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04 Jul 2012

Und noch ein Roadtrip in die Bronx…

Ay Gemeinde,

wieder nur ein Teaser. Aber Sie wollen ja am Ball bleiben, oder?

Große Autos für große Geschichten

Große Autos für große Geschichten

Eine blonde Masseurin, ihr kleiner schwarzer Hund, ein kantiger Ford Mercury Monarch, ein Hochhaus und ein umgekippter Einkaufswagen vor dreckigen Pfützen geben eine gute Kulisse ab. Der Artikel für’s Magazin ist in Arbeit. Das Making-Of ist wie immer HIER zu finden :-) Viel Spaß

Sandmann

Original: Sandmanns Welt

Created Mittwoch, 04. Juli 2012 Created by Sandmann Categories Timeline Tags ford | ford mercury | mercury | mercury monarch | TRÄUME WAGEN
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29 Jun 2015

Impress Yourself: Mario Galla und der Peugeot 208

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Advertorial | Anzeige

Mario Galla entspricht nicht ganz der Idealvorstellung eines Mode-Model. Mode-Models sollen möglichst makellos und somit formbar sein. Der 30jährige Hamburger kam mit einem verkürzten Oberschenkel zur Welt und trägt deshalb seit seinem dritten Lebensjahr eine Beinprothese. 2007 wurde er in einem Schnellimbiss als Model entdeckt, 2010 lief er bei einer Modenschau von Stardesigner Michael Michalsky ganz selbstverständlich in Shorts über den Laufsteg.

Peugeot hat Mario Galla nun sehr passend für seine neue “Impress Yourself”-Kampagne verpflichtet. Getreu dem Motto “Es geht im Leben nicht darum, andere Menschen zu beeindrucken. Es geht um eine wichtigere Person: dich selbst!” Dafür steht Peugeot und auch eben auch ihr Protagonist Mario Galla in dem Werbeclip “The Berlin Job”:

Beim Videodreh hatte Mario Galla mit seiner Chauffeurin „Nina“, die eigentlich Anna Julia Kapfelsperger heisst, jede Menge Spass. Ich finde es zudem sehr sympathisch, dass Peugeot in seinem sehenswerten Making-of Video auch zeigt, wie die Aktionszenen entstanden sind. Das “sportliche Einparken” wurde vom Stuntman Ronny übernommen, der Rest wurde in der Post-Produktion erledigt:

Und wer sich an Mario Gallo nicht sattsehen kann, der sollte vielleicht auch noch das Interview mit ihm ansehen oder auch auf impress-yourself.de mehr lesen!

Der dritte Protagonist in dem Clip “The Berlin Job” ist übrigens der überarbeitete Peugeot 208, der nun über eine erweiterte Serienausstattung und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen möchte. Der Basispreis für die dreitürige Grundversion des Peugeot 208 liegt bei 12.400 Euro. Für den Fünftürer beginnt der Spass im Konfigurator bei 13.150 Euro. Mit den drei Ausstattungen (Access, Active und Allure) sowie den vier Individualisierungspaketen kannst Du dir deinen Peugeot ganz nach deinen persönlichen Wünschen konfigurieren. Die neue Außenfarbe heisst übrigens „Orange Power“ Interesse geweckt? Mehr Informationen gibt es unter impress-yourself.de!

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Kraftstoffverbrauch in l/100 km für den PEUGEOT 208 Active BlueHDi 100 3-Türer:innerorts 3,6; außerorts 2,7; kombiniert 3,0; CO2-Emission (kombiniert) in g/km: 79. Nach vorgeschriebenem Messverfahren in der gegenwärtig geltenden Fassung. Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis.

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und dem Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen kostenlos erhältlich ist oder über www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist. Die Angaben wurden gemäß vorgeschriebenem Messverfahren in der jeweils aktuell geltenden Fassung ermittelt. Weitere Informationen zu den CO2-Effizienzklassen einschließlich der grafischen Darstellungen finden Sie hier: http://www.peugeot.de/energieeffizienzklassen

Original http://auto-geil.de/2015/06/29/impress-yourself-mario-galla-und-der-peugeot-208/

Created Montag, 29. Juni 2015 Tags advertirial | allgemein | mario galla | peugeot | peugeot 208 Document type Article
Categories Timeline Author Jan Gleitsmann
29 Jun 2015
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Heissa, Lotus 3-Eleven 2219

Lotus 3-Eleven

Was haben wir uns die Finger wundgeschrieben, was Lotus alles falsch macht. Und nun? Alles richtig: 3-Eleven.

Der Jean-Marc Gales, der neue Chef von Lotus strahlte wie ein Reaktor in Fukushima als der dem wohlgesonnenen Publikum am Festival of Speed in Goodwood die neuste Kreation aus Hethel präsentierte. Der 3-Eleven, ein puristischer offener Sportwagen der alle Kernkompetenzen der Briten in sich vereint. Und die sind: Leichtbau und Exzentrik. Genau das wollen die Fans der Marke sehen, keine Ferrari-Jäger oder Lamborghini-Schlachtschiffe. Sie wollen unter 1000 Kilogramm. Und sie wollen etwas Power. Davon hat der 3-Eleven genug. Der aufgeladene V6 von Toyota leistet über 450 PS, was in der Race-Version ein Leistungsgewicht von 507 PS pro Tonne ergibt. Heissa. Über die Werte der Strassenversion schweigt man sich noch aus, aber so viel schwerer dürfte der zugelassene 3-Eleven nicht werden. Der Wagen ist laut Werk in der Lage, innerhalb von weniger als 3,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen, bevor die Race-Version mit 280 km/h abgeregelt wird. Der neue Lotus 3-Eleven wird im Februar 2016 in Produktion gehen und ab April 2016 ausgeliefert. Die Stückzahl wird auf insgesamt 311 Fahrzeuge limitiert sein. Der Preis startet in Grossbritannien bei 82’000 Pfund für die Road-Version und bei 96’000 (ohne Mehrwertsteuer) für die Race-Variante. Alles völlig egal, wir sehen, Lotus ist auf dem Wege der Besserung. Und dieser Jean-Marc Gales scheint es gut zu meinen mit der Traditionsmarke. Und das gefällt uns.


Heissa, Lotus 3-Eleven 2219

Text: Cha, Fotos: Werk.

Original http://www.radical-mag.com/neuheiten/lotus-3-eleven-2219/seite_1-2

29 Jun 2015
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Int. DMV Oldtimer Rallye Aachen 2015 – Oldtimerrallye Bilder

Zum 18. Mal fand die Int. DMV Oldtimer Rallye Aachen 2015 Oldtimerrallye statt. Die Rallye durch Deutschland und das benachbarte Belgien ist eine tourensportliche Fahrt mit anspruchsvollen Orientierungsaufgaben für Young- und Oldtimer. Start- und Zielort, sowie Ort der Siegerehrung war in diesem Jahr das Toyota Center in Aachen. 

Int. DMV Oldtimer Rallye Aachen 2015 – Oldtimerrallye Bilder

28.06.2015 - Oldtimer - 18. Int. DMV Oldtimer-Rallye Aachen / 5. Int. DMV Oldtimer-Ausfahrt Aachen - Foto: PhotoAHRt

Die DMV Oldtimer Rallye Aachen 2015 war eine touristische Fahrt mit einfachen Chinesenzeichen und vielen Erläuterungen. Diese eignete sich sehr gut für „Neueinsteiger“ und „Genießer“. Mehr Informationen zu dieser Oldtimerrallye finden sich auf der Homepage unter ecurie-aachen.de.

Int. DMV Oldtimer Rallye Aachen 2015 – Oldtimerrallye Bilder

28.06.2015 - Oldtimer - 18. Int. DMV Oldtimer-Rallye Aachen / 5. Int. DMV Oldtimer-Ausfahrt Aachen - Foto: PhotoAHRt

Für GermanMotorKult waren die Streetfotografen von PhotoAHRt.de vor Ort. Neben dieser Galerie finden sich auf der Homepage der Fotografen Bilder aller Rallyeteilnehmer der DMV Oldtimer Rallye Aachen zum Kauf.

Michael Peschel

Michael ist der Inhaber von GermanMotorKult. Gleichzeitig auch Verfasser der meisten Artikel im Blog Magazin. Zudem Social Media Spezialist, Editor und Inhaber der Agentur MP Medien sowie MotorMarketing.

Original http://germanmotorkult.de/int-dmv-oldtimer-rallye-aachen-2015-oldtimerrallye-bilder/

29 Jun 2015
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Kann es sein?, TVR, again-1718

TVR, again

Man kennt sie, diese Geschichten von den (englischen) Marken, die eine Wiedergeburt erleben wollen. Bei TVR wollen (und können) wir zuversichtlich sein.

Es ist ein bekanntes Spiel: da gehen ein paar Investoren einher, verkünden grossspurig die Wiedergeburt eines bekannten Namen aus der Auto-Geschichte, basteln vielleicht sogar ein Stück, klatschen sich selber Beifall. Und dann ist auch meist schon wieder: Ende Feuer.
TVR, gegründet 1946 von Trevor Wilkinson im englischen Blackpool, kennt dieses Spiel zur Genüge, die englische Sportwagen-Schmiede hat schon manch einen Sturm hinter sich. Der letzte war fatal: der russische Unternehmer Nikolai Smolensky hatte TVR 2004 für geschätzte 15 Millionen Pfund von Peter Wheeler gekauft. Der russische Jung-Millionär hatte grossartige Pläne, scheiterte damit aber so hässlich wie kläglich, zuletzt 2010, als er einen neuen neuen TVR mit Corvette-Motor in Deutschland bauen wollte. 2013 verkaufte Smolensky - finally - die «Blackpool Engineering», welche die Rechte am Namen TVR und sonst noch so einige Assests besass, an ein Konsortium um den englischen Unternehmer Les Edgar. Der verdankenswerterweise zuerst einmal die Ersatzversorgung neu organisierte und die besten TVR-Spezialisten zu einem Network zusammenfasste.
Und jetzt will Les Edgar wieder ein neues Auto bauen. Damit könnte man die Geschichte auch gleich wieder beenden, denn, eben, man hat es, gerade in Grossbritanien, zu oft gehört und zu selten umgesetzt gesehen. Doch bei Les Edgar lohnt sich - vielleicht - ein genauerer Blick. Denn hinter dem neuen Fahrzeug, das für 2017 angekündigt ist und von dem bisher noch nicht einmal Zeichnungen existieren, stehen neben den TVR-Investoren zwei grosse Namen aus der Auto-Industrie: Gordon Murray und seine Trickkiste GMD (Gordon Murray Design) sowie der berühmte Motoren-Konstrukteur Cosworth.
TVR
Beide Namen bürgen für Seriösität, beide Firmen engagieren sich wohl
nur, weil sie dem TVR-Projekt, das bis 2027 drei weitere Fahrzeuge
gebären will, eine Zukunft geben.
Viel lässt sich Edgar noch nicht entlocken zum neuen Produkt. Als Antrieb, lässt er immerhin durchblicken, dürfte ein klassischer V8 zum Einsatz kommen, kein Turbo, wahrscheinlich amerikanisch, wahrscheinlich eher Corvette als etwas von Ford. Es wird auch keine elektronischen Hilfsmittel geben, also wie immer bei TVR: manuelles Getriebe, Heckantrieb in seiner reinsten Form. Wahrscheinlich ist auch ein Gitterrohrrahmen, wie das bei TVR üblich ist - und ein von GMD entwickeltes Chassis, entwickelt mit Hilfe der hauseigenen Software iStream, die unter Verwendung von F1-Komponenten extrem stabile Plattformen generieren kann. Das tönt alles nach: viel Geld, doch GMD behauptet, dass die Produktion dank der neuen Technologien um bis zu 80 Prozent günstiger ist als bei herkömmlichen Modellen. Und wenn man den «Zauberer» Gordon Murray kennt, dann dürfte da etwas dran sein.
Edgar sagt aber noch etwas, was im Zusammenhang mit TVR sehr wichtig ist: das neue Fahrzeug soll nicht gegen Ferrari und Porsche antreten, weder in Sachen Leistung und auch nicht beim Preis. Und es soll auch keiner dieser modernen, hyperteuren Supercars werden, sondern genau das beinhalten, was die TVR schon immer ausgemacht hat: Soul. Da hat jemand etwas begriffen - und das stimmt uns zuversichtlich
(Die Bilder haben wir am vergangenen Wochenende bei der Fernhurst Motor Co. gemacht, einem der bekanntesten TVR-Spezialisten - mit ausgezeichnetem Angebot, www.fernhurst-tvr.co.uk)


TVR
TVR

Original http://www.radical-mag.com/forum/tvr_-again-1718/seite_1-2

29 Jun 2015
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Das Netzwerk denkt mit...

Letzthin fand Blogleser Michael einen Satz 13 Zoll Ford Alufelgen in einer "Zu Verschenken" Gruppe auf Facebook.

Winterfelgen

Nicht der Oberburner das Design, aber ruft in meinem Kopp nicht sofort die Buchstaben ATU hervor. Und - sie sind zu Verschenken. Könnte man ja vielleicht für die Winterreifen nutzen. Die Winterfelchn waren ja extrem rostig und ich hab die nur noch so lala wieder aufgearbeitet, weil es einfach nicht mehr gelohnt hat. Der Verfall war zu weit fortgeschritten.

Ob das für mich was wäre - hmmm, ich hab echt etwas gegrübelt, aber für umme? Und als Michael zudem auch noch anbot sie zu bergen, sagt ich mir warum nicht. Haben ist besser als brauchen.

Reifen sind irgendwas mit 165 und 13 Zoll, waren auf einem Fiesta. Für mich leider unbrauchbar, aber ich hab ja gute Winterreifen, die sind nur eine Saison gelaufen.

Letztes Wochenende hat er sie dann erst einmal geborgen.

Winterfelgen

Ich hab Michael gesagt, er solle dem Verschenker einen Sixpack Bier mitbringen als Dankeschön, ersetze ich ihm natürlich. Ich finde so ein symbolisches Dankeschön gehört sich.

Noch liegen die bei Michael, der Winter ist ja noch weit und ich weiß auch nicht, ob ich sie schon diese Saison montieren soll. Wenn, dann würde ich die vorher umlackieren. Und bis dahin findet sich schon wieder eine Gelegenheit. Die Gruppe, in der sie angeboten wurden heißt "Seligenstadt verschenkt" und Darmstadt ist schon der halbe Weg von mir nach Seligenstadt., Kann man z.B. mit dem Altautotreff verbinden.

Danke an Michael - coole Aktion!

Original http://www.fusselblog.de/index.php/focht/das-netzwerk-denkt-mit

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29 Jun 2015
Zu den Favoriten hinzufügen   Peter Ruch  

Der neue Audi A4, Der neue Audi A4-1717

Der neue Audi A4

Damit wir das auch vermeldet haben: es gibt einen neuen Audi A4.

Audi wird im Herbst auf der IAA im Herbst den neuen A4 zeigen. Er ist bis zu 120 Kilo leichter als die bisherigen Modelle, 4,73 Meter lang und verfügt über 2,82 Meter Radstand. Natürlich ist alles vielviel besser als bisher, ist ja schliesslich: MQB. Die Antriebe wurden verbrauchsnormoptimiert (95 Gramm/km beim A4 2.0 TDI ultra), es gibt das feine «virtual cockpit» (natürlich nur gegen Aufpreis) und eine sensorgesteuerte Gepäckraumentriegelung für den gleichzeitig mit der Limousine erscheinenden Avant (Ladevolumen 505 bis 1510 Liter).
Und nein, wir schreiben nix zum Design. Es gibt ja auch nichts dazu zu schreiben.
Mehr Audi gibt es in unserem Archiv.


Der neue Audi A4

Original http://www.radical-mag.com/neuheiten/der-neue-audi-a4-1717/seite_1-2

28 Jun 2015
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15. Klassikertreffen an den Opelvillen

Dank des schönen Wetters kamen an die 3000 Oldtimer aus ganz Europa zum 15.Klassikertreffen an den Opelvillen in Rüsselsheim. Die unendlich grosse Mainwiese war voll mit Oldtimern und die schattigen Plätze unter den Bäumen im Stadtpark sowieso. Traktoren, Autos und Motorräder, viel Opel aber auch Amerikanisches, Alltagsklassiker oder Exoten. Jeder war willkommen und die 30000 Besucher fandens klasse. Das grösste eintägige Treffen dieser Art in Deutschland wird auch nächstes Jahr wieder stattfinden. Der Termin: 26.Juni 2016.

Klassikertreffen an den Opelvillen

Alle unsere Fotostrecken zum Klassikertreffen in Rüsselsheim findet ihr hier.

15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen15. Klassikertreffen an den Opelvillen

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#opelvillen

Original http://www.formfreu.de/2015/06/29/15-klassikertreffen-an-den-opelvillen/

28 Jun 2015
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Autosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im Taberwasen

Die Wallfahrtskapelle “Unsere Liebe Frau” im Taberwasen im Nordschwarzwald war heute nachmittag Treffpunkt für Autofreunde.

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)- Ortsgruppe Nordstetten – organisierte zusammen mit Diakon Klaus Konrad eine Autosegnung für eine unfallfreie Reisezeit. Nach einer geistlichen Andacht in der Wallfahrtskirche wurden Christopherus-Plaketten verteilt und die Fahrzeuge gesegnet. Natürlich war auch vor der Kapelle für Speis und Trank bestens gesorgt.

Ein paar Oldies, darunter der caprigrüne Wartburg 353, wurden direkt auf der Wiese vor der Wallfahrtskapelle geparkt…

Autosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im Taberwasen

Autosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im Taberwasen

Autosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im TaberwasenAutosegnung und Grillfest @ Wallfahrtskapelle im Taberwasen

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Original http://www.formfreu.de/2015/06/28/autosegnung-und-grillfest-wallfahrtskapelle-im-taberwasen/

26 Jun 2015
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CrossRoads Designers’ Rallye 2015

Ausfahrt mit Hindernissen

Der Termin der CrossRoads Designers’ Rallye steht schon seit ganz langem im Kalender und letztes Wochenende war es endlich soweit. Ein Treffen von Auto-Designern und guten Freunden, veranstaltet von Mitarbeitern von Kiska Design in Anif bei Salzburg, wo auch Start- und Zielpunkt der Ausfahrt ist. Wie schon im letzten Jahr reisten wir in zwei Gruppen von Mainz und von Stuttgart an und trafen und auf der Autobahn bei München. Mit dabei Porsche 993 und 997, Mazda MX-5, Honda S2000 und wir mit Nissan 350Z und Ferrari 308 GT4. Am Zielort angekommen erwarteten uns dann die anderen Kollegen aus ganz Europa und ein prima Empfang bei Kiska mit leckerem Barbecue. Leider deutete sich an unserem GT4 ein mittelschweres Problem an. Mit einer Benzinlache unter dem rechten Tank markierte er das Revier auf dem Parkplatz und die exakte Position des Lecks war auch nicht mit Hilfe des herbeigerufenen ‘Gelben Engels’ vom ÖAMTC zu bestimmen. Der Regen erschwerte die Suche zusätzlich und so war die einzig richtige Entscheidung, den Ferrari in der Garage zu parken und die Behebung des Problems auf Montag Vormittag zu verschieben.

Nach einem kurzweiligen Briefing am Samstag Morgen ging die ganze Clique auf die leider regennasse Piste. Das Fax mit dem Schönwetterwunsch an Petrus war irgendwie nicht angekommen… Von Salzburg ging es zunächst in Richtung Westen, über Inzell, St Johann in Tirol, durch Kitzbühel über den Pass Thurn zum Mittagsstopp im Sunnseit Restaurant, wo wir schon mit feinem Essen und tollem Ausblick erwartet wurden. Der Nachmittag war sonniger und die Strecke führte durch den Felbertauerntunnel hoch zum Staller Pass. Grandioser Ausblick auf den See und die Berge und weiter oben auch noch bis nach Italien. Hier trafen wir auch auf eine Gruppe Biker, die mit ihren ausnahmslos selbstgebauten Untersätzen direkt aus einem der Endzeitfilme MadMax  entsprungen zu sein schienen. Sie wissen schon lange, was wir noch nicht zu ahnen wagen. Eines Tages werden auch wir mit unseren alten Blech-Schüsseln so auf Reisen gehen und unsere Karren mit Blechdosen flicken und um jeden Tropfen Benzin betteln. Vielleicht auch nicht. Warten wir’s mal ab…

Gegen 18 Uhr fuhren wir dann die Passstrasse zurück und rauf nach Kals um das Nachtlager im äusserst schicken Gradonna Mountain Resortaufzuschlagen. Eine gute Wahl und es blieb noch etwas Zeit, um vor dem Essen eine Runde im Pool zu paddeln und sich im Dampfbad bedampfen zu lassen, bevor es gesellig bis spät in der Nacht weitergeht – Danke Denisa, dass du es so lange an der Bar mit uns ausgehalten hast.

Beim Briefing am nächsten Morgen erfuhren wir, dass die Route modifiziert werden musste und das Frühstück ausgedehnter ausfallen kann, da es auf der geplanten Großglockner-Route geschneit hat und die Strasse wohl gesalzt wurde. Der Ausblick in den Nebel und die tiefhängenden Wolken sei auch nicht so der Hit und deshalb geht die Route auf relativ direkten Weg zurück nach Salzburg, von wo aus die meisten Teilnehmer wieder die Rückreise antraten. Unser GT4 konnte erst am Folgetag – nach kurzer Reparatur in der nahegelegene Oldieklinik Bruckner – nach Hause fahren. Danke nochmals an die Schrauber! Ein ganz großes Danke natürlich an das fantastische Kiska-Team, das wieder einmal alles perfekt organisiert hat und uns ein wundervolles Wochenende beschert hat. Für das Wetter, so haben wir ja neulich bei einer anderen Veranstaltung gelernt, konnten sie nichts. Denn das bringen die Teilnehmer selbst mit… Servus und bis im nächsten Jahr!

CrossRoads

formfreu.de: CrossRoads 2013
formfreu.de: CrossRoads 2014

Garage GT4: CrossRoads

CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015CrossRoads Designers’ Rallye 2015

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Original http://www.formfreu.de/2015/06/26/crossroads-designers%E2%80%99-rallye-2015/

26 Jun 2015
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Nummer 1 ist dran.

Ich war ein paar Tage gesundheitlich ausgefallen. Wer hat eigentlich den Herbst mal kurzerhand in den Juni verlegt? Aber gestern konnte ich endlich mich wieder in die Werkstatthölle einnisten.

Also her mit der Flex und mein Reparaturblech für den linken Längsträger beigeschnitten, herausfiletiert, was ich brauche.

Nummer 1 ist dran.

Dauerte natürlich eine ganze Weile, bis ich wirklich so weit war, das anzusetzen. Als es so weit war, habe ich das Reparaturteil mit Grippzangen in Position gebracht.

Nummer 1 ist dran.

Und dann wurde es wieder hell in der Werkstatthölle, das Schweißgerät schoss UV Strahlen durch den Raum.

Nummer 1 ist dran.

Nach Abschluss der Schweißarbeiten habe ich den Längsträger innen und außen fertanisiert, um auch den verbliebenen Rost einzudämmen. Ich geh auf Nummer sicher das wird sowohl mit Brunox als auch später mit Brantho Korrux behandelt. Sicher ist sicher.

Nummer 1 ist dran.

Ich will da nicht noch einmal rangehen in den nächsten Jahren. Dass zudem auch noch Mike Sanders reinkommt, brauche ich nicht weiter erwähnen, oder?

Leider habe ich für diese Seite kein Reparaturblech für die Endspitze, das habe ich nur für die andere Seite - dachte ich. Als ich es drangehalten habe, musste ich feststellen: Scheiße, das ist eine Endspitze für das Schrägheck.

Endspitze

Als ich nach Reparaturblechen gesucht habe, musste ich feststellen: Ja, die Endspitzen gibt es noch, jedoch sind die mir eigentlich zu teuer. Mal sehen, ob ich da was drehen kann. Wenn nicht, baue ich sie eben selber.

Original http://www.fusselblog.de/index.php/nummer-1-ist-dran?blog=29

 
24 Jun 2015
Zu den Favoriten hinzufügen   Peter Ruch  

Der Clubman, Mini Clubman 2217

Wir mögen das Wort
Mini nicht verwenden

So ein Clubman ist mittlerweile ein richtig ausgewachsener Kombi. Mit sechs Türen!

Wir fragen uns, ob BMW noch Namensrechte an einem ehemaligen Lastwagenhersteller hat. Haben sie, British Leyland gehört ihnen. Die haben einst Ikonen wie den Sherpa gebaut. Unsere etwas älteren Leser werden sich mit Schrecken erinnern. Denn der neue hat mit einer Länge von 425 cm nun gar nichts mehr mit dem Namen Mini zu tun. Klar, das ist schon länger so, allein der Countryman sieht aus, als ob man drei Ur-Minis einem blinden plastischenChirurgen zum «zusammenfügen» überlassen hätte. Nun also noch der Clubman. Allein beim zählen der Türen wird klar, das ist ein richtig grosses Auto. Sechs Türen hat der Neue nun, als zwei am Heck und vier an den Seiten. Und, für die ganz schwachen im Land: die hinteren zwei Türen kann man auch mit elektrischer Betätigung haben. Welch Fortschritt, wie ziehen den Hut. Er ist nicht nur lang sondern mit 180 cm auch ziemlich breit, der ehemalige Kleinwagen. Und, so richtig leicht ist er zwar schon länger nicht mehr. Aber ein Basisgewicht von 1375 kg (ECE) für einen Dreizylinder-Benziner - ein Schelm wer da an eine Kur bei Weight Watchers denkt. Natürlich, alles ist moderner, noch viel mehr Assistenzsysteme als bislang, alles ist edler, besser verarbeitet, ihr kennt das ja. Vorerst belässt es Mini in der Schweiz bei drei Motoren, zwei Benziner (136 und 192 PS) sowie ein Diesel mit 150 PS. Die Preise beginnen bei 31’000 Franken, der Diesel kostet mindestens 34’000 Franken. Auch bei den Preisen scheint zu gelten: bigger is better.Der Clubman, Mini Clubman 2217
Aber: der Mini Clubman ist in der aktuellen Konfiguration nicht eher ein Spielzeug wie das Vorgängermodell mit der einen Türe im Fond. Es scheint ein echt nutzbarer Fünfplätzer zu sein, der neue Clubman. 360 Liter fasst der Kofferraum, legt man die dreiteiligen Rückenlehnen der Fondsitze ab, sollen es 1270 Liter sein. Immerhin. Und: Immer noch redet man in der Pressemitteilung von Go-Kart-ähnlichem Fahrverhalten. Dieses haben wir dem ersten Mini der Neuzeit, damals, gerne zugestanden. Aber der Kombi, sorry, löscht dieses Wort einfach aus dem BMW-Computern. Nein, natürlich konnten wir den neuen Clubman nicht fahren, dürfen wir nach diesen Zeilen vielleicht auch nie. Aber 1375 kg haben mit einem Go-Kart etwas so viel zu tun wie Rainer «Calli» Calmund mit einem Veganer. Mehr Infos hat der Mini-Händler des Vertrauens, der sich wohl bald im Gewerbegebiet neben Scania oder Mercedes-Trucks ansiedeln muss…
Mehr BMW und Mini gibts im Archiv.


Der Clubman, Mini Clubman 2217

Jööööh!

Der Clubman, Mini Clubman 2217

Text: Cha, Fotos: Werk.

Original http://www.radical-mag.com/neuheiten/mini-clubman-2217/seite_1-2

24 Jun 2015
Zu den Favoriten hinzufügen [1 Benutzer]   Peter Ruch  

Sex nach Fünf, Fahrbericht Volkswagen T6 2216

Fahrbericht
Volkswagen T6

Der neue VW-Transporter ist nicht wirklich neu. Aber wirklich gut.

Generation Six. An jeder Ecke hing an der Fahrpräsentation in Schweden ein Schild mit dieser Aufschrift. Erfahrene Autojournies wissen, wenn ein Hersteller so offensiv die «Neuheit» bewirbt, dann ist was im Busch. Genau, denn der T6 ist irgendwie nicht die sechste Generation des legendären Bulli. Sondern eher, Fünf plus. Doch VW hat ja Erfahrung mit solchen Spielchen. Schon der Golf VI war nur ein überarbeiteter Golf V, wurde trotzdem vollmundig als neue Generation gepriesen. Nun also das selbe Spiel beim Transporter. Dabei hat er es doch gar nicht nötig. Denn der T6 ist auch als gepimpter T5 immer noch ein hervorragendes Auto. Fährt sich wunderbar, profitiert von neuen, etwas leiseren Triebwerken und neu arrangiertem Innenraum. Dazu gabs ne neue Front, etwas Zeichenarbei am Heck und viel Bling-Bling, wie die Chromfelgen die wir auch schon von New, New, New, New Beetle kennen.
Technisch gesehen gabs ein überarbeitetes Fahrwerk. Und man bekommt die elektronisch gesteurten Dämpfer jetzt auch im Bulli. Ob das Braucht? Ein komfortable Grundabstimmung hätte in unseren Augen auf jeden Fall gereicht. Auch mit dem T6 werden die wenigsten auf die Nordschleife wollen. Und die, die das wollen hauen eh ein komplett anderes Fahrwerk rein. Egal, in der Komfortstellung rollt der Wagen durchaus elegant ab, den Passagieren war auf den ersten Fahrten jedenfalls sehr wohl im Fond. Drückt man dann auf Sport wird die Abstimmung deutlich straffer. Der Gewinn an Sportlichkeit steht aber in keinem Verhältnis zum Verlust an Komfort.
Sex nach Fünf, Fahrbericht Volkswagen T6 2216
Sehr gut gefallen hat uns der 150-PS-Diesel mit seiner linearen Kraftentfaltung. Und auch die Abstimmung des DSG passt wunderbar, man kann das Drehmoment sehr gut ausnutzen, ohne dass das Getriebe unnötige Schaltvorgänge einstreut. Neu kann man mit dem T6 auch «Segeln», der Wagen rollt ohne Last also ohne Kraftschluss zum Getriebe einfach einher. Deutlich mehr Dampf hat natürlich des BiTDI mit 180 PS. Wem das alles nicht reicht, der kann natürlich auch einen Benziner mit 204 PS bestellen. Das haben wir dann, aus Rücksicht aufs Tank-Budget von VW, sein lassen.
Wie gesagt, auch im Innenraum ist einiges gemacht worden. Wohl nur das Navigationssystem mit dem aus heutiger Sicht mickrigen Bildschirm zeigt, dass man hier keine komplette Neukonstruktion vor sich hat. Bis zur echten neuen Generation des VW Transporters dürfte es also noch so fünf bis sieben Jahre dauern. Aber, das ist wirklich nicht schlimm, denn der T6 ist ein wirklich gutes Auto. Viel Platz, ein äusserst luftiges Raumgefühl und vor allem zwei mächtige Schiebetüren machen das Auto zum Traum der Grossfamilie werden. Oder der Kleinfamilie mit platzfressenden Hobbies. Aber es muss schon gesagt sein, der T6 ist schon nicht mehr so frisch ist wie die V-Klasse von Mercedes. Aber, man kann einfach nicht immer gewinnen. Den für Privatanwender wohl interessanteste Variante, den  Multivan, gibt es ab 32'910 Franken. Ein heisser Preis. Jedenfalls für all jene, denen 84 PS genügen...
Mehr Volkswagen gibts im Archiv.


Sex nach Fünf, Fahrbericht Volkswagen T6 2216
Sex nach Fünf, Fahrbericht Volkswagen T6 2216

Original http://www.radical-mag.com/erfahrungen/fahrbericht-volkswagen-t6-2216/seite_1-2

Mehr lesen von : Jens Tanz

Current Article

24 Sep 2013

Jens Tanz (Sandmann)

Das Leben ist zu kurz für kleine Autos und abgegriffene Geschichten. Steht auf: Deutsche Oldtimer im Alltag und die 70er. Leidenschaft: Rotwein, Kaminfeuer und Gitarre.

Website: sandmanns-welt.de

 

Created Dienstag, 24. September 2013 Created by Jens Tanz Categories Autoren
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15 Jun 2015
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Seid ihr Finanzierer?

Seid ihr Finanzierer?

Haben wollen. Nicht bezahlen können.

Autos.
Ich kaufe meine Autos normalerweise für eine Handvoll Euro bar. Was heißt normalerweise, ich habe ALLE meine Autos bisher bar bezahlt, der mit Abstand teuerste war damals anno 2001 der Audi V8. Das Geld für den hatte ich aber locker, weil ich vorher meinen Cadillac Eldorado für knapp den doppelten Kaufpreis an den Mann brachte. Ich Fuchs. Zeiten ändern sich, die D-Mark ist nicht mehr da und der Anspruch an ein Auto wird mit zunehmendem Alter größer. Bei einigen von uns jedenfalls. Ich für meinen Teil fahre weiter mit einem 38 Jahre alten Audi 100 durch die Gegend, aber der weibliche Teil wünscht sich mehr Zuverlässigkeit und ein bisschen Komfort im Alltag. Und weniger abfallende Teile auf Autobahnen. Stimmt ja auch. Und da grübel ich mal nach über das, was da angeblich so geht.

Ich bin nicht so der Kredit-Aufnehmer.
Wenn wir als kleine Familie nun aber über einen S212, also das letzte T-Modell der E-Klasse mit vier Augen vorn, nachdenken – wird das ein bisschen dünn mit den Barreserven. Ich hab im Netz viele zu viele verlockende Angebote gefunden. Ich hab im Netz aber auch eine Grafik gefunden, die alle Risiken und auch alle Vorteile bei der Autofinanzierung aufgreift. Das meiste davon wusste ich schon, einiges war mir neu. Zum Beispiel, dass ich im EU-Ausland bis zu 40% sparen kann, was ist denn da falsch gelaufen? :-) Haben Sie da schon mal Erfahrungen gemacht?

 Seid ihr Finanzierer?

Hm.
Es gibt also genau wie Mietwohnungs-Nebenkosten-Vergleicher und Handytarif-Vergleicher auch Kredit-Vergleicher wie SMAVA, von denen die Grafik ist. Das ist ja eigentlich nicht so verkehrt, ich habe weder BWL studiert noch bin ich auf dem Finanzmarkt firm. Aber ist das, wenn ich meine Möglichkeiten kenne, vielleicht so wie ein versoffener Abend vor mobile.de, wo man entweder in Depressionen versinkt, weil es so viele wundervolle und gar nicht so teure Autos zu kaufen gibt oder am nächsten Morgen verkatert aufwacht und am viel zu früh klingelnden Telefon jemand fragt, wann man denn heute den Jaguar abholen käme? Seid ihr Finanzierer? Oder ist das einfach gut, weil ich es nutzen kann, wenn ich es brauche? Und sonst eben nicht? Viele Fragen. Ich geh mal ein bisschen Bargeld holen. Mit der Mofa.

Bares ist Wahres

Bares ist Wahres

Mich interessiert an dieser Stelle Ihre und eure Meinung.
Im Jahr 2015 kann sich fast jeder einen nagelneuen Mercedes leasen oder finanzieren. Der Charakter als „Statussymbol“ hat sich gewandelt. Ich weiß, dass die meisten von euch genau wie ich ihre Autos bar bezahlen und selbst am Laufen halten. Aber die Zeiten, wo nur Bares wirklich Wahres war sind vorbei. Was ist also mit den anderen? Finanziert ihr? Hausbank? Bank des Händlers? Online? Macht das Sinn? Ich stopfe derweil noch ein paar Euro in den Strumpf unter meinem Bett, denn irgendwann wird sie kommen, die neuere E-Klasse. Nicht neu, aber neuer. Und rostfrei :-) Damit mein halbfinnisches Fräulein Altona keinen Auspuff mehr verlieren muss…
Erzählt es mir…

Sandmann

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Created Montag, 15. Juni 2015 Tags Autokredit | Barzahlung | finanzierung | Fremde Federungen | Kredit Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
12 Jun 2015
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Verdammte letzte Tage

Verdammte letzte Tage

Am Ende einer Reise

Gerade noch fährt man voller Endorphine und mit guter Musik im Ohr für eine Woche in ein Häuschen am Meer. Der Hinweg. Sieben Tage Alleinsein, einen Haufen Arbeit, viele Wörter aber auch gute Zeiten mit einer Kaffeemaschine und chilligen Abenden. Wenn Sie auf dem Hinweg sind, denken Sie am ersten Abend, die vor Ihnen liegende Zeit entspricht einer kleinen süßen Ewigkeit. Und nur ein Augenzwinkern später stehen Sie in einem aufgeräumten Wohnzimmer, die meisten Sachen sind schon tief im Kofferraum des Audis verpackt und es ist der letzte Abend :-( Ich hasse letzte Abende. Sie machen mich melancholisch und traurig. In dem noch nicht abgebauten Computer singt Herr Mumford irgendwas von einem Wilder Mind, und in dem noch nicht ganz dunklen Himmel geht die Sonne unter und taucht die Küste in ein tiefes Rot. Ich will zum Strand. Ich möchte mich verabschieden.

Die Hütte ist vorbereitet und sauber. Fast verlassen.

Verdammte letzte Tage

Sieht nach Mehr Platz aus als es ist.

So ein Sandmann ganz alleine ohne menschliche Peripherie macht nicht viel Dreck. Man sagt mir nach, ich sei stubenrein, und wenn niemand guckt bin ich regelrecht minimalistisch. Es ist mir an sieben Abenden gelungen, weitestgehend vom selben Geschirr zu essen, aus dem gleichen Glas zu trinken und die Krümel nur um den Tisch herum zu verteilen. Ohne Spülmaschine wird man sparsam :-) Ein bisschen Staub vom Kaminholz hier, ein kleiner Rotweinfleck auf dem Tisch da, nichts, was sich nicht restlos beseitigen ließe. Dank einer komplett vitaminfreien Ernährung ist es mir auch gelungen, alle noch vorhandenen lebensmittelähnlichen Reste aus dem Kühlschrank zu einem relativ homogenen Abendessen zu kombinieren, was danach noch nicht gegessen ist nehme ich morgen mit nach Kiel. Eine Flasche Henkell Trocken steht für später bereit, ich glaube perliger kalter Sekt hilft besser gegen aufkommende Melancholie als Rotwein. Aber jetzt erstmal raus, mit dem Auto an den langen, fast endlosen Strand, wo die Sonne nach erfüllten und sehr produktiven Tagen endgültig im Meer versinken wird. Zumindest für heute.

Verdammte letzte Tage

Harmonie mit gelbem Licht

Da stehen Bunker in den Dünen, die nicht nur eine ähnlich schlimme alte Geschichte erzählen wie die einbetonierte MG-Lafette auf dem Blåbjerg, sondern auch einen prima Sockel für viele viele neue Fotos liefern. Ich hab zwar mein Stativ (wie immer) dabei, aber ich benutze es (wie immer) nicht. Lieber suche ich mir Steine, Mülleimer oder Baumwurzeln, so eine Kamera kann man ja fast überall draufstellen, und nur sehr selten fällt sie runter und noch viel seltener geht sie dabei kaputt. Bis jetzt erst ein mal. Oder… ich klettere eben auf einen Bunker. Damit Sie sich nicht zu Tode langweilen habe ich mich hier auf ein paar wenige stimmungsvolle Bilder des Dottore mit laufendem Motor und ziemlich gelbem Licht beschränkt. Der 38 Jahre alte Audi 100 LS ist ziemlich oft Mittelpunkt meiner Fotos geworden, okay, das ist hier auch grundsätzlich ein Autoblog, da darf er sich in den Vordergrund spielen. Ich selbst mach das ja auch schon oft genug. Und heute Abend ist die Kaffeemaschine mal nicht mit draußen, die kennt den Strand ja schon, also sind es nur wir zu fünft. Der alte Audi 100, die Sonne, das Wasser, der Strand und ich.

Verdammte letzte Tage

Perspektivwechsel vom Bunker

Nach und nach verschwinden die Protagonisten. Hier oben auf dem klotzigen Bunker, der hinter dem Parkplatz in Henne Strand rumliegt kommt die Sonne noch einmal ein bisschen weiter raus. Selbst der dunkelste Abend lässt sich aufhellen, wenn man die Perspektive verändert. Aber auch nur temporär. Ich denke in diesen Momenten immer wieder an meine beiden großen Töchter, denen ich all die Jahre am Ende eines Urlaubs, wenn sie traurig wurden, immer wieder gesagt habe dass jedes Ende eines Urlaubs der Anfang der Freude auf den nächsten Urlaub ist. Sie haben das so verinnerlicht, dass sie inzwischen MIR mit den gleichen Worten die Traurigkeit nehmen :-) Doof: die sind nicht hier. Niemand ist hier. Aber hier ist auch nicht das Ende eines Urlaubs, es ist das Ende einer Arbeitswoche. Ich kann mir das noch so oft wie ich will einreden, das macht es nicht besser. Audi: verschwindet jetzt. Ich fahre an den Rand des Parkplatzes und gehe die letzten Meter zu Fuß. Der Sand knirscht weich unter meinen nackten Füßen, er ist warm und weich und ich stapfe zu den beiden Holzbänken, wo ich an diesen Tagen so oft gesessen habe.

Verdammte letzte Tage

Pathos mit geradem Horizont

Die Nordsee ist sehr ruhig. Die sinkende Sonne bemalt die kleinen Schaumkronen chromig mit einem Hauch Orange, der Abendhimmel ist wolkenlos und niemand sonst ist hier, um sich dieses unfassbar schöne Schauspiel anzusehen. Die sitzen alle schon da drinnen vor ihren Flachbild-Fernsehern und glotzen den gleichen Scheiß, den sie auch im Alltag in Deutschland jeden Abend glotzen. Schon vier mal gesehene Blockbuster, permanent unterbrochen von blödmachenden Netto-Lebenszeit-Werbeblöcken über dick machende Müslis, schlank machenden Ekelbrei und wohlschmeckendes Abführmittel. Sie fläzen auf ihren Sofas im Mief ihrer unsexy Jogginghosen, während doch die Natur hier draußen ihren ganz eigenen Film zeigt, ohne harte Schnitte, ohne Werbung und immer wieder neu – und doch so vertraut. Sehen Sie, diesen Vorteil hat die Nordsee gegenüber der Ostsee definitiv: Die Sonne geht über dem Meer unter. Man muss nicht als verliebter Teenager in einer lauen Sommernacht am Strand von Sylt fassungslos auf das Meeresleuchten gestarrt haben, um eine niemals enden wollende Zuneigung zu solchen Szenen an der Westküste zu entwickeln. Aber es fördert das ungemein.

Verdammte letzte Tage

Bring es auf die Bank

Auf der Bank am Strand von Henne bekommt man keine günstigen Kredite. Da kann man nur so vor sich hin sitzen und zusehen, wie der Tag langsam zur Nacht wird. Und man kann eine steigende Anzahl von kleinen Schildchen entdecken, warum auch immer hier ein paar Päärchen ihre Namen auf das Holz geschraubt haben. Haben die sich hier verlobt? Oder einfach nur verewigt? Ich frage mich, welchen Kredit das Leben diesen Liebenden, diesen Beziehungen gewährt. Günstig ist die Zeit, welche wir uns nur geliehen haben nie. Und die Zinsen sind hoch. Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat haben die Brillen ihre rosa Farbe verloren und man verinnerlicht, dass Liebe viel Arbeit ist. Dass ein Zusammenleben niemals zum Murmeltiertag werden darf und dass nichts, aber auch gar nichts sicher ist. Dass man sich jeden Tag neu entdecken und neu angucken muss und sollte. Das ist eine fast unlösbare Aufgabe, an der inzwischen die Hälfte der Menschen offiziell scheitert. Wenn die Augen offen sind und man respektvoll mit dem anderen umgeht, mit seinen Wünschen, seinen Sorgen und auch seinen Ängsten – dann kann etwas wundervolles daraus wachsen. Jeden Tag wieder. Ach Ulla & Wolfgang, Jule und Dennis, Jacqueline + Norman, Sabine og Axel und ihr zwei ganz unten, die schon beim Gravieren der Platte Geld sparen wollten – ich wünsche euch im Angesicht des Sonnenuntergangs alles Gute. Möget ihr mit eurem Zeitkredit etwas schönes erleben und nicht eines Tages zu dieser Bank hier zurückkehren, um etwas zu suchen, was es nicht mehr gibt.

Verdammte letzte Tage

Der ewige Kreislauf

Zu Hause in Kiel und Hamburg erwartet mich eine Welt, die inzwischen so ist, wie ich sie mir selbst mit offenen Augen gebaut habe. Nicht alleine, sondern mit der Hilfe von vielen lieben Menschen um mich herum. Eine Welt, in die ich gern zurück kehre, zumal sie nicht so einsam ist wie eine Woche in Henne Strand. Und genau deshalb machen mich die letzten Abende immer so fertig. Die Zeit ist vorbei, aber trotzdem ist man noch da. Ausschlafen ist nicht, weil der Schlüssel um 10:00 Uhr bei der Ferienhausvermittlung sein muss. Frühstücken ist morgen auch nicht, das krümelt ja wieder alles voll. Und außerdem packt mich diese größer werdende Traurigkeit, die ihren Gipfel morgen Vormittag im Abschließen der Haustür finden wird. Ich habe zu viele Dinge in meinem Leben loslassen müssen. Als Kind, wo ich es nicht selbst in der Hand hatte. Als junger Mann, als ich es selbst in der Hand hatte und es verkackt hab. Und als reifer Erwachsener, als ich es mal wieder nicht selbst in der Hand hatte. Nicht alles war immer weg, aber wenn die großen Säulen der Sicherheit wackeln wird das Fundament bröckelig. Ich habe gelernt, mich dort zu Hause zu fühlen, wo es schön ist und wo Menschen sind, die ich liebe. Nachdem man mir zwei mal mein Zuhause genommen hat, ohne mich nach meiner Meinung zu fragen ist das für mich ein guter Weg, der die Seele beschützt und mich innerlich ankommen lässt. Aber im Gegenzug geht es mir immer schlecht, wenn ich einen schönen Platz verlassen muss. Verdammt. Wie man’s macht…

Verdammte letzte Tage

Blicke ich nun zurück oder nach vorn?

Nicht mal Seevögel sind heute Abend hier, während ich meinen tristen Gedanken freien Lauf lasse. Nein, ich bin kein depressiver Mensch, ich kann einfach nur nicht gut loslassen. Ich weiß, dass morgen ein neuer schöner Tag beginnt, ich freue mich auf meine großen und kleinen Frauen und sogar auf die vor mir liegende Woche, in der ich wieder über alte Autos schreiben kann. Aber manchmal brauche ich die Traurigkeit, um an anderer Stelle wieder lachen zu können. Das Meer platscht und rauscht an den Strand, die Luft riecht salzig und leicht nach verbranntem Holz. Der Wind streicht ganz leise durch die Gräser auf den Dünen, und man kann dieser roten Sonne jetzt förmlich zugucken, wie sie immer kleiner wird. Selbst wenn ich wollte, ich könnte das jetzt nicht mehr verhindern, auch nicht wenn ich nochmal auf den Bunker kletter. Sie geht unter und macht der Nacht platz. Ich fahre gleich zurück ins Häuschen, zünde noch ein paar Kerzen an und höre ein bisschen neue, gute Musik. Danke Internet, danke iTunes. Jackson Browne hat in einem Lied einmal gesungen, dass die Roadies nach seinen Konzerten einen guten Job machen, aber dass sie bitte erst alles andere einpacken sollen, bevor sie sein Klavier holen. So ist das heute Abend mit meinem Rechner, dem Desktop, auf dem die Musik drauf ist. Der bleibt bis zum Ende morgen früh stehen und spielt wie die Band, als die Titanic schon am Sinken war.

Verdammte letzte Tage

Bis nächstes mal, Nordsee

Klingt alles sehr pathetisch, metaphorisch und fatalistisch, oder? :-) Aber nein, so schlimm ist es ja gar nicht. Ein ganz normaler letzter Abend, gepresst durch die verstärkende Tatsache, dass die Einsamkeit hier keine Chancen zur Ablenkung erfährt, wenn man erstmal in der Mühle drin ist. Also Augen auf und durch. Vielleicht gebe ich es mir auch noch richtig dreckig und spiele ein bisschen Gitarre, die habe ich die ganze Woche über kaum angerührt. Gute Nacht, liebe Sonne. Bis morgen. Und tschüss Nordsee, du immer rauschendes Meer, ich werde wiederkommen. Mal sehen welche Geschichten das Leben bis dahin neu geschrieben hat. Verdammte letzte Abende! Ich freue mich auf alles, was kommt. Denn es geht immer weiter.

Sandmann

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Created Freitag, 12. Juni 2015 Tags Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Dänemark | Henne Strand | letzter Abend | Reise Reise | sonnenuntergang | Typ 43 Document type Video
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09 Jun 2015
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Strandmanns Kaffeewelt

Strandmanns Kaffeewelt

Sonne, Wind und Kaffeebohnen

Wann haben Sie zuletzt Ihrer Kaffeemaschine den Strand gezeigt? Oder waren mit ihr einkaufen? Hatten Sie schon mal zusammen auf einer Hüpfblase ausgelassen Spaß? Ich nutze die Zeit im dänischen Henne Strand, um meinem mitgereisten Freund Moltio alle diese Freuden angedeihen zu lassen. Parallel dazu schreibe ich eine Menge Artikel und erstelle Facebook Postings, muss also arbeiten. Viel arbeiten. Aber wenn ich grad mal nicht schreibe – sind wir zwei unterwegs. Er und ich mit dem 38 Jahre alten Audi 100. Es ist ja sonst keiner da, meine Familie blieb daheim und meine besuchswilligen Freunde habe ich allesamt ausgeladen. Glauben Sie mir, wenn man tagelang mit niemandem gesprochen hat, wohnt einem Kaffeevollautomat ein noch viel größerer Unterhaltungswert inne als so manchem menschlichen Begleiter.

Ich werf Sie gleich mal mitten ins Geschehen.

Strandmanns Kaffeewelt

Endlich. Ein guter Freund.

In Strandmanns Ferienhaus geht der ungemahlene Kaffee zur Neige. Im Supermarkt von Kobmand Hansen, auch bekannt als „Der König von Henne Strand“, wird allgemein eingekauft, wenn der ungemahlene Kaffee alle ist. Ich habe mir wie schon beschrieben abgewöhnt, deutsche Lebensmittel zu importieren, das shoppen mit Fremdwährung macht hier viel mehr Spaß und erweitert den Horizont. Alles ist voller Farbstoffe und Sachen, die ich weder erkennen noch entziffern kann. Super. Das geht nicht jeden Tag gut, gestern strich ich mir voller Lebensmittel-Optimismus etwas auf mein luftiges Brötchen, von dem ich glaubte, es sei Krabbensalat. Tiefseekrabbensalat. Das Bild auf der Packung jedenfalls sah ganz danach aus, aus einer dicklichen weißen Sauce lächelten mich rote gepellte Schalentiere an und winkten mit den Fühlern. In meinem Mund entpuppte sich die teuer erworbene Feinkost als zähflüssige, salzige Paste mit Spargel und anderen Sachen drin, ich glaube, ich habe seit Jahren nichts widerlicheres gegessen. Bäh. Weg damit. Seit dem bin ich vorsichtig geworden und beschränke mich auf Tiefkühlpizza, Pommes und rote Pölser. Na ja und Kaffee. Was ist die Freude groß, als wir beim Kobmand ein altertümliches sympathisches Mahlwerk treffen und Moltio sofort mit ihm Freundschaft schließt. Die beiden haben sich von Anfang an verstanden, und auch der feilgebotene Kaffee scheint was zu taugen.

Nehmen wir den?

Nehmen wir den?

Um uns herum bewegen sich drei Kategorien von Menschen.
a) diejenigen, die genau wie ich in ihrem Ferienhaus eine mehr oder weniger schlechte billige Brühmaschine stehen haben und neidisch dem gut aussehenden Norddeutschen hinterhergucken, der diesen gut aussehenden großen Brühwürfel durch den Supermarkt schleppt und heute Nachmittag bestimmt guten Kaffee trinken wird.
b) diejenigen, die sich fragen, ob das Gerät wohl kaputt sei und ob ich es hier irgendwo umtauschen will und wo hier denn überhaupt diese Saecos stehen, die man anscheinend kaufen kann, andere Gründe kann es nicht geben warum der Typ das Teil durch den Laden trägt.
c) unbeteiligte Touristen in gleichen bunten Multifunktionsjacken. Ich treffe Helga und Dieter wieder, sie unterhalten sich ausführlich über den Preisunterschied der dänischen Lebensmittel zu deutschen Lebensmitteln und dass bei Lidl doch alles viel billiger sei. Dieter hat auf seinem Handy aus dem letzten Jahrtausend (aber mit Gürteltasche) den Taschenrechner gezückt und wirft Helga ständig die Europreise über die Truhe an den Kopf. Was für ein erfülltes Leben. Ich meine auf ihren Schultern interessante neue Muster in den lila Windbreakern zu erkennen, vielleicht ist das aber auch nur Fasanenscheiße.
Ich wuchte die Kaffeemaschine neben dem Laufband der Kasse auf den Tisch, lächel die beiden hübschen, aber verwirrt guckenden Däninnen dahinter an und flüster leise: „Don’t ask...“ :-) Das fanden die wohl ziemlich lustig, die eine prustet sich Kaffee durch die Nase und die andere giggelt in ihre Kasse und vertippt sich ständig. Hihi. Wir verlassen den Konsumtempel und fahren mit dem Audi rüber nach Houstrup. Da habe ich in der Vergangenheit auch ein paar Häuschen gemietet, und da ist vor der lokalen Ferienhausvermittlung eine tolle Hüpfblase. Einmal in jeder Dänemarkwoche muss ich mich da austoben, und Moltio will das heute auch.

Strandmanns Kaffeewelt

Großer Spaß auf Luft

Kennen Sie diese Blasen? Die prominenteste der dänischen Nordseeküste ist bei Blavand, wo man, wie ich inzwischen gelernt habe, auch einen köstlichen Kuchen kaufen kann. Aber die hier ist auch super und nur 5 Minuten entfernt. Schuhe aus und rauf da, am liebsten mit mehreren Personen. Und spätestens wenn es einen derart zerlegt dass er oder sie sich auf den Hintern setzt, während die anderen noch hüpfen bekommt man einen nachhaltigen Eindruck der physikalischen Begriffe Kraftverteilung, Trägheitsmoment und Impulserhaltung. Für Nicht-Physiker: Man fliegt unkontrolliert sehr sehr hoch und eskaliert letztendlich neben dem Gummiteil auf dem Rasen. Mit Moltio bin ich natürlich ein bisschen vorsichtiger, hier treibt mich nicht der fiese Sadismus, der immer wieder aufflammt, wenn eins meiner Töchterchen im Fadenkreuz auftaucht :-) Wir haben Spaß. Die Kaffeebohnen rascheln fröhlich im Kaffeebohnenfach wie in meiner Jackentasche die Zigarillos, das Wasser im Wasserbehälter schwappt so rhythmisch wie in meinem Bauch das Frühstücksbrötchen mit Leberpastete und erschöpft und lachend sitzen wir noch lange am Rand der Blase in der Sonne und gucken den vorbeifahrenden Autos zu. Das Leben ist schön. Und die Zeiten zwischen den Arbeitsphasen kann man hier durchaus angenehm gestalten.

Aber ein Sandmann fühlt sich aber erst wohl, wenn er Sand sieht.

Strandmanns Kaffeewelt

Sylt? Nein. Aber so ähnlich.

Wie das einem Kaffeevollautomaten beim Anblick von Sand geht weiß ich nicht. Moltio ist vom Gehopse eben und von unserem Besuch auf der Düne und dem Blåbjerg heute Morgen noch ein wenig benommen, ich denke, die Höhenluft war vielleicht ein bisschen viel für ihn. Was für ein Leben. Die ganze Zeit durch die Gegend getragen werden, Land und Leute kennen lernen und ab und an mal einen kleinen Kaffee pressen. Vielleicht auch mal ne Milch schäumen. Klasse. Aber ich gönne der Saeco dieses Leben, und das Ding scheint mit sich und der Welt ganz und gar im Reinen zu sein, nach der Begegnung im Supermarkt erst recht. Er macht, dass ich morgens gut wach werde. Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte habe ich mein schwarzes Gold immer mit einer orangen Melitta aus den 70ern gebrüht. Das schmeckte irgendwie ganz gut, aber ich glaube das lässt sich vergleichen mit der oberflächlichen Zufriedenheit, die einem innewohnt, wenn man einen runtergerockten Rest-Tüv-fünfthand-Kia von 1994 fährt. Er bringt einen ans Ziel und man lebt irgendwie mit den kaputten Fensterhebern, der quietschenden Lüftung und den wimmernden Radlagern. Bis man dann mal einen gepflegten Mittelklasse-Mercedes ohne Reparaturstau fährt. Das ist wie eine Erfüllung. Moltio ist mein Mittelklasse-Mercedes. Aber ich schweife ab.

Strandmanns Kaffeewelt

Deiiiine Spuren im Saaaand

Windig ist es an der Nordsee. Und sehr sandig. Ich glaube, ich parke den alten Audi gleich noch mal um, wenn ich den hier länger als 15 Minuten stehen lasse ist das Blech komplett blank gestrahlt. Das wäre teilweise gut, aber heute ist nicht der richtige Zeitpunkt. Allein während ich das Foto mache ist meine Gitarre halbvoll geweht, und im Audi hat sich hinter der aufgelassenen Beifahrertür eine kleine Düne gebildet. Und eine Ameisenkolonie, aber das steht glaube ich in keinem direkten Zusammenhang. Yeah jetzt habe ich direkt im Fußraum eine Menge Zeigs, dass ich euch nach der Geschichte in die Augen streuen kann, damit ihr gut schlafen könnt :-) Ich fahre den alten Wagen ein paar Meter vor in den Windschatten und Schutz eines alten Toyota Corollas. Die Dänen fahren viele Japaner. Wenn es den hier zerschmirgeln sollte ist mir das egal.
Der Strand ist schon wieder so leer, wie er nur hier in der Vorsaison leer ist. Inzwischen habe ich es geschafft, deutsche Nachrichten zu gucken, und es ist kein neuer Krieg oder sowas ausgebrochen. Helga und Dieter und alle ihrer Artgenossen haben sich nur längst in ihre Domizile eingeigelt, gucken RTL II, essen ihr gutes mitgebrachtes Deutsches Essen und machen noch ganz viele andere Sachen, bei denen ich mich frage, warum sie dafür in ein anderes Land gefahren sind. Aber jeder wie er möchte. Ich selbst bin vorhersehbar und bodenständig und trage meine Gitarre und meinen Kaffeevollautomat an den weitläufigen Nordseestrand. Also ganz normal.

Strandmanns Kaffeewelt

Der alte Mann und das Meer

Meer. Naturgewalten. Wind.
Sie werden mich niemals auf Dauer in die Berge umgesiedelt bekommen. Wenn ich über den geraden, klaren Horizont gucke und den frischen, salzigen Wind im Gesicht spüre bin ich Zuhause. Die Wellen mit ihren Schaumkronen rollen ewig und beständig an den Strand, nichts kann sie wirklich aufhalten. Und sie machen das schon seit Jahrtausenden, jede Sekunde eines neuen Tages von vorn. Das Wasser wird vom Mond vor und zurück gedrängt, Inseln verschwinden und entstehen, Küsten verändern sich und am nächsten Tag schon ist nichts mehr, wie es gestern noch war. Tägliche Vergänglichkeit, die doch so beständig ist. Dagegen wirkt ein Menschenleben klein und unbedeutend, manchmal sind solche Erkenntnisse hilfreich und erden angenehm die eigene Einstellung. Wenn man das verinnerlicht hat regt man sich nicht mehr auf über Spurwechsler in der Innenstadt oder Drängler auf der linken Spur. Dann lässt man sie einfach spurwechseln und drängeln, denn man erzieht sie sowieso nicht. So ein weiter Horizont hilft einem, gelassen zu werden. Während ich all das meiner Kaffeemaschine zu erklären versuche weht mir Sand in die Schuhe, den Kragen, die Ohren, die Haare und die Hosentaschen. Feiner, weißer Sand. Jetzt hat Moltio auch einmal das Meer gesehen und hat damit dem einen oder anderen Bundesbürger sogar was voraus. Es soll Menschen geben, die noch niemals am Meer waren. Vielleicht die Spurwechsler und Drängler…?

Strandmanns Kaffeewelt

Erklär mir das Meer

Sie vermissen Bilder, auf denen ich mit dem Automaten einen Kaffee koche? Stimmt. Ich habe ein paar gemacht, heute Morgen. Aber die sind sehr profan, während die raue Natur an der Küste etwas sakrales hat. Etwas unbändiges, schönes. Und der Kaffeeautomat und ich dürfen mitten drin sein. Über guten Kaffee unterhalten wir uns gern im Herbst noch einmal, wenn ich morgens in der Dunkelheit aufstehen muss und mir Kaffee gefühlt das Leben rettet. Hier und heute ist die Kaffeemaschine mir ein guter Freund, der mich an diesen Tagen ein wenig begleitet hat. Gleich geht es wieder zurück ins Haus, ich muss heute noch den zweiten Artikel fertig schreiben. Insgesamt sind das jetzt schon sechs Stück, sehr produktiv, die Rechnung ist aufgegangen. Jetzt schon. Als ich mir den Sand aus den Haaren strubbel bemerke ich auf der Lehne der alten Holzbank kleine, angeschraubte Plaketten mit Vornamen drauf. Huch? Eine Verlobungsbank? Oder was ist das für ein netter Brauch? Na – ich glaube ich komme übermorgen Abend noch einmal wieder, um dem Meer tschüss zu sagen. Dann ist der letzte Tag schon wieder Realität. Ich hasse letzte Tage, und vielleicht komme ich besser klar mit einem Sonnenuntergang und ein bisschen Meeresrauschen. Dann aber ohne Moltio. Der braucht auch mal eine Pause.

Und auch wenn Sie noch nie Ihre Kaffeemaschine dabei hatten – am Meer waren Sie doch wohl hoffentlich alle schon mal, oder?

Sandmann

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05 Jun 2015
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Berge in Dänemark?

Berge in Dänemark?

Ja wo sind sie denn?

Doch, die gibt es.
Rund um Henne Strand sogar gleich zwei, eine Düne gleich am Ortseingang und der sagenhafte Blåbjerg, zu dem es mich in jedem Urlaub wegen der Wälder und Ameisen zieht. Meine Kaffeemaschine Moltio lebt mit mir in der norddeutschen Tiefebene von Kiel und kennt keine Berge. Als Kaffee Vollautomat kommst du eher wenig rum. Das Interesse an schönen Landschaften wurde dem Ding ja nicht origin ins Frischwasserfach gelegt. Um das treue Gerät nicht eines Tages dumm sterben zu lassen zeige ich ihm heute Morgen noch vor dem Frühstück diese beiden erhabenen Plätze. Ich schütte die letzten Bohnen oben rein (wir müssen heute Abend dringend neue kaufen, wir zwei), nehme den heißen Würfel vom Netz und fahre mit ihm im Audi los.

Berge in Dänemark?

Wo eine Düne ist, ist auch ein Weg

Wenn Sie noch nie in Henne Strand waren stellen Sie sich das vor wie Sylt. Wenn sie auch noch nie auf Sylt waren stellen Sie sich das vor wie die Lüneburger Heide, nur ohne Birken, dafür aber mit Heckenrosen. Wenn sie auch noch nie in der Lüneburger Heide waren sind Sie ein Stubenhocker und ich kann Ihnen auch nicht mehr helfen. Ändern Sie das. Hier ist alles trocken und kleinwüchsig, es duftet wundervoll nach warmem Sand, Heidepflanzen und Gräsern. Weit oben trillert eine Lärche, und wäre da nicht dieses dumm schwatzende korpulente Paar zweier Mittfünfziger in identischen lila Multifunktionsjacken aus Hessen, ich könnte meine Morgenfreude kaum fassen. So warte ich geduldig, bis „Helga” und „Dieter” die Treppe endlich verlassen, ihre gravitationsgeplagten Körper auf ihre geliehenen E-Bikes geschwungen haben und in Richtung Städtchen abschwirren. Nun ist die Luft wieder rein und ohne Geschwätz. Navi Lisa will im Auto warten. Sie hat ein bisschen Höhenangst und behauptet, schon fast alles gesehen zu haben. Na gut. Sie kann sich mit ein paar Verkehrsinfos verlustieren, wenn sie nicht will dann eben nicht. Ich schnappe mir Moltio und wir beide stapfen nach oben, der Morgensonne entgegen.

Berge in Dänemark?

Eine Form von Frühsport

Vielleicht sollte der Crema-aufschäumende Kasten aus dem Hause Philips eher mich tragen, der hat nämlich ganz schön zugenommen. Oder sind das die schweren Kaffeebohnen? Ich weiß nicht, ob ich Moltio jetzt in jeden Urlaub mitnehmen werde, irgendwo müssen ja auch noch die Kinder sitzen. Und mein halbfinnisches Fräulein Altona steht bekanntermaßen mehr auf den Kessel-Espresso aus der Bialetti, da hat meine geliebte Saeco also ebenfalls keine Lobby. Hm. Aber in dieser Woche bin ich ja alleine mit den beiden unterwegs, als Blogger und Social Media Manager muss man auch seinen Elektrogeräten ein Mindestmaß an Unterhaltung im Urlaub bieten. Sagt auch Sascha Lobo. Glaube ich.
Betreffende Düne taucht wie aus dem Nichts plötzlich rechts auf, wenn man nach Henne fährt. Wenn man aus Henne kommt dann links. Weil alle auf dem Hinweg schnell ihre Hüttenschlüssel haben wollen (und nicht jeder pünktlich ankommt :roll: ), alle auf dem Heimweg nur noch nach Hause ins deutsche E Plus Netz wollen und an den Tagen dazwischen träge und statisch bei übertriebener Ofenhitze vor RTL II sitzen und ihre letzten IQ Punkte abfackeln klettern nur wenige Touristen auf die Düne. Ich bin einer von ihnen. Ich guck aber auch kein RTL II.

Berge in Dänemark?

Kleine Pausen verlängern das Leben

Zuletzt war ich glaube ich 17 oder 18 Jahre alt, als ich das gemacht habe. Damals sind Jan und ich mit den Mopeds kreuz und quer von Plön nach Kopenhagen und dann hier das erste mal nach Henne Strand geknattert, eine Tour, die wir 2013 (ohne Kopenhagen) wiederholt haben. Die hölzernen Stufen nach oben sind anscheinend noch die gleichen, aber mein alternder Körper nicht mehr. Außerdem habe ich damals in den späten 80ern keine Kaffeemaschine getragen, seinerzeit brühte man das koffeeinreiche Gesöff noch durch einen Filter in eine Kanne. Kaffeevollautomaten gab es nur in der Gastronomie, und niemand kam auf die Idee, die Dinger mit in den Urlaub zu schleppen. Ein wenig erschöpft mache ich auf halbem Weg nach oben Rast auf einer kleinen wohl extra dafür eingerichteten Bank, atme die frische Luft ein und erkläre Moltio, in welchen Ecken des Örtchens ich schon in all diesen Jahren ein Ferienhäuschen gemietet hatte. Das waren wirklich viele Ecken. Und weiter. Von ganz oben ist der Blick (glaube ich mich zu erinnern) noch viel besser, in Ermangelung irgendwelcher anderer Erhebungen außer dem benachbarten Blåbjerg kann man über das ansonsten platte Land bis hoch nach Skagengucken und bei gutem Wetter sogar Schweden, Norwegen und Finnland sehen. Okay. Nicht ganz.

Horizonte

Horizonte

Schweigen. Einfach mal innehalten, keine Musik hören und nur auf den Horizont gucken. Ich zähle mich ohnehin nicht zu den alles um sie rum ausblendenden Kopfhörer-Typen, ich habe auch ohne Knopf im Ohr schon genug Media um mich rum und genieße draußen die Geräusche der Natur und die Stimmen der Menschen. Es macht mich sehr froh, dass die beiden Hessen nicht mehr da sind, Moltio und ich haben die Düne für uns ganz allein. Wie so viele Orte hier, die Saison hat noch nicht angefangen, und es findet sich fast überall eine Menge Platz zum Dasein. Der Kaffeevollautomat hält beeindruckt inne und rückt ein bisschen näher an mich ran. Er findet das hier ziemlich hoch und zischt schüchtern etwas von Alpen und dem Mont Blanc, das hat er wohl mal im Fernsehen mitbekommen. Vielleicht muss ich ihn doch noch mal mitnehmen nach Süddeutschland oder in die Schweiz, wenn ihn das hier schon plättet dann werden ihm die echten Berge gefallen. Vielleicht verguckt er sich da ja in eine schicke junge Jura? Na, ich werde ihm den Wasserfilter nicht zu wässerig machen, nachher zieht er schneller aus als mir lieb ist. Sie werden so schnell erwachsen…

Berge in Dänemark?

Platz, wirklich viel Platz.

Der Blick von dieser Düne über die Heide und Henne Strand bis zur Nordsee bestätigt mir wieder einmal, dass ich ein Mann des Nordens bin. Ich brauche die Weite des Landes und ich brauche das Meer. Berge sind toll, aber wenn die mir auf Dauer im Weg stehen bekomme ich Platzangst. Das kann hier nicht passieren :-) denn nicht mal die Bäume werden in Dänemark viel größer als man selbst. Da sorgt der Wind schon für. Inzwischen habe ich mich auch endlich mal schlau gemacht über den lustigen Namen meines seit 25 Jahren bereisten Lieblingsplatzes, sowas wie „Ringköbing Fjord” oder „Kopenhagen” klingt alles viel weniger albern als „Henne„. Und in der Tat, ich lache zurecht. Wikipedia: Der Ortsname Henne, erstmals 1145 als Hænningh belegt, leitet sich von hane (dt. Hahn) ab, bedeutete ursprünglich also „Ort mit (Birk-, Auer-) Hähnen“Berge in Dänemark? Hier wurde also der Hahn zur Henne gemacht, und ich hatte gehofft, der Ursprung liegt in irgend etwas spektakulärerem, irgend einer Wikingersage oder so. Tz. Wie um das zu untermalen steigt ein Fasan aus den Gräsern auf und flattert krakeelend in Richtung Meer. Ob er den beiden Multifunktionsjacken-Hessen auf die Schulter scheißt? Bitte ja. Ich fände das sehr witzig. Und schleppe Molito wieder die Treppen runter.

Berge in Dänemark?

Heute mal auf der Straße, nicht der Haube.

Die Straßen um den Ort mit Hähnen zeichnen sich durch ihren highwayartigen Geradeauslauf aus, nur die Finnen können das noch toppen. Da gibt es dann sogar richtige Bäume am Straßenrand :-) Da sämtliche Touristen offensichtlich tatsächlich gerade vor RTL II sitzen (eigentlich sollte das ein Witz sein) bin ich sogar auf der Hauptstraße mit mir, der Kaffeemaschine, Lisa und dem Audi allein. Irgendwie seltsam. Sollte ich doch mal wieder den Fernseher anmachen und einen deutschen Sender suchen? Vielleicht ist mir ja zwischen den ganzen vomitierenden dänischen Nachrichtensprechern der dritte Weltkrieg durchgerutscht? Nee. Oder? Egal, bevor wir zum Blauen Berg weiterfahren mache ich noch ein Foto. Diesmal nicht als Haubensitzer, diesmal als Straßensitzer. Und immer schön nachdenklich gucken, *hach* wer braucht schon einen Selfie Stick?
Der Blåbjerg ist nur ein paar Kilometerchen von hier weg, auf dem Weg da hin kommt mir nicht ein einziges Auto entgegen. Auch der kleine Parkplatz inmitten des Naturschutzgebietes der Gemeinde ist entvölkert. Herrlich. Dann muss ich mich ja nicht intolerant über andere deutsche Touristen mit furchtbaren Dialekten aufregen, die genau wie ich auch einfach nur hier sind und gucken wollen, mir aber immer wieder auf den Sack gehen. Ich werde nochmal ein grumpy Old Man, wenn das so weitergeht Berge in Dänemark? Hey Moltio, wir sind da. Komm, ich mach dir die Tür auf.

Berge in Dänemark?

Ach bitte, steigen Sie doch aus.

Von den blauen Bergen kommen wir,
von den Bergen, ach so weit von hier.
Auf dem Rücken unsrer Pferde reiten wir wohl um die Erde.
Von den blauen Bergen kommen wir.
Sowas. Ich hatte den Text ganz anders in Erinnerung, irgendwas mit Lehrern, die genau so blöd wie wir sind. *grübel* Jedenfalls habe ich immer dieses Lied im Kopf, wenn ich auf den Blåbjerg steige. Hier oben war schon meine ganz große Tochter zu Grundschulzeiten, und es gibt Filmdokumente, die belegen, dass hier hoch genau fümundsiepzich Schtufn zu erklimmen sind. Vermutlich sind es heute nicht weniger geworden, ich vergesse sie nachzuzählen. Womöglich mache ich das eines Tages mal mit meinem geliebten großen Töchterchen. Habe ich erwähnt, dass ich diesmal alleine hier bin? :-( Kommt sowas wie ein kleiner Koller? Erkenne ich, dass die Gegenwart eines tragbare Navigationsgerätes und eines Kaffeevollautomaten nicht die lieben Menschen ersetzen kann, die man landläufig als „Familie” bezeichnet? Etwas ausgebremst schnappe ich mir Moltio und erklimme den Pfad bis hoch zum Stein.

Berge in Dänemark?

fümunsiepzich schtufen

Ich bekomme Hunger.
Absurderweise habe ich bis jetzt nicht mal einen Kaffee getrunken, und das ganze Philosophieren über den Ortsnamen macht mich scharf auf Chickenwings oder Hähnchenbrustfilet. Verdammt. So runtergerockt bin ich allerdings nicht, dass ich derartige Massentierhaltungsauswürfe schon zum Frühstück vertilge. Ja, lieber Magen, ich kaufe dir ja gleich deine Brötchen. Zunächst möchte ich meinem kubischen Freund noch ein paar Sachen zu diesem Berg hier erklären. Kammerherr Thyge de Tygeson hatte nämlich einst diese 64 Meter hohe Düne bepflanzt, um der Sandflucht Einhalt zu gebieten. Später wurde im Gedenken an den Thyge ein Gedenkstein auf der Kuppe des Blåbjerg errichtet. Argh. Und ich habe meinen Kindern immer erzählt, das sei ein geheimnisvoller Runenstein der Wikinger, der magische Kräfte habe :roll: Hoffentlich lesen sie das hier niemals! Das bewaldete Dänengebirge war früher eine wichtige Landmarke für Seefahrer. Dass sie aus der Entfernung bläulich aussah, verhalf ihr zu ihren Namen. Heute ist der Blåbjerg das Wahrzeichen der Kommune, aber für Wahrzeichen scheint sich hier niemand außer mir und Moltio zu interessieren. Aus der Ferne glaube ich, Gesang zu hören. Ist das Lisa?

Berge in Dänemark?

Geschichtsunterricht für eine Kaffeemaschine

Schau, da unten ist der Jungs-und-Mädchen Wald. Und da der Löcherbaum. Weiter da drüben sind der gefährliche Ameisenhügel und das Feenreich. All das, was ich meiner Kaffeemaschine von hier oben aus zeige würden meine Kinder als „Papa erzählt schon wieder Geschichten aus dem Krieg” bezeichnen, auch wenn sie selbst in diesen Geschichten durchaus mitgespielt haben. Kann sich ein Vollautomat langweilen? Ich habe nicht den Eindruck. Geduldig saugt er all die Informationen und die horizontreichen Aussichten in sich ein und behält auch alles drin. Der Behälter für den verbrauchten Kaffee ist jedenfalls nicht voller geworden. Etwas weiter vorn finden wir noch einen kleinen Bunker und die Reste einer MG Lafette aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Rund ist mit Beton ausgegossen, und ich vermute dass es hier auch zu aktiven Zeiten nicht viel zu verteidigen gab. Krieg ist doof. Ich muss nachher mal Nachrichten hören.
Singen ja ja jippi jippi je,
singen ja ja jippi jippi je,

singen ja ja jippi jippi ja ja jippi jippi ja ja jippi jippi je
Ich rauche einen Frühstückszigarillo.

Berge in Dänemark?

Rauchen über Dänemark

Sie werden verstehen, dass man an so einem besonderen Platz zwar ewig philosophieren könnte über die Weite des Landes, das Bepflanzen von Dünen, was eigentlich genau ein Kammerherr ist, die Vergangenheit und das viel zu schnelle Älterwerden – aber mein Bock auf Frühstücksgeflügel macht mich nervös. Irgendwie liegt das an diesem Berg, damals bekam mein Freund Jan auf der Mofatour hier auch einen Bärenhunger. Es zieht mich zurück nach Henne Strand, rein in den Arbeitstag, an den Schreibtisch, wo es Kaffee gibt. Offtopic. Es existiert eine sehr kinderfreundliche Variante des Liedes mit den Blauen Bergen, die ich gerade entdeckte und die zur selben Melodie Melodie gesungen wird:
Wenn ich froh bin klatsch ich in die Hand, ( zweimal Klatschen )
wenn ich froh bin klatsch ich in die Hand, ( zweimal Klatschen )
wenn ich froh bin klatsch ich, wenn ich froh bin klatsch ich,
wenn ich froh bin klatsch ich in die Hand. ( zweimal Klatschen )
Das allerdings definiere ich als den  Sommerhit 2014 der RTL II Gucker und PEKiP Befürworter, im selben Moment fällt mir noch „Meine Tante aus Marokko” ein. Sagenhaft. Pitsch Patsch. Singen heute Eltern noch mit ihren Kindern Lieder, so wie meine Eltern das gemacht haben? Die haben damals im Sinne des Begriffs „Familie” so einiges verkackt, aber es wurde dabei viel gesungen. Das war gut so, das hat der Katastrophe eine Melodie gegeben. Na gucken Sie, kaum ist man in einer Art dänischem Gebirge und die Luft wird dünner kommen komische, lange verschüttete Gedanken. Ich bin froh, alle diese Lieder noch von damals zu erinnern und singe sie jetzt meinem viertelfinnischen Sandmädchen vor. Also, nicht jetzt, sondern wenn ich wieder zurück bin.

Berge in Dänemark?

So kann ich es aushalten.

Und das ist ja schon bald.
So begehrenswert in den ersten Tagen das Gefühl von Alleinsein war, die Tatsache, machen zu können was ich will und temporär keine Verantwortung für jemanden tragen zu müssen, so nachhaltig schleicht sich ein Vermissen in mein Herz. Ich bin eben nicht nur ein Nordmann, ich bin auch ein Papa. Und das mit Leib und Seele. Und wenn ich jetzt nicht langsam mal was zu Essen bekomme bin ich noch was ganz anderes! Ich schleppe Moltio wieder die fümundsiepzich Schtufn runter, setze ihn auf den Beifahrersitz und schnalle ihn an. Morgen hüpfen wir auf der Blase in Houstrup und gehen zum Strand. Und Kaffee müssen wir auch noch nachkaufen. Aber das wird eine andere Geschichte.

Singen ja ja jippi jippi je,
singen ja ja jippi jippi je,

singen ja ja jippi jippi ja ja jippi jippi ja ja jippi jippi je

Sandmann

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03 Jun 2015
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7 Tage raus. Mit Lisa und Moltio.

7 Tage raus. Mit Lisa und Moltio.

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein..

Schreiben ist so ne Sache. Da sitzen Sie in Ihrem Büro, haben grad eine gute Idee oder ein paar passende Formulierungen – und dann kommt von hinten jemand und fragt ob die Fotos schon hochgeladen sind. Oder das Telefon klingelt. Oder jemand will einfach nur nett einen Kaffee mit Ihnen trinken oder einen Zigarillo unten rauchen. Das ist alles gut und schön, reißt mich aber aus den Geschichten raus. Zum Schreiben bin ich am liebsten ganz allein. Die letzte Woche war ich jeden Tag unterwegs und hab viele coole Autos vor meine Kamera gezerrt. Und jetzt? Jetzt krabbel ich in meinen alten Audi und fahre in ein kleines Holzhäuschen an der dänischen Westküste, um die Geschichten zu den Fotos zu schreiben. Eine ganze Woche. Aber nicht ganz allein, bei mir sind meine Lisa (das TomTom Navi) und mein wundervoller Kaffeeautomat Moltio. Der war selbst noch nie im Ausland, also werde ich ihm mal ein paar Highlights rund um Henne Strand zeigen. Kommen Sie mit?

Hinten nicht, vorne Pflicht.

Vorn muss man sich anschnallen

Vorn muss man sich anschnallen

So alt ist die Saeco Kaffeekiste noch nicht, eigentlich muss das Ding hinten sitzen. Aber da sind keine Gurte. Ich lege meinen heißgeliebten Michel (nur meine Schwester Anita weiß, was ich meine) unter den Automaten, jetzt sitzt er hoch genug um angeschnallt zu werden. Er kann sogar rausgucken, das ist doch super. Dann kann ich mich unterwegs wenigstens mit meiner Kaffeemaschine unterhalten, Lisa ist schließlich dafür bekannt, dass sie zwar klare Monologe raustutet, ansonsten aber keine gute Zuhörerin ist. Außer wenn sie mich bei Staus fragt, ob sie die schnellere Route nehmen soll. Meine Redezeit ist dann auf ein “ja” oder ein “nein” begrenzt, und je nachdem wie laut die Musik ist versteht sie mich meist falsch. Also quatsche ich lieber mit Moltio. Andere sind nicht dabei. Mein halbfinnisches Fräulein Altona und das viertelfinnische Sandmädchen bleiben die ganze Woche daheim im Hamburger Alltag und gehen ihren Berufungen im Büro und der nicht bestreikten KiTa nach. Meine beiden großen Töchter haben Besuchswünsche angemeldet, die aber aus schulischen Gründen nur an den Wochenenden möglich wären. Da habe ich mir die einzigen Termine im Pölserland gelegt, also habe ich auch diese Bitten ablehnen müssen. Die Bemerkungen von ein paar Freunden, sowohl Kiel als auch Flensburg wären doch recht nah, ob man mich denn da nicht mal….? Nein. Ich möchte arbeiten, ist doch immer das gleiche wenn man von lieben Menschen besucht wird. Man redet und trinkt und bleibt die halbe Nacht wach. Also. Nein. Diesmal nicht.

Ich und Moltio

Ich und Moltio

Ich verabschiede mich mit etwas gemischten Gefühlen von den beiden Frauen, die zusammen mit mir noch in der Nähe von Schleswig im Ferienhaus von Freunden zu Besuch waren. So reizvoll die Aussicht auf sieben Tage völlige Einsamkeit mit Kaminofen und Internet ist, so sicher bin ich mir, dass ich die beiden spätestens heute Abend schon vermissen werde. Und die beiden Großen spätestens am nächsten Dienstag, denn da treffen wir uns immer in Kiel und kochen. Ich habe täglich so viele geliebte große und kleine Freuen um mich rum, diese Woche wird ein Loch in mein Herz reißen. Während ich einen Kloß runterschlucke widmet sich das viertelfinnische Sandmädchen schon wieder ihrem ebenfalls viertelfinnischen Freund Pikku T. und zerlegt mit ihm fachgerecht das Kinderzimmer. Na danke. Sie ist noch zu klein, um so etwas wie “morgen” oder “nächste Woche” zu verstehen, aber sie hat ja ihre wunderschöne Mutter an ihrer Seite, die ihr erklären kann, wo Papa grad steckt. Ich für meinen Teil habe nur Lisa und Moltio.

Lisa zeigt mir den Weg

Lisa zeigt mir den Weg

Seltsam ruhig ist es plötzlich. Der 38 Jahre alte Dottore schnurrt zufrieden mit 120 über die Autobahn, ziemlich beladen mit drei Kisten Kaminholz, drei Computern (meinem Desktop, meinem Laptop und einem Reserverechner, man weiß ja nie), einem bunten Blumenstrauß an Ersatzteilen und Werkzeug, Gitarre, Zahnbürste und Bargeld. Niemand spricht. Nicht mal Lisa, denn es geht bis hinter Flensburg nur geradeaus. Eine zeitlang genieße ich diese fast asketische Stimmung, dann knipse ich das Radio an. Keine Staus, keine Behinderungen, in drei Stunden bin ich in meinem gebuchten Refugium zwischen Esbjerg und Ringköbing. Zuletz waren Jan und ich mit den Mofas da, erinnern Sie sich? In der vor mir liegenden Woche werde ich diesmal allerdings nicht im Zelt schlafen. Wir haben laut Kalender zwar Anfang Juni, aber das Wetter da draußen könnte auch im Oktober oder Februar geboren worden sein. Außerdem ist das kein Urlaub, sondern ein Arbeitscamp. Und für meine Arbeit brauche ich einen bequemen Stuhl, einen PC und ein schnelles Internet. Dänemark ist in diesen Tagen noch weit entfernt von der Hauptsaison, und man bekommt gut ausgestattete Häuschen mit Meerblick für eine Woche zum Preis eines guten Abendessens für zwei Personen. Mit Steckdosen für meine Schreibmaschinen und WLAN :-) Und ohne Kollegen, die einen fragen, ob man die Fotos schon hochgeladen hat…
Während ich so vor mich hinsinniere sind wir plötzlich schon in Dänemark!

Na guck. Grenze.

Na guck. Grenze.

Schau, lieber Molito, hier fängt Dänemark an. Genau so wie ein zweijähriges Mädchen die Bedeutung von “morgen” oder “nächste Woche” nicht begreift versteht ein Kaffeevollautomat vermutlich auch nicht die Bedeutung von Grænsen. Ich erkläre ihm, dass hier früher mal Schranken und bøse Polizisten waren, die grimmig guckend den Ausweis und die Fahrzeugpapiere sehen wollten. Und die Örg und mich mal in dem komplett mit Bauschaum eingesprühten Knudsen Taunus nicht einreisen lassen wollten. Als dann auch noch unsere Ratten aus den Ärmeln gekrochen kamen, haben die Beamten… äh… das ist eine andere Geschichte. Die Grænsen sind heute nicht mehr da. Weder die einmal quer durch Deutschland, noch die nach Dänemark. Verschwunden ist auch die Infrastruktur, die davon gelebt hat, dass mindestens jeden Samstag hier Heerscharen von Touristen anhalten mussten. Verstehst du das, Moltio? Er sacht nix. Dafür quatscht mich jetzt überraschend Lisa an, ob ich die Autobahn oder die Landstraße fahren will. Landstraße! Und mein Handy erzählt mir, dass ich in Dänemark bin und mein Tarif hier genau so flatratig ist wie in Deutschland. Eigentlich bin ich gar nicht so alleine.

bis an den Horizont

bis an den Horizont

Waren Sie schon mal in Dänemark?
Abenteuerurlaub dürfen Sie hier nicht erwarten. Das Land zeichnet sich vor allem durch komplette Flachheit aus und wird hauptsächlich bevölkert von Landwirten, Kühen, Pornoproduzenten und Ferienhäusern. Teenager an der Seite ihrer konservativen Eltern sterben hier regelmäßig vor Langeweile oder werden innerhalb weniger Tage drogensüchtig. Das Tempolimit der Überlandstraßen liegt bei 80 km/h, und man darf im asketischen Horizontrausch nicht zu sehr Eins werden mit der vorbeiziehenden Natur, dann reißt einem spätestens nach 8 Kilometern ein unerwartet auftauchender Kreisverkehr die Achsen weg. Dänemark ist aufgrund der Geschwindigkeitsbeschränkung ein Paradies für Benzinsparer, was in seinem fast perfekten Entspannungs-Idyll nur getrübt wird durch die lokalen Radiosender, auf denen in endlosen Werbeblöcken hektische Stimmen im Kanon oder im Dialog klingen, als ob sich ihre Besitzer jeden Moment übergeben müssen. Ich spreche diese wundervolle Sprache leider nicht. Für eine Verständigung ist das allerdings auch nicht nötig, denn gemeinsam mit mir branden an diesem Samstag wieder tausende meist deutsche Urlauber in die Ferienhäuser und sorgen mit ihrer überheblichen Besatzerart dafür, dass man hier inzwischen überall auch mit Euros bezahlen kann und dass quasi jeder Däne in den Touristengebieten ein besseres Deutsch spricht als die Deutschen in den Ghettos von Hamburg.

Unendliche Weiten

Unendliche Weiten

Ich freue mich auf frühes Aufstehen (jaaaa ich mag das!) und joggen kurz nach dem Sonnenaufgang am endlosen Strand. Dann auf frischen Kaffee, den mir Moltio bereiten wird und knusprige dänische Brötchen, die vorwiegend aus Luft bestehen und mit zweifelhafter Leberpastete aus dem Aluschälchen bestrichen das köstlichste sind, was man zu Beginn eines Arbeitstages essen kann. Ich freue mich auf Fotos sichten und schreiben, schreiben, schreiben. Ich freue mich auf das Häuschen, auf den Bildern sah es hell und gemütlich aus. Und ich freue mich auf Abende zwischen dem Kaminofen und dem HD Flachbildfernseher, ein Glas Rotwein in der Hand und hoffentlich auf mindestens einen fertigen Artikel pro Tag zurückblickend. Ich freue mich nicht darauf, abends allein in mein Bettchen zu krabbeln. Aber die Dinge, die ich tagsüber erledigen will sind allein gut zu bewerkstelligen. Wie so einige andere Aktionen auch, ich merke, dass die ersten Kaffees wieder raus wollen.

Lieber alleine

Lieber alleine

Bei diesen spontanen Aktionen am Straßenrand muss ich die Kaffeemaschine nicht unbedingt dabei haben, das wird das Ding verstehen. Es genügt schon, dass sich im Moment des Knopfleisten-Öffnens sämtliche Landwirte und Pornoproduzenten aus einem Umkreis von 42 Kilometern mit ihren Familien wie aus dem Nichts materialisieren und sowohl hupend als auch winkend und lachend in ihren Autos vorbeifahren. Knopfleiste wieder zu – alle wie vom Erdboden verschluckt. Ist das schon mal wissenschaftlich untersucht worden?
Dank fehlendem RDS muss ich ständig neue Radiosender suchen. Das gibt mir einen irgendwie deprimierenden Einblick in den Musikgeschmack der insgesamt rund 20 Einheimischen und beeindruckt mich im Halbstundentakt mit immer wieder neuen vokalen Kotzanfällen, wobei ich da nicht mehr zwischen Werbung und Nachrichten zu unterscheiden vermag. Hvis det nu lyder, som om jeg skulle kaste op, behøver du ikke at bekymre dig. Dette skyldes det sprog, jeg taler. Schräg. Kurz vor Esbjerg werden meine Mitreisenden und ich von flackernden Leuchtfeuern aus unseren Gedanken gerissen. Zivilisation? Hier??? Das sieht aus wie ein Flugplatz, Moltio hat sowas noch nie gesehen, ich zeige ihm das mal.

Oh, da gibt es was zu sehen!

Oh, da gibt es was zu sehen!

Ein eher kleiner Flugplatz, weiter hinten am Horizont. Die Leuchtfeuer stehen wie Wäscheständer auf der saftigen grünen Wiese rum. Sie dient als Nahrungsquelle für die Kühe, welche gute Milch für Kærgarden Salzbutter, Kløver Sødmælksyoghurt Peach Melba und andere nahrungsähnliche Lebensmittel liefern. Ich muss noch einkaufen, ich hab nix mitgenommen. Die Zeiten, wo man im Urlaub den ganzen Kofferraum voller Lebensmittel aus Deutschland rüber nach Skandinavien geschleppt hat, weil die da wesentlich teurer waren sind heute vorbei. Lebensmittel kosten hier zwar noch immer ein kleines Vermögen, aber Hand aufs Herz – man geht doch sowieso einkaufen. Und wenn man nicht ständig Dänische Kronen in Euro umrechnet ist das alles halb so schlimm. 18 Kronen für drei Luftbrötchen, da, bidde. Moment *grübel* das sind aber….. äh… oh…..
Kein Flugzeug kommt. Schade. Aber die Wolken sind super, ich überlege kurz, mich mit Moltio ins Gras zu legen und die Phantasie ein bisschen driften zu lassen. Diesen Gedanken verwerfe ich allerdings recht schnell, denn ich habe Angst vor dem, was ein Kaffeevollautomat in den Wolken sehen könnte und ich habe Angst vor zufällig vorbeikommenden Pornoproduzenten, welche die Szene mit mir und dem Automaten im Gras missverstehen könnten. Mal davon ab ist es echt kalt!

7 Tage raus. Mit Lisa und Moltio.

Flyveplads heißt das glaube ich.

Nach knapp drei Stunden sind wir da. Lisa war auf den letzten Kilometern ein bisschen muksch, weil ich nicht die Strecke gefahren bin, die sie vorgeschlagen hatte. Da können die ja echt patzig werden, diese Navis. An der letzten Abbiegung brummelte sie nur noch leise und mürrisch irgendwas von einem längt fälligen neuen Kartenupdate vor sich hin und ging dann beleidigt in den Ruhemodus. Ich erkläre ihr immer wieder, dass ich für sowas Zeit brauche. Neue Karten für Europa sind über 6 Gigabyte groß, das macht man nicht jede Woche. Ist ihr egal. Na gut. Frauen!
Hallo Henne Strand. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum du so einen albernen Namen hast, aber du bist schon ein bisschen so was wie mein drittes Zuhause :-) An diesem Schild standen Jan und ich mit unseren Knallerts am Ende eines langen verknatterten Hinweges im warmen September 2013, schauen Sie mal hier. Faxen und Fotos machen ist lustig, und ab jetzt nehme ich den Vollautomaten einfach immer gleich mit aufs Bild. Vielleicht kann Moltio mich im Supermarkt mit seinem epischen Wissen über dänische Kaffeesorten beeindrucken? Wir werden sehen.

Da bin ich wieder.

Da bin ich wieder.

Als ich um 17:20 Uhr nach all dieser Askese des edukativen Alleinseins mit einer Kaffeemaschine und einem tragbaren Navigationsgerät vor der Ferienhausvermittlung von Købmand Hansen stehe habe ich ein Deja Vu der ganz besonderen Art. Die machen nämlich schon um 17:00 Uhr zu, also vor ziemlich genau 20 Minuten. Eigentlich weiß ich das, denn ich musste schon einmal für die erste Nacht in mein gebuchtes und bezahltes Haus einbrechen, damals 2009 mit Örg. Das ist zwar schon sehr lange her, aber sowas merkt man sich eigentlich. Irgendwie war ich der Meinung, am Anreisetag hätten die Herrscher von Henne vielleicht länger auf. Haben sie auch. An den anderen Tagen machen sie schon um 16:00 Uhr zu :-( Gnargh. Auch dieses mal ist im Auto schlafen keine Alternative, und noch während ich mich haareraufend selbst bemitleide drückt eine dänische Reinigungsfachkraft ihre Nase von innen an der abgeschlossenen Tür platt. Ich erbitte Einlass. Welche Hausnummer ich denn hätte, fragt sie mich in akzentfreiem Deutsch. Oh. Die, äh, also ich könnte mal nach den Mails gucken……? Man findet aber auch ohne einen Onlinegang mein Tütchen mit den Schlüsseln, dem Ablesezettel für den Stomzähler und einem Gutschein für vier Brötchen vom Bager morgen früh. Yay. Und es bleibt mir sogar noch genug Zeit, beim Kobmand gegenüber eine Schinken-Pilze-Pizza, eingelegte Oliven und geriebenen Mozzarella zu holen. Ich werde gerade so richtig neugierig, ob es wohl möglich ist, sich sieben Tage lang komplett vitaminlos zu ernähren? Geil…

Auf dem Rand vom Land

Auf dem Rand vom Land

Heute arbeite ich aber noch nichts weg. Heute schleppe ich erst einmal das ganze Geraffel rein, der Audi kommt mit dem Arsch wieder aus der Hüfte und seufzt hörbar. Armer Kerl. In grenzenlosem Optimismus habe ich sogar einen Akkuschrauber, Zopfbürste, Schleifpapier, Rostschutz und Lack eingepackt, weil ich dachte, ich könnte vielleicht ein paar Roststellen beseitigen? Das wird sich zeigen. Als alles im Haus ist feuer ich den Ofen an und treibe die Kälte aus den Wänden. Diese Elektroheizungen in den Ferienhäusern hasse ich wie die Pest, die mach’ ich nicht an. Zumal hier ein Kilowattstunde fast so viel kostet wie ein Liter Super, wahscheinlich werden mit den Gewinnen die Milchbauern und die Pornoindustrie subventioniert. Seit man dank der Globalisierung auch Bio-Milch aus dem Senegal kaufen kann und seit das gute alte Geschäft mit den “Dänischen Western” auf DVD von Internetkanälen wie Youporn verdrängt wurde geht es den Dänen nicht gut. Sie haben genau genommen nur noch ihre Ferienhäuser als Einnahmequelle. Aber das soll mir recht sein, ich bin ja hier. Schön. Schön hell, Fenster ums Wohnzimmer rundherum, ein Schlafzimmer kleiner als das Handschuhfach vom Audi und insgesamt 23 Stühle und Sessel. Passt. Ich fühle mich ab der ersten Minute SAUwohl.

Mein neuer Arbeitsplatz

Mein neuer Arbeitsplatz

Moltio steht auf dem Küchentresen und wartet geduldig auf morgen Früh. Ich bin für diesen ersten Abend überraschend müde, vielleicht liegt das auch an der Bullenhitze, die der inzwischen rot glühende Kaminofen abstrahlt. Ich werde morgen nicht wieder so viele Eichenscheite reinlegen. Was für ein Tag ist heute? Egal. Draußen zieht es sich zu und wird windiger, perfektes Wetter um viele Wörter zu schreiben.
Eine Arbeitsauszeit. Haben Sie so etwas auch schon mal gemacht? Und war das erfolgreich? Ich kann noch gar nicht abschätzen, was die Einsamkeit und die Ruhe hier mit mir machen werden, auf jeden Fall werde ich mit Musik gegen etwaige traurige Momente angehen. Im Moment läuft die neue Platte von Simply Red, Big Love, sehr enspannte Abendmusik. Mick Hucknall kann’s noch. Im Ofen knuspert die dänische Schinken-Pilze-Pizza mit extra Oliven und geriebenem Mozzarella und duftet unerwartet gut, während draußen unzählige frisch angereiste und noch gut gelaunte Eltern mit noch unzähligeren jetzt schon gelangweilten Kindern auf dem Weg zum Strand vorbeistromern. Der Audi vorm Haus zieht die Blicke auf sich. Soll er. Ich geh jetzt mal offline und lese ein Buch, vielleicht mach ich auch schon um 21:00 Uhr das Licht aus und schlafe einfach so. Denn ab morgen hab ich viel zu tun. Aber es gibt schlimmere Orte als diesen, um zu arbeiten.

Wir lesen uns

Sandmann

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01 Jun 2015
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Keine halben Sachen hier.

Keine halben Sachen hier.

Lass die Funken fliegen

Eine Geschichte von unten.
Was würden Sie für ein altes Auto tun? Also, eins, zu dem Sie eigentlich gar keinen richtigen historischen Bezug haben, weil es zu jung ist, um ein Oldtimer zu sein und zu alt, um einen sorgenfreien Alltag zu garantieren? Eins, bei dem volltanken rund 5% des Wagenwertes ausmacht? Ich bin immer gut zu meinen Autos gewesen. Ich habe sie nie sonderlich gepflegt oder geputzt oder bin sie gar im Winter NICHT gefahren, aber ich war immer gut zu ihnen. Denn dann waren sie (meistens) gut zu mir. Warum sollte ich das bei meinem täglich treuen T-Modell jetzt anders machen, nur weil es eine ellenlange Mängelliste verpasst bekommen hat? Aufgeben war noch nie meins. Teile lassen sich kaufen und Blech lässt sich schweißen. Dies ist eine Hommage an Markus1975 und Alex von den Hallenwerken. Mit Happy End. Na klar.

Schrauben dreeeeehn… Muddern dreeehn…..

Keine halben Sachen hier.

Markus macht kurzen Prozess

Kennen Sie noch das alte Lied aus dem Werner-Film? :-) Ich habe mir einen Nachmittag und einen Abend zwischen Familie, Kiel und Hamburg, Artikel schreiben, Social Media und Schlaf freigeschaufelt (nütza nix) und die lieben, kurzfristigen Angebote der beiden Jungs angenommen. Was sie eint: Sie haben beide eine Halle und eine Hebebühne. Und jeder für sich hat definitiv Schrauberqualitäten. Bei Markus in Wahlstedt legen wir los, Missionsziel sind der Auspufftopf, die Traggelenke und die Koppelstangen an der Vorderachse. Die vorderen Federn bei einem Mercedes-Benz ohne den passenden Federspanner zu tauschen haben wir nach ein paar Minuten fluchen und schimpfen aufgegeben. Für die braucht man den, der von innen in die Feder mit Platten eingelegt wird. Für McPershon Federbeine. Wir haben aber nur die klassischen Krallen von außen, und die haben hier im vorderen Radkasten nicht genug Platz. Keine Kompromisse bei Fahrwerksfedern. Die sind in der Lage, dir mal kurz die Hand abzureißen, oder den Kopf, oder was sonst noch in ihrem Weg ist. Also habe ich morgen Abend gleich noch einen Termin bei Mercedes-Benz in Kiel. Nun ist’s auch egal, sollen die das eben machen. Für Geld. Aber den Auspufftopf – den gehen wir selbst an. Markus trennt schon mal fröhlich funkensprühend das alte Rohr durch, wo die neue Schelle angesetzt wird.

Keine halben Sachen hier.

sieht fast schon deplatziert aus

Man kann für den Endtopf eines S210 T-Modells Baujahr 2001 locker 320 Euro ausgeben. Man kann auch 270 Euro ausgeben. Oder 120 Euro mit dem langen Rohr bis zum Kat (was aber nie kaputt geht). Man kann für einen passenden Endschalldämpfer mit Rohr auch 48 Euro inklusive Schellen, Schrauben und Haltegummis ausgeben. Für alles zusammen. Ich versteh das nicht… Stahl ist doch Stahl, und wir reden hier von einem Zehntel des Preises??? Was geht denn da schief? Keine halben Sachen hier. Als das Ding an seinen neuen Gummis schmatzend unter dem Heck hängt (im Bild sind links und rechts noch fein die schon ungeduldig wartenden Durchrostungen zu sehen) jauche ich noch reichlich schwarzen Auspufflack über alles drüber, damit der zumindest nicht von außen rostet. Jedenfalls nicht so schnell. Okay, der zerbröselte Topf war anscheinend noch der allererste, es scheint also zwischen Stahl und Stahl doch Qualitätsunterschiede zu geben, vermutlich wird dieser keine 14 Jahre halten. Oder? Hat jemand von euch ‘ne Ahnung, worin sich ein Original Auspuff und dieses Billigteil aus Thyssen-Stahl unterscheiden? Immer her mit den Ratschlägen.
So. Sitzt. Weiter geht es mit der Vorderachse.

Keine halben Sachen hier.

wo rohe Kräfte sinnvoll walten…

Markus ist eine Seele von Mensch, so ziemlich der hilfsbereiteste Schrauber den ich aktuell kenne. Angefangen hat unserer rein platonische Beziehung zu Audi V8 Zeiten, inzwischen hat er eine Halle gemietet und die mit einer Hebebühne und allerhand sinnvollem Werkzeug bestückt. “Mein” Audi V8 steht ja auch noch da rum, und falls Sie sich mal gefragt haben was eigentlich aus dem KaSigeworden ist… Geduld, auch der wird hier in der Nähe von Bad Segeberg sorgsam über die Monate gerettet Keine halben Sachen hier.
Fluchen hilft. Haben Sie schon mal die Traggelenke an Ihrem Auto gewechselt? Das sind so kleine bewegliche Kugelköpfe, die auf der einen Seite unten im Federbein und auf der anderen Seite im Fahrwerksrahmen oder Motorträger stecken. Die “tragen” sozusagen das Federbein, an dem das Vorderrad hängt. Sie kosten selbst in Erstausrüsterqualität um die 15 Euro, von Febi, und wer selbstschraubend einen alten Mercedes fährt sollte sich die Frage stellen, warum er irgend etwas anderes als die beste Qualität bei diesen Teilen kauft und warum er nicht regelmäßig diese Teile prüft und gegebenenfalls wechselt. Denn: Wenn die abreißen, weil sie seit Monaten poltern und ausschlagen und das niemanden interessiert – hat das komplette Federbein keine Führung mehr. Das Vorderrad knickt also weg wie ein dünner Ast, je nach Geschwindigkeit reißt das ganz ab und nimmt noch alles um sich herum mit in den Tod. Soll vorgekommen sein. Die hier sind nun nagelneu :-)

Keine halben Sachen hier.

Kleines Bauteil, große Aufgabe

Mitdrehende Muttern? Getriebeheber drunter und dann rohe Gewalt. Konus festgegammelt? WD40 drauf und den Hammer sprechen lassen. Markus schraubt normalerweise an vernachlässigten Audi V8s rum, da kann ihn ein Daimler nicht schocken. Nach 30 Minten sind beide Seiten getauscht, die alten Traggelenke waren eigentlich gar nicht so tot. Aber wenn man schon mal dabei ist, dann auch gleich richtig. Und in die Kategorie “richtig” fällt dann auch der Tausch der Koppelstangen am vorderen Stabilisator. Auch die können für Gepolter sorgen, wenn sie verschlissen sind und auch die kosten nicht die Welt. Kann mir mal jemand erklären, warum man bei solchen Fahrwerksteilen, wo nach ein paar Jahren ein immenser Kraftaufwand zum Lösen nötig ist, mit TORX Innensternschrauben oder wie die heißen arbeitet? Wenn man die rundgnibbelt ist man verloren, dann muss die Flex sprechen. Unsere am Benz lassen sich zum Glück lösen, und mit viel Fett und Kraft und hier nicht zitierten Flüchen gelingt es uns auch, die neuen Koppelstangen mit der neuen Gumminut auf den Stabi zu pressen. Argh. Sitzt. Passt. Ich weiß schon, warum ich kein KFZ Mechaniker geworden bin Keine halben Sachen hier.

Keine halben Sachen hier.

Alles neu macht der Mai

Markus und ich begutachten abschließend mit Argusaugen den Unterboden des dicken Daimlers und stellen fest, dass der bis auf die beiden Durchrostungen gar nicht so schlecht dasteht. Wo die Falze vor dem Lackieren mit Dichtmasse beschmiert wurden ist hier und da Aufmerksamkeit angesagt, aber das sieht alles (noch) gut aus. Notiz an mich selbst für diesen Sommer: Den Keller retten wir. Quasi während Markus den Wagen mit der Bühne wieder in Erdnähe runterfährt tauscht er die beiden unrund abgelaufenen Vorderräder gegen zwei gute vom Taxi (verdammt, andere Alufelgen…) und ich ersetze die hintere Lampe der Nebelschlussleuchte. Wieder so ein Mysterium. Die Ostblock-Noname Billigfunzel sieht einwandfrei aus, intakter Glühfaden und keine Korrosion. Aber sie leuchtet einfach nicht. Neue Birne von Philips eingesetzt – alles geht. Mann! Muss ich erst 44 Jahre alt werden, um endgültig die Schnauze von diesem Billigscheiß voll zu haben? Wer billig kauft kauft zweimal. Ich werde das ab sofort mantramäßig vor mich hin beten, wenn ich Ersatzteile erwerbe. Immer und immer wieder. Warum nun plötzlich der beim TÜV Termin defekte rechte Nebelscheinwerfer auch wieder leuchtet steht allerdings in den Sternen. Er leuchtet. Und das reicht :-)
Hab vielen Dank Markus bis hier hin!!! Morgen Nachmittag bekommt der Benz neue Federn bei Benz in Kiel und morgen Abend schweißen wir die Löcher bei Alex in Kiel zu. Viel Kiel. Auf geht’s.

Keine halben Sachen hier.

Hallenwerke. Mit Blech.

In der Niederlassung in Kiel durfte ich keine Fotos machen :-( Dafür saß ich aber entspannt in der Lounge mit W-LAN und Getränk rum und durfte warten, bis meine selbst mitgebrachten Federn eingebaut und für gut befunden wurden. Okay. Passt. Nach dem Begleichen der Rechnung überlege ich nun allerdings doch, KFZ Mechaniker zu werden. Oder bekommen die pro Stunde etwa nicht das, was ich grad bezahlt habe? Mist. Da hätte ich auch ein Federspanner-Set für kaufen können. UNd noch ein bisschen mehr. Egal. Nun sind die Federn drin und ich muss da nicht nochmal bei. Konzentrieren wir und lieber auf die nächste Halle, irgendwo in Kiel treffe ich auf Familienväter, deshalb ist es auch schon 21:30. Vorher müssen die Kinder noch zu Bett gebracht werden, hart ist das Schrauberleben mit Nachwuchs. Mein Optiker-Freund Alex erfreut sich heute der Unterstützung durch seinem Hallenfreund Mathias, und der fackelt nicht lange. Während ich noch einen großen Karton Negerküsse (oh sorry, das sagt man heute ja nicht mehr) auf der Werkbank platziere drückt er mir schon ein Bier in die Hand und fährt die Hebebühne hoch. Die Flex spricht eine klare Sprache, die Funken fliegen, ich fühle mich irgendwie wohl.

Kunst am Metall

Kunst am Metall

Während Mathias die beiden maladen Stellen mit der heftig rotierenden und schreienden Flex entrostet und das zerfressene Blech entfernt schneidet und dengelt Alex aus ein paar alten neuen Blechresten die beiden benötigten Metallflicken. Immer wieder dranhalten, anpassen und abschneiden, während draußen über Kiel ein Unwetter niedergeht, als wollte der Herrgott uns alle wegwaschen wie damals zu Zeiten der Sintflut. Dabei habe ich mir doch gar nichts zu Schulden kommen lassen.. Oder? Ich glaube nicht. Kennen Sie den Geruch von getrenntem Metall? Wenn es glüht, wenn der Unterbodenschutz wegschmilzt und sich die fliegenden Funken auf den Brillen, den Jacken und allem anderen im Umkreis von drei Metern niederlassen? Das ist Schrauben. Das roch schon immer so, und das spricht von einem erfüllten Abend, wenn man damit fertig ist. Leider dauert das noch ein bisschen. Aber wir werden besucht von einem fröhlichen Vespa Fahrer, der uns ein Wundermittel vom Rost Doc in Kiel anbietet. Fluid Film. Rost Doc? Ich sehe schon, ich muss da noch ein paar Geschichten nachlegen.

Passt? Passt.

Passt? Passt.

Passt?
In den verschiedenen Dekaden der Rostbekämpfung gab es verschiedene Methoden, dem Lochfraß an den Pelz zu gehen. In den 70ern kloppte man den Rost nach innen, klebte eine mit Harz getränkte Polyestermatte drauf und verspachtelte das ganze fein. Wenn es ein tragendes Teil war klemmte man noch eine Coladose hinter die Matte, das ging schon irgendwie. Das ausgehärtete Harz klebte trotz intensivem Waschen noch Monate später an den Händen. In den 90ern ließ man alles wie es ist und punktete mit dem Schweißgerät das neue Blechteil einfach über das Rostloch drüber, sofern noch irgendwo gesundes Blech vorhanden war, was die Schweißpunkte schluckte. Das ging schnell, hatte nur den Nachteil dass der Rostherd natürlich mit seiner originen Aufgabe weitermachte und zwei Jahre später alles noch viel schlimmer aussah. Nun, die Abwrackprämie hat das dann alles klar gemacht. Bei Alex und Mathias wird in den 2000ern (nennt man die so? Oder sind das jetzt die Zweitausendzehner?) alles, was porös ist rausgetrennt und frisches Blech eingesetzt. Vermutlich werden diese Flicken länger halten als die anderen Bleche um sie rum, aber wir sind inzwischen zu alt, um halbe Sachen zu machen. Zack.

Eine Form von Kunst

Eine Form von Kunst

Ich selbst komme mir fast ein bisschen überflüssig vor, weil die Jungs emsig arbeiten und ich so ziemlich gar nichts tun kann als ein paar Negerküsse zu essen und ab und an mal an dem Bierchen zu nippen *burps*. Okay, die Radkästen kann ich abschrauben, und als nach nicht allzu langer Zeit beide Löcher frisch geschweißt sind zücke ich selbst die Flex und mache die Schweißpunkte mit der Schruppscheibe platt. Immerhin kann ich so einen kleinen Beitrag zur Wiederauferstehung des Daimlers beisteuern :-) Als das sagenumwobene Fluid Film vom kmplett an meiner Wahrnehmung vorbeigezogenen Rost Doc trocken ist schmiere ich noch ein bisschen klebrig-schwarzen Unterbodenschutz auf die Bleche und spüre regelrecht körperlich, wie diese beiden verschraubten Tage sich langsam einem Ziel nähern. Dem Ziel der frischen TÜV Plakette womöglich? Von unten sieht nun jedenfalls alles gut aus. Es gibt noch ein paar Stellen, die meiner Aufmerksamkeit bedürfen, unter der Karosseriedichtmasse haben sich ein paar kleine Rostnester in den Falzen festgesetzt. Da müssen wir mal bei. Aber nicht hier und heute. Danke, Jungs, für eure Hilfe! Und jetzt lasst uns mal schlafen gehen, ist ja bald Mitternacht und morgen ist die Nachprüfung…

Für gut befunden.

Für gut befunden.

Hauptuntersuchung, Teil 2.
Und diesmal stehe ich mit dem Prüfer zusammen drunter. Stolz zeige ich den neuen Auspuff, die frisch gelagerte Vorderachse und die geschweißten Bleche nebst neuer Federn. Zwei Sätze bleiben mir wohl von heute besonders im Kopf hängen. “Warum gibst du denn noch so viel Geld für so eine Karre aus mann? Du kriegst doch an jeder Ecke ne neue?” Äh… na ja, weil Sie das so wollten, ich kann den doch jetzt nicht einfach wegschmeißen nur weil er ein paar Mängel hat? *heul* “Ja und ey was ist DAS denn hier, am Motor und am Differential ist ja noch immer Öl. Ey das ist der TÜV hier, da musst du das doch mal sauber machen!” Argh. Ich hatte den vorderen Unterfahrschutz extra noch nicht wieder angeschraubt, weil ich dachte, der gute Mann kann nun besser das Resultat der neuen Federn und Achsteile sehen…? So wird es einem gedankt. Ein bisschen schwitzen sei doch aber eigentlich für einen Motor okay, oder? frage ich. “Ja aber das musst du doch sauber machen das ist der TÜV hier! Da nimm mal n Lappen und wisch das mal weg“. Ich wische. Und bekomme von dem Mann eine geklebt, dieses Jahr in rosa. Hallo HU. Zwei Jahre Ruhe, zumindest offiziell. Außerdem weiß ich jetzt, dass das der TÜV hier ist. Nächstes mal dann wieder GTÜ oder DEKRA.

Na bitte!

Na bitte!

Und die Moral von der Geschicht’?
Durch meinen Einkauf bei motointegrator.de habe ich bei den Teilen einen Haufen Geld gespart. Alles zusammen hat keine 250 Euro gekostet (denkt dran, ihr bekommt mit meinem Code SANDMANNSWE da bis nächstes Jahr 10% Rabatt!). Allerdings ist die Rechnung von Mercedes für den Einbau der Federn nochmal als unangenehmes Bäuerchen aufgestoßen, aber im Gesamtpaket habe ich jetzt wieder einen gesund dastehenden Benz, in den auch mein halbfinnisches Fräulein Altona sorgenfrei und voller Vertrauen einsteigen mag. Das ist wichtig. Alte Karren aus den 70ern hin oder her, aber die Dame des Hauses soll sicher, komfortabel und zuverlässig von a nach b kommen, so sie das wünscht. Mission accomplished. Ein paar Kleinigkeiten habe ich noch vor mir, die Spur muss eingestellt werden, das rechte Bremslicht geht mal und mal nicht (nein, keine Korrosion an dem Lämpchen – vermutlich auch wieder so ne Ostblock-Birne die ich nur ersetzen muss) und na ja… die Türkanten unter den Dichtungen. Die haben den Prüfer nicht interessiert, mich aber schon. Ich mag es einfach nicht, wenn derbe rostige Stellen am Auto zu sehen sind. Es sei denn, ich werf den in 2 Jahren einfach weg. Aber dafür mag ich ihn einfach zu gern :-) Letztes Bild. Finden Sie den Fehler Keine halben Sachen hier.

Finden Sie den Fehler

Finden Sie den Fehler

Andere auf diesem Planeten verbringen Stunden um Stunden mit Photoshop, um ihrem Auto verschiedene Alufelgen draufzupappen und zu gucken, wie das denn so aussieht. Ich für meinen Teil brauche dazu nur einen Radmutterschlüssel. Die innen abgelaufenen Vorderreifen kommen wieder drauf, die sind noch sehr gut, aber vorher lasse ich die Achse vermessen. So mit neuen Federn… da liegt er höher als vorher. Und bei der Gelegenheit werde ich vom Taxi gleich noch die guten Winterreifen abreißen, wer weiß wann ich die nochmal brauchen kann? Seid ihr bei Facebook? Dann schaut doch mal auf der Seite vom Alex und seinen Werkstattkumpels vorbei, da gibt’s immer was zu sehen: Hallenwerke
Sandmanns Welt habt ihr doch hoffentlich alle bereits mit einem Like bedacht, oder? Oder???
Ich geh mir jetzt mal anständig die Hände waschen. Ich weiß, die meisten von euch zelebrieren regelmäßig noch ganz andere Schrauberaktionen, der Benz ist da nur ne Lachnummer. Ich jedoch pendel zwischen zwei Wohnsitzen in Kiel und Hamburg, habe zwei Jobs die mich stark einspannen, zwei Familien in zwei Städten und drei Töchter, von denen eine erst 2 Jahre alt und in zum Glück in einer Kita untergebracht ist, die nur solidarisch mal einen Tag mitstreikt. Aber irgendwas ist immer. Täglich. Da ist einfach nicht viel Zeit übrig. Deshalb bin ich so froh über die unkomplizierte und selbstlose Hilfe meiner Freunde. Nochmal Danke Jungs. Wenn ihr mich mal braucht….

Sandmann

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31 May 2015
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Plakettengeschichten

Plakettengeschichten

Alle zwei Jahre wieder

Aaaaaa_lle Jaaahre wiiiiie_deeeer … koommt da_haaas Prüferkind
Untern Daimler nie_hiiie_der wo die_hie Mängel sind ♫
Es ist soweit. Der treue S210, das ach so verschriene “Rostmodell”, muss zur Hauptuntersuchung. Hatte ich den nicht grad erst gekauft, mit fast frischem TÜV? Ist das schon wieder so lange her? Verdammt. Er fährt ja sehr souverän und fluffig, zuverlässig und sparsam, ging während all dieser Kilometer niemals kaputt (im Gegensatz zum Taxi) und rostet, soweit ich das sehen kann auch nur unter den Dichtungen der hinteren Türen. Also denke ich mir – fahr ich doch einfach mal hin zu den freundlichen plakettenklebenden Jungs und nehme, wie beim Audi, gleich einen frischen runden duftigen Aufkleber in rosa mit nach Hause. Äh…. nein. Das war falsch gedacht :-( Und es ist der Anfang einer Bestell- und Schrauberodyssee, die so nicht eingeplant war.

Eine Mängelliste, länger als ein Weihnachtslied.

Plakettengeschichten

Mehr Text als ein Weihnachtslied

Es ist mehr als eine Mängelliste – es ist eine kleine Katastrophe. Nicht in den Augen von jemandem, der professionell Autos restauriert und auch nicht in den Augen von jemandem, der ne Menge Zeit zum Schrauben an seinen Autos hat. Aber in meinen schon, denn der Benz wird täglich gebraucht, ich habe sowieso im Sommer chronisch kein Geld übrig und überhaupt war das jetzt so echt nicht eingeplant. Dreck. Nebelleuchten sind Pipifax, ein “undichtes” Diffi auch (das ist einfach seit 2 Jahren niemals sauber gemacht worden) – aber gebrochene Federn vorn? Verdammt. Ein Klassiker beim W210 und S210. Und der damit zusammenhängende Reifenverschleiß, na gut, selbst Schuld, wenn sich die Karre korrodierend selbst tiefer legt laufen auch die Reifen unrund ab. Der Rost hält sich in Grenzen, nur zwei Stellen, was um alles in der Welt ist denn der “Hilfsrahmen”? Ist das die hintere Achsaufhängung? Na super. Und die Bremsschläuche und die Bremsen gehören offensichtlich zu den bedrohten Arten, wenn auch nicht akut. Und der Auspuff. Ach? Hört man gar nicht. Genaugenommen eine gute Bilanz für ein 14 Jahre altes Auto, das bisher nicht viel Liebe von mir bekommen hat. Ich habe nicht ein einziges mal drunter gelegen. Das sollte, nein das MUSS ich wohl jetzt mal nachholen. Erstmal zu Markus1975 nach Wahlstedt, da steht noch mein Taxi. Schauen wir doch einmal, was wir von dem noch so retten können.

Plakettengeschichten

Er schwindet dahin, der weit Gereiste

Da ist er wieder. Der alte Herr mit den 650.000 Kilometern auf dem Tacho. Er liegt da rum, als hätte ich ihn grad erst geholt. In schweren Zeiten hat er meistens funktioniert. Ja, es gibt ihn noch, aber auch nur weil ihn niemand, ich betone NIEMAND nicht mal mit TÜV und einem Haufen neuer Teile (Servolenkgetriebe, Bremsen, Scheinwerfer, Saugrohr, Dieselleitungen und und und) für magere 900€ haben wollte. Tz. Egal, zu spät, das Schlachtfest hat begonnen. Schlösser, Türverkleidungen und Fensterheber sind schon raus, die hinteren Leuchten auch, da könnte ich die Nebelschlussleuchte abzweigen. Aber der Rest… Hm. Für meinen Daimler ist da quasi nix dabei, jedenfalls nicht, wenn man es ernst meint mit seinem Leben. Gebrauchte Bremsen baue ich nicht ein, da kommen nur neue Teile an die Achse. Die alten Federn kann ich auch nicht nehmen, weil ich jetzt ja die Ausstattung “Avantgarde” fahre, der ist ab Werk ein bisschen tiefer als der “Classic” und hat andere – kürzere – Federn. Na super.

Plakettengeschichten

Brauch ich alles nicht – also ab zu ebay

Dann schleppe ich eben den ganzen Kram in der Pappkiste mit und beginne, den beigen Truppentransporter bei ebay rauszukloppen. Irgendwann mal. Wenn ich dazu Zeit habe, meine Uhr tickt jetzt erstmal die Tage bis zur 5 Euro teuren Nachprüfung runter. Warum hat mir in der Werkstatt eigentlich niemand gesagt, dass da der TÜV selbst prüft? Also der “TÜV” TÜV? Mit der DEKRA oder der GTÜ habe ich zeitlebens wesentlich entspanntere Erfahrungen gemacht. Okay, gebrochene Federn müssen bemängelt werden. Aber der Auspuff und der Hilfsrahmen… Nächstes mal stehe ich wieder mit dem Prüfer gemeinsam unter dem Auto. Markus, lass uns den Dicken mal auf die Bühne nehmen bitte. Ich will das mit eigenen Augen sehen.

Plakettengeschichten

Oh. Ach DAS meinte der Prüfer.

Ups. Ja nun. Der fette quer eingebaute Endtopf hängt nur noch an einer einzigen Aufhängung, die sich bei genauerem Hingucken als bereits schon mal nachgeflickte winkelig gedengelte und stümperhaft angeschweißte Gewindestange entpuppt. Die Außenhaut ist quasi nicht mehr dran. Das sind Fluch und Segen des Turbodiesels mit Kat. Segen: Der ist hinter dem Kat so leise, dass ich auch komplett ohne Endtopf fahren könnte. Es… äh… es ist ja nicht so, dass ich das nicht auch schon mal über ein Jahr lang mit meinem Rudolf gemacht hättePlakettengeschichten *flööt* Fluch: Es scheint noch der allererste Topf unter der Heckklappe zu hängen (Hut ab Mercedes-Benz), und niemand bekommt es mit, dass der sich nun endgültig aufgelöst hat. Weil man es nicht hört. Ach doch, einer hat es mitbekommen – der Prüfer. Vielleicht hätte ich mich vorher wenigstens einmal drunter legen sollen, mit so einer porösen Altblechatrappe ist es ja schon fast peinlich, auf eine Plakette zu hoffen. Wie unangenehm. Schauen wir mal, was das Rostmodell an Rost zu bieten hat:

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Der Klassiker unter den Rostlöchern

Die Reserveradwanne. Ein Klassiker. Die tiefste Stelle im hinteren Fahrzeugbereich, wo sich alles sammelt, was so in einem Autoleben auf der Ladefläche ausläuft. Wasser, Brause, Bier, Wein, Farben und Lacke, Lösungsmittel, Urin von diversen Haustieren und was weiß ich was man alles in einem T-Modell durch die Gegend kutschiert. Das ätzt von oben. Von unten wirft in diesem Bereich das linke Hinterrad fleißig Wasser, Dreck und Salz dagegen. Da kapituliert irgendwann jedes Blech, das ist nicht nur bei Mercedes so. Also. Die ist nun durch. Die Wanne. Aber das sollte kein Problem sein, der Bereich ist nach Demontage des inneren Plastik-Radkastens (drei Schrauben) gut zugänglich. Vorher muss natürlich das Reserverad raus Plakettengeschichten Bei modernen Autos kennt man dieses Problem nicht, die haben ja keine Reserveräder mehr. Da steckt nur noch eine Dose Reifenpilot in der Seitenablage, na wenn das bei einem Platten mal wirklich reicht? Ich habe gern noch ein altes, schweres Reserverad und das gute Gefühl, definitiv nicht wegen einer kalten Lötstelle in irgendeinem bekloppten Steuergerät liegenzubleiben. Aber ich schweife ab.
Hallo Hilfsrahmen.

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Das ist ja fast schon albern.

Spiegelverkehrt zur durchgerosteten Reserveradwanne ist im Spritzwasser des rechten Hinterrades ein Winkelblech, an dem der rechte innere Radkasten angeschraubt wird. Mehr nicht. Keine tragenden Teile und eigentlich auch keine weitere Funktion. Hier verzeichnen wir den aus Funk und Fernsehen bekannten Lochfraß, der sonst nur an den Heizstäben von nicht-Kalgon-gepflegte Waschmaschinen auftritt und von einem Herrn Bürgi demonstriert wurde. Genaugenommen kein Grund zur Bemängelung, aber ich denke der Prüfer zeigte sich von dem rotten Auspuff und den gebrochenen Federn derart provoziert, dass er sich gleich das ganze Paket aufgeschrieben hat. Wenn schon denn schon. Okay, es ist wie es ist, ich habe ab jetzt noch drei Wochen Zeit und eigentlich keine Zeit.
Auf ins Netz, zum Start der Aktion die benötigten Ersatzteile ranschaffen. Die Zeit läuft. Mein Schwerpunkt: NICHT den billigsten Schrott, den man gern mal bei ebay in zweifelhaften Shops bekommt. Ich will BOSCH, ATE oder andere Erstausrüster. Zumindest, was das Fahrwerk betrifft, beim Auspuff lasse ich noch mit mir handeln, da kostet so einer gern mal halb so viel wie der ganze Daimler. Was sind die bekannten Plattformen? kfzteile24.de? departo.de? autoteile-guenstig.de? Ich finde was ganz anderes. www.motointegrator.de:-) Schon mal gehört? Ich noch nicht. Liest sich aber gut, was dort geschrieben steht.

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Ab ins Netz, Teile kaufen.

Bau ich das doch mal in meine Geschichte ein: Motointegrator gehört zur Inter Cars SA, die seit 25 Jahren weltweit Ersatzteile vertreibt. Die bieten auch Teile für ältere, auch für SEHR viel ältere Autos an (auch für meinen 38 Jahre alten Audi, aber das ist eine andere Geschichte) und es gibt die Möglichkeit, zwischen Premiumanbietern und Budgetanbietern mit guten Kundenbewertungen zu wählen. Für europäische, amerikanische und asiatische Autos. Klingt wie ein Pressetext? Plakettengeschichten Nicht ganz, ich habe mich da ein bisschen reingelesen und dann meine Bestellung aufgegeben. Federn vorn von Lesjöfors, Bremsscheiben und Klötze von BOSCH hinten und vorn, dann gleich noch neue Traggelenke und Koppelstangen vorn. Bremsschläuche, einen Auspuff (da hab ich einen billigen genommen :roll: ) und wenn ich schon mal dabei bin neue Radlager hinten und vorn. Weil ich immer Lust habe, aus meinem Alltag eine Geschichte zu machen und weil ich ein kommunikativer Knopf bin rufe ich da einfach mal an:

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Investigativ Telefonate

Drrriinggg hallo. Ich erfahre nicht nur, wie schnell die Teile da sein können (zwei Tage) sondern auch die weiter oben zitierten Firmeninformationen. Und ich bekomme noch ein kleines Schnäppchen: Einen Gutscheincode für Sie und euch hier im Blog. YES. Denn ich gehe mal davon aus, dass ihr die Website genau so wenig kennt wie ich, und wenn ich dermaßen freundlich behandelt werde gebe ich den Support gern weiter. Ab heute bis zum 01.06.2016 (also ein Jahr lang!) bekommt ihr auf alle eure Bestellungen bei Motointegrator.de einen Rabatt von 10% auf den Gesamtbetrag. Immer wieder. Und was müsst ihr dafür tun? Nix. Kein Gewinnspiel, kein Online-Seelenstrip, schaut einfach mal da rein und wenn ihr für euer Auto was findet – bestellt es mit dem Code und schönen Grüßen :-) Code? Code. Der hier:
SANDMANNSWE
Der gilt für Ersatzteile (und bitte NUR für Ersatzteile) und wird im Warenkorb eingegeben. Und dann gibt es 10%. Die Differenz nehme ich gern persönlich als Rotweinspende entgegen :-) Ich schick meine Liste jetzt mal ab und harre dem Postmann, dass er zweimal klingelt. 4. Stock. Na der wird sich freuen.

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Augen auf bei der Berufswahl

Wer einmal drei Kartons mit Bremsscheiben und Klötzen, Radlagern, Traggelenken und ähnlichen Artikeln, die definitiv nicht aus leichtem Material hergestellt wurden, bis in den 4. Stock getragen hat der überlegt sich danach, ob er wirklich bei DHL oder GLS oder HERMES hauptberuflich Paketbote werden möchte. Der gute Mann, der das hier hochgebuckelt hat ist es schon, überlegt aber nun, den Job zu wechseln. Ich für meinen Teil finde seinen Einsatz super, fluche aber in mich rein weil ich die Pakete alle wieder RUNTER tragen muss. Ich kann die Arbeiten ja nicht hier oben in der Wohnung ausführen :-( Na toll. Aber beeindruckend ist, dass tatsächlich nach zwei Tagen alles da war. Sauber. Ich telefoniere derart euphorisch bestückt noch mit Markus und Alex. Beide haben Hebebühnen. Bei Markus wollen wir die Vorderachse angehen, bei Alex die Schweißarbeiten. With a little Help from my Friends, sangen die Beatles damals. Ich bin so dankbar über meine Kumpels aus der schraubenden Fraktion. Alleine würde ich das diesmal nicht stemmen….

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Kombi? Braucht man nicht.

Sie erinnern sich an das Bild ganz oben? Da habe ich den Kram gerade ins Auto gebuckelt. Kombi – braucht man nicht? Hm. Vielleicht doch, es kommen nachher noch der Auspuff und die Federn dazu. Morgen schrauben und schweißen wir los. Und Sie werden gefühlt live dabei sein. Geschichten von Schweiß, Funken und Unterbodenschutz. Von Auspuffen und Blechtafeln. Von Fett, mitdrehenden Muttern und Rost. Und von der Erkenntnis, dass man bei dem W210 regelmäßig die Traggelenke wechseln sollte, sonst… aber bleiben Sie neugierig :-) Es geht bald weiter. Bis dahin mal alle ab auf  www.motointegrator.de, fein mit dem Code arbeiten, und berichtet mal ob ihr da für euer Auto fündig geworden seid. Bei mir hat alles wunderbar geklappt!
Und schimpft nicht auf das Vierauge. Andere Autos rosten und verschleißen auch. Wir lesen uns dann von unter der Hebebühne…

Sandmann

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Created Sonntag, 31. Mai 2015 Tags Alltag im W210 | erhebliche Mängel | HU | Mängelbericht | mercedes | Mercedes S210 | T-Modell | TÜV | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
18 May 2015
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Wo ist mein Auto?

Wo ist mein Auto?

Vergessen? Nicht… GANZ.

Jugendlieben. Jugendsünden.
Die Karre, die in meinem Leben beides vereint existiert noch immer. Granada Coupé, Baujahr 1975. Gefahren von 1993 bis 1995 und dann so wie er war weggestellt, weil ich ihn damals eigentlich verschrotten oder verschenken wollte. Das habe ich nie getan. Nun stolpert ein Fernsehteam des NDR über meinen Blog und fragt, was denn aus dem Auto geworden sei? Und ob man mit mir eine kleine Reportage über das Thema “Unsere Geschichte – mein erstes Auto” drehen könnte? :-)Ja aber sehr gern!, sage ich der freundlichen Dame am Telefon. Wir machen einen Drehtermin. Und nur wenige Minuten später stehe ich total bedröppelt da. Wo hatte ich die Karre den rostigen Saurier eigentlich eingelagert? Ich habe weder einen Namen noch eine Adresse, und es ist fast 5 Jahre her dass ich mal da war. Verdammt. Wo ist mein Auto???

Total bescheuert, oder? Stimmt.

Wo ist mein Auto?

Ersatzteile rein und ab in die Garage

Jeden Monat überweise ich einen kleinen Betrag Garagenmiete für dieses alte V6 Schiff aus meiner Sturm-und-Drang-Zeit. Aber ich habe vergessen, wo der Örg und ich den damals hingeschleppt hatten. Ich war der Meinung, dass es ein Bekannter von ihm war und rufe ihn an. “Wa? Neee, ich hab keine Ahnung wer das war, der Kontakt kam von dir. Ich kenn den gar nicht!” Oh. Das hilft mir nicht wirklich weiter. Wer hatte mir denn diesen Stellplatz vermittelt??? Himmel! Das war irgendwo bei Rendsburg, ich erinnere mich noch daran, dass wir den Granada damals mit allen Ersatzteilen vollgeladen haben und von Örgs Werkstatt mit dem V8 und einem Trailer da hin zogen. Wann? Keine Ahnung, 2010 oder so. Ein Resthof, Wiesen und ein paar Garagen. Ein netter Kerl, der das alles gekauft hatte und da auch Konzerte veranstaltet. Ich frage auf Facebook rum und ernte vor allem Schmäh :-( Wie bescheuert man sein kann, dass man nicht mehr weiß, wo man sein Auto abgestellt hat. Ja nun. Ich hatte halt ein paar Jahre lang andere Sorgen, was soll ich denn machen? Keiner kann sich erinnern, woher der Kontakt zu dem Bauernhof herkam oder wo der überhaupt ist. Niemand. Außer Steffi, “Seinekleineschwester“, die mir einen Namen nennt, der sich mit dem Namen auf meinen Kontoauszügen deckt. Ah. Nun habe ich noch immer keine Nummer, aber einen Namen.

Wo ist mein Auto?

Ein Prosit auf den Stellplatz. Aber WO?

Obwohl….
Doch, eine Nummer habe ich schon. Nur eben keine Telefonnummer. Sondern eine Kontonummer. Der Drehtermin rückt näher, und ich komme mir täglich ein bisschen bekloppter vor, dass ich dem Redaktionsteam am Telefon regelmäßig sagen muss, ich wisse noch nicht genau, wo der Wagen eigentlich stehen würde, aber ich arbeite daran. Gut organisierten Menschen passiert sowas nicht, die wissen im Allgemeinen, wo ihre Autos stehen. Ich bin nicht gut organisiert. Und der Granada… steht da ja sogar schon recht lange…
Ich überweise dem Garagenbesitzer einen Euro, schreibe in den Betreff der Überweisung meine Handynummer und die Bitte, mich doch dringend einmal anzurufen :-) Ha. Ich Fuchs. Was Ole drei Tage später dann auch macht. Und ich falle aus allen Wolken. Ja klar. Ole!! Den habe ich auch als Ole im Telefon gespeichert, das ist der Typ wo mein Auto steht??? Und sein Resthof ist der Resthof, auf dem ich erst vor drei Wochen bei einem Konzert meinem Freund Danny zugehört und zwei Bier getrunken habe???? Ohne den Ort wiederzuerkennen, wo mein Coupé steht????? Ohgottogott es wird ja immer peinlicher. Ole ist umfassend amüsiert, ich frage ob er zu Hause ist und mache mich auf den Weg. Ich war ja grad erst da :roll:

Wo ist mein Auto?

Erkenntnisse…

Ja klar. Unter diesen Vorzeichen erkenne ich den Ort jetzt auch wieder. Ich denke, es ist ein deutliches Zeichen, sein Leben dringend zu entschleunigen, wenn man auf einem Konzert ist und noch denkt: Mensch das wär hier doch super, um alte Autos unterzustellen! – ohne das mit dem Platz übereinanderzubringen, an dem genau das eigene alte Auto bereits seit Jahren steht! Ole lacht und lacht, als ich ihm das erzähle. Ja na klar, Ole. Jetzt erkenne ich auch den Typen wieder, der uns damals in Empfang genommen und den Wagen eingelagert hat. Es ist der gleiche, der mir auf dem Konzert vor drei Wochen zwei Bier verkauft hat. Ich muss entschleunigen, noch mehr, echt dringend.
Ein Garagentor. Ich rufe das Filmteam an und gebe Entwarnung. Ja, sie können kommen. Ich habe mein Auto vermutlich wiedergefunden.

Wo ist mein Auto?

Ali Babas Schatzkammer

Da steht er. So, wie er 1995 abgemeldet wurde. Die Aufkleber sind noch drauf, die Bonbons im Handschuhfach und der Pizzazettel und ein Parkschein liegen im Fußraum. Es hat sich nichts verändert. Warum auch? Ich wollte ihn ja damals nicht verkaufen und habe ihn weder aufgeräumt noch sauber gemacht. Das Jahr 1995 ist direkt in ihm eingefroren worden.
Die Geschichte verdient eigentlich noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und noch mehr Bilder, und glauben Sie mir – die kommen auch noch. Aber jetzt steht das Kamerateam neben mir und filmt mich, wie ich zum ersten mal seit all diesen Jahren das Tor öffne. Und was so in mir vorgeht, als ich mich wieder in meinen alten Granada setze. Nicht ganz mein erstes Auto, aber fast. Und dieser Film kommt am Mittwoch Abend um 21:00 Uhr im NDR Fernsehen: Unsere Geschichte – Mein erstes Auto.
Vorher bin ich noch ab 16:10 Uhr live zu sehen auf dem Sofa in: Mein Nachmittag.

So, und nun kommt ihr :-) Habt ihr auch schon mal euer Auto nicht gefunden? Und dann? Ich bin gespannt auf das Interview (ich habe KEINE Ahnung wie das laufen wird) und ich bin gespannt auf die kleine Reportage (ich habe KEINE Ahnung was da von dem gefilmten Material gesendet wird). Und ich hoffe, Sie und ihr seid dabei?

Sandmann

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Created Montag, 18. Mai 2015 Tags Absurdistan | Coupé | finden | Ford Granada | Granada Coupe | Granada MK 1 | Heimwärts Highways | Scheune | vergessen Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
13 May 2015
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Brot und Spiele

Brot und Spiele

Groß, rund, unfassbar

Von zweien, die drei Tage in der Antike waren
Liebes Tagebuch.
Drei Tage sind viel zu kurz, um alle gegessenen Pizzen hier zu zeigen. Ich bin ja kein Food-Blogger, ich finde es schon anstrengend genug, auf Facebook ständig sehen zu müssen, was andere gerade essen, wie sie es kochen oder in welchem Etablissement sie gerade sitzen :-) Heute kommen zu unserem städtischen Etablissement noch ein paar kleine Katastrophen dazu, ähnlich wie auf dem Hinweg, viele alte Steine und jede Menge ganz alte Geschichte zum Anfassen unter einem blauen, italienischen Himmel. Ein paar der geschichtsträchtigsten Plätze Roms und Bestandteil der meisten Asterix Hefte – der große Zirkus und die klassische Tempel- und Shoppingmeile. Beides rund 2000 Jahre alt, beides nicht mehr ganz so gut erhalten und beides natürlich mit sagenhaft langen Schlangen von blöden Touristen belagert. Endspurt, los, ich will heute mal was altes sehen! Und ne Pizza.

Man –könnte– wie zu all den anderen Plätzen in den vergangenen Tagen zum Kolosseum von hier aus zu Fuß gehen, aber heute sind wir faul.

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unter der Erde

U-Bahn fahren in Rom klingt vielleicht auf den ersten Blick abenteuerlich, auf den zweiten ist es das auch. Nicht etwa, weil das Schienennetz so verwirrend ist, nein, daran liegt es nicht. Ich hatte mich schon gewundert, warum die freundliche Dame in der unter Tage befindlichen Information zwischen Pennern und Selfie Stick Verkäufern lachend zusammengebrochen ist, als ich sie nach einem Linienplan für das U-Bahn Netz fragte. Sie hätte mir auch fast einen verkauft, aber ich wollte keine drei Euro zahlen. Später wusste ich dann, warum wir ihr Lachen noch zwei Stationen weiter hören konnten: Es gibt unter Rom nur zwei U-Bahn Linien, die in einem Kreuz unter der Stadt laufen. Zwei. Es ist quasi unmöglich, in die falsche einzusteigen. Ah. Was diese Art der Fortbewegung aber trotzdem abenteuerlich macht ist die schiere Menge an Menschen, die an besonders bekannten Haltestellen gleichzeitig in die Züge ein- oder aussteigen will. Aber irgendwas ist ja immer. Wir sind da.

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Ich hatte mir das größer vorgestellt

Das Kolosseum. Endlich! Während wir noch überlegen, ob wir uns hinten an die Schlange anstellen oder wieder die zeitraffende Touristenfalle “Skip the Line” kaufen lese ich mich ein bisschen in die Geschichte dieses gigantischen Theaters. Denn hier war ich damals nicht drin. Ungefähr ein Menschenleben nach Christi Geburt ist das Kolosseum fertig geworden und bot damals 50.000, ja FÜNFZIGTAUSEND Menschen Platz. Die saßen auf mehreren Rängen auf Marmorklötzen, der Eintritt war frei, es fanden den ganzen Tag Veranstaltungen statt. Das Volk wollte bei Laune gehalten werden, denn wenn es genug zu Essen und gute Unterhaltung hatte fing es nicht an, die Regierungsform zu hinterfragen. Der Zirkus muss beeindruckend gewesen sein, wilde Tiere, aus den fernen römischen Kolonien auf der ganzen Welt mit Schiffen rangeschafft wurden über den Sand der Arena in der Mitte getrieben. Für die Giraffen gab es sogar extra hohe Tore. Und natürlich sahen sich Kinder wie Erwachsene nicht nur die lustigen Tiere an, sondern auch die nicht ganz so lustigen Menschen, die auch da unten waren. Und dann wurde es krass. Aber Moment, da wanzt sich ein britischer Einpeitscher an uns ran und will uns geführte Kombitickets für den Zirkus und das Forum Romanum verkaufen. Jep. Nehmen wir. Und jetzt bin ich erstmal pleite, aber drin.

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Echt und groß. Skip the Line.

Die diesmal nicht ganz so attraktive, aber trotzdem sehr belesene Führerin kniet sich professionell rein und erzählt uns allerhand von der Architektur und den Dingen, die zwischen den Mauern passiert sind. Damals. Zwischendurch betont sie ein paar mal, dass wir alle zunächst bei der Gruppe bleiben sollen, weil wir keine einzelnen Tickets haben und nur im Verbund mit dieser Gruppe nachher raus und auch ins angrenzende Forum Romanum und den Palatin wieder REIN kommen. Check. Und dann blende ich sie langsam aus und versinke in Vorstellungen, Geräuschen und haptischem Begreifen.
Es gibt nur noch eine kleine Ecke, in der die Bänke aus Marmor so sind wie sie mal waren. Alle anderen Steine hat man nach und nach als Baumaterial für andere Gebäude verwendet, Petersdom und so. Aber trotzdem vibrieren die Steine vor lauter Geschichte. Was muss hier für ein Wuseln, für eine Stimmung gewesen sein, als die tausende von Zuschauern in den Morgenstunden aus den Vomitorien auf die Ränge gekotzt wurden? Die Arena in der Mitte war mit Holzplanken belegt, auf denen frischer weißer Sand lag. Darunter schlängelten sich im Dunkeln, spärlich und stinkend beleuchtet von Fackeln, die Gänge und Räume für die Kämpfer, die Gladiatoren, und die wilden Tiere. Es waren verurteilte Verbrecher und Sklaven, die hier ihrem fast sicheren Tod entgegen sahen.

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Die Sprengung von allem Fassbaren

Zur Belustigung des Volkes kämpften Menschen gegen Menschen oder gegen Tiere. Sie hatten verschiedene Waffen, vom Netz bis zum Schwert, und wurden sogar in eigens dafür eingerichteten Schulen für diese Kämpfe ausgebildet. Ihre einzige Überlebenschance war, den Kampf zu gewinnen oder eine so gute Nummer hinzulegen, dass der oft anwesende Imperator, der Caesar, seinen Daumen hob und damit dem Gladiator die Freiheit schenkte. Ihm zumindest seinen Tod ersparte. Oft stimmte auch das Publikum ab. Nach einer bestimmten Anzahl von überlebten Kämpfen konnten einige der Statisten sich auch freikaufen. Soweit die historische Theorie. In der Praxis erstachen und zerfleischten sich täglich Menschen und Tiere, und jeden Abend war der weiße Sand rot von Blut und Leichenteilen und muss besonders an warmen Tagen erbärmlich gestunken haben. Und wer nicht oben in der Arena gestorben ist verreckte später elendig an seinen infizierten Wunden. Die Zuschauer aßen dabei Knabberkram und amüsierten sich köstlich.
Und wissen Sie, was mich an all dem jetzt so fasziniert? Es ist HIER gewesen. Das ist kein Museum oder ein Film, es war genau HIER. Ich fasse die Mauern an, die schon vor 2000 Jahren todgeweihte Menschen berührt haben. GENAU diese Mauern. Sie sind genau diesen Wen über genau diese Steine gegangen. Das plättet mich immer wieder.

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Alle da? Dann kann es ja losgehen.

Wie muss die Luft gekocht haben unter den riesigen Sonnensegeln, die an hölzernen Masten über der Arena gespannt waren? Und was für ein krasser Kontrast zum Geruch von Schweiß, Blut und Tod unter dem Sandboden in den Gängen, wo man die Tiere schon fauchen und scharren hören konnte. Ich streiche über die Brüstungen, fasse alles an, versuche es zu begreifen und stelle mir die Szenen vor. Unsere Führern ist inzwischen zum Ende gekommen und ermahnt uns, um 16:30 Uhr an dem Bücherladen am Ausgang zu sein, von wo man uns geschlossen rüber zum Forum führen wolle. Meine große Tochter und ich stromern noch die Ränge rauf und runter, lachen über die Selfie Stick Fraktion und genießen ganz nebenbei auch die echt bräunende Sonne Italiens, während Norddeutschland im Regen ersäuft. Ach ja, einen Selfie machen wir natürlich auch noch, nein, SIE macht ihn. Ganz ohne Stick. Wie sich das gehört für eine angehende Fotografin Brot und Spiele Hübsch ist sie. Und ich kann herrlich blöd gucken. So haben wir eben alle unsere Gaben…

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Selfie ohne Stick

Um 16:25 Uhr stehen wir am Bücherladen.
Um 16:35 merken wir, dass es zwei gibt, und der hier ist nicht der am Ausgang.
Um 16:38 ist niemand mehr da, mit dem wir mitgehen könnten.
Na klasse. Rausgehen bedeutet endgültig raus, ich habe aber sehr viel Geld für das Kolosseum UND das Forum bezahlt und ärgere mich grün und blau.
Greg, ein smarter Brite mit vielen neugierigen Menschen im Schlepptau fragt mich, wie denn unsere Führerin geheißen habe. Das weiß ich doch nicht! Klein, 50, schwarze Haare, wenig Humor. Er telefoniert. Er erklärt ein paar Leuten die Situation. Verrücktes Business, die kennen sich alle. Und er schickt uns raus aus dem Kolosseum, raus auf den Vorplatz. Denn da steht die nächste Gruppe mit einer neuen smarten Führerin, die uns zwei kostenlose Tickets in die Hand drückt, die eigentlich die Guides bekommen. Bei einer Kontrolle müssten wir wohl draußen bleiben, wir seien ja schließlich keine Guides, aber man könne es ja mal versuchen, sagt sie. Das finde ich cool. Sehr cool.

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Menschlichkeit. Überraschend.

Ein Stück Restglauben an die Menschlichkeit zurück gewinnend sitzen wir zwei noch ein bisschen vor dem Forum und dem Palatin, dem ersten besiedelten der sieben Hügel Roms rum und mampfen ein Sandwich mit luftgetrocknetem Schinken und Mozzarella. Pizza gibt es hier nicht. Wir üben den unbeteiligten Blick, den die Guides beim Passieren der Schranken immer aufsetzen und glauben fest an unseren Erfolg. Bisher hat doch alles einwandfrei geklappt, wenn auch mit Stolperfallen. Und 15 Minuten später stehen wir zwischen alten Mauern und erfahren auf Englisch wissenswertes über die Paläste auf dem Palatin, die Geschichte der ersten Besiedlung Roms und die Zeit um Christi Geburt. Nun weiß ich auch, warm es nur zwei U-Bahnen gibt. Es ist fast unmöglich, Tunnel unter der ewigen Stadt zu graben, ohne nennenswerte Mengen an historischem Material zu zerstören. In den Jahrtausenden ist der Sand und Matsch um etwa sechs Meter nach oben gewandert, man vermutet dass rund 2/3 der antiken Mauern noch immer unter dem Erdboden darauf warte, ausgegraben zu werden. Nicht jeden hat freilich das antike Welterbe beeindrucken können. Mussolini ließ ohne Rücksicht auf Verluste eine breite Prachtstraße quer durch die Ruinen und Ausgrabungen ziehen, um seinen Kollegen Hitler mit einer Fahrt in Richtung Kolosseum zu beeindrucken. Seltsame Prioritäten. Wir stehen derweil unter einem Triumphbogen, der von Kaiser Titus, auf dem ein Gespann mit vier Pferden zu sehen ist. Hinten drauf steht die griechische Siegesgöttin Nike, und ich mag dieses Motiv so gern, weil ihr geschwungener Flügel ganz rechts im Bild das Logo einer ähnlich klingenden Bekleidungsmarke geworden ist Brot und Spiele

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Nike? Ja, Nike.b

Vom Palatin aus, auf den Ruinen der gigantischen Villa von Augustus stehend, hat man einen grandiosen Blick auf den Circus Maximus, die vermutlich größte Arena der Antike und der Neuzeit. Der Welt. Des Universums. Es hat nie wieder einen größeren Veranstaltunsort gegeben. Und wissen Sie was? Der Anblick ist relativ unspektakulär, man ahnt das Oval der Rennbahn für die Wagenrennen und die Anhöhe der Tribünen, alles mit Gras bewachsen. Keine Steine. Na klar – die liegen ja auch alle ein paar Meter unter Dreck und Schlamm, und weil es da recht sumpfig ist hat man noch nicht mit den Ausgrabungen angefangen.
Es gibt fesselnde Bücher, welche die Plätze dieses Zentrums des kulturellen und politischen Lebens der Stadt mit durchsichtigen Folien im Heute und Damals darstellen. Es muss hier wunderschön und beeindruckend urban gewesen sein. Es gab Brunnen, Basiliken und Kirchen, der Senat tagte hier und mittendurch geht die Via Sacra, die berühmte alte Straße vom Kapitolhügel zum Kolosseum, auf der schon so mancher Imperator in seinen Sandalen stapfte. Und da ist es wieder. HIER war es. Ich laufe den gleichen Weg, das ist kein Museum. Noch um 1800 guckten hier nur ein paar vereinzelte Säulen aus dem Rasen raus, mit den Ausgrabungen im hochgelevelten Boden hat man erst vor rund 200 Jahren begonnen.

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Wandeln wie der Imperator

Schwer, die Sicherungen drin zu behalten. Die anderen Touristen verteilen sich angenehm auf die Fläche und die schmeißfliegigen Selfie Stick Verkäufer dürfen nicht rein. Ich streichel hier einen Stein, fasse da eine Mauer an und lege meine Arme dort um eine Säule. Wenn diese Mauern doch erzählen könnten. Was mögen die bloß alles schon gesehen haben! Vielleicht will ich das auch gar nicht so genau wissen. Meuchelmorde, Ehrungen, Paraden. Geschäftiges Treiben und profane Einkaufstouren in die Basiliken, eben um die Dinge des täglichen Lebens zu besorgen. Meine attraktive Begleiterin philosophiert vor sich hin, wie es wohl wäre, wenn man ein paar Tage im Damals leben könnte. Der klassische Zeitmaschinen Gedanke, und das in dem Jahr, in dem Marty McFly in der Zukunft gelandet ist. Ich habe mich das aber auch schon oft gefragt, wie es wohl wäre, mal im Damals zu sein. Die Luft zu riechen. Die Menschen reden zu hören. Zu essen und zu trinken, was sie gegessen und getrunken haben. und schon fühle ich mich wieder sehr vergänglich, denn ich habe definitiv nichts erschaffen, was 2000 Jahre später noch von Menschen angefasst wird. Aber okay, ich bin auch kein Kaiser oder Caesar, und das ist ja auch ganz gut so. Guck mal. Säulen, die stehen hier schon sehr lange, die sind auch auf vielen ganz alten Bildern und Zeichnungen drauf.

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Ich und 2000 Jahre alter Kram

Mann war das alles groß und prachtvoll.
Wenn ich mir vorstelle, wie lange ich allein an einem einzigen Bauteil so einer Säule mit Hammer und Meißel rumkloppen würde, bis sie diese perfekt symmetrische Form hat – man bekommt tatsächlich einen Eindruck von der Ewigkeit. Und nun rufen die Schuhe von unten, dass sie schon echt weit gelaufen sind. Der Schrittzähler im Samsung Handy meiner Großen behauptet, dass wir jeden Tag mehr als 15 Kilometer gestapft sind, und heute wird das bestimmt nicht anders sein. Also gönnen wir uns einen Platz in der U-Bahn für den Rückweg und überlegen, was wir noch nicht gesehen haben.Eigentlich war ziemlich viel dabei, auch Orte, die ich hier jetzt mal stumpf weggelassen habe. Die Engelsburg, die Piazza Navona, die Piazza Popolo, das Patheon und was weiß ich nicht noch alles. Man kommt ja ständig an irgendwelchen berühmten Gebäuden vorbei, mit den Bildern die wir gemacht haben könnte ich 10 Geschichten füllen. Aber das will ja keiner Brot und Spiele Außerdem haben wir Hunger. Also ab nach “Hause” in Richtung Vatikan.

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Liebe unter Tage in der ewigen Stadt

Karierte Decken, fast nur Einheimische (so weit ich das beurteilen kann, jedenfalls reden alle sehr schnell und sehr Italienisch), lustige Musik und ein mürrischer, aber aufmerksamer Kellner. So stelle ich mir eine gute Pizzeria vor, und so ist genau diese hier mal wieder. Die Pizza Quattro Stagioni hat es mir hier echt angetan. Nicht, weil da alte Audi-Gefühle hochkommen und nicht, weil die auch nur IRGEND etwas mit diesen überfrachteten, käsetriefenden Teigwürsten in Deutschland zu tun haben könnte. Nein. Sondern weil sie eine Offenbarung ist. Noch während Sie die frischen Champignons auf dem Gaumen zerdrücken steigt Ihnen der Duft der Oliven in die Nase (ich mag keine Oliven, aber auf Pizza mag ich sie). Der luftgetrocknete Parmaschinken rundet alles ab, der Rand knuspert leicht, der Boden ist dünn und heiß und schmeckt nach Holzofen. Dazu einen offenen Hauswein aus der Karaffe. Das Leben kann so verdammt einfach, so köstlich und so schön sein. Unsere letzte Pizza in Rom. Irgendwie traurig, dass gute Zeiten immer so schnell vorbei gehen.

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Da weiß man was man hat

Aber wissen Sie was? Ich habe endlich, nach Jahren, ein Versprechen eingelöst. Das hat nun ein paar hart ersparte Kröten gekostet, aber ich glaube es hat jemanden an meiner Seite, der bald 20 wird und eine Ausbildung in einem Fotoatelier anfängt sehr glücklich gemacht. Daheim in Kiel dreht sich die Welt leider auch weiter, und nicht alles läuft so rund wie sich das manche der Anwesenden wünschen würden (und da stehe ich ausnahmsweise mal nicht alleine da) aber erstens ist das weit weg in Kiel und zweitens haben wir jetzt Papst Franziskus dabei. Der wird das schon richten :-) Auf dem kleinen Bild erzählt er mehrsprachig und goldglänzend irgend etwas vom Frieden und wie wichtig der ist. Ich mag das. Also, den Frieden sowieso, aber auch so kleine Superkitsch-Teile. Den hänge ich mir zu Hause gleich mal neben den Badezimmerspiegel, und ins Regal stelle ich den Petersdom und das Kolosseum als kleine Spreckstein-Miniaturen für je einen Euro. Wer kann denn da schon nein sagen? War günstig. Nech, Papa Kalle?

Brot und Spiele

Wir sind Papst. Jetzt in meinem Badezimmer.

Ciao Roma.
Zwei Tage länger wären auch okay gewesen. So sehr ich mich schon nach einer einzigen Nacht fern von Hamburg nach meinem Zuhause sehne – so ein paar Tage ohne Plan, ohne Verpflichtungen und ohne Termine (aber mit viel Pizza und Hauswein) sind schon etwas sehr Besonderes. Etwas besonders Erholsames! Ich habe ganz neue Einblicke in die erwachsene, reife Denke meiner Tochter bekommen, ich weiß jetzt, dass Grafikkarten von Laptops kaputt gehen können. Ich habe nach Jahren mal wieder zwei Folgen Lost geguckt und der alte FIAT 500 ist im Straßenbild von Rom noch durchaus präsent. Klein und rostig. Aber das sind alles andere Geschichten. Ich bin so dankbar für diese drei wunderbaren Kinder, die ich habe, und nach so einer kleinen Reise stelle ich wieder einmal fest, was das wichtigste im Leben ist. Familie und Freunde. Und den Rest wird man schon irgendwie hinbekommen. In diesem Sinne, schlafen Sie gut.

Sandmann

Davor war der Selfie Stick Wahn…

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Created Mittwoch, 13. Mai 2015 Tags Colosseo | Foro Romano | Forum Romanum | Kolosseum | Palatin | pizza | Reise | Reise Reise | rom | Skip the line | Ticket Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
12 May 2015
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Selfie-Stick Wahn

Selfie-Stick Wahn

Sie sind im Bild. Definitiv.

Von zweien, die drei Tage in der Antike waren
Liebes Tagebuch.
Ich hätte niemals gedacht, dass ich diesen Artikel einmal schreiben werde. Jedenfalls hätte ich das vor… sagen wir mal 10 Jahren noch nicht gedacht. Ich, der gern mal selbst ins Bild springt, der sich ständig pathetisch auf den Horizont blickend neben Autos stellt und der sich andauernd beim Autofahren knipst. Mit ausgestrecktem Arm. Oder – der Typ mit dem abgegriffenen Selbstauslöser. Ausgerechnet ich bekomme in Rom eine mittlere Krise. Erst wegen der distanzlosen Menschen, die mir den ganze Tag Selfie Sticks für mein Handy verkaufen wollen (is gutt praiss, make cheap) und dann wegen der Menschen, die diese Selfie Sticks exzessiv einsetzen. Das sind unfassbar viele. Was macht man dagegen oder damit? Ein paar kleine Ideen hatte ich dann ja doch…

Wissen Sie denn überhaupt, was ein Selfie Stick ist?

Selfie-Stick Wahn

Wir alle vorm Sankt Peter

Das ist so eine kleine ausziehbare Teleskopstange, auf die man ans eine Ende sein Smartphone klemmen kann und die einem den Arm verlängert. Um einen Selfie von sich und seinen Lieben zu machen, und wenn dank des Teleskops die Kamera dann weiter weg ist kommt natürlich auch noch die ganze schöne Landschaft mit drauf. Denn so ein Arm ist ja relativ kurz. Sagen alle. Finde ich eigentlich gar nicht. Die Dinger haben einen Auslöser am Griff, einige können auch als selbst stehendes Stativ ausgeklappt werden. Wolle Selfie Stick? Want? YOU want? Cheap! Die Theorie zur Benutzerfreundlichkeit tut keinem weh, die Dinger kosten im Netz rund 15 Euro, ich weiß nicht was sie bei unseren redseligen Freunden in Rom kosten. Die Jungs sollte man ja lieber einfach stehen lassen, sonst wird man die nie mehr los. Wenn Sie nur einmal nach dem Preis fragen sitzt der Typ eine Woche später noch bei Ihnen zu Hause auf dem Sofa und handelt. Also bleibt der Selfie-Stick-Preis im Zentrum von Rom ein gut gehütetes Geheimnis, zumindest vor meiner großen Tochter und mir. Hey you. Come here, good stuff. Cheap. Etliche andere könnten darüber in epischer Breite philosophieren und Zahlen nennen, denn es ist schier unglaublich, wie viele Touristen durch die Stadt rennen, so eine bekloppte Antenne vor sich hertragen und sich entweder permanent filmen oder endlose Fotos machen. Ich vor dem Pantheon, ich vor dem Kolosseum, ich vor ihr. Das geht ja sogar mir auf den Sack! Das ist narzistischer Hardcore. Ich muss gegensteuern, fotografiere mit der richtigen Seite des Telefons (was für sich genommen schon ein ziemlich lustiger Satz ist, den vor 20 Jahren niemand verstanden hätte) und genieße mal wieder, dass ich nicht andauernd mit drauf bin. Sondern diesmal ein lustiger Römer, der mit seiner Kamera telefoniert. Ist doch toll sowas, und ganz ohne Stick.

Selfie-Stick Wahn

Römer mit Selfie-Cam

Der lustige Römer ist hinterher gar nicht mehr so lustig, denn er verlangt eigentlich Geld dafür, dass man sich selbst mit ihm fotografiert. Dass man also einen Selfie mit diesem liebevoll verkleideten Feingeist macht, vielleicht mit einem Stick? Ah you! Deutsch? Bratwurst? Gut, wir gehen dann mal weiter. Notiz an mich selbst: Römer, die wie Römer aussehen nur mit Geld in der Hand und als Selfie fotografieren. Neben uns labern zwei Amerikaner Texte ins teleskopisch weit weg gehaltene Handy, während sie mit starrem Blick über den Platz laufen. Ein Perma-Selfie-Video. Das sechste von insgesamt 42 Stück heute vermutlich. Selfie Stick? Selfie Stick? Wanna look?.NEIN MANN!!! Ich raunze den klettigen und leicht überraschten Verkäufer mit den bunten Stangen und der irgendwie leberwurstfarbenen Haut an. “Look here! I have ARMS. Long Arms. You wanna touch? Come here, touch it. Enough to make Selfies. Come on TOUCH it!” Der Mann scheint mit dieser Reaktion nicht gerechnet zu haben und wechselt die Himmelsrichtung, in der seine Füße laufen. Anfassen wollte er meinen Arm nicht. Komisch. Ein weiterer junger Amerikaner läuft sich selbst mit Stick filmend rückwärts und rennt meine Tochter fast über den Haufen. Sorry. Ob sie einen Selfie mit ihm vor der Säule da machen möchte? Nein, möchte sie nicht.
Der nächste fliegende Händler bietet seine Billigware feil und wanzt sich an mich ran. “Selfie? Wanna Selfie?” Ha. Na klar. Mit einem strahlenden YES!!! zücke ich mein Telefon und mache einen Selfie von mir und dem Selfie Stick Verkäufer :-) Er versucht gar nicht erst, mir zu erklären, dass er was anderes gemeint hat. Ich glaube, er hat es verstanden. An diesem Tag unternimmt zumindest dieser jetzt leicht verwirrte Mann nicht mehr den Versuch, mir so einen Scheiß zu verkaufen.

Selfie-Stick Wahn

Selfie mit dem Selfie Stick Verkäufer

Himmel ist das alles albern und lästig.
Früher, in den Zeiten wo Menschen noch miteinander gesprochen haben frug man einen vorbeikommenden Passanten, ob der mal ein Bild von einem machen kann. Bitte. Oder (und da bin ich ein großer Freund von) man suchte sich einen Mülleimer oder eine Mauer, stellte die Kamera drauf und benutzte den Selbstauslöser. Meine schönsten Bilder halten genau die Momente fest, in denen während der 10 Sekunden alles schief ging, was auf dem Weg von der Kamera zum vorgesehenen Motiv schief gehen konnte. Ich möchte das auch heute nicht missen Selfie-Stick Wahn Zumindest das iPhone kann das doch auch, finden die Leute sich denn nicht furchtbar albern mit diesen Antennen in der Hand, an deren Ende das Telefon klemmt? Und achten Sie mal drauf – es gibt einen süffisanten Selfie-Blick. Der ist neu. Der ist total panne. Da wiederum profitiere ich von meiner jahrealten Macke, mich schon immer gern mal selbst fotografiert zu haben. Ist ja irgendwie auch ne Kunstform… Gniiihihi. Komm, Töchterchen, ich mach nochmal einen Selfie von uns, während du grad einen Selfie von dir vor dem Forum Romanum machst. Das ist dann doppelter Unsinn, genau wie der Selfie mit dem Stick-Verkäufer, ich glaube wenn man sowas richtig angeht öffnet sich ein Wurmloch und setzt nie gekannte Energien frei. *klick*

Selfie-Stick Wahn

Selfie mit Selfie machender Tochter

Oder wie stehen Sie dazu?
Plötzlich (na ja, seit ein paar Jahren) fotografieren sich die Leute auf einmal alle selbst, im Bad, auf Parties, im Urlaub. Finde ich cool, aber warum ist das denn auf einmal so hip? Und was genau ist so geil daran, mit der Frontkamera (die meist nicht mehr als nur normale HD Auflösung macht) mit sich selbst ständig im Bild durch eine so schöne Stadt wie Rom zu laufen? Man verpasst ja die ganze wundervolle Realität, weil man ständig nur damit beschäftigt ist, die Stange vor sich gerade zu halten. Was für ein Schwachsinn. Wenden wir uns wieder den schönen Bauwerken und der köstlichen Pizza zu. Morgen gibt’s mehr davon. Garantiert ohne Teleskopstange.

Sandmann

Was davor war…

Und weiter zum Brot. Und den Spielen.

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Created Dienstag, 12. Mai 2015 Tags Absurdistan | albern | fail | Italien | Petersdom | Reise Reise | rom | Selfie | Selfie Stick | Selfiestick | Verkäufer Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
 
05 May 2015
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Menschen. Viele Menschen.

Von zweien, die drei Tage in der Antike waren
Liebes Tagebuch.
Rom ist ganz schön voll. Randvoll mit Menschen. Aber dazu später. Gestern Abend saßen mein Töchterchen und ich noch in einer Pizzaria in der eher einsamen Ecke des Vatikans, heute ist eine große Kirche dran. Ohne Holzofen und ohne Hauswein. Eine wirklich ganz doll große. Eine, die so groß ist, dass ich 1997, als ich das erste mal da reingegangen bin weinen musste. Ja, liebes Tagebuch, beim Betreten einer Kirche. Weinen. Hausweinen. Viele andere weinen heute auch, vor allem, weil sie wertvolle Zeit mit schlangestehen verbrennen, statt wie wir in eine clevere Touristenfalle zu tappen, die uns mit Lichtgeschwindigkeit in eben diese Kirche beschleunigt. Cool. Stellen Sie sich mit uns hinten an? Nein? Okay, wir auch nicht.

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Mercado in der Basilika

Der erste ganze Tag in Rom beginnt fruchtig. Nein, eigentlich beginnt er süß. Damit meine ich nicht mein großes Töchterchen, das sich im Morgenlicht neben mir knurrend und schnurzelnd nochmal zur Seite dreht. Das ist zwar auch irgendwie süß, aber ich spreche von dem typisch italienischen Frühstück, was uns in dem kleinen B&B in die noch viel kleinere Küche gestellt wurde :-) Schokocroissants, süße Croissants, zuckersüße Marmelade, Orangensaft (süß), keine Butter aber guter italienischer Kaffee. Wir nehmen noch vor 9:00 Uhr mehr Zucker zu uns als man in einer ganzen Woche sollte und haben schon jetzt echt Bock auf eine Wildschweinhälfte oder was man sonst noch so in Deutschland zum Frühstück gewohnt ist. Die paar Meter zu den Säulen, die vor dieser großen Kirche rumstehen beginnen wir erstmal mit einem kleinen Rundgang in einer großen Markthalle, wo jeden Tag Markt ist. Einfach so. Jeden Tag. Gemüse, Obst, Fleisch und Brot so weit das Auge reicht. Warum gibt es sowas nicht in Kiel?
Bevor wir bereit sind für die Konfrontation mit der kompletten Heiligkeit drückt der Durst. Vielleicht drückt bei 50% der Anwesenden auch der Wunsch, eine nicht völlig echte aber fast originale Michael Kors Tasche zu kaufen, aber erstmal drückt der Durst. In Rom gibt es, wie in Zürich von mir so geliebt, vielleicht keine Mona Lisa aber öffentliche Brunnen, die frisches klares Wasser ausspucken.

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italienisches Wasser trinken Teil 1

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italienisches Wasser trinken Teil 2

Wir vergleichen je ein Bild von iPhone 5 und Galaxy 6. Das finden Sie banal? Haben Sie mitten in einer großen Stadt schon mal so richtig doll Durst bekommen? Sie glauben gar nicht, wie köstlich da so schlichtes kaltes Trinkwasser sein kann, und wenn man sich vorstellt, dass es vielleicht sogar durch mehrere sagenhafte Gesteinsschichten und geschichtsträchtige Gebeine geflossen ist (statt eine grob von menschlichen Fäkalien befreite geklärte Brühe zu sein) dann schmeckt es wahrhaft phantastisch. Wasser in Rom. Wie einfach Glück sein kann. Nicht ganz so einfach ist Glück, wenn man plötzlich umringt ist von sehr dunkelhäutigen Menschen, die mit gehetzten Blicken die Umgebung scannen und einem eine fast echte Ledertaschen verkaufen wollen. Die Freude auf der anderen Seite ist riesengroß, wenn unsereiner oder ihrereiner tatsächlich Interesse bekundet und fachmännisch das Kunstleder streichelt und die Reißverschlüsse prüft. Die Jungs sind schnell. Noch bevor wir die Cops überhaupt gesehen haben sind die plötzlich alle komplett wegvaporisiert, quasi in Lichtgeschwindigkeit. Na gut. Wir sind ja auch wegen etwas anderem hier. Richten wir also den Blick auf diese Kirche.

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Da sind wir endlich

San Pietro in Vaticano, landläufig der Petersdom genannt, ist die größte Kirche der Welt und das erklärte Zentrum der Heiligkeit des Westens, denn hier haust der Papst, also laut dem katholischen Glauben der Vertreter Gottes auf Erden. Da sind nun viele anzweifelbare Informationen drin, ich teile Ihnen jetzt und hier schlicht mal meine Meinung mit, wenn Sie eine andere haben ist das völlig okay: Ich bin gläubig, wenn auch nur sporadisch und vor allem nicht katholisch. Den aktuellen Papst finde ich verglichen mit seinen Vorgängern so dermaßen revolutionär, dass ich mir noch ein kleines Bildchen von ihm kaufen werde. Ich mag Franziskus. Glauben, jeglicher Glauben ist etwas Gutes, wenn er nicht übertrieben wird und die Gläubigen in realitätsfremde Menschen oder Fanatiker umwandelt. Kriege im Namen des Glaubens lehne ich ab. Für mich ist Religion eine Bereicherung, und jeder der Götter, an die wir glauben ist ein gütiger Gott. Was schlimm ist sind die Menschen, nicht die Religionen. So denke ich. So ähnlich dachte ich schon immer, aber heute noch ein bisschen deutlicher. Und jetzt klicken Sie mal auf das nächste Bild und machen Sie es größer. Schauen Sie sich einmal diese Dimensionen an!

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Säulen und Menschen

Ich erzähle Ihnen heute nichts von der Geschichte des Petersplatzes, auch nicht von der des Petersdoms selbst oder seinen vielen Baumeistern über die Jahrzehnte. Das können Sie alles super ausformuliert im Netz nachlesen. Aber lassen Sie uns von Größe sprechen. Kirchen sind ja nicht nur weit nach oben gebaut worden, um die Antenne möglichst nah an den göttlichen Sender zu bringen. Das ging ja vor allem in Babylon nachweislich in die Hose. Kirchen sind vor allem in bestimmten Epochen auch groß gebaut worden, um die kleinen Gläubigen in Ehrfurcht erstarren zu lassen. Um Macht zu demonstrieren. Dieses Thema lag auch über vielen wirklich ziemlich blöden und grausamen Taten, die im Namen der einen oder anderen Kirche erfolgten, aber was geblieben ist sind die Gebäude. Und die hier wirken auf norddeutsche Flachländler wie ein Auszug aus Disneyland, nur noch getoppt von den Zuckerbäcker-Marmorfassaden in Pisa oder Florenz. Es ist der pure Wahnsinn, was hier rumsteht, es ist wirklich nur zu glauben wenn man es selbst gesehen hat. Ich sah es 1997. Da steckte ich mitten im Kunststudium und war mit wirklich netten Menschen für zwei Wochen in Italien. Viel weiß ich nicht mehr, das liegt am exzessiven Rotweingenuss während dieser Tage, aber Rom ist hängen geblieben. Erst hielt ich nägelkauend ein Referat über die Fassade des Doms vor versammelter Mannschaft (in Frauke war ich ein bisschen verknallt), dann gingen wir rein und ich fing an zu flennen. Ich philosophiere schon wieder ausschweifend vor mich hin. Ich war kurz abgelenkt. Meine Tochter hat plötzlich eine echte Michael Kors Tasche. So schnell kann’s gehen.

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Sie und eine Tasche von Michael

Ich habe ihr schon vor vier oder fünf Jahren diese Heul-Geschichte und die Dimensionen des Petersdoms verklickert und ihr versprochen, mit ihr einmal hier hin zu reisen und das alles anzugucken. Es kam so einiges dazwischen, was ich heute mal als “Leben” verbuche, aber ein Sandmann-Papa hält sein Wort. Früher oder später. Und nun sind wir endlich hier, wollen da rein und stoßen kleine säuerliche Wölkchen aus Puderzucker und Erdbeermarmelade auf. Ein wahrhaft nachhaltiges Frühstück. Aktuelles Problem: Schauen Sie sich noch einmal das breite Bild weiter oben an. Das mit den Säulen. Lassen Sie eine mehrreihige Menschenschlange links vom Dom beginnen, führen Sie diese nach links hinter dem Fotografen entlang weiter und rechts wieder an den Dom ran. Die Meute steht tatsächlich einmal komplett um den ganzen Petersplatz rum, um ein Ticket für 12 Euro in den Dom zu bekommen. Und glauben Sie mir, der Petersplatz ist wirklich rund und groß! Da habe ich keinen Bock drauf. Ich schiebe die distanzlosen privaten Touristenführer beiseite, die mir Skip-the-Line-Tickets inklusive Führung in den Petersdom verkaufen wollen und kaufe dann an einem offiziellen römischen Touristeninformationszentrum ein Skip-the-Line-Tickets inklusive Führung in den Petersdom. Nein, zwei. Das bedeutet, dass mein Töchterchen und ich für nur 8 Euro mehr wieder in Lichtgeschwindigkeit an allen anderen vorbei gehen und sogar eine Führung mit Knopf im Ohr im Dom erwarten können. Wissen Sie was? Das finde ich richtig gut. Schnell mal einen Selfie vor all den Wartenden. Ganz hinten sehen Sie noch nicht mal das Ende der Schlange, die Menschen hier vorn sind teilweise schon mumifiziert.

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Ich will nicht den ganzen Tag in Rom rumstehen

Und man mag über das korrupte Italien denken was man will, das mit dem Treffpunkt am Brunnen und der Führung klappt schon mal. Unsere aus welchem Grund auch immer ziemlich gut gelaunte blonde langhaarige Führerin plaudert lustig auf Englisch, geht auf Fragen ein und erweckt den Anschein, als ob sie ihren Job echt gerne machen würde. Der kleine rote Aufkleber an unseren Shirts lässt uns tatsächlich an allen Leuten und auch an der Security vorbei, und plötzlich verschwimmt ihr fuchtelndes kleines Fähnchen vor meinen Augen und ich stehe wieder in dieser Vorhalle des Doms. Die für sich genommen ist schon sagenhaft, allein da passen vermutlich alle Kirchen von Kiel rein. Aber es ist nur die Vorhalle. Das schöne an sehr sehr alten Gebäuden ist, dass sie immer gleich aussehen, egal wie viele Jahre zwischen zwei Besuchen liegen. Ich erinnere mich, wie ich damals völlig verstrahlt durch die schweren Türen in die eigentliche Basilika gegangen bin. Es öffnete sich mir ein von Menschen geschaffener, kunstvoll verzierter Raum, der in seiner Größe meine Vorstellungskraft sprengte. Dieser Raum öffnet sich mir heute genau so. Vielleicht sprengt er nicht mehr meine Vorstellungskraft, aber für einen kleinen Moment halte ich wieder inne, nehme den Knopf aus meinem Ohr und stehe einfach nur da. Blicke um mich. Und auch wenn ich dieses mal nicht in Tränen ausbreche bin ich ihnen zumindest nahe.

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Keine Tränen diesmal. Aber fast.

Himmel, dieser Haufen aus vergoldeten Marmorplatten ist so unglaublich groß!
Ja, mein Töchterchen kann es nachempfinden. Es entfleuchen ihr boahs und ooohhhhs und sie guckt nicht so oft auf ihr Handy wie sonst. Unsere Führerin zeigt uns warm beleuchtete aufgebahrte Päpste im original Mumienoutfit (die sind alle echt, da liegen echt jede Menge echte tote Päpste in Särgen aus Glas) und ich habe zu viel Respekt, um die zu fotografieren. Auch wenn sie echt klein sind und irgendwie komisch aussehen. Immer, wenn ich nach oben gucke kann ich nicht fassen, was hier alles gebaut, bemalt und vor allem geklebt wurde. Da stehst du vor meterhohen Bildern und denkst, dass du sowas in 10 Jahren nicht malen könntest und dann sagt dir diese blonde Italienerin in ihrem irgendwie süßen Englisch, dass das gar kein Bild ist. Im gesamten Petersdom sind nur drei gemalte Bilder. Alles andere sind Mosaike, also aus kleinen farbigen Marmorsplittern zusammengesetzte Puzzle. Was? Wahnsinn. Die Pixel, die Bits und Bytes der Renaissance, so kunstvoll komponiert dass jeder Maler in Depressionen versinken könnte. Wir lauschen. Wir sehen die ersten Definitionen von HD und 4K. Und wir stehen und staunen.

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kuck – dir – das – an

Ich könnte mich noch stundenlang in meinen Ansichten über den Katholischen Glauben, diese Bauwerke und ihre Bedeutung, nicht gemalte Bilder oder die Rolle eines Papstes verlieren, aber eigentlich ist das hier ja ein Autoblog :-) Und ich habe schon lange keine Autobilder mehr gebracht. Vermissen Sie die? Die kommen wieder, keine Sorge. Das ist ja Sandmanns WELT, und da gehören solche Touren nun mal dazu. Der Petersdom ist eines der wohl faszinierendsten Gebäude, die ich jemals betreten habe. Später kommen noch das Colosseum, das Pantheon und na klar das Forum Romanum. Später. Ich nehme Sie jetzt ohne weitere Erklärungen noch mit in ein paar Impressionen dieses Doms, dieses sagenhaften Bauwerks, was man eigentlich nur unter Alkohleinfluss ertragen und begreifen kann. Haben Sie schon einen Rotwein im Glas? Oder noch? Wenn nicht, holen Sie sich einen und genießen Sie diese Weite des Raumes dann noch einmal. Und gucken Sie mal, wie klein die Menschen sind…

Skip the lineSkip the lineSkip the line

Eigentlich ist es schade, dass ich irgendwann aufgehört habe zu malen. Nicht, dass ich diese Fresken hier (moment, nein, es sind MOSAIKE!) in irgend einer Weise nachmalen könnte. Aber wir haben damals in Italien ziemlich abgefahrene Bilder produziert, wenn auch teils zu Lasten der individuellen Gesundheit. Was mag aus den anderen Kunstnasen geworden sein? “Nasen” ist so ein 90er Wort oder? Ich glaube, ich nehme mal wieder Kontakt auf. Unsere Führung ist jedenfalls jetzt zu Ende, wir dürfen aber noch im Dom bleiben, so lange wir wollen. Auf Klassenfahrten nannte man das “Zeit zur freien Verfügung” :-) Ein bisschen nutzen wir das auch noch. Irgendwann beginnt dann allerdings der weltliche Hunger sein Revier abzustecken, kein Wunder, nach dem eher kuchenartigen Frühstück. Pizza? Och ja, warum eigentlich nicht? Wenn wir schon mal hier sind. Aber bevor die kleine Tanz und der große Tanz aus dem mächtigen Portal wieder heraustanzen verneigen wir uns vor dem Altar. Hier auf dem Berg soll damals der Apostel Petrus mit dem Kopf nach unten gekreuzigt worden sein. Was auch immer damals geschehen ist – es waren grausame Zeiten. Jetzt sind sie besser, definitiv. Und es fällt schwer, sich solche Gräuel vorzustellen, aber hier drin geht es ein bisschen besser als da draußen. Menschen, die solche Bauwerke errichten sind wohl zu allem anderen ebenfalls fähig.

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Ich habe den Himmel gesehen

Ciao Petersdom.
Mein Michael Kors betaschtes Töchterchen und ich pilgern zurück an der Schlange entlang, die während der ganzen Zeit vielleicht sechs Meter kürzer geworden ist. Skip the Line. Klasse. Gern wieder. Ich frage mich, warum diese unfassbaren Touristenmassen (waren das in den 90ern auch schon so viele?) nicht diese handvoll Euro mehr investieren und sich eine Führung kaufen, die sie direkt reinbringt? Die nun gesparten Sunden, wenn nicht gar gesparten Tage setzen wir mit der Suche nach einer schönen Pizzaria um, die nicht ganz so touristisch belagert ist. Das wiederum ist in einem Umkreis von rund zwei Kiloemtern um den Dom schlicht nicht möglich. Der Schrittzähler im Handy der fast 20jährigen Audi A3 Fahrerin berichtet schon jetzt von einem Erreichen des Tagesdurchschnitts, also setzen wir uns alsbald in die mit den schönsten Blumen Skip the line Und wie das in Rom so ist (wir können uns daran nicht gewöhnen) – die Pizza ist köstlich. Klar ist der Schuppen touristisch, aber Pizza ist hier überall preiswert und sie scheint überall einfach nur unglaublich gut zu schmecken. Na dann rein damit, sie soll unser Mittagessen sein, die Sache mit dem Abendmahl und so haben wir drin im Dom gelassen.

Skip the line

Endlich wieder Pizza

Ach, Sie wollten lieber ein Bild von den Pizzen sehen? Das holen wir heute Abend nach. Da gibt es dann die nächste. Bis dahin muss ich erstmal ein paar Eindrücke sacken lassen und ein bisschen die Seele auswringen, wie ich das immer nach einem Kirchenbesuch mache. Was für eine wundervolle Stadt, was für eine sagenhafte Zeitreise. Nicht Retro diesmal, sondern zurück zu den Wurzeln Europas, auch wenn die nicht immer ganz fleckenfrei waren. Mission erfüllt. Ich habe sie in den Petersdom gebracht. Und heute Nachmittag und morgen geht es weiter, denn wir haben Zeit. Was für ein Luxus. Waren Sie schon einmal in Rom? In Italien? Ich bin gespannt, was Sie zu erzählen haben. Na los. Bald gibt es schon wieder Pizza!

Sandmann

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Created Dienstag, 05. Mai 2015 Tags Führung | Guide | Italien | Petersdom | Peterskirche | pizza | Reise Reise | rom | Schlange | Skip the line | St. Peter | Ticket Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
24 Apr 2015
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Zur Pizza fliegen

Zur Pizza fliegen

Nehmen Sie Drogen? Ja, aber nur in Rom.

Von zweien, die drei Tage in der Antike waren
Liebes Tagebuch.
Rom ist sehr schön, glaube ich. Es ist fast 20 Jahre her, dass ich als Kunststudent durch die Straßen der ewigen Stadt schlurfte und mich mit Fassadenbeschreibungen, Säulenkapitellen und Imperatorengehabe befassen musste. Antikes und zeitgenössisches. Ende des vergangenen Jahrzehnts trieb es mich an meinem Geburtstag erneut für eine kurze Nacht hier hin, aber das jetzt wird anders. Seit viel zu vielen Jahren verspreche ich meiner grooooooßen Tochter eine Reise in die Stadt am Tiber, allein schon damit sie den Petersdom mal von innen sehen kann. Nun ist sie bald 20 Jahre alt, und ich habe endlich mal ein bisschen im Netz rumgeklickt, preiswerte Flüge gebucht und ein Bed&Breakfast ganz in der Nähe von Gottes direktem Vertreter auf Erden gebucht. Nägel mit Köppen. Auch wenn andere dort vor 2000 Jahren keine so guten Erfahrungen mit Nägeln gemacht haben, aber dazu später. Wie erwartet geht natürlich nicht alles reibungslos, aber Perfektion verlangsamt Emotion. Wir… äh… wir sind dann mal am Flughafen, kommen Sie mit?

Ganz billig will ich ja gar nicht.

Zur Pizza fliegen

Warten. Immer nur warten.

Der Kompromiss heißt also: Nicht so einen Dumping-Seelenverkäufer wie Ryanair, dafür aber zur Not keine ganz direkte Verbindung von Hamburg nach Rom. Passt. Eine blaue KLM nach Amsterdam-Schiphol, da bleiben uns 45 Minuten Zeit und dann eine blaue KLM nach Rom. Landung in Rom-Fiumicino: So gegen 17:30 Uhr. Perfekt, Starts und Landungen kribbeln im Bauch und die Atmosphäre auf den Flughäfen ist toll. Und die Ankunftszeit erlaubt sogar noch einen lockeren Bus-Shuttle zum Hotel vor 19:00 Uhr (danach ist keiner mehr an der Rezeption) und eine erste leckere Pizza in der milden Abendsonne. Soweit die Theorie.
In der Praxis ist auch die niederländische blaue KLM am Ende des Tages nur eine Fluglinie, die von Menschen geleitet wird und die Menschen befördert. Und was auch immer heute Morgen zwischen einigen beteiligten Menschen passiert ist, es hat dafür gesorgt dass unser Flieger nach Amsterdam 40 Minuten später abfliegt, weil er schlicht noch gar nicht hier angekommen ist. Na geil, das geht ja super los. Die leicht pampige Dame am Tresen vor dem vollen Gate schreibt mir mit einem blauen Kugelschreiber lachs “Information KLM” auf mein Ticket, da soll ich mich dann in Amsterdam hin wenden, um meine Weiterreise umzubuchen. Dieses Schicksal würde ich mit den Reisenden nach Frankreich teilen. Toll. KLM, ich hasse dich. Das bedeutet also, dass wir heute wohl noch irgendwie nach Rom kommen, aber sehr spät am Abend. Na gut, gucken wir uns also am Abend stattdessen den Amsterdamer Flughafen an, irgendwas ist ja immer.

Alles blau

Alles blau

Argh. Irgendwann sitzen meine hübsche Begleitung und ich unruhig auf unseren Plätzen Mittig auf Höhe der Tragflächen. Wir haben nur Handgepäck dabei, reicht ja bei drei Tagen getrent vom eigenen Bett und verringert bei insgesamt vier Flügen die Wahrscheinlichkeit, dass die Koffer woanders landen als man selbst. So ein bisschen Freude ist trotz der bevorstehenden Verzögerung da, andere Flugreisende haben in der Vergangenheit ganz andere Sorgen zu bewältigen gehabt. Wir kommen, so wie es momentan aussieht nur ein bisschen später nach Rom, und alles wird ein bisschen teurer. Ich telefoniere vor dem Start noch mit der freundlichen Inhaberin des “Vatican Holiday“, unser klitzekleines 5-Zimmer B&B. Ich hoffe, der Name ist Programm. Die fröhliche Stefania am anderen Ende der Leitung (nee… wie sagt man heute? Der Verbindung? Des Netzes?) spricht nur ein gebrochenes Englisch, aber ich kann ihr unsere Verspätungs-Problematik unter Einsatz von Händen und Füßen erklären. No Problemo sagt sie, sie würde aber nach 19:00 Uhr einen Aufschlag von 15 Euro berechnen, weil jemand uns die Schlüssel bringen müsste. Na klar. Das kann dann ja KLM zahlen :-) Nun muss ich aber mein Handy ausmachen, es soll nach oben gehen. Ist eigentlich weltweit auch nur ein Fall bekannt, bei dem die Benutzung eines Mobiltelefons das Flugzeug in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht hat? Ich glaube nicht. Egal. Auf geht’s. Oder?

Zur Pizza fliegen

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

Ja, auf geht’s. Über Hamburg ist es schön, aber kalt. Rom lockt mit wärmeren Temperaturen, wunderschönen antiken Bauwerken und der besten Pizza, die man sich vorstellen kann. Wir philosophieren ein bisschen über die Plätze, die wir zu besuchen gedenken und vertiefen uns dann für ein paar Minuten in die nebenan bei den Zeitungsständern der Lufthansa ausgeliehenen Magazine. Und schon geht es wieder runter, Amsterdam ist ja irgendwie nicht wirklich sehr weit von Hamburg weg. Hm. Wir werden (so die Ansage) um 14:20 Uhr am Gate andocken. Der zweite Flieger, den wir definitiv verpassen werden startet um 14:25 Uhr. Startet. Also – hebt ab. Wie groß ist Schiphol? Nicht so groß glaube ich, aber groß genug als dass ich mir sicher bin, dass wir da garantiert nicht mehr mitkommen. Mist.
Um 14:15 Uhr stehen mein großes Töchterchen und ich mit unseren Koffern in der Hand im Gang, und die Türen zum Gate werden geöffnet. Sie guckt mich an. “Rennen…?” Ich weiß nicht. Aber irgendwas in ihrem Blick überzeugt mich. “Rennen!” sage ich. Und wir rennen.
Sie werden Verständnis dafür haben, dass dieser Teil der Reise nicht fotografisch dokumentiert wurde. Ich habe zwar ein Déja Vu, denn ich bin schon mal sehr schnell gerannt, auf einem noch viel größeren Flughafen (und habe da sogar gefilmt…), aber ich setze heute klare Prioritäten. Während wir in Richtung Gate D60 rennen bekomme ich zwei SMS von KLM, dass unser Weiterflug erfolgreich umgebucht wurde und wir nun um 17:40 Uhr starten. Neeee Kollegen, das sehen wir noch nicht so. Neeeee! Rennen!
Um 14:23 stehen wir keuchend an Gate 60. Schiphol ist klein. Da ist niemand mehr, na klar, da ist allerdings auch kein Flugzeug und kein “Boarding Completed” Monitor. Da ist eigentlich überhaupt niemand, und es erweckt auch nicht den Anschein, als wenn hier heute schon mal jemand gewesen wäre. Verdammt. Hätten wir mal auf die Anzeigetafeln gucken sollen? Die haben doch jetzt nicht tatsächlich das Gate geändert???
Äh. Doch. Die erste der beiden SMS vorhin sagt, wir starten an Gate D62 statt an Gate D60. Na geil, jetzt verpassen wir deshalb den Flieger? Tochter? Rennen! Jetzt. Zwei Gates weiter, es ist 14:25 Uhr, sitzt eine blau gekleidete Dame am Schalter und schüttelt freundlich mit dem Kopf, als wir ankommen. Nein! Aber das Flugzeug steht da doch? Dieses Rolldings ist doch noch angeschlossen? Ich rede freundlich und flehend auf Englisch auf sie ein und bedeute ihr, dass bei einem umgebuchten Abflug um 17:40 Uhr unser Bus Shuttle weg ist und wir nicht mehr in das Hotel einchecken können. Dabei hätten wir uns doch sooooo auf die kleine Reise gefreut. Well. Sie guckt aus dem Fenster auf das blaue Flugzeug, klackert dann ein paar Zeilen in ihren Computer und telefoniert. Dann kommen aus ihrem Drucker zwei Tickets, die sie mir in die Hand drückt. “Go on” sagt sie lächelnd. Ich hauche ihr ein ernst gemeintes “I love you” entgegen, und wir rollern mit unseren Koffern in das Flugzeug und setzen uns auf unsere beiden Sitze :-) Geil.

Zur Pizza fliegen

Man sieht uns nicht an, was warjbs

KLM, ich hasse dich nicht, ich find dich toll!
Das war unkompliziert und unbürokratisch, da verschmerze ich es auch, dass unser zweiter Flieger erst 15 Minuten später abhebt. Das war wohl auch der Grund, warum wir das überhaupt noch geschafft haben Zur Pizza fliegen Es ist Zeit für einen Snack und einen Rotwein, denn wir sind wieder da, wir sind zurück. Zurück im Zeitplan. Das bedeutet, wir landen in Rom, noch bevor unser umgebuchter Flieger Amsterdam überhaupt verlassen würde. Ein paar Stunden gerettete Lebenszeit, die man nicht auf dem Flughafen in überteuerten Boutiken verbrennt, sondern hoffentlich in einer gemütlichen Pizzaria in der Stadt auf sieben Hügeln. Momentan sieht das durchaus danach aus. Unter uns, wirklich sehr weit unter uns ziehen die schneebedeckten Alpen dahin. Ich muss an den Piloten denken, der nach momentanen Erkenntnissen irgendwo nicht weit von hier einen Airbus in die Gipfel gejagt und 150 Menschenleben mit allen großen und kleinen Geschichten und Emotionen ausradiert hat. Pulverisiert. Einfach ausgelöscht. Traurig, gruselig und durchaus geeignet, mich an meine eigene Sterblichkeit zu erinnern. Das wird vermutlich in den kommenden drei Tagen, in denen wir die Geschichtsbücher direkt anfassen können, noch öfter passieren.

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Sehr hoch und sehr kalt

Wissen Sie was? Das mag jetzt echt bescheuert klingen, aber auf diesem rund 2 Stunden dauernden Flug haben die Damen in Blau mir das vielleicht beste Hähnchen-Sandwich serviert, was ich jemals gegessen habe. Nix Business Class, das ist so ein eingeblistertes Teil in einem kleinen Pappkarton, auf dem steht, wie bio die Hühner gelebt haben, wie liebevoll das Brot gebacken wurde und wie erlesen die drei Salatblätter sind. Und irgendwas von Remoulade. Vielleicht ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass ich mich durchaus an kleinen Dingen erfreuen kann, und ich hoffe Sie lachen mich nicht aus, wenn ich von dem fluffigen Brot, dem saftigen Fleisch und der köstlichen Saucen berichte Zur Pizza fliegen Nein, ich habe keine Kooperation mit KLM, ich bin schlicht überrascht von diesem Sandwich, und die mit glänzenden Augen kauende junge Frau neben mir, die noch niemals im Petersdom war scheint das ähnlich zu sehen. Lecker. Von dem südafrikanischen Shiraz gar nicht zu sprechen, der kann auch was. Später gibt es noch einen Karamel-Keks und guten Kaffee. Ein Traum. Wo sind wir eigentlich gerade?

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Schnell. Und kalt…

Liebes Tagebuch. Man macht sich selten klar, was da draußen eigentlich abgeht während man drin ein leckeres Sandwich mümmelt und an Rotwein nippt. Wir sind echt schnell, wir sind echt hoch und da draußen ist es echt kalt. Wie klein die Welt ist, wenn man fliegt. Und wie nah plötzlich die Staaten und Länder sind, in denen Krieg tobt, in denen Menschen sterben und auf der Flucht sind. Und wie kleinkariert einem dann fette, rotbackige, gelangweilte Deutsche vorkommen, die sich über todesängstliche Kriegsflüchtlinge echauffieren, die ihre Heimat verlassen und auf der Flucht ihre Kinder und Freunde sterben sehen. Diese Flüchtlinge könnten ihnen ja den Wohlstand wegnehmen. Und dann rotten sie sich in inhaltslosen parolenbrüllenden Mitläufergruppen zusammen oder zünden leerstehende Wohnungen an, statt denen zu helfen, die es wirklich brauchen. Viele Menschen in diesem Land sind so scheißkrank in ihrem Denken, so intolerant und engstirnig, dass ich erneut über ein kleines Häuschen irgendwo am anderen Ende der Welt nachdenke, wo man freundlich und offen ist. Aber jetzt erstmal:
Hallo Rom.
Nächste kleine Aufgabe: Ich habe ein Ticket für den S.I.T. Bus Shuttle gebucht, ein privates Unternehmen, das einen (in unserem Fall) vom Flughafen in 40 Minuten bis fast vor die Hoteltür bringt. Für 6 Euro pro Person, ein Taxi kostet im Vergleich rund einen Fuffi. Die Differenz will gern in Pizza und Rotwein umgesetzt werden. Aber wo fahren die los? Wir haben noch 10 Minuten, um “Terminal 3 Plattform 1″ zu finden, bevor der losfährt. Und der nächste kommt erst in einer Stunde :-( …. Aber auch das gelingt wie ferngesteuert, am Ende einer langen Reihe von Bussen und mürrischen Fahrern ohne jegliche Englischkenntnisse sehen wir einen großen Bus mit den bunten Aufklebern drauf gerade einparken. Und der entpuppt sich direkt als unser. Ohne dem katholischen Glauben wirklich zugetan zu sein – aber die Nähe des Papstes macht das alles vielleicht noch ein bisschen einfacher hier Zur Pizza fliegen

Zur Pizza fliegen

Noch n Selfie. Diesmal im Bus.

Roll roll roll roll. Am Ende des Tages klappt heute alles, wie es scheint. Als wir aus dem Bus aussteigen ist es warm und sonnig, und der Blick auf meine analoge Nicht-von-Apple Armbanduhr zeigt mir eine Zeit, zu der unser eigentlich umgebuchter Flieger in Amsterdam noch nicht mal mit dem Boarding begonnen hat. Traumhaft. Ich rufe unsere Gastgeberin Stefania noch einmal an, die mit fröhlichen Quietschlauten zur Kenntnis nimmt, dass wir nun doch noch vor 19:00 Uhr bei ihr ankommen würden. Ich glaube, ich mag diese Frau. Roll roll roll. Ich mag ebenfalls den Klang von Rollkoffern auf dem Asphalt, das klingt nach Reise, nach unterwegs, nach woanders. An der Piazza Cavour, mit Blick auf die Engelsburg, sind wir aus dem Bus rausgepurzelt und schreddern jetzt die Via Crescenzio hoch in Richtung Vatikan. Es riecht nach Blüten, nach Pizza und nach warmem Asphalt. Hier und da lungern Handtaschenverkäufer rum (good price, Prada, Gucci, look good price), noch mehr ins Auge fallen die Selfie-Stick Verkäufer. Aber das ist eine andere Geschichte Zur Pizza fliegen Wir sind tatsächlich in Rom. Rom!! Waren wir nicht gerade noch in Hamburg?
Einmal um die hohen Mauern des Vatikans rum sind wir auf einer belebten Nebenstraße, und da ist auch schon unser kleines B&B. Quer durch den Hinterhof, und wir sind endlich da.

Zur Pizza fliegen

Auf den ersten Blick schon wie nach Hause kommens

Chillig. Supergemütlich, extrem klein (nur 5 Zimmer) und weit weg vom Lärm der Stadt und den Touristen. Stefania ist so, wie ich sie mir nach den Telefonaten vorgestellt habe und erklärt uns auf einem kleinen Faltplan mit einem Kugelschreiber und fuchtelnden Händen die Sehenswürdigkeiten Roms. Das ist toll, aber eigentlich wollen wir heute Abend nur noch eine gute, eine wirklich gute Pizza essen. Und dann schlafen, Sehenswürdigkeiten kommen dann morgen :-) Ah. Pizza. Ob wir lieber die flauschige dicke im Napoli Stil oder die mit dem klassisch dünnen Boden bevorzugen würden? Zweiteres! Definitiv. Ich verabscheue Pizza, die aus einem drei Zentimeter dicken Teig besteht, dann mit allerhand Separatorenfleisch, Wurstresten und Glutamat belegt ist und am Ende in einer noch dickeren Schicht Käse ertrinkt. Deutsche Kühltruhen sind voll von sowas, weil niemand den Leuten die echte italienische Pizza zeigt. Die, die man nur in Italien bekommt. Es ist leider so. Also schlägt Stefania nach einem kurzen, emotionalen Telefonat mit ihrem Gemahl Carlo die kleine Pizzaria “Il Bersagliere” gleich um die Ecke vor. Die wäre was für uns. Beim epischen Verabschieden frage ich mich kurz, ob Stefania vielleicht denkt, meine Tochter könnte meine junge Freundin sein und nehme mir vor, das an einem der kommenden Tage mal aufzuklären. Okay, lass uns Pizza essen.

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So möchte ich es. SO und nicht anders.

Liebes Tagebuch. Lass uns über Pizza sprechen.
Der beschriebene Laden hat alles, was ihn für uns sympathisch machen kann. Er liegt direkt an einer stark befahrenen Straße, draußen sind Tische mit karierten Decken und Plastikmöbeln, drinnen ist echt viel los und alle sprechen italienisch. Kein einziger Tourist, das Essen kann gar nicht schlecht sein. Aus irgend einem Grund ist es noch immer warm draußen (vielleicht liegt das an der geografischen Lage), ein milder warmer Wind weht und das bunte Treiben auf der gerade zum Leben erwachten Stadt ist einfach phantastisch. Mein Töchterchen und ich setzen uns natürlich draußen an einen Tisch und lassen den Abend auf uns wirken. Motorroller knattern vorbei, aus offenen Autofenstern düdelt fröhliche Musik. Menschen sehen sich und begrüßen sich, Kussi links, Kussi rechts. Alle sind laut und fröhlich, reden, telefonieren, sind so wie sie vermutlich hier immer sind. Der Kellner stellt uns frisches, knuspriges Brot in einem Korb auf den Tisch und bringt uns kurz danach eine Karaffe Hauswein und eine große Flasche eiskaltes Tafelwasser. Die Auswahl an Pizzen ist nicht riesig, und sowas wie Döner-Pizza, Gyros-Pizza oder Spargel-Pizza mit Schinken und Sauce Hollandaise gibt es dankenswerterweise gar nicht. Wenn ich Bock auf Döner habe esse ich Döner. Wenn ich Bock auf Gyros habe esse ich Gyros beim Griechen. Und wenn ich Bock auf Spargel habe dann mach ich mir welchen, aber was hat das alles auf deutschen Pizzen zu suchen? Wenn ich Pizza bestelle will ich Pizza. In meinem Fall eine Diavola mit scharfer Salami und Mozzarella, in ihrem Fall eine Vier Jahreszeiten mit je einem Viertel Schinken, Oliven, Artischocken, Champignons. Dünner knuspriger Boden, wenig Belag, ein Traum.

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Glück hat zwei Namen: Diavola und Quattro Stagioni

Ich soll in den kommenden Tagen noch öfter feststellen, dass das Handy meiner Tochter, die weniger als halb so alt ist wie ich und noch nicht viel eigenes Geld verdient viel bessere Bilder macht als meins. Samsung Galaxy S6 kontra iPhone 5s. Mist. Also müssen wir uns wohl zusammentun, sie wird ja sowieso in den kommenden drei Jahren eine gefragte Fotografin werden :-) Aber das nur am Rande. Die Pizzen sind wie erwartet unfassbar lecker, der preiswerte Hauswein auch (ist Ihnen mal aufgefallen, dass der einfache Wein im Urlaub klasse schmeckt, aber wenn man davon was mit nach Hause nimmt ist der irgendwie nicht mehr so toll?) und hinterher runden ein Eis mit frischen Erdbeeren und ein Espresso das einfache kulinarische Erlebnis inmitten von lauten Autos und Menschen ab. Das mit dem Bus Shuttle ersparte Geld ist hier gut angelegt. Roma. Ay Roma. Die Ecke von dir hier ist toll, preiswert und genau so wie der Ausgangspunkt für ein paar kleine Reisen in die Antike ab morgen früh sein soll. Wir stapfen zurück zu unserem B&B, sind froh dass die Schlüssel passen (nach so einem Tag hätte mich nichts mehr überraschen können) und nehmen erstmalig das Zimmer wahr.

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Finale. Gute Nacht.

Es ist klein, es ist gemütlich und es ist vor allem ruhig. Klasse. Klimaanlage aus, Fenster auf. Tochter und Vater müssen sich zwar eine einzige Decke teilen, die ist aber drei Meter oder so breit, das bekommen wir schon hin :-)Reisen können wir ja. Morgen, wenn die Pizza verdaut ist schauen wir mal in den Petersdom, das Pantheon und was noch so seit ein paar 1000 Jahren da rumsteht. Wir sprechen über Selfie-Stick-Verkäufer. Und wir begreifen Geschichten.
Heute baden wir erstmal in erreichten Anschlussflügen trotz Verspätung, gefundenen Bus Shuttles trotz unzureichender Beschreibung, gemütlichen Unterkünften trotz kleinem Preis und großartigen Pizzen trotz… ja trotz? Kein trotz. “Alles, was schief laufen kann läuft schief” war 2014. Jetzt ist 2015, und wir sind in Rom. Noch zwei Tage. Und vielleicht sind Sie ja bei uns.

Sandmann

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Created Freitag, 24. April 2015 Tags amsterdam | Antike | Bus-Shuttle | ewige Stadt | KLM | pizza | Reise Reise | rom | Rotwein | S.I.T. | Schiphol | Vatica Holiday | Vatikan | Verspätung Document type Video
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