim hat es sich wieder gestaut”. Nun ist es ein typisches Charakterisierungsmerkmal der A7, dass sie auf ihrer gesamten Länge von Norden nach Süden primär aus Baustellen, Fahrbahnverengungen, spontanen Verkehrsunfällen und Liegenbleibern auf der linken Spur besteht. Also alles das, was im Verkehrsfunk zu Hause im Küchenradio sagenhaft unterhaltsam klingt, bei konkreter Reiseabsicht vor Ort allerdings die freitägliche Gelassenheit auf die harte Probe stellt.

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Aprilwetter auf der A7

Gerade waren wir noch froh, dass der Stau wegen der Baustelle südlich von Hamburg (quer durch den Tunnel auf 20 Kilometern hoch bis Quickborn) unbefahren hinter uns liegt, da geht es mit den ungeplanten Bremsmanövern auch schon weiter. Mittelstreifen aufgerissen, mit vielen kleinen Sandhügeln garniert und träges Dahingleiten der südwärts gewandten auf nur noch zwei Spuren. Egal. Wir haben Zeit und überbrücken auch diese Baustelle mit lauter Musik. Hat Ihre 13jährige Tochter Sie auch schon mal gefragt, ob Sie “The Wall” von Pink Floyd anmachen können? Nein? :-D Irgendwo bei Soltau bekommt der geschätzte Fahrer eines alten Autos mit vielleicht nicht mehr ganz so taufrischen Stoßdämpfern dann noch eine Ahnung, warum auf dieser BAB derart umfangreiche Baumaßnahmen stattfinden. Spurrillen-Rodeo. Hotte hü! Eh’ wir uns versehen taucht der Hildesheimer Dom am Horizont auf und wir dieseln durch die malerische Altstadt, während die Februarsonne pathetisch über einem Gewässerchen hinter Fachwerkhäusern versinkt. Ding Dong. Hallo Nick, mein Freund, da sind wir, zeig mir doch mal das Haus :-)

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Ein Weinkeller voller Überraschungen

Über genaue Details betreffend den Verlauf des Abends lege ich den Mantel des Schweigens, die meisten von Ihnen hier wissen sowieso schon mehr über mich als meine eigene Familie ;-) Nur so viel: Der Rundgang beschränkt sich selbstverständlich nicht ausschließlich auf den großen Weinkeller. Von der Dame des Hauses werden nach der Besichtigung der zahlreichen Räumlichkeiten frisch panierte Schnitzel zu Kartoffelsalat gereicht, und ich bekomme eine Ahnung, warum mein Töchterchen so groß geworden ist. Das scheint ihr wirklich zu schmecken… Später versuchen ein aktiver und ein ehemaliger Motorjournalist noch die uneinige Frage zu beantworten, ob man im Mercedes-Benz CLS gut und aufrecht sitzen kann oder nicht? Wo ich doch mit meinen 1,90 behaupte, seinerzeit in San Diego sehr komfortable Zeit auf dem Sternen-Fauteuil verbracht zu haben während der 5cm kleinere Nick sich den Kopf stieß? Wir lassen die Hausherrin einmal mit gutem Augenmaß die männlichen Oberkörper vergleichen. So, als säßen wir in einem CLS, das kann man sich ja dazudenken. Position einnehmen, bitte:

Hin und Weg

Fahrercheck, Typ MB CLS

Hm. Kein Ergebnis. Vielleicht bin ich mehr der Liegesitz-Typ? Ist es wirklich eine Frage der Länge des Oberkörpers? Fährt Nick ausschließlich mit Tempomat? Ach komm, lass uns noch ein Schnitzel essen. Irgendwann, nach ein paar bewusstseinserweiternden Getränkepröbchen aus dem Weinkeller, wühle ich mich dann tatsächlich im Gästezimmer irgendeiner Etage dieses großen Hauses aus den 20ern in mein Kuschelkissen und finde anteilig den Schlaf, den ich angestrebt hatte. Nicht ganz so viel wie ursprünglich geplant, wenn man sich lange nicht gesehen hat und viel los ist in den jeweiligen Leben kann so ein Abend auch mal länger werden.
BRRRIIIIINGGGGG ♫ Und der Wecker bimmelt früh in Hildesheim, denn wir wollen am folgenden Nachmittag noch einen Spaziergang über die Schweizer Berge machen. Bei Helligkeit… Mein Töchterchen erzählt mir verschlafen von wirren Träumen, in denen die Sandhügel auf dem Mittelstreifen der Baustelle und ein paar langhaarige Monster vorkamen. Oh. Heute dann vielleicht kein Pink Floyd sondern etwas leichtere Musik.

Hin und Weg

andere würden dafür das Flugzeug nehmen…

634 Kilometer von Hildesheim bis Hallau, und mein altes überhebliches Navi sagt, das sei in knapp sechs Stunden zu schaffen. Ha. Hahaaahaaaa. Ich habe schon vor langer Zeit die TMC Verkehrsfunk-Antenne aus dem Fenster geworfen, weil die einberechneten Stauzeiten bei diesem Modell einem Algorithmus aus dem Mittelalter zu folgen scheinen. Also sechs Stunden netto, plus Stau und plus Pausen, denn bei aller Gelassenheit – die braucht ein alter Mann wie ich ja nun doch ab und an. Ich hoffe heimlich, dass das gespeicherte Kartenmaterial von 2007 wenigstens noch einigermaßen zielsicher ist und verabschiede mich bei unseren verschlafen lächelnden Gastgebern der ersten Etappe. Im Handgepäck sind ein paar liebe Geschenke für mein kleines Sandmädchen, diverse frisch belegte Reisebrötchen mit Wurst und Käse und der Vorsatz, bald mal wieder nach Hildesheim zu fahren. Schön ist es hier. Wer hätte das gedacht?

Hin und Weg

Wenn Helden reisen

Mit einem Taxiiii nach Pariiiiis….. :roll: Nein, nicht ganz. Aber fast, weit ist es von Hallau auch nicht mehr bis in die französische Hauptstadt. Aber dazu mehr in diesem Sommer, jetzt und hier sagen wir erstmal dieser südniedersächsischen 100.000-Einwohner-Universitäts-Metropole tschüss. Es ist tatsächlich erst 8:00 Uhr, müde Sonnenstrahlen kriechen wie Honig über den noch gefrorenen Boden und irgendwann heute Nachmittag werden mein Töchterchen und ich hoffentlich in der Schweiz sein. Wenn das Saugrohrhält. Und die Achsen. Und die Antriebswellen. Aber ich mache mir da keine Sorgen, der alte 290er Direkteinspritzer nagelt zufrieden und sonor auf dem Domvorplatz vor sich hin und weckt die ersten Frühlingsvögel. Ich glaube, es tut dem alten Herren mal ganz gut, über eine lange Strecke quasi freigeblasen zu werden. Ich hör sie schon rufen, die Kasseler Berge. Und ich nehme Sie auf dem Rücksitz mit nach Hallau. Wir lesen uns… :-)

Sandmann

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Created Mittwoch, 26. Februar 2014 Tags A7 | autobahn | Hildesheim | Ich fahr... TAXI! | Reise | Reise Reise | S210 | T-Modell | taxi | W210 Document type Article