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10 Jul 2012

Das Matchboxauto aus meiner Sandkiste…

das-matchboxauto-aus-meiner-sandkisteEs ist ein ganz kleines bisschen so, als würde man seine Jugendliebe wiederfinden. Weiterlesen → [...]

Da steht er, leibhaftig

Da steht er, leibhaftig

Kryptische Titelzeilen, finden Sie? Stimmt. Finde ich auch. Ich hole kurz aus: Der kleine Jens, es wird so um 1975 herum gewesen sein, spielt mit einem blauen Matchboxauto im Sandkasten. *SCHNITT* Vor ein paar Monaten finde ich dieses Auto in einer kindheitsgeprägten Devotionalien-Kiste wieder und denke so bei mir… “So ein Auto wird es doch auch in Groß geben…?” Gibt es. Google und die Kontakte zu ein paar autoaffinen Menschen lenken mich auf meiner Ruhrpott-Tour zu etwas ganz besonderem…

HIER gibt es noch (ein bisschen) mehr…

Original: Strandmanns Welt

Created Dienstag, 10. Juli 2012 Created by Sandmann Categories Timeline Tags TRÄUME WAGEN
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30 Jul 2014

Fahrbericht: Der Infiniti Q50 mit dem Schwäbischen Herzen.

Als Infiniti im Herbst 2013 den Q50 der internationalen Presse vorstellte, durfte ich bereits zugegen sein. Die Testfahrten fanden damals im spanischen Hinterland statt und der Q50 mit seiner völlig neuen Lenkung (s.u.), dem Diesel-Herzen aus Stuttgart, seinem gelungenen Design und einem aktuellen Multimedia-System, hatte mich überzeugt.

Bereits damals habe ich dem Q50 das Potential zur Revolution in der Dienstwagenklasse unterstellt.  Klar war aber auch, so richtig beurteilen kann man ein Auto erst im Alltagstest. Zwei Wochen sind das Minimum um ein belastbares Urteil über ein Auto zu fällen. Die Hybrid-Variante des Vorgängers war genial, aber in dieser Klasse gehört ein Hybrid einfach nicht zu den Top-Antriebslösungen. Was dem Vorgänger noch fehlte, bekam der Q50 nun spendiert: Einen ordentlichen Dieselmotor. Denn wer die Klasse der Dienstwagen erobern will, der muss nageln können, der darf nicht saufen und muss trotzdem kraftvoll durchziehen.

Infiniti Q50 – Die etwas andere Limousine

Business-Class mit Stil

9 Monate nach der Premiere des Q50 ist die Revolution ausgeblieben. Sicher. Das könnte man mir nun an den Kopf werfen. Auto-Blogger und ihre blumigen Wort-Auswürfe. Aber halt. Es ist nicht die Schuld des Q50. Der hat alle Talente – da bin ich mir sicher. Das Problem sitzt woanders. Bei Infiniti habe ich zwei Interviews auf Ebene der Entscheider getroffen und beide Mal war kurz danach der jeweilige Entscheider ausgeschieden. Infiniti fehlt in Europa das Durchsetzungsvermögen, weil die richtigen Köpfe fehlten. Die Marke an sich befand sich zu lange in einem Entscheidungs-Vakuum. Man distanziert sich zwanghaft von den Konzernwurzeln Renault-Nissan und will sich als eigenständige Marke verstanden wissen. Doch geht man das wiederum, vermutlich von der Konzern-Mutter aus, nicht mit genug Nachdruck an.

Infinifi Q50 erster fahrbericht 2.2 Diesel

Die Basics:

  • 2 Wochen im Test
  • 1.100 Testkilometer 
  • Basispreis: 34.350 €
  • Testwagenpreis: 41.170 €

Testverbrauch:

 

Zurück zum Q50 2.2D

Zurück zum Auto, zurück zum Business-Talent, zurück zum Diesel. Das 2.2 Liter große Diesel-Herz im neuen Q50 ist eine Entwicklungs-Leihgabe von Mercedes-Benz. Allerdings darf der potente Nagelfreund in der edlen Japan-Limousine nur mit 170 PS ans Werk gehen – wohingegen er bei Mercedes-Benz derzeit bis zu 204 PS zum Dienst erscheinen lässt. Völlig baugleich sind die Motoren jedoch nicht. Infiniti setzt eine eigene Motorsteuerung und einen anders positionierten Ladeluftkühler ein. Doch das ist wirklich nur das kleinere Übel. Das größere Übel ist die Möglichkeit den Q50 2.2 Diesel mit dem manuellen 6-Gang Getriebe kombinieren zu können. Die Freude am schalten lässt dieses Getriebe nicht aufkommen, die Wege zu lang, der Umgang mit dem Knüppel zu ungenau. Dafür maximiert man mit dem manuellen Getriebe die Effizienz. Mit 114 g CO² je Kilometer und einem Normverbrauch von 4.5 Litern wird der Q50 endgültig zum grünen Dienstwagen. Und das ohne Verzicht auf echten Komfort – bei allem was nicht mit dem Getriebe zu tun hat.  Nachdem ich den Q50 2.2 mit manuellen Getriebe zum Test hatte und bei den Testfahrten in Spanien die 7-Gang Automatik nutzen konnte, ist die Empfehlung eindeutig: Pro Automatik!

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Fahren & sparen

Als Fahrer fühlt man sich zum ersten Mal in einer japanischen Limousine richtig integriert. Tief genug sitzend, schön eingerahmt von der Mittelkonsole, perfekt platziert hinter dem griffigen Lenkrad. Infiniti ist der erste Hersteller, der eine entkoppelte Lenkung anbietet. Anstelle einer direkten mechanischen Verbindung, wird die Lenkung ähnlich der “Steer-by-wire” Technik von Flugzeugen bedient. Allerdings erlaubt die Gesetzgebung dies nicht als “stand alone” Lösung, daher bleibt die Mechanik erhalten und dient als “Fall back” für den Fall eines Ausfalls. Das Ergebnis dieser Entkoppelung ist sagenhaft und wurde von mir damals so beschrieben:

Eine neue Qualität beim Thema Lenkkomfort. 

Der gefahrene Testwagen kam in der Premium-Line und war nicht mit der “DAS direct-adaptive-steering” Lenkung ausgerüstet. Und was soll ich sagen? Der Q50 fährt sich immer noch gut – wenngleich auch die Faszination der Entkopplung ein wenig vermisst wird.

Er bleibt eine sportlich handliche Limousine im Segment von Dreier BMW, Mercedes C-Klasse und Audi A4. Dank Heckantrieb ist die Lenkung auch ohne das “DAS-System” frei von Antriebseinflüssen, die Run-Flat-Reifen rollen zwar ein wenig hölzern ab, dafür wirkt die Zusammenarbeit und Abstimmung von Federn und Dämpfern umso besser.  Das manuelle Getriebe plagt den Fahrer mit hakligen und langen Schaltwegen, dafür entschädigen die 400 Nm des Diesel und das gelungene Fahrwerk. So nah dran am bayerischen Dienstwagen-Helden mit der Drei im Namen, war bislang kein Exot.

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Exoten-Status

Er bleibt vermutlich ein Exot. Doch dieser Exoten-Status könnte der Anfang eines echten Erfolges sein. Ist es nicht oft so? Erst werden diese Exoten belächelt, verspottet und später ändern genau sie den Lauf der Geschichte. Sicher – es geht um ein Auto. Um eines aus einer aktuell japanisch-französischen Allianz, mit einem deutschen Motor, unter einem Brand der ursprünglich in den USA entstand. Der Infiniti Q50 ist bereits heute gelebter Multikulti-Status. Er will das beste aus allen Welten vereinen. Die Qualität und Zuverlässigkeit eines Japaners, den Service-Gedanken eines Amerikaners, die Emotionen einer deutschen Premium-Limousine – das muss einfach zwangsläufig zu einem Exoten-Status führen. Der Q50 trägt diesen Status mit Fassung.

Online & sein

Im Cockpit wurden gleich zwei große Displays untergebracht. Wo andere Hersteller noch mit DIN-Norm-Schächten und Dreh-Drück-Dingensbummens hadern, präsentiert Infiniti die vermutlich schönste Möglichkeit, den eigenen Fett-Fingern die richtige Geltung zukommen zu lassen. Wie genial wäre der Touchscreen, wenn wir mit unseren Fett-Griffeln nicht immer Spuren hinterlassen würden? Betrachtet man die Smartphone-Historie, dann hat uns dieses Manko aber auch nicht davon abgehalten den Touchscreen als die sinnvollste Lösung zu betrachten .

Im Q50 gibt es neben der Möglichkeit über den Touchscreen zu arbeiten, zusätzliche “Direktwahltasten” für die am häufigsten genutzten Einstellungen. Die Temperatur mal schnell anpassen? Kein Ding, keine Menüs, einfach rechts oder links neben dem großen unteren Monitor drücken. Die gesamte Integration der beiden Monitore wirkt höchst gelungen. Der obere arbeitet vor allem als Navi-Display, kann aber ebenso mit anderen Inhalten gefüttert werden. Der untere ist primär die Schnittstelle zur Bedienung – aber ebenso zum darstellen von Inhalten genutzt werden. Zum Beispiel für die Apps. Oder als Schnittstelle zum Handy. Wobei die aktuelle Umsetzung mit der Infiniti-App, deren Funktionen und Möglichkeiten, noch einiges an Raum für Verbesserungen offen lässt. Eine Integration der Apple-CarPlay Standards oder des Mirror-Link Systems würde ich einer Verbindung via – umständlich – zu konfigurierenden Smartphone-App vorziehen!

 

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Positiv-Liste:
+++ LED-Licht

Modernes Auto ohne modernes Licht? Geht nicht. Daher hat INFINITI im Q50 LED-Scheinwerfer im Angebot. Ab der Sport-Ausstattung in Serie, darunter gegen 850,– € Aufpreis. Zusätzlich gibt es ein erstklassig arbeitenden Kurvenlicht. Ein absolutes “must have”!

++ Durchzug

400 Nm sind eben 400 Nm und auch wenn die maximale Leistung des 2.2 Liter Diesel auf 170 PS beschränkt wurde, macht der Mercedes-Motor im Q50 einen excellenten Job. Das Getriebe ist hakelig, aber gut abgestuft. Der Q50 zieht in jeder Lebenslage ordentlich an!

+ Verbrauch

Der NEFZ-Normverbrauch des Q50 2.2 D mit dem manuellen Getriebe liegt bei 3.7 Litern auf 100 Kilometern. Das hat auch die Öko-Tour leider nicht auf die Uhr bekommen. Aber 4.3, 5.5 und vor allem die 7.8 Liter im Max-Test sind wirklich extrem gut!

 

Ganz aktuell:

auto, motor und sport hat in Heft 16 ein Problem in der Abstimmung des ESP bei den Hybrid-Modellen des Q50 aufgedeckt. Hier kam es bei “µ-split-Bremstests” zu einem ausbrechen des Fahrzeuges. Infiniti hat reagiert und einen neuen Softwarestand entwickelt und verspricht, diesen binnen eines Monats für alle Hybrid-Q50 zur Verfügung zu stellen. Ich muss dazu sagen: Genau diese Art von Arbeit erwarte ich von einer Automobil-Zeitschrift wie der ams. Aber auch genau diese Art von Reaktion erwarte ich von einem Hersteller. Da wird nicht herum geeiert, da wird asap gehandelt.  Zudem scheint das Problem ein auf Hybrid-Varianten begrenztes zu sein. Der von mir bewegte Q50 (zudem ohne DAS) war eine Ausgeburt an Fahrfreude. Klassisch, solide, gut abgestimmt.

Fahrbericht: Der Infiniti Q50 mit dem Schwäbischen Herzen.Fahrbericht: Der Infiniti Q50 mit dem Schwäbischen Herzen.Fahrbericht: Der Infiniti Q50 mit dem Schwäbischen Herzen.
Das Fazit

Der Q50 hätte es  verdient, besser vermarktet zu werden. Der Q50 ist eine extrem anständige Business-Limousine, mit einem guten Fahrwerk, einem extrem guten Dieselmotor, gelungener Qualität im Innenraum und einer(fast) State-of-the-Art Entertainment-Lösung. 

Als Handschalter kann der Q50 jedoch nicht vollständig überzeugen, aber er bleibt extrem sparsam. Meine Empfehlung: Auf den letzten gesparten Tropfen Sprit verzichten und dafür das 7-Gang Automatikgetriebe (auch eine Daimler-Leihgabe) ordern. Und auf dem Parkplatz wird man sich nie wieder zwischen den gleichen Limousinen herum irren sehen, den Q50 findet man auf Anhieb! Der hebt sich aus dem tristen Alltag der ewig gleichen Dienstwagen einfach ab! Und wer bietet in diesem Segment denn bitte sonst noch einen Service a la Infiniti? 3 Jahre Garantie und einen Hol- und Bring-Service für die Inspektionen – inklusive kostenfreien Leihwagen.

Eben – niemand – aber genau das macht eine gute Business-Limousine aus! Selbst wenig nehmen, aber viel geben! 

Technische Daten:Verbrauch und Emissionen:
Leistung: 170 PS
Kraft: 400 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 8.7 Sek. 
Höchstgeschwindigkeit: 231 km/h 
Effizienzklasse: A+ 
Abgasnorm: EU5
Verbrauch kombiniert nach NEFZ: 4.4 l/ 100 km 
CO²-Emission kom.: 114g/km
Daten lt. Hersteller.

Original http://mein-auto-blog.de/fahrbericht-der-infiniti-q50-mit-dem-schwaebischen-herzen-18803/

30 Jul 2014
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Schöne Kombis heissen..., Mercedes C-Klasse T-Modell-1538

Mercedes C-Klasse T-Modell

Noch nicht erstelltMercedes C-Klasse T-Modell
Bei Mercedes arbeiten sie mit deutscher Gründlichkeit. Bevor man einen Schlüssel ausgehändigt kriegt, muss man sich ausweisen. Das konnte ich aber nicht, denn ich hatte meine Brieftasche vergessen. So konnte ich zwar aus der Schweiz mit dem Flugzeug nach Deutschland und auch wieder zurück reisen, aber einen Mercedes fahren durfte ich nicht. Tja, so schickt man sich dann in sein Schicksal und nimmt auf dem Beifahrersitz Platz. Und darum ist das hier auch kein Fahrbericht, sondern - keine Ahnung. Schaumermal, was hier in der Folge noch passiert.
Es gibt ja eigentlich kaum gute Gründe, keinen Kombi zu kaufen. Da ist zum einen das Platzangebot: beim neuen T-Modell sind das 490 Liter hinter den Sitzen, maximal 1510 Liter, wenn alles abgeklappt ist (das geht 40:20:40, das ist neu). Ein Schwimmfest kann man da jetzt nicht veranstalten, hinten, aber es sind anständige Masse, eine tiefe Ladekante, alles schön glattflächig innen, also: brauchbar. Die Konkurrenz kann das auch nicht besser, A4 Avant schafft 490/1430 Liter, der 3er-BMW 495/1500 Liter; wer mehr will oder braucht, bewegt sich dann halt ausserhalb der Lifestyle-Coolness. Erstaunlich ist vielleicht, dass der neue Kombi vom Stern gegenüber seinem Vorgänger zwar fast 10 Zentimeter länger wurde (jetzt: 4,7 Meter) und 4 Zentimeter breiter (jetzt: 1,81 Meter), doch das Kofferraumvolumen nur um 5 bzw. 10 Literchen (bei abgeklappter Rücksitzbank) zunahm; dafür sollen die hinteren Passagiere jetzt ein bisserl mehr Knieraum haben. Zum Vergleich noch: die C-Klasse-Limo kommt auf 480 Liter Kofferraumvolumen. Und das wars: 1:0 für den Kombi.
Undn wenn man nicht selber fährt, dann man dafür besser schauen. Und ja, das neue T-Modell macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Auf den zweiten auch noch; erst beim dritten sieht man dann, dass es da und auch dort schon ein bisschen too much ist.
Mercedes C-Klasse T-Modell
Mercedes C-Klasse T-Modell
Ein bisschen viele Brüche und Kanten und Sicklein - ach, wir haben schon genug geschimpft über das Design-Problem bei Mercedes, als Nur-Beifahrer wird man da friedlicher, freundlicher und mag dem Kombi attestieren, dass er - zusammen mit dem von uns wirklich hoch geschätzten CLS Shooting Brake - der hübscheste Benz ist derzeit. Schöner als die Limo sowieso. Und wohl auch, weil das T-Modell das frischeste Gemüse auf dem Markt ist, sehen A4 und 3er-BMW im Vergleich etwas abgestanden aus. Solches geschah den Stuttgartern im Zusammenhang mit Audi und BMW schon lange nicht mehr...
Und wenn man nicht selber fährt, dann kann man ja auch nichts darüber schreiben, wie es sich so anfühlt beim Fahren. Als Beifahrer empfindet man den C-Klasse-Komfort als angenehm, und wenn der Fahrer (bei mir war es eine Pilotin) dann die Einstellung von C auf S wechselt, dann kriegt man davon eigentlich nichts mit.Mercedes C-Klasse T-Modell
Mercedes C-Klasse T-Modell
Mercedes C-Klasse T-Modell
Mercedes C-Klasse T-Modell
Mercedes C-Klasse T-Modell
Ausser vielleicht, dass es jetzt ein bisserl flotter um die Kurven gehen wird. Doch ich sass da so und schaute auf den grossen Bildschirm, beobachtete, wie Dörfer mit eigenartigen Namen an uns vorbeizogen, fummelte ein bisschen am Navi rum - und erfreute mich an der angenehmen Ruhe im Innenraum. So wurde ich durch deutsche Lande bewegt in einem 220er-Diesel, in einem 250er-Benziner und dann auch noch im neuen 300er-Hybrid, von dem zu erzählen ist, dass er ziemlich abgeht (und dass dann der Diesel ein bisserl angestrengt brummt).
Sitze gut im Benz, guter Seitenhalt - und das für den Beifahrer ja viel wichtiger als für den Piloten, der kann sich ja am Lenkrad festhalten, der weiss ja auch, was auf der Strasse passiert und kann seinen Körper schon vorab darauf einstellen. Was habe ich sonst noch zu erzählen? Kommt mir jetzt grad nichts mehr G'scheites in den Sinn. Müsste ich noch was schreiben zur Kühlmittel-Problematik? Ach, nein.
Den neuen Kombi von der C-Klasse gibt es in der Schweiz ab 46'900 Franken (C180). Das ist ein ziemlich satter Aufpreis von über 5000 Franken gegenüber der Limousine - und trotzdem werden wieder zwei Drittel aller C-Klassen als T-Modell abgesetzt werden können. Allrad (und auch den interessanten Hybrid) gibt es dann ab Ende Jahr, Markteinführung in der Schweiz ist am 13. September.
Mehr Mercedes gibt es im Archiv.

Mercedes C-Klasse T-Modell

Original http://www.radical-mag.com/erfahrungen/mercedes-c-klasse-t-modell-1538/seite_1-2

30 Jul 2014

BTG-Rundenrekord im Range Rover Sport

Update: Nein, es war doch nicht BTG, es war die Industriepool-Runde, ab/bis T13. Das macht die Sache noch ein wenig spektakulärer. Und ja - ich hatte BEVOR ich den Artikel schrieb, extra nachgefragt. Sei es drumm:

 

Okay, es ist ein Rundenrekord für die SUV-Klasse. Aber es ist ein Rundenrekord. Mit 8 Minuten und 14 Sekunden wurde ein Testfahrzeug für den kommenden Range Rover Sport SVR auf der Nordschleife gestoppt.  Damit ist der SVR RAnge im übrigen schneller als der Jeep Grand Cherokee mit einer 8:49 und einem Cayenne Turbo S, der die Nordschleife bereits in einer 8:33 umrundete [Quelle].

Beim Goodwood Festival of Speed” im Juni feierte der Range Rover Sport SVR seine Fahrpremiere vor großem Publikum. Anschließend kehrte das dynamische Modell in die Eifel zurück, um das intensive Testprogramm fortzusetzen. Das “dicke Ding” ist dabei leistungsstark wie kein Land Rover zuvor: Der weiter entwickelte 5,0-Liter-Kompressor-V8 bringt 550 PS an die vier angetriebenen Räder – 40 PS mehr als beim bisherigen Supercharged-Topmodell.

Rundenrekord auf der Nordschleife

Für die Optimierung von Handlingeigenschaften und Fahrverhalten eignet sich der Nürburgring ideal. Mit ihrem welligen Profil ist die berühmte Nordschleife die ultimative Teststrecke gerade für Hochleistungsmodelle. Und dazu zählt nun auch der Range Rover Sport.

Mike Cross, Chief Engineer Vehicle Integrity bei Land Rover, erklärt: “Der Nürburgring ist für die Modellentwicklung und -erprobung einer der härtesten Prüfsteine. Auf den 20,8 Kilometern mit seinen mehr als 70 Kurven kann man Autos stärker, zuverlässiger und schneller machen. Wir wollten herausfinden, ob sich ein SUV in diesem anspruchsvollen Umfeld wie ein Sportwagen verhalten kann. Das Ergebnis dieses Projekts ist spektakulär: Der neue Range Rover Sport SVR hat eindrucksvoll demonstriert, dass er auf der Straße wie ein echtes Performance-Modell auftritt.”

Für die Entwicklung des neuen Range Rover Sport SVR zeichnet das Spezialistenteam von Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations verantwortlich. Sie hatten das Ziel, den am stärksten leistungsorientierten Range Rover Sport aller Zeiten zu schaffen – und dies ohne Abstriche beim hohen Fahrkomfort der Baureihe und ihren bemerkenswerten Geländeeigenschaften zu machen. So verfügt auch der Range Rover Sport SVR über eine Getriebeuntersetzung für harte Offroad-Einsätze und über die 850 Millimeter messende Wattiefe, die alle übrigen Varianten der erfolgreichen Modellreihe auszeichnet.

Der neue Range Rover Sport SVR wird im kommenden Jahr in den Ausstellungsräumen der Land Rover-Händler eintreffen.  Ob man dann aber gleich auf die Nordschleife abbiegen muss? Vermutlich eher nicht.

Original http://mein-auto-blog.de/btg-rundenrekord-im-range-rover-sport-91666/

30 Jul 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Bitte Platz zu nehmen!

Normal bastel ich an einem Abend nen Satz Hocker auf ein fremdes Fahrzeug um. Kein Thema. Aber beim Framo is ja nix normal. Deshalb musste ich erst einmal eine Unterkonstruktion schweißen und die am Fußraum festbraten.

Bitte Platz zu nehmen!

Da nix gerade ist an dem Wagen, musste ich eine gerade Sitzposition im Sitzen herausfinden. Ich war schon mal fertig, hab’s dann wieder rausgetrennt und wieder abgeändert, bis ich zufrieden war. Die Halter an den Sitzschienen musste ich auch bearbeiten. Die Fotos davon hat die Digicam verschluckt, ich formatiere einmal die Speicherkarte, die spackt die letzten Tage öfters.

Letztendlich konnte ich den Sitz probemontieren.

MG Sitz

Lässt sich problemlos verstellen, macht nen stabilen Eindruck. Der zweite Sitz geht hoffentlich schneller. Ich will das Bodenblech endlich lackieren. Das gibt einem immer das Gefühl ein großes Stück weiter gekommen zu sein, wenn etwas lackiert ist.

Original http://www.fusselblog.de/index.php/bitte-platz-zu-nehmen?blog=16

30 Jul 2014

Genug Winter um dem Allrad-Pionier zu huldigen?

 

Dieses Foto geistert seit ein paar Tagen durch das Internet, fast könnte man an eine erfolgreiche virale Kampagne von AUDI denken – aber der Ursprung des Fotos ist noch unklar. Klar ist nur: Es zeigt eine Sache ganz deutlich: Auf Schnee und mit einer leichten Steigung, zieht ein Allrad-PKW leicht am Heckantrieb Fahrzeug vorbei.

Denke ich an Audi quattro, denke ich natürlich auch an das:

 

Oder an meine eigene Audi quattro Erfahrung. Da gab es u.a. einen Audi 80 Typ 85 mit 90 PS Vergaser-Motörchen und natürlich meinen geliebten Audi V8:

 

AUDI hatte aber auch wunderbare quattro-Werbefilm -Ideen, so wie dieses Video:

Aber auch diese Werbung zeigte schön, was ein Audi quattro im Winter für einen Spass macht:

Aber auch das Remake eines Weltklasse-Spots bringt quattro-Spass direkt auf den TV:

Und dann gibt es noch einen guten Grund für quattro, auch bei trockenen Straßen:

Genug Winter um dem Allrad-Pionier zu huldigen?

Original http://mein-auto-blog.de/genug-winter-um-dem-allrad-pionier-zu-huldigen-96996/

Created Mittwoch, 30. Juli 2014 Tags allrad | audi | Björn Habegger | Quattro | schnee | Winter Document type Article
Categories Timeline Author Bjoern Habegger
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29 Jul 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Peter Ruch  

Der Löwe beisst, Test Peugeot 308 SW e-THP-1537

Test Peugeot 308 SW e-THP

Noch nicht erstelltTest Peugeot 308 SW e-THP
Grobe Milliardenverluste hatte der PSA-Konzern in den vergangenen Jahren eingefahren - und die Hauptschuld daran trug Peugeot. Denn der Löwe schwächelte nicht bloss, er war krank, er konnte nicht mehr jagen, wurde immer dünnhäutiger – es machte den Anschein, als ob er sich seinem Schicksal ergeben würde. Doch plötzlich ging doch noch ein Ruck durch die Zentrale in Paris, die Teppich-Etage wurde massiv durchgelüftet, der Löwe hatte wieder Mut (bestes Beispiel: der neue 208, eingeführt 2012) und kam dank anständiger Verkaufszahlen auch wieder zu Kräften. Endlich wurden alte Zöpfe – etwa die viel zu starke Konzentration auf den Heimmarkt – abgeschnitten, und mittlerweile gibt es sogar so etwas wie eine Strategie für die Zukunft. Die Marken Peugeot und Citroën dürfen sich wieder deutlicher unterscheiden, Peugeot soll höher positioniert werden, ohne den Boden unter den Füssen zu verlieren; es wird auch wieder Rennsport betrieben (Dakar!), was unbedingt zum Kern der Marke gehört.
Und dann wurde auch noch der im vergangenen Jahr eingeführte Peugeot 308 von einer internationalen Fachjury zum «Car of the Year» gewählt. Diese wichtigste Auszeichnung der Automobil-Industrie gab den Franzosen noch einmal einen neuen Schub, denn sie war ja auch der Beweis, dass der PSA-Konzern auf dem richtigen Weg ist.
Mitentscheidend für die Wahl war sicher, dass der 308 ab diesem Jahr auch als Kombi – bei Peugeot jeweils SW genannt – zu haben ist. Und dass eine neue Generation von Dreizylinder-Benziner verfügbar ist, die dem Thema «Downsizing» neues Leben einhauchen. Unser Testwagen war mit der 130 PS starken 1,2-Liter-Maschine (maximales Drehmoment 230 Nm) ausgerüstet, die beim Kaltstart zwar gut vernehmlich ihren Dienst versieht, sich aber bald beruhigt und erfreulich gute Manieren an den Tag legt. Das ist bei Dreizylindern eher die Ausnahme als die Regel.
Test Peugeot 308 SW e-THP
Test Peugeot 308 SW e-THP
Und auch, dass der kleine Motor, kombiniert mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe, sich an der Tankstelle äusserst zurückhaltend gab und den Normverbrauch von 4,7 Litern sogar noch unterbot, muss unbedingt gelobt werden. Denn die meisten «Downsizing»-Aggregate kommen im realen Leben ja nicht annähernd an den Normverbrauch heran, sie haben zu wenig Saft, bei jedem Hügelchen müssen sie getreten werden.
Fahrfreude? Ach, ja, findet irgendwie auch statt. Das Fahrwerk ist beim 308er ja eine gute Sache, eher auf der komfortablen Seite, ohne einer flotten Kurvenfahrt abgeneigt zu sein. Der längere Radstand macht den Kombi auf der Autobahn stabiler, aber das ist alles irgendwie kein Thema, so ein SW will ja kein Rennwagen sein, ganz besonders mit dem Dreizylinder nicht. Aber man kann schon, wenn es denn unbedingt sein muss. Doch in erster Linie fährt man halt einher, und irgendwann ist man am Ziel.Test Peugeot 308 SW e-THP
Test Peugeot 308 SW e-THP
Test Peugeot 308 SW e-THP
Test Peugeot 308 SW e-THP
Test Peugeot 308 SW e-THP
Der 308 SW verfügt über 11 cm mehr Radstand als der Fünftürer, ist insgesamt 4,59 Meter lang, bietet ein Kofferraumvolumen von mindestens 556 und maximal 1606 Litern (plus noch ein Geheimfach unter dem doppelten Boden, das noch einmal 57 Liter packt). Es gibt in diesem Segment kaum ein Fahrzeug, das mit derart grosszügigen Platzverhältnissen aufwarten kann; auch die hinteren Passagiere erhalten mehr als genügend Knie- und Kopfraum. Auch die Funktionalität ist gut, die Bedienung des Abklappmechanismus ein Kinderspiel, die Ladekante tief.
Vorne ist es im 308 SW, wie es in allen neuen Peugeot ist: das Lenkrad ist klein, der Blick auf die Armaturen erfolgt über dem Lenkrad. Ja, daran kann man sich nicht nur gewöhnen, man kann daran sogar Gefallen finden. Peugeot hat in den vergangenen Jahren auch sehr erfreuliche Fortschritte gemacht in Sachen Verarbeitung und Qualität der verwendeten Materialien – da braucht der 308 SW den Vergleich mit dem Klassenprimus, dem ewigen Golf, beim besten Willen nicht zu fürchten.
Optisch, tja - es gab sicher schon aufregendere Peugeot. Das gilt für den 308 wie auch für den 308 SW. Doch da haben die Franzosen halt etwas gelernt von Volkswagen - wer die grosse Masse bedienen will, der soll keine Ecken und Kanten haben, nicht zu viel eigenen Charakter zeigen. Wir finden jetzt das pummelige Heck nicht gerade begeisternd, ist so ein bisserl ein Hängearsch (im Vergleich zu neuen Smart aber geradezu: knackig). Aber mit einer Länge von fast 4,6 Metern ist der Peugeot halt mittlerweile so gross wie ein 3er-BMW...
Den neuen Peugeot 308 SW gibt es ab 25'600 Franken. Das erscheint auf den ersten Blick als etwas teurer als die Konkurrenz, doch es gibt diverse Rabatte sowie eine grosszügige Basisausstattung. Was den Löwen nicht zu einem Schnäppchen, aber zu einem wirklich guten Angebot macht.
Mehr Peugeot gibt es im Archiv.

Test Peugeot 308 SW e-THP

Original http://www.radical-mag.com/erfahrungen/test-peugeot-308-sw-e-thp-1537/seite_1-2

29 Jul 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Usher: Yeah Yeah!

Mein Schweißdraht war gekommen, ich konnte am Bodenblech weiterarbeiten. Also habe ich den Rand fertig gemacht, so wie ich angefangen hatte.

Usher: Yeah Yeah!

Auf den Rand legte ich ein Blech auf und zeichnete die Umrisse an. Ausgeschnitten, vorgebohrt, verklebt und vernietet.

Usher: Yeah Yeah!

Schreibt sich schnell, dauert aber natürlich seine Zeit, bin man alle 7cm eine Blindniete durchgepopt hat. Verwendet habe ich übrigens ein verzinktes Blech, das ich beim Bergen des letzten Volvodachs mitgeschenkt bekommen habe. Hat ein paar Dellen, fürs Bodenblech ist das gut genug. Das dürfte genug Bodenblech für den Fahrgastraum sein, die Länge bestimmte eher zufällig die Breite es Blechs. Wie ich das hinten enden lasse, bestimme ich, wenn das Heck draufsitzt.

Usher: Yeah Yeah!

Weiter mit dem ersten Sitz. Ich habe die Sitzschienen umgebohrt, damit ich sie an die originalen Löcher des Sitzes verschrauben kann. Die Position muss ich noch finden - so wären die Sitzschienen ganz hinten in meiner Sitzposition. Gefällt mir aber nicht, wenn die vorne so überstehen.

MG Sitz

Das werde ich wohl weiter nach hinten setzen. Sitze müssen verstellbar sein, aber niemand schreibt vor, dass den Wagen Gnome fahren können müssen ;-)

Als der Sitz mal so drinstand und ich Sitzprobe gemacht habe, dachte ich mi: KLE, den ganzen Abend sachlich gearbeitet, Zeit etwas zu spielen. Mir fehlte noch ein Usher, äh ich meine Ascher. Für mich als Kettenraucher ein Musthave. Eigentlich wollte ich etwas ins Armaturenbrett bauen, das ist aber nicht bequem zum Abaschen - viel zu weit weg vom Fahrersitz.

Ich hatte als groben Plan einmal einen Stehascher aus den 50ern mit in die Werkstatt mitgenommen, den ich für kleines Geld auf dem Flohmarkt gekauft hatte Bei dem war der Fuß hin. Ursprünglicher Plan war, den vor den Schaltknauf zu setzen. Jetzt, wo ich so drinsaß war klar, der muss vor den Schaltknauf. Nicht lang schnacken, fuß ab und am Bodenblech festgebraten.

Aschenbecher

Drehascher - find ich gut! Und alles gut erreichbar.

Den Ascher kann man easy aus der Halterung nehmen zu leeren. Mir gefällt die Konstruktion.

Original http://www.fusselblog.de/index.php/usher-yeah-yeah?blog=16

Created Dienstag, 29. Juli 2014 Tags - | ascher | blech | bodenblech | gemacht | genug | gut | hinten | kle | plan | rand | schaltknauf | setzen | sitz | sitzschienen | zeit | Björn Habegger | KLERod Document type Article
Categories Timeline Author Bernd Frank
28 Jul 2014

Erste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-Modell

Saumagen – klingt wenig appetitlich. Klingt nach Wurstabfall und Zweitverwertung. Aber – weit gefehlt, des Alt-Kanzlers Lieblingsspeise ist eine Spezialität aus Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln. Im Herbst werden auch gerne Maronen anstelle der Kartoffeln hergenommen. Alt-Kanzler Helmut Kohl war ein großer Fan des Pfälzer Saumagens. Dazu ein Schoppen Wein, auch aus der Pfalz, gerne ein Riesling und fertig war der Kanzler-Genuss. Als “Helmut” noch Kanzler war, hat er andere Staats-Oberhäupter in diese ländliche Genuss-Kultur eingeführt. So ganz offiziell.

Und Kombi? Klingt nicht unappetitlich, aber langweilig. Kombi klingt nach Handwerker oder nach Spießbürger. Irgendwie versprüht schon der Name die trockene Langeweile eines “vernünftigen Autos”. Kombi und Saumagen – eine typisch deutsche Mischung?

German-Touristik-Gourmet-Express

Erste Ausfahrt im neuen C-Klasse Kombimodell

Bodenständig will man sich bei der Präsentation des neuen T-Modell zeigen. Anstelle von Süd-Frankreich oder Spanien, lockt dieses Mal die Pfalz zum Ausflug mit der praktischen C-Klasse. Mercedes und das T-Modell. Eine erfolgreiche Kombination. Die ehemals als Handwerker-Kombis verspotteten Laderaummeister haben lange das Feld der Lifestyle- und Familien-Autos Nummer 1 angeführt. Firmenwagen? Auch da wird gerne zum Kombi gegriffen. Praktisch sind sie ja. Mehr Kofferraum-Volumen, eine große Heckklappe und längst so etabliert, dass auch beim Kundentermin niemand schräg schaut, wenn man denn mit einem Kombi vorfährt.

c-klasse im fahrbericht

Nicht alles ist SUV was glänzt

Der praktische Kombi ist im Prinzip nur bei uns im Lande ein echter Verkaufsschlager. Ob Audi A4 Avant, der Münchner Dreier mit praktischem Heck, oder das T-Modell der C-Klasse. So richtig Kasse macht man mit den Ex-Handwerker-Kisten nur in Deutschland. Hier behaupten sie sich tapfer gegen Crossover und SUV-Schwemme. Ganz klassisch eben, ein wenig spießig und pragmatisch. Wie der Deutsche an sich? Wie der Saumagen?

Das T im T-Modell steht bei Mercedes-Benz für Touristik und Transport. Damit ist schnell klar, was die Stuttgarter im Sinn hatten. Handwerker fängt auf jeden Fall nicht mit T an. Soviel sei verraten.  Also rein mit den Koffern und vom hessischen Äppelwoi-Headquarter in Frankfurt auf die Tour gegangen. Touristik und so. Saumagen und so.

c-klasse c300 bluetec x250 gefahren

Gefahren: C250T und C300T Hybrid

Von Frankfurt aus geht es ein paar Kilometer in Richtung Norden. Ein wenig das T-Geschmäckle für die Autobahn erleben. Das T-Modell ist bis zur B-Säule optisch und technisch mit der Limousine baugleich. Motor und Getriebe sind sowieso gleich. Wie sich die Limousine fährt, hatte Axel bereits heraus gefunden.

Interessant ist die in beiden Versionen erhältliche Airmatic. Zum ersten mal in diesem Segment ist eine Luftfederung erhältlich und das Urteil hierzu ist klar: Kaufen. Wer den Kombi für die lange Fahrt nutzt, der kommt um die Luftfederung nicht herum. Autobahn-Querfugen, Frostschäden auf der Landstraße oder die dazu gehörige Agility-Control. Das gesamte Fahrwerks-Setup ist vollständig überzeugend. Locker im Comfort-Modus über die Autobahn gleiten, im Sport-Modus die Landstraße genießen und bei Sport+-Einstellung die ganze Dynamik des Stuttgarter Kombi erleben.

Als es in Richtung Rhein und Weinberge geht, darf das Airmatic-Fahrwerk die ganze Bandbreite an Funktionen demonstrieren. Zackig über die kleinen Landstraßen pfeffern, komfortabel ausgeglichen in der Ortschaft. Besser kann das in diesem Segment niemand.  Die neue Vierlenker-Vorderachse, die Luftbälge und der Rest vom Konzept – beeindruckt buchstabiert man Fahrkomfort am Ende mit einem schlichten: “C”.  Mercedes spricht von bis zu 65 kg weniger Gewicht gegenüber dem Vorgänger, von 49 Prozent Aluminium-Material für die Karosse und einer dennoch gestiegener Steifigkeit. Man glaubt es ohne zu diskutieren.

Der 211 PS starke Vierzylinder-Turbo-Benziner bietet 350 Nm Kraft. Und das bereits kurz oberhalb des Leerlaufs. Ein echtes Turboloch findet man nicht. Kurzes Luft holen und dann drückt der eigentlich magere Zweiliter-Benziner den Laderaum-ExperTen nach vorne. Eine feine Motorisierung und wer es geruhsam angehen lässt, der erlebt zwischen Rhein und Weinbergen einen entspannten und in sich stimmig wirkenden Antrieb.  Der kombinierte Verbrauch nach Norm von 5.6 Liter ist allerdings auch unter heftigster Entspannung nicht zu erreichen. Knapp 7 Liter sind dennoch möglich – 11 allerdings auch.

So richtig faszinierend ist der C300 BlueTEC Hybrid. Mercedes kombiniert hier den 204 PS starken Diesel (der im übrigen bereits im Vorgänger und ohne E-Motor mehr als überzeugen konnte) mit einem 27 PS starken Elektromotor. Wer es hier ruhig angehen lässt, der drückt den Verbrauch auf 3.8 Liter auf 100 Kilometer. Ohne Abstriche am Fahrkomfort. Ohne Einbussen bei der Praktikabilität.  Der BlueTEC Hybrid segelt durch die Ortschaften, gleitet bei leichter Fahrtanforderung rein elektrisch um die nächste Trauben-Staude und verblüfft mit einem perfekt anfühlenden Zusammenspiel aus Öl-Brenner-Triebwerk, E-Motor-Scheibe und 7-Gang-Automatikgetriebe. Besser kann das derzeit niemand. Effizienter? Vermutlich auch nicht.

C300 BlueTEC Hybrid oder C250 Benziner?Erste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-Modell

Effizienz-Laster

Nach 712 Wörtern der Einleitung, nun das wichtigste im Kurz-Format:

8 Zentimeter mehr Radstand, 9.6 Zentimeter mehr Gesamtlänge als der Vorgänger. Das 4 Zentimeter breiter. Der Kofferraum bietet nun ein maximales Volumen von 1.510 Liter an. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis von 40:20:40 umklappen und das auch per Knopfdruck vom Kofferraum aus.

T-Mobil

Während die T-Modelle schon immer dem Nutzwert mehr zugewandt waren, als dem Lifestyle – hat die jüngste Generation nun doch einiges an “Gadgets” mit auf den Weg bekommen. So zählen das aus der C-Klasse Limousine bekannte Touchpad, das Head-Up-Display oder auch die vielen Assistenzsysteme zu den leckeren Extras auf der langen Aufpreisliste. Völlig neu ist die Integration von “mercedes connect me” in der Serie. Das integrierte Com-Modul stellt die Verbindung zu einem neuen Online-Services her. Damit lässt sich dann auch von zu Hause auf der Couch aus, der Füllstand des Tanks überprüfen oder – wirklich sinnvoll, die Standheizung starten (soweit an Board).

Fazit: Typisch deutsch

Das T-Modell der C-Klasse ist so typisch deutsch, wie der Pfälzer Saumagen. Auf den ersten Blick langweilig, so völlig ohne Lifestyle. Eben bodenständig wie das Lieblingsgericht des Alt-Kanzlers.

Diese Bodenständigkeit muss jedoch nichts schlechtes sein, wenn man sie so gut umsetzt, wie Mercedes die jüngste Generation des neuen T-Modells. Besondere Empfehlung: Der C300T BlueTEC Hybrid. Und dazu eventuell mal einen Ausflug in die Wein-Gegend rund um Deidesheim? Pfälzer-Saumagen, ein Riesling und dann kann man sich ja in ruhe überlegen, wie man ganz persönlich die Finanzierung für den C stemmt.

Denn billig ist er nicht geworden. Vermutlich die einzige Kritik, die man wirklich anbringen kann.

 

C-Klasse T-Modell [S205) Galerie:

Der Golfbag passt.Erste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellKann gefallen.Gefällt nicht jedemErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellHeck-ParadeErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellDie Verarbeitung stimmt.Erste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellOhne AMG-Design.Mit AMG Design.Erste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-ModellErste Ausfahrt: Mercedes C -Klasse T-Modell

Original http://mein-auto-blog.de/erste-ausfahrt-mercedes-c-klasse-t-modell-24646/

28 Jul 2014
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Wertanlagen, Maranello Rosso-1787

Maranello Rosso

Ausverkauf bei der Maranello-Rosso-Kollektion in San Marino: 10 aussergewöhnliche Ferrari kommen unter den Hammer.

Es war eine herrliche Karriere, jene von Fabrizio Violati. Geboren 1935 in eine Familie von Mineralwasser-Produzenten, fuhr Violati mit 16 seine ersten Motorrad-Rennen - auf einer Vespa. Und schaffte es sogar ins Werksteam (das aber nur bei Gleichmässigkeitsprüfungen antrat). Er fuhr dann auch Autorennen, am liebsten auf Abarth - und hatte 1960 einen üblen Unfall, der zur Folge hatte, dass die Familie sagte: nix mehr Rennen. Irgendwie schaffte er es aber doch, Segeln schien etwas ungefährlicher. Das Vermögen kam dann auch irgendwie zu ihm, als er die Wässerchen von Sangemini und Ferrarelle 1987 an Danone verkaufen konnte.
1965 kaufte er für umgerechnet 20'000 Euro seinen ersten Ferrari - und es war ein 250 GTO, die Chassisnummer 3851GT, die wir schon beschrieben haben. Es dauerte ein paar Jahre, bis er seine Sammlung erweiterte, 1974 kaufte er dann einen 250 GT, und kurz darauf einen wunderbaren 250 GT SWB Competizione - und irgendwann waren es 25 Stück. Und dazu kamen auch noch 40 Abarth. So nebenbei gründete er auch noch den Ferrari Club Italia - und die Maranello-Rosso-Kollektion, ein Museum in San Marino, wo seine gesamte Sammlung ausgestellt wurde. Der GTO war nicht sehr oft da, denn Violati fuhr ihn gerne bei historischen Rennen - und das immer auf der letzten Rille. Seine Gegner erinnern sich deshalb nicht gerne an ihn.
Fabrizio Violati verstarb 2010. Jetzt wird ein grosser Teil seiner Sammlung versteigert, von Bonhams, am 14./15. August in Quail Lodge. Wir zeigen hier den wunderschönen Ferrai 246 Dino, einen 250 GT von Pininfarina und gleich noch einen solchen.
Mehr Ferrari gibt es im Archiv.

Maranello Rosso

Original http://www.radical-mag.com/service/maranello-rosso-1787/seite_1-2

28 Jul 2014

Fahrbericht: Fiat Panda Cross: Kleiner Offroader auf Abwegen

Mailand, die Modemetropole schlechthin. Aber nicht für die neuesten Kollektionen ging es in die zweitgrößte Stadt Italiens, sondern um den neuen Fiat Panda Cross zu testen. Nach einer ermüdenden Odyssee mit verspätetem Flug, verpasstem Anschlussflug, falschem Ankunftsflughafen und Weiterfahrt per Bus und Bahn, kam ich doch tatsächlich noch rechtzeitig zum Hauptgang im Sheraton in Malpensa an. Zum Glück sollte die Präsentation des neuen Fiat Panda Cross und der Freemont Cross erst am folgenden Tag stattfinden, sodass ich das restliche Abendessen noch genießen durfte. Die Dusche im Zimmer wurde an dem Abend mein bester Freund und das frühe Zu-Bett-gehen genau die richtige Maßnahme, um meine müden Knochen für den kommenden Tag vorzubereiten. Denn es sollte allen Vermutungen über den Fiat Panda Cross zum Trotz, ins Gelände gehen. Ein Fiat Panda als Offroader? Wer wie ich in den Genuss gekommen ist, eines der alten Modelle gefahren zu sein, kann sich das eigentlich beim besten Willen nicht vorstellen.

Fiat Panda Cross im ersten Check

„Hab Spaß und mach mich dreckig!

Doch das neue Modell der kleinen Kiste ist bei weitem moderner und nicht mehr so kantig wie sein älterer Bruder. Knackig-Cross heißt heute die Devise bei Fiat und diese steht unter dem Motto „mehr Freiheit abseits des Asphalts“. Mit dem Cross ergänzen die Italiener Ende dieses Jahres ihre Panda-Baureihe mit einem weiteren Topmodell. Das Besondere: Der Fiat Panda Cross ist der erste seiner Art. Zusammen mit dem Fiat Panda 4×4 und dem Fiat Panda Trekking bildet er eine ganze Familie subkompakter SUV. Sie kombinieren stadttauglichkeit mit geländetauglichkeit. Der 3,70 Meter lange, 1,66 Meter breit und 1,88 Meter hohen Mini-Kraxler bringt also frischen Wind ins Kleinstwagensegment.

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Was haben sich die Italiener bloß dabei gedacht?

Einen Kleinstwagen in einen Offroader verwandeln. Wir erfahren, dass jedes dritte Auto im Segment der “Mini-Fahrzeuge” mittlerweile ein Fiat ist. Warum also nicht dort auch einen Nischenplatz ausfüllen? Mit dem Fiat Panda Cross haben es die Italiener geschafft, ein neues Autosegment zu kreieren, das immer beliebter wird. Mittlerweile haben kleine SUV einen Marktanteil von 20% erobert, Tendenz steigernd. Mit der Kombination aus Offroader, SUV und Stadtauto, könnte der Fiat Panda Cross seinem Bruder, dem Fiat Panda 4×4, den Preis „SUV of the Year“ streitig machen. Eigentlich ist der Fiat Panda Cross also eine gute Idee, oder?

Mach mich dreckig

Es geht los. Ich darf mich endlich in diese Weltneuheit setzen und los kraxeln. Auf den ersten Blick sieht er Abenteuerlustig aus. Die erhöhte Bodenfreiheit von jetzt 16.1 cm, der stabile Unterfahrschutz und die markante Optik mit dem eingeprägten Cross-Schriftzug an den Schutzleisten schreien allesamt: „Hab Spaß und mach mich dreckig!“ Da sag ich nicht Nein. Doch schon beim Anlassen des Motors gerät mein Vorfreude-Grinsen ein wenig ins Stocken. Der 85 PS starke Twinair-Turbobenziner klingt wie ein Rasenmäher. Laut rotzend tuckert er unter der Motorhaube und ich denke mir nur „Auweia, das kann ja heiter werden“. Auf den ersten Metern fährt er sich hart und unsanft, trotz Auto-Modus, bei dem das System die Drehmomentsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse regelt. Doch man gewöhnt sich ja an alles. Auf der Autobahn fährt er sich wie ein normales Stadtauto, mal von der Lautstärke abgesehen. Dann geht es ins Gelände, denn immerhin ist der kleine Flitzer ja ein Offroader, also wollen wir ihn auch in seiner natürlichen Umgebung testen.

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Umschalten auf 4×4

In diesem Offroad-Modus, der bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h aktiv ist, ist der Allradantrieb dank aktiven Sperrdifferenzial permanent vorhanden. Die Bergabfahrhilfe, die den Fahrer bei steilen oder schwierigen Abfahrten im Gelände unterstützt, brauchen wir allerdings noch nicht. Man merkt schnell: der Fiat Panda Cross ist auf unwegsamen Gelände zu Hause. Den unebenen Feldweg mit tiefen Löchern nimmt der Mini-Kraxler röhrend und rotzend problemlos. Ja, Offroad macht Spaß, da stört auch der Motorsound fast gar nicht mehr. Aber nur fast. Für den Vortrieb stehen ein Zwei-Zylinder-Turbobenziner und ein Turbodiesel zur Wahl. Der 0,9-Liter-Zweizylinder-Benziner leistet 90 PS und die Kraft wird mittels einer Sechsgang-Schaltbox auf die Räder gebracht.  Mit einem maximalen Drehmoment von 145 Newtonmetern wühlt sich der Panda Cross vorwärts. Der jetzt 80 PS starke 1,3-Liter Turbodiesel mit Fünf-Gang-Schaltung hat ein Drehmoment von 190 Nm. Dabei konsumiert der Benziner im Schnitt 4,9 Liter und der Diesel 4,7 Liter auf 100 Kilometer. In 14,3 Sekunden sprintet der Mini-Kraxler aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h. Der Benziner benötigt für den Sprint 12 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h.

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Putziger Sonnenanbeter für einsame Pfade

Immerhin hat er auch etwas für das Auge zu bieten. Das in coolem und dem Wetter entsprechenden “Sole Yellow” lackierte Fahrzeug zeigt seine Offroad-Ambitionen schon von weitem. Die geschützten Scheinwerfer mit integrierten Nebelscheinwerfern sind höher positioniert, um dem in mattchrom gehaltenen Unterbodenschutz Platz zu machen, wo sich ebenfalls die Tagfahrlichter einschmiegen. Breitere Kotflügel und Leichtmetallfelgen im 15-Zoll-Fünfspeichendesign unterstützen den Gelände-Look. Seine Fenster bieten mit seinem „Sun Isolation Block“ einen gewissen UV-Schutz für die langen Fahrten im hitzigen Gelände.

 

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Im Interieur setzt sich der Offroad-Charakter farblich als auch designtechnisch fort. Die Armaturentafel ist in einem kräftigen Kupfer-Farbton gehalten und bildet einen schönen Kontrast zu den in satinierter Optik gehaltenen Flächen des zentralen Instrumententrägers. Dieser wirkt sehr aufgeräumt und minimalistisch. Ein Lederlenkrad mit Bedientasten für das Soundsystem und ein Leder-Schaltknauf vervollständigen die Ausstattung. Trotz der Wertigkeit im Inneren, kann unser der Fiat Panda Cross noch nicht richtig überzeugen. Er gefällt auf den Abwegen dieser Welt, aber will man ihn wirklich haben, wenn man nicht zwingend jeden zweiten Tag „Ein Colt für alle Fälle“ spielen will und in Crossfahrer-Manier querfeldein fahren kann? Da wird die Entscheidung schwierig. Auch der Preis von ca. 19.500 Euro für den Kleinst-Offfroader könnte da dem einen oder anderen die Entscheidung schwer machen. Aber das ist natürlich wie immer Geschmackssache.

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Dallas-Style im Freemont Cross

Kurz schauen wir uns noch den Fiat Freemont Cross an. Ein bisschen kommt man sich wie ein Großgrundbesitzer aus Dallas vor, der seine Vieherde durch die unendlichen Territorien treibt. Fehlen nur die Rindshörner vorn an der Stoßstange. Eine kraftvolle Optik, das muss man ihm schon lassen. Die Großraumlimousine bietet jede Menge Platz für die ganz große Tour. Der Innenraum des 4,92 Meter langen Wagens bietet eine edle Lederausstattung, Navigationssystem mit 8,4 Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera und ein Audiosystem mit Subwoofer und 368-Watt-Verstärker. Alles serienmäßig. Für den Vortrieb steht ein Zwei-Liter-Turbodiesel mit 140 PS oder 170 PS bereit. Während der 140 PS starke Freemont nur mit Frontantrieb und Sechs-Gang-Schaltgetriebe erhältlich ist, kann die 170-PS-Version wahlweise auch mit elektronisch gesteuertem Allradantrieb und einer Sechs-Gang-Automatik bestellt werden. Neu gestaltete Stoßfänger mit Schutzbügel in Chrom-Optik zieren die Front. Haupt- und Nebelscheinwerfer sind ebenso wie der Grill dunkel belassen. Der geräumige Siebensitzer steht auf schmucken 19-Zoll-Leichtmetallrädern.

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Bequem ist er, luxuriös ist er fast, schick ist er irgendwie schon und ab 32.000 Euro kostet er, mit Sicherheit. 

Fazit:

Der Fiat Panda Cross macht Spaß – besonders wenn man ihm seinen Auslauf lässt und die unwegsamen Straßen aufsucht. In der Stadt bietet er einen komfortablen Gefährten, mit dem man auch im engsten Gedränge seinen Platz behaupten kann. Wer ihn nicht gleich aufgrund seinem auffälligen Äußerem wahrnimmt, wird ihn definitiv on weitem hören und automatisch Platz machen. Denn er klingt wie ein Großer, auch wenn er zu den ganz Kleinen gehört.

Der Fiat Freemont Cross erregt Aufsehen und sorgt für den großen exklusiven Auftritt. Familiengerecht bietet die Großraumlimousine viel Platz im modernen Stil. Gemütliche Sitze lassen den Allrounder zum feinen Reisevehikel avancieren. Funktional und elegant bewegt er sich durch den Mailänder Stadtverkehr und zeigt sich dabei bewusst robust. Ob er es auch wirklich ist, konnten wir allerdings nicht mehr herausfinden.

 

Fotos: Simone Amores / Fiat

Original http://mein-auto-blog.de/fahrbericht-fiat-panda-cross-kleiner-offroader-auf-abwegen-23732/

 

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24 Sep 2013

Jens Tanz (Sandmann)

Das Leben ist zu kurz für kleine Autos und abgegriffene Geschichten. Steht auf: Deutsche Oldtimer im Alltag und die 70er. Leidenschaft: Rotwein, Kaminfeuer und Gitarre.

Website: sandmanns-welt.de

 

Created Dienstag, 24. September 2013 Created by Jens Tanz Categories Autoren
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20 Jul 2014
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Mietwagen, neu

Mietwagen, neu

Zwischen Land und Meer

Ich, sie und sie in Portugal, Teil 1
Es ist mir fast schon ein bisschen peinlich. Also peinlich auf mehreren Ebenen. Ich bin ja kein Neuwagenblogger und werde das auch niemals sein, aber WENN ich einen Neuwagen fahre, fotografiere und drüber schreibe, dann muss der schon sehr geil sein. Also vielleicht ein CLS AMG wie damals in Kalifornien:-) Und jetzt? Jetzt sitze ich hier neben einem nagelneuen Kleinwagen, den ich sehr hässlich finde. Der total lahm ist. Das ist mir peinlich. Aber ich werde jetzt nicht wie ein allesfahrender Neuwagenblogger trotzdem die tollen Vorzüge dieser langweiligen Karre beschreiben, denn es geht heute um … MIETWAGEN:-) Darüber habe ich noch nie getextet. Sandmanns klugscheißender Wissens-Blog. Und das – ist mir auch peinlich.

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Nun mal mit Kindersitz, bitte.

Miet-Wagen. Meet-Wagen. Meat-Wagen. Need-Wagen. Miet-Plagen. Viele sagenhaft witzige Kalauer sind mir eingefallen, eigentlich wollte ich sie als roten Faden durch die Geschichte spinnen, aber ich bekomme nicht genügend sinnstiftende Zusammenhänge hin. Im Süden gibt es da einige viele, GoldCar, AutoEurope und wie sie alle heißen. Während eine nette junge Dame an der Rezeption bei “Drive on Holidays” irgendwo in Suburbia nahe des Flughafens Lissabon den zum Toyota dazugebuchten Kindersitz einbaut, rekapituliere ich kurz ein paar vergangene Urlaube, bei denen ich auch schon das Vergnügen mit unterdimensionierten Leikarren hatte:

Alle waren sie klein, diese Transportmöglichkeiten. Sehr klein. Und alle hatten was gemeinsam: Sie waren billig, und ich habe sie im Internet über das Portal billiger-mietwagen.de gebucht, weil der Name mir eben genau das anbietet. Im Urlaub brauche ich keinen Komfort, ich will nur motorisiert von a nach b kommen. Für Hotels und Ferienreisen gibt’s Portale, für gebrauchte Autos gibt’s Portale, für Klüngelkrams und Kindheitsspielzeug gibt’s Portale, für Mietwohnungen gibt’s Portale… und für Mietwagen gibt’s die auch. Das wird nun eine kleine Lobhudelei auf diese spezielle Plattform, denn die haben bisher jedes Mal alles richtig gemacht. Und wenn man sich im Vorfeld über ein paar spezielle Modalitäten der südeuropäischen Mietwagenanbieter im Klaren ist tut das meistens auch alles gar nicht so weh. WENN. Dafür haben Sie nun ja mich. Ich liste mal ein paar Stolpersteine auf und hebe die fett hervor. Denn nicht alles, was auf mich zukommen kann erfahre ich offiziell vor meiner Reise :-(

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Kofferraum? Na ja… TASCHENraum eher.

Was wir in Wales mit dem Fiat 500 schon in einer Selbststudie erarbeitet haben: Mit einem Kind dabei muss das Gefährt mindestens VIER Türen haben! Und ‘ne Klimaanlage. Dabei ist billiger-mietwagen als Vergleichsportal sehr bemüht, den Onlinebucher mit allen Informationen nicht nur über Sehenswürdigkeiten vor Ort, sondern auch über Haken und Ösen der südländischen Mietwagen-Mentalität zu versorgen. Wo finde ich im Flughafen den Anbieter, wie schnell darf ich im Urlaubsland fahren, ist Maut fällig, kommen Extrakosten auf mich zu? Aber sie sind eben “nur” das Portal, sie wissen nicht immer was am Ende beim Anbieter vor Ort noch abgeht, weisen aber per Mail darauf hin dass eventuell am Ende beim Anbieter vor Ort noch was abgeht. Eben jener Kindersitz, der uns mit 5 Euro pro Tag zusätzlich berechnet wird :-( Der in Deutschland gebliebene Testsieger “Römer King” hat im Portal für Klüngelkrams und Kindheitsspielzeug neuwertig gerade mal 35 Euro gekostet, da sind wir hier in Portugal preislich schon nach 7 Tagen. Und wir bleiben 11 Tage. Urks. Aber mal ehrlich – wollen Sie einen dicken Kindersitz im sowieso schon viel zu engen Flugzeug mitschleppen? Nein. Trotzdem ne kleine Frechheit, aber wenn schon nicht am Auto verdient wird dann eben hier. Wir wurden schließlich vorher darauf hingewiesen *röchel*, sind also selbst Schuld.

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Er fährt. Wenn auch träge.

Auch dass die GANZ billigen Anbieter (“Drive on Holidays” scheint so einer zu sein) kein eigenes Büro im Flughafen haben und dich am Gate abholen, um dann mit dir in einem klapperigen Ford Transit in die düsteren Favelas der Stadt zu fahren (wo die Autos stehen) kennen wir bereits. Nicht wundern, keine Angst haben, alles ist gut und man spart hier einen Haufen Geld :-) was sich in den Kindersitz investieren lässt. Alles Gepäck hinten drin? Ja. Aber die Ablage musste ausgehängt und auf den Rücksitz neben das viertelfinnische Sandfräulein gelegt werden, was sich in ihrem “neuen” Kindersitz (der so richtig gar nicht einen auch nur ansatzweise lebenserhaltenden Eindruck macht) ein bisschen unglücklich umsieht. Wie erwartet wird beim Anbieter versucht, mir ein Versicherungspaket für nur 5 Euro am Tag zuzubuchen, was Reifenpannen, Diebstahl und Unfälle ohne Selbstbeteiligung abdeckt. Danke nein. Das habe ich vorher schon direkt für 3 Euro am Tag abgeschlossen.
Der knubbelige, verkrampft jugendlich wirkende Toyota Yaris hat erst 2500 Kilometer auf dem Display und deshalb nur wenige Kratzer, die von der jungen Frau auf einer visuellen Checkliste kunsvoll aufgemalt und von mir unterschrieben werden. Hier muss der akribische Deutsche sich ebenfalls noch ein bisschen locker machen, das ist denen hier unten zumeist total egal, wie die Kiste zurückgegeben wird. Beim vorletzten mal fehlte sogar der Tankdeckel. Egal :-) Wichtig zu wissen: Man kann den Wagen als alleiniger Fahrer oder mit mehreren Fahrern buchen. Das macht bei 11 Tagen einen Unterschied von über 100 Euro, also fahr ich doch lieber als Einzelfahrer, mein halbfinnisches Fräulein Altona hat sowieso keine Lust, hinters plastikumbaute Steuer zu schlüpfen.

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Klein passt überall durch

Eine Kaution von 750 Euro wird auf einer Kreditkarte geblockt, also bietet es sich an, eine ausreichend gedeckte Kreditkarte mitnehmen. Was das Benzin betrifft, da gibt es einmal die Möglichkeit Vollen Tank bezahlen und leer wieder abgeben, was je nach Kraftfahrzeug und geplanter Strecke ein finanzielles Desaster werden kann. Mit dem Smart auf Mallorca hat mich das 70 Euro gekostet (“Was haben Sie denn hier für Literpreise, junge Frau???” – “Das ist normal, der Ölpreis, die Weltwirtschaft, wissen Sie….“), und wir haben den Zweisitzer in den 5 Tagen nicht mal halbleer gefahren. Obwohl ich am letzten Abend noch einen Ziegelstein auf das Gaspedal gelegt und den vier Stunden im Kreis habe kacheln lassen, der war einfach nicht leer zu kriegen. Da wurde also gleich zwei mal verdient :-( Dann doch lieber die Variante Vollgetankt mitnehmen und vollgetankt wieder abgeben. Die ist pauschal ein bisschen teurer, passt mir aber irgendwie besser. Auch wenn wir einige 100 Kilometer auf portugiesischem Festland zurücklegen werden und man das bestimmt irgendwie hingezirkelt bekäme, aber sowas ist mir inzwischen zu blöd. Mit südländischer Gelassenheit zeigt die junge Frau mir den ungefähr halbvollen Tank und sagt, wir sollen den Yaris-Wagen einfach wieder ungefähr halbvoll zurückbringen. Ich bin inzwischen ganz entspannt. Ob wir ein Navi für 10 Euro am Tag brauchen würden? Nein. Das — habe ich nun tatsächlich aus Kiel mitgenommen, und das bringt uns jetzt gleich mal von Lissabon nach Aldeia das Dez in den Bergen im Norden.

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Ponte des Tres Entradas

Bevor es über diese einem Mercedes-Stern gleiche Brücke mit ihren drei Zufahrten hoch zum gemütlichen Boutique-Hotel (wieder ein neues Wort gelernt) in den Bergen geht wollen wir noch schnellstmöglich dem Meer hallo sagen, und schnellstmöglich bedeutet in Portugal: Autobahn. Maut. Gerade bei längeren Etappen, zumal mit ab Werk ungeduldigem 17 Monate alten Mädchen auf dem teuer gemieteten Kindersitz im Fond, treibt einen die Navioption “Mautstraßen vermeiden” erst in den Wahnsinn, dann in die Kotzerei und am Ende in ein permanentes zu-spät-Kommen, weil die Fahrtzeiten sich bei diesen gedärmgleichen Nebenstraßen verdoppeln. Also Maut. Die Autobahnen sind angenehm frei, weil kaum ein Einheimischer sie benutzt. Mein Unvermögen, Portugiesisch zu sprechen und die genuschelten englischen Nebensätze der jungen Dame am Tresen von “Drive on Holidays” ließen mich in dem Glauben, dass ich mit dem Tagespreis von 1,80 Euro für den kleinen Sender oben in der Scheibe des Autos die pauschale Tagesmaut und freie Durchfahrt an den Mautstellen gebucht hätte. Freie Durchfahrt stimmt. Aber jedes mal piept die kleine Kiste beim Durchfahren einer Schrankenanlage, und am Ende wird mir klar, dass die 1,80 Euro nur die Tagesmiete für den Sender sind. Die Maut kommt noch oben drauf, in unserem Fall bitte noch einmal 76 Euro nach 11 Tagen, vielen Dank. Das erklärt, warum die Autobahnen so schön frei sind….. *grummel*

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Hallo Atlantik

Der Toyota, der aus irgend einem unerfindlichen Grund aus den Lüftungsdüsen nach Tutti Frutti riecht kühlt uns, hat ein fettes Soundsystem und röchelt einigermaßen müde vor sich hin. Wenns bergauf geht muss ich vom fünften erst in den vierten und dann in den dritten Gang schalten, weil das Motörchen irgendwie sagenhaft schwachbrüstig ist. Da man aber vor allem in den schmalen Bergstraßen im Norden Portugals sowieso immer einen lebensmüden Einheimischen und seine halbe Verwandtschaft direkt an der hinteren Stoßstange kleben hat, egal wie schnell man unterwegs ist, hat sich auch hier bei mir eine gewisse Gelassenheit breitgemacht und ich fahre nur so schnell, wir ich es für angemessen halte. Was ich in Sachen Toyota Yaris lerne: Er ist hässlich, aber schluckt uns drei mit Gepäck. Er fährt laut und träge und schluckt nicht nur Gepäck, sondern auch 8 Liter auf 100 Kilometern, erfüllt aber seinen Zweck und hat gute Lautsprecher. Und zwischen Tanknadel auf halbvoll und Tanknadel auf komplett leer liegen nur knapp 200 Kilometer. Wenn man das weiß kann man sich auch drauf einstellen, rechtzeitig zu tanken ;-)

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Wetter – na ja, das muss besser werden

Jetzt muss ich nur noch damit klar kommen, dass wir mit Regen begrüßt werden. Ich fasse mal zusammen, denn das ist ja ein klugscheißender Lern-Blog für Sie da draußen, den Sie gern immer wieder als Checkliste rausholen können, wenn Sie mal im Süden ein Auto mieten wollen:

  • Alles genau durchlesen, was in den vorab per Mail zugesendeten Reiseunterlagen des Mietwagenportals steht.
  • Ein Fahrer ist wesentlich preiswerter als mehrere.
  • Vor Ort klären wo der Anbieter zu finden ist, meist lächelnd im Terminal mit Schild in der Hand.
  • Es gibt große Unterschiede zwischen “Voll hin und voll zurück” oder “Voll hin und leer zurück”.
  • Versicherungen ja, aber vorher buchen und dann vor Ort KEINE weiteren abschließen.
  • Alle Kratzer und Beulen checken und aufmalen.
  • Genug Deckung auf der Kreditkarte für die Kaution haben.
  • Kindersitze kosten bis zu 5 Euro am Tag.
  • Navigationssysteme kosten bis zu 10 Euro am Tag.
  • Maut ist nicht gleich Maut.
  • Locker bleiben.

Das steht auch alles sinngemäß in den Unterlagen des Portals, aber wer liest denn sowas? Und jetzt die gute Nachricht für alle die von Ihnen, die bis hier immer noch gedacht haben: Wieso sollte ich mir ÜBERHAUPT einen teuren Mietwagen im Urlaub leisten, wenn ich nicht wie der Sandmann an zwei Orten in einem Land für je 5 Tage ein Hotel gebucht habe und im Monat mindestens vier Millionen Euro berdiene? Die Antwort: Weil es dank des vergleichenden Mietwagenportals in unserem Fall nur 130 Euro gekostet hat. Das sind keine 12 Euro pro Tag. Krass, oder wollen Sie bei diesem Preis etwa zu Fuß gehen oder mit dem Bus fahren? Okay, plus die optionale Versicherung plus den optionalen Kindersitz plus Maut und plus Benzin, aber das hat man ja selbst weitestgehend im Griff, wenn man es vorher weiß. Die schlechten Bewertungen der Anbieter im Netz, in unserem Fall ging es um mangelnde Höflichkeit und fehlenden Service, kommen vorwiegend von immer nörgelnden deutschen Mittfünfzigern, die glauben, für einen Appel und ein Ei erste Klasse Highlights hinterhergetragen zu bekommen. Die erstmal alle Kratzer am Auto fotografieren und hinterher ihre Rechtschutzversicherung belasten, um nochmal 20 Euro rauszupressen. Traurig sowas. Ich bin mehr als zufrieden! Ich musste das jetzt mal loswerden. Und nein, ihr featured-Blog-Enttarner da draußen, billiger-mietwagen hat mir kein Geld dafür gegeben ;-) Ich bin tatsächlich begeistert und teile das mit euch und Ihnen. Das musste einfach mal raus. Und jetzt öffne ich mir ein Fläschchen Rotwein auf unserem Balkon mit einem sagenhaft schönen abendlichen Blick über die Berge.

Mietwagen, neu

Am Ende eines langen Tages

Frankreich, dachten Sie? Mit dem Mercedes, war die Ansage? Später, ihr ungeduldigen Leser, das kommt danach. Erstmal: Hallo Portugal. Das Foto ist unscharf. 11 Tage mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona und meinem viertelfinnischen Sandmädchen und einem Toyota Yaris. 11 Tage Familie, Zusammensein, lecker essen und tief und lange schlafen. Äh. Streichen Sie lecker essen. Dazu ein andermal mehr. Und öhm…. lange schlafen ist vielleicht auch nicht so eine der Überschriften, wenn man mit dem quirligen Sandmädchen unterwegs ist. Aber der Rest passt. Morgen früh überlege ich noch, ob ich mein Navi in den Ruhestand schicke oder wieder auf Straßenkarten aus Papier umsteige, aber das ist eine andere Geschichte. Dazu morgen mehr. Heute seid ihr erstmal umfassend auf euren nächsten Mietwagen vorbereitet ;-)

Sandmann

www.billiger-mietwagen.de

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Created Sonntag, 20. Juli 2014 Tags billiger-mietwagen.de | buchen | internet | Kindersitz | Maut | mietwagen | Navi | Online | Portugal | Reise Reise | Südeuropa | toyota yaris Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
18 Jul 2014
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Neuland? Neuwagen? Ja und nein. Weil ich mir natürlich NICHT einen Neuwagen gekauft habe, ohgottogott wo denken Sie hin? Es fühlt sich aber (für mich) so an. Meine Freundin war immer jünger als meine Autos. Immer! Okay, mit steigendem Alter wurde das schwieriger, dann brach plötzlich der Audi V8 elfjährig als nagelneuestes Auto in der Familie die Tradition, das Taxi war sogar von 1997 und jetzt – JEEEEETZT — ist im Fuhrpark erstmals eine 2 vorn im Baujahr. 2001. Ich werd bekloppt. Oder spießig? Zur Freundin: so tief in der Midlife-Crisis stecke ich nicht, dass ich mich mit so einem jungen Huhn schmücken müsste. Nein. Automobil gesehen ist das hier aber tatsächlich Neuland, und wenn ich mir die Eckdaten des dunkelblauen Herren angucke könnte das eine Affäre für eine kleine Ewigkeit werden. Ich fahr mal hin und hol ihn ab…

Ein neuer Stern.

Sandmann fährt Bahn

Strenggenommen begebe ich mich in keine gute Verhandlungsgrundlage, wenn ich mit einem One Way Ticket per S-Bahn zum Autoangucken fahre. Ein klassischer Fehler, denn der Vorbesitzer geht in so einem Fall davon aus, dass man den Wagen sowieso mitnehme und bleibt auf seinem ausgerufenen Preis kleben. Normalerweise. Wenn man von Kiel nach München oder so fährt. Diesen Vorbesitzer kenne ich allerdings inzwischen persönlich und mache mir im Vorfeld keine Sorgen, dass ich den Wagen NICHT erwerben werde. Zumal es von Hamburg nach Hamburg geht und ich im Eskalationsfall auch mit einer anderen S-Bahn wieder zurück fahren könnte :-) Flashback: Das Autoschicksal spann schon wieder spinnengleich seine seltsamen, klebrigen Fäden, gerade noch vor ein paar Wochen auf dem Drivestyle Sunday vom DAZ Verlag stand ich so mit einem Kumpel zwischen feinen Autos rum, über dessen weißen 280 S ich gerade eine Geschichte geschrieben habe. Da merkt sein ebenfalls rumstehender Bruder beiläufig an, dass er einen Benz ähnlich meinem aus Funk und Netz bekannten Klappertaxi besäße und dass der jetzt weg solle. Ach? Erzähl? Vielleicht schraube ich mir ja doch nicht für den nächsten Tüv am cremefarbenen T-Modell die Finger blutig sondern sattel um…? Und er erzählte.

Ein neuer Stern.

One Way Ticket

Alles neu macht der Mai. Sandmann und Sandmann fahren raus in die Hamburger Suburbs. Mit ganz vielen Gedanken im Kopf. Ich habe nach den Erzählungen von Bruder Marcus versucht, das Taxi am Stück zu verkaufen – keine Chance. Das Thema hatten wir schon. Jetzt steht der alte Herr trocken eingelagert beim Markus1975, also noch einem Mark/cus, und wartet auf seine Filetierung. Aber das ist eine andere Geschichte. Das, was da wiederum in ein paar Minuten vor mir stehen wird ist prinzipiell das gleiche dieselnde Auto – aber eben auch nur prinzipiell. Ich werde mit diesem Wagen, so ich ihn denn mitnehme, erneut ein paar meiner felsenfesten Grundsätze über den Haufen werfen, als da wären:

  • kaufe keinen Common Rail Diesel
  • kaufe kein Auto mit CAN Bus
  • nur noch Leder, nie mehr Stoff
  • vermeide Xenon Lampen
  • Standheizungen sind überflüssig
  • Radios müssen einen AUX Anschluss haben
  • möglichst keine Displays im Tacho

Ohauerha. Ohauerhauerha :-( Nun werden einige von Ihnen den einen oder anderen Gedanken der Liste oben nicht ganz verstehen oder nachvollziehen können. Der vor 20 Jahren einmal gefasste Grundsatz hinter den meisten Punkten ist meine Vermeidung von zu viel Elektronik oder sensibler Motorentechnik. Weil ich ganz gern selbst schraube. Und über den Einspritzdruck von rund 1300 Bar der CDI Motoren haben wir uns an anderer Stelle bereits ausgetauscht, die können einem sauber den Finger mit einem leckeren Dieselstrahl abscheren, wenn man blauäugig an den Injektoren nestelt. Nun. Mit blauen Augen kann ich dienen, mit Blind- oder Dummheit nicht, jedenfalls nicht beim Autokauf, woanders schon mehr. Auf der JAJAJAA!!!!-Seite dieses T-Modells (immerhin habe ich mich langsam an die Präsenz eines Kombis gewöhnt, auch das war mal anders…) stehen auch noch ein paar Fakten. Viele.

Ein neuer Stern.

Reise Reise mit der HVV

JA – es ist wieder dieses Vieraugengesicht, das ich inzwischen lieb gewonnen habe. Ein Mercedes-Benz S210, der ungeliebte, der rostige, der Taxi Benz mit dem Kombiarsch. Der hier ist ein Nach-MOPF, also das überarbeitete Modell (bei Mercedes, wer von Ihnen das vielleicht nicht weiß, heißen die “Modellpflegen” immer MOPF. Das fällt mal umfassender und mal weniger umfassend aus. Bei diesem dicken Daimlerwagen sind nach meinem Taxi im August 1999 über 1800 Bauteile ersetzt oder modifiziert worden, man erkennt den damals noch zum Chrysler Konzern gehörenden so überarbeiteten Dampfer an den Blinkern in den Rückspiegeln (auch das fand ich eigentlich immer doof) und den geänderten Front- und Heckschürzen. Ach ja – und die Nase ist flacher. Aber man kann angeblich noch immer auf der Haube sitzen. Ich werde das testen :-) JA – er ist nicht mehr taxielfenbein getüncht, sondern tief dunkelblau. JA – es sind echte 140.000 Kilometer auf dem Tacho(display), weitestgehend durch das Scheckheft nachgewiesen. Der Kahn ist noch nicht mal richtig eingefahren und hat innen auf Sitzen und Armaturen keinen sichtbaren Verschleiß. JA – er ist immer in einer Mercedes Werkstatt gewartet und repariert worden. Bremsen, Reifen, Anbauteile, da ist nix vom osteuropäischen ebay-billig-Anbieter mit Zerfallszeiten von einem halben Jahr. JA – er hat noch über ein Jahr TÜV. JA – die Avantgarde-Ausstattung ist cool, elektrische Fensterheber (geht), Glasschiebedach (geht), Klimaanlage (geht), serienmäßige Xenonbrenner der ersten Generation (gehen), Zuheizer, graues Wurzelholz, ab Werk ein bisschen tiefer, Alufelgen, Standheizung von Vebasto mit Fernbedienung (geht). Ein Ackerhaken ist abnehmbar dabei… Und der Preis ist mehr als okay. Und schon bin ich da.

Ein neuer Stern.

Der neue Sternenkreuzer.

Groß und edel wirkt der erst 13 Jahre alte Herr mit der geringen Laufleistung. Im Vergleich zu meinem Taxi, und sehen Sie mir diesen Vergleich bitte nach denn ich habe keinen aktuelleren Benchmark, ist das blaue Wunder tatsächlich wie ein Neuwagen. Ein paar Kratzer sind im Lack und auf den Alus, aber na und? Unter den Gummidichtungen der hinteren Türen blühen einige Rostblumen, aber na und? Im Inneren riecht es sehr stark nach Rauch, aber na un…. urks. Nee :-( Bah. Mensch Marcus, das ist aber doch ziemlich muffig. Puh. Ich selbst bin ja dem gemeinen Zigarillo oder dem Pfeifchen nicht abgeneigt, aber niemals im Auto. Er ist durchaus gepflegt und sauber von innen, der Daimler, aber im Himmel, in den grauen Stoffsitzen, in jeder Naht hängt der kalte Kippenhecht. Mist. Und zwar so nachhaltig, dass ich überlege, ihn deshalb nicht zu nehmen, weil ich nicht sicher bin, ob das jemals wieder rausgeht. Dabei passt alles andere doch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge…

Ein neuer Stern.

MOPF. Aber irgendwie wohnlich.

Drei Dinge stimmen mich milde.
Da ist zunächst einmal eine Probefahrt mit offenen Fenstern und offenem Schiebedach. Überhaupt, endlich wieder ein Schiebedach. Der rechte Fensterheber ist aus der Führungsschiene ausgehakt, aber im Taxi wartet ja Ersatz auf Abruf. Es fächelt durch die anderen Öffnungen nicht nur Frischluft in den großen Wagen rein und vertreibt ein wenig den alten Rauch, es kommt auch Freude am Fahren auf. Der 220 CDI zieht sauber und kraftvoll, ist sagenhaft leise im Vergleich zum 290er Nagelklotz und die ganze Fuhre schnurrt wie am ersten Tag durch die Vorstadtstraßen. Ein wahrhaft gesundes Auto. Auch wenn es hinten links an der Achse beim Einfedern so komisch knarzt, aber auch das wird man beheben können. Es werfe den ersten Stein, wer ohne Mängel sei… Die Klimaanlage kühlt, ohne zu zischen, alle Warnlampen sind aus und alle Instrumente zeigen das, was sie zeigen sollen. Übers Lenkrad (ohne speckigen 70er Jahre Bezug) lässt sich das fette Becker Radio mit Kasettenschacht steuern (ja, das geht Dank CAN Bus), außerdem kann ich das große mittlere Display lustig in seinen Funktionen durchblättern. Cool.

Ein neuer Stern.

Ich sitze, also bin ich.

Wieder vor der Tür des geduldig wartenden Vorbesitzers angekommen und von der Technik des sonor nagelnden Stuttgarters komplett überzeugt fällt das milde stimmende Wort “Ozonbehandlung”. Davon habe ich schon mal gehört, ist das nicht diese Schicht da oben über der Erde, die mal von Spraydosen kaputt gemacht wurde und wegen dessen Fehlen wir zum Dank jetzt alle im Sommer ganz schnell braun werden? Nein, nicht ausschließlich, mit Ozon lassen sich offensichtlich auch stinkende Geruchsmoleküle knacken und kaputt machen, damit sie anschließend nicht mehr stinken. Ach? Cool. Das kostet aber ein bisschen Geld, und damit kommen wir zum milde stimmenden Ding Nummer drei: Dem Preis. Vorbesitzer Marcus und ich werden uns nach ein bisschen hin und her einig, und ich kaufe das Auto. Handschlag drauf, passt. Sandmann hat das bisher neueste Auto in seiner 25 Jahre währenden Histoire des Voitures erworben. Glück. Freude. Seeligkeit. Neu ist immer gut, ich bekomme sogar noch den Kasettenadapter dazu, über den ich mein iPhone als Musikspender anschließen kann. AUX? Braucht man nicht. Und fangen Sie mir hier nicht an mit FM Transmittern, die taugen überland nicht so weit wie man sie werfen kann. Werfen wir stattdessen einen Blick unter die geschwungene Haube:

Ein neuer Stern.

220 CDI, der typische Taximotor

Der Motor mit der internen Bezeichnung OM 611 hat nur vier Töpfe und ist noch mehr mit Plastik umbaut als der klotzige Reihenfünfer meines Taxis. Aber er hat einen nachgerüsteten Dieselkat und mit seiner grünen Plakette freie Fahrt durch die Smog-Städte der Republik :-) Uuuuund…. er genehmigt sich angeblich nur rund 7 Liter von der stinkenden Brühe, aber das muss noch bewiesen werden. Alle Anbauteile sehen gesund aus, alles um den Motor herum wirkt quasi neuwertig, alles klackt und klickt und funktioniert. Ich kann mein Glück kaum im Zaum halten und hüpfe singend und lachend mit dem Dampfstrahler an der Tanke um mein neues Auto herum und produziere Regenbögen. Ungefähr so lange, bis ein freundlicher, aber bestimmt guckender junger Mann aus dem Kassenhäuschen kommt und mich darauf hinweist, dass ich hier doch bitte die Aktivitäten rund um meine Motorwäsche in Grenzen halten möge. Na gut. Ist ja eh alles nicht nur sauber, sondern rein. Und deshalb kann ich Euch und Ihnen nun endlich meinen neuen Sternenkreuzer präsentieren, nicht mehr nur in geschnipselten Bildern – sondern mal in seiner ganzen Pracht. Tataaaaaaa ♫

Ein neuer Stern.

Avantgarde. Na ja, damals zumindest.

:-) Er ist nicht so kultig wie das Taxi, sondern eher dezent. Aber schick. Er hat keinen Riss in der Frontscheibe, und man rupft ihm beim Einlegen der Fahrstufe nicht den Wahlhebel aus dem Schaltbock. Er trampelt nicht mit der Hinterachse wie ein tiefergelegter Opel Astra, weil die Druckspeicherkugeln der Niveauregulierung gerissene Membranen haben. Er lässt nicht jede Nacht die Heckklappe einfach so offen. All das, was mein Taxi sich herausgenommen hatte. Er ist fast schwarz und funkelt fein in der Sonne. Seine kleinen Kratzer und Schmarren erzählen schon jetzt von einem bewegten Leben, das in meinen Händen nun weitergehen wird. Aber hoffentlich nicht mehr so bewegt, denn das Leben als solches bewegt sich schon genug dieser Tage. Ich hege die vage Hoffnung, hier ein Automobil erworben zu haben, das über einen längeren Zeitraum einfach mal nur so funktioniert. Und zwar so gut, dass auch mein halbfinnisches Fräulein Altona ihm Vertrauen entgegen bringt und mit Kindersitz nebst viertelfinnischem Sandmädchen auch mal allein und behütet unterwegs sein wird. Ohne auf dem Weg nach Berlin den Auspuff zu verlieren (Rudolf) oder mit herausgerupftem Automatik-Wahlhebel ohne Rückwärtsgang an der Tanke stehend (Taxi). Mein Neuwagen. Alles ist ja relativ :-)

Ein neuer Stern.

Der Schlüssel zu Ali Babas Schatzkammer

Jetzt habt Ihr ihn gesehen. Jetzt wisst Ihr, was Sache ist. Und der erste Trip geht gleich mal ganz weit weg – mit meinen beiden großen Töchtern nebst Freund auf einen Campingplatz zwischen Montpellier und der spanischen Grenze. Über Paris. Zwar nicht mehr mit einem Taxi (nur für eiiiinen Taaaaag), aber angesichts der 1700 Kilometer mit einem sehr beruhigenden Gefühl der Zuverlässigkeit. Cool. Ich freu mich drauf. Und ich nenne die Karre irgendwie noch immer “Taxi”, hat jemand einen besseren Vorschlag…?

À bientôt.
Sandmann

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Created Freitag, 18. Juli 2014 Tags Avantgarde | daimler | Ich fahr... TAXI! | kombi | S210 | Schiebedach | Standheizung | Sternstunden | T-Modell | taxi | Vieraugengesicht | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
01 Jul 2014
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Vier / zwei / viele Räder

Tod eines Taxis, Teil 2

Schichtwechsel

Schichtwechsel

Der Stern, abgestellt vor der Halle. Ein letztes mal warngeblinkt. Aber noch nicht gestorben und begraben. Ciao Taxi, erstmal, wenn wir uns wiedersehen habe ich einen Schraubenschlüssel in der Hand und rücke dir auf den Pelz ;-) Und nur genug gejammert, der zweite Teil der Reise erfolgt in der rappeligen goldenen Zeitmaschine. Unter anderem. Hallo KaSi. Das erste von vielen HALLOs heute. Du hast hier den ganzen Winter lang auf mich gewartet, und jetzt bringst du mich nach Hause. Endlich mal wieder. Geht es dir gut? Viel Bewegung bekommst du ja nicht gerade… Na, wollen wir doch mal hören ob du die 40 Kilometer nach Kiel ohne Murren abspulen kannst…

So ein K70 ist ja ein seltsames Ding.

Vier / zwei / viele Räder

Opel HEISST Agila, KaSi IST agiler

Ich will nun gar nicht die ganzen Geschichten hier verlinken, die ich persönlich mit dieser Karre schon erlebt habe, vielleicht erinnern Sie sich an die eine oder andere. Oft lag Schnee :-) Auch referiere ich nicht über die lesenswerte Historie dieses seltsamen Autos, das habe ich schon oft und das haben andere noch viel ausführlicher. Ich fahre den heute einfach nur. Der gute Markus hat den alten Herren sauber gewedelt und gut vorbereitet, Luft auf die uralten Reifen gepustet, die Batterie durchgeladen und den Motor einmal so lange laufen lassen, bis das Thermostat aufmacht. Er funktioniert. Einfach so. Wenn das alte NSU Triebwerk, was optisch auch in einem alten Jagdflugzeug stecken könnte,  erst einmal warm ist schnattert es wie ein Uhrwerk vor sich hin und saugt die frische Luft durch den seitlich hängenden Vergaser, als hätte es nicht das Herz und die Lunge eines starken Rauchers.
Hallo Autobahn 21 von Bargteheide nach Kiel, du ewige Baustelle, auf der aber der Verkehr im Gegensatz zur A7 immer rollt und sich nicht staut. Stau mag KaSi nicht. Ich auch nicht.

Vier / zwei / viele Räder

das könnte ich den ganzen Tag machen

Alles andere, egal was es ist, scheint dem wegrationalisierten Wunderwagen aus Salzgitter gut zu bekommen. Der 43 Jahre alte NSU rollt und bremst agil durch die Welt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Als würde er nicht die meiste Zeit irgendwo gut behütet rumstehen. Geht so ein K70 eigentlich überhaupt irgendwann mal kaputt? Ach ja, da war mal was, vor ein paar Jahren. Mit den Bremsen. Ist aber lange her :-) Ich bin wieder zurückversetzt in andere Zeiten. Gar nicht die Kindheit, das war ja eine andere Geschichte (und beinhaltet den Blick vom Rücksitz nach vorn), mehr die Zeit zwischen meinem ersten Leben und jetzt. Irgendwo rund um 2007 oder 2008. Mein Papa guckt mich von dem Bild auf dem Armaturenbrett irgendwie herausfordernd und fragend an. Aber er lächelt. Ups? Der Plan geht auf, das alte Auto lenkt mich so sagenhaft gut ab dass ich nicht über taxischlachten nachdenke und *schwupps* in Kiel ankomme. Ich habe nicht mal Bilder unterwegs auf irgendwelchen Rastplätzen gemacht, aber ich glaube da sind auch gar keine. Nur zwei Tankstellen, da, wo der Schaufelradbagger des norddeutschen Autobahnbaus noch nicht seine vernichtende Schneise in die ehemalige B404 gefräst hat. Eine Esso und eine NordOel. Bald sind die auch dicht und eingeebnet. Dann ist da nur noch eine vierspurige Asphaltpiste.

dem Horizont entgegen

dem Horizont entgegen

Hallo Kiel.
Ich bin schlecht auf diesen Moment vorbereitet. Der ganze zusammengetragene Mist eines langen, wenn auch warmen Winters stapelt sich in meiner Garage. Ich sollte da öfter mal mein Auto reinstellen, groß genug ist sie ja :-) Jetzt muss ich hier erstmal irgendwie den wannabe VW reinzirkeln, Mofa beiseite, Kinderwagen raus, Winterreifen vom Taxi nach hinten an die Wand und dann mit viiiiiel Gefühl rückwärts schräg von links kommend rein. *knack* War klar. Das alte Bild an der Wand, das mit dem Holzrahmen und den Engeln mit röhrendem Hirsch in den Bergen, hat nach Feindkontakt den zweiten Riss bekommen. Warum sollte heute irgend etwas anders sein als sonst, wenn ich dieses Auto rückwärts in die Garage fahre? Irgendwann hänge ich den Schinken mal an die Wand. Wo kommt der eigentlich her? Ich glaube, den habe ich mitgenommen, als ich vor gefühlt 100 Jahren einen antiken Schreibtisch für mein halbfinnisches Fräulein Altona geholt habe. Mit dem Golf Bon Jovi. Ach ja, und Markus, dem Hallenhüter. Okay, da schließt sich der Kreis. Ansonsten brauchen Sie nicht jedem Gedankengang am heutigen Tag folgen, ich bin ein wenig durcheinander.

Vier / zwei / viele Räder

Das lernt man in keiner Fahrschule

Mit ein bisschen Hin und Her passt die gar nicht so kleine Limousine tatsächlich noch in das gemauerte Fahrzeugdomizil rein. Alles, was ich nicht mehr daneben stapeln kann lege ich auf die Motorhaube oder davor. Die gelben Säcke muss ich auch beizeiten mal raus auf die Straße stellen…. In Kiel haben wir den gelben Wertstoffsack, der (glaube ich) jeden zweiten Montag abgeholt wird. Das sind dann die Tage, wo große Mengen von wiederverwertbarem Plastikmüll durch die Straßen wehen, weil hungrige Katzen schon am Vorabend die durchwachsen riechenden Säcke gefleddert und sich an Joghurtresten und anderem Zivilisationsmist satt geschleckt haben. Ciao KaSi. Lange bist du nicht alleine, aber jetzt drückt meine Zeit ein bisschen, denn ich muss zurück nach Hamburg und bin noch nicht mal am Bahnhof.

Vier / zwei / viele Räder

bald wird er unter Krams verschwunden sein

Hallo Fahrrad. Fahren Sie Fahrrad? Fährt überhaupt noch irgend jemand Fahrrad heute? Ich habe das zeitlebens gemacht, zur Schule, zum Ausbildungsplatz, zur Uni, zur Firma, in den Verlag…. ich bin immer Fahrrad gefahren. Bei Hitze und Sonne, bei Wind und Regen und auch bei Schnee. Ganz früher war es ein sportliches Herrenrad von Brennabor (huch? :-) ) – seit ich nicht mehr zu Hause bei meinen Eltern wohne habe ich mein Mountainbike, eines der ersten damals Anfang der 90er und seinerzeit entsprechend teuer. Das scheint sich aber irgendwie gerechnet zu haben, ich hatte nie das Bedürfnis, ein anderes Fahrrad zu besitzen, und außer ein paar neuen Kettenblättern und Bremsbacken geht ja daran auch nix kaputt. Schweife ich ab? Von Kiel nach Hamburg ist es ein bisschen zu weit für eine Fahrradtour, 100 Kilometer, dass muss heute nicht wirklich sein. Aber zum Bahnhof, mit leichtem Gepäck, das ist okay, das geht fast nur bergab (ja, Kiel ist ganz schön bergig) und ist fast schneller als mit dem Auto. So, hab ich alles? Nummernschilder, Kamera, Zigarillos…

Auf, auf und davoooon

Auf, auf und davoooon

Irgendwie ist fahrradfahren klasse. Wieso ist eigentlich Kiel – Hamburg zu weit??? Als Teenager bin ich im Sommer regelmäßig von Plön in meine Heimatstadt Uelzen geradelt, mal alleine, mal mit einem Freund. Bei meiner Sandkastenfreundin Silke in Ripdorf konnten wir dann immer unter dem Kirschbaum zelten und so die ewig langen Sommerferien ein bisschen abwechslungsreicher gestalten. Zelten, Stephen King lesen, Kirschen und Erdbeeren essen, Gitarre spielen und Rotwein trinken. Eigentlich könnte ich das mal wieder machen. Ob ich die Strecke noch schaffe? 190 Kilometer? :-) Ich alter Mann. Ich setze das mal auf meine Agenda der noch zu erledigenden Dinge in meinem Leben, inklusive Gitarrenabend mit Kerze und Silke und Rotwein und Lebkuchenherzen. Und vielleicht einer Hollywoodschaukel. Es gibt nicht viele Menschen auf der Welt, die jetzt wissen, was ich meine. Agenda hin oder her, wenn ich den Zug um halb noch erreichen will muss ich mich mal sputen.

Vier / zwei / viele Räder

Kiel, heute mit guter Ökobilanz

Schnell mit dem Zahlenschloss den Drahtesel an einen Poller geknotet und rein in die Halle. Hallo Deutsche Bahn. Ich habe nicht mal mehr ‘ne Bahncard… Jahrelang hatte ich eine Bahncard 50 und die auch immer fleißig genutzt, mal war ich hier, mal mein halbfinnisches Fräulein Altona da, mal in Berlin, mal in Hamburg, mal in Kiel. Das Leben hat sich auf Kiel und Hamburg eingeschossen, keine Kapriolen rund um verschobene Lebensmittelpunkte mehr, also auch keine Bahncard. Für diese 100 Kilometer Distanz fahre ich auch viel zu gern Auto. Na mal sehen, wie das mit der A7 und ihren Großbaustellen um den Elbtunnel rum weitergeht und wie die A21 als Alternativroute damit korrespondieren, vielleicht nutze ich ja bald doch wieder mehr Bahn? ;-) Immerhin sitzt man da entspannt bei seinem Kaffee, schaut aus dem Fenster auf die öde norddeutsche Steppe, liest oder schreibt was… Hauptsache nicht telefonieren, wer noch immer behauptet das deutsche Mobilfunknetz sei gut ausgebaut hat sich noch nicht mit einer Eisenbahn telefonierend zwischen Kiel und Hamburg und Berlin aufgehalten. Und hey – ich bin sogar bei der Telekom, wer noch immer Kunde von E Plus oder so ist sollte die Ballungsgebiete lieber erst gar nicht verlassen…

Vier / zwei / viele Räder

von Zuhause nach Zuhause

Einen heißen Kaffee von dem Mann mit dem Kaffeewagen, ein banales und nicht weltbewegendes PC Spielemagazin und der immer gleiche Gedanke, den ich in einem fahrenden Zug habe: Wenn dieser Zug mit Lichtgeschwindigkeit in Richtung Hamburg fährt und der Mann mit dem Kaffeewagen in diesem Zug in Fahrtrichtung läuft – bewegt er sich dann für einen außenstehenden Beobachter schneller als das Licht? :-D Da können Sie ja mal drüber nachdenken. Einstein sagt: nein. Und ich nach ein paar Jahren des Physikstudiums auch. Meine 13jährige Tochter will das unbedingt in den kommenden Wochen mal erläutert haben, ich denke, das wird möglich sein. Ich gucke noch ein bisschen aus dem Fenster, lese noch ein bisschen über die neuen sexy Open World Egoshooter in diesem Jahr und bin – schwupps – auch schon am Bahnhof Dammtor in Hamburg. Wenn auch nicht ganz so schnell wie das Licht.

Vier / zwei / viele Räder

und der Tag ist noch immer jung.

Hallo Hamburg. Helloooo again ♫ würde Howard Carpendale trällern. Hier fing heute Morgen alles an, ich weiß im Moment grad nicht wie spät es ist, ich habe unter all den Fortbewegungsmitteln ein bisschen mein Zeitgefühl verloren. Wilde, wühlige Zeiten liegen auch ganz ohne Relativitätskonstante gerade über meinem Leben, dieser Taxi-Transport-Hick-Hack steht ein bisschen Pate dafür und während ich diese Zeilen schreibe fällt mir obendrein noch ein, dass mein Fahrrad in Kiel noch immer vorm Bahnhof steht. Verdammt. Das muss ich dann wohl bald mal abholen, wenn es noch nicht gefleddert wurde. Jetzt bin ich erstmal richtig müde, der Kaffee des freundlichen Bahnbeamten wirkt nicht so wie er soll (weil er eben NICHT schneller als das Licht war) und ich steige auf das nächste Fahrrad. Das alte Brennabor, was ich hier abgestellt hatte, Sie erinnern sich vielleicht. Das ist noch immer da. Warum sollte das auch jemand klauen?

Vier / zwei / viele Räder

was vom Tage übrig blieb

Hallo Abend. Nun ist das Taxi also eingelagert. Sein würdiger Nachfolger steht in Altona unter Hamburger Linden und lässt sich von diesen verdammten Läusen genau so klebrig vollpissen wie alle anderen Autos, die ich vor ihm da geparkt habe. Wer hat sich denn ausgedacht, in Großstädten Linden zu pflanzen? Aber ich will nicht noch einen Off-Topic aufmachen. Übrig bleibt, neben vielen vielen ungeordneten Gedanken über diesen langen Tag verteilt, eine weitere Plastiktüte. In ihr sind Radio, Parkscheibe, Kleinkram aus den Seitentaschen, Kugelschreiber und die Christopherus Medallie. Alles, was an persönlichem Kram eben aus einem Auto rauskommt, wenn es den Weg alles irdischen gehen wird. Die Madonna ist schon im neuen Auto eingezogen, das Kleingeld aus dem Aschenbecher auch. Ich habe die Tüte erstmal zu den anderen in die Garage gestellt. Schauen wir mal, wie es so weitergeht, mit den Autos und mit ein paar anderen Sachen. So oder so – ich werde Sie und euch damit volltexten :-)

Sandmann

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Created Dienstag, 01. Juli 2014 Tags Ersatzteile | Fahrrad | hamburg | Ich fahr... TAXI! | K 70 | K70 | K70 - Goldene Zeiten | KaSi | Kiel | S210 | schlachten | Sternstunden | taxi | VW K70 | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
25 Jun 2014
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Der letzte Fahrgast

Tod eines Taxis, Teil 1

Der letzte Fahrgast

Danke für diesen guten Morgen ♫

Ein Jahr Taxiwitze. Ein Jahr das beruhigende, stoische Nageln eines unzerstörbaren Motors, während um mich rum so ziemlich alles zerstörbar scheint. Das fühlte sich trutzburgig an. Irgendwie. Aber so treu die vier Augen auch gucken, nun ist Schluss. Kein Anruf “Was is letzte Preisch?“, kein Angebot, ein schweigendes Telefon und nur vereinzelt ein bisschen eifersüchtiges Rumgehupe unten vor meinem Haus, weil der Nachfolger, den Konkurrent in der sandmann’schen Personenbeförderung schon ein zugelassenes Nummernschild hat. Auch ein Taxi hat Gefühle, aber ich muss Prioritäten setzen und fange damit heute mal an. Zeit? Hab ich die kommenden sechs Wochen nicht, also wird das Elfenbein eingelagert. Endgelagert. Auf Umwegen, selbstverständlich, ein bisschen Pathos sei erlaubt…

Denn ich muss ja irgendwie hin und zurück.

Der letzte Fahrgast

Ein letztes mal über Hamburgs Straßen

Wenn Sie erst jetzt eingeschaltet haben: Ich habe mir ein anderes Auto gekauft und muss ja nun was mit dem “alten” anstellen. Weil ich nicht irgend einen armen Freund oder Kollegen mit meinen Autogeschichten behelligen will versuche ich das mal wieder im Alleingang. Dafür brauche ich:

  • Zeit (ach Mist, die hab ich ja nicht… also nehme ich sie mir),
  • ein Fahrrad in Hamburg,
  • einen Markus in Wahlstedt,
  • seine Halle,
  • einen KaSi,
  • ein Fahrrad in Kiel und
  • einen Regionalexpress.

Mir ist schon ein bisschen komisch, wie immer, wenn ich mich von einem Auto verabschiede. Das war schon beim V8 nicht leicht (die Geschichte schulde ich Ihnen noch), beim Taunus auch nicht (die Geschichte schulde ich Ihnen AUCH noch) und sogar das Auswildern des Bon Jovi meines halbfinnischen Fräulein Altonas ging nicht ohne Tränen über die Bühne (auch da gibt’s noch einen Nachruf). Und jetzt bin ich allein unterwegs, allein mit Tori Amos, und die singt mir ein paar frühmorgendliche Klavierballaden in die Ohren. Und hinten im sagenhaft großen “Kombi? – braucht man nicht Memorial Gepäckraum” liegt kommod mein Hamburg Fahrrad. Das stelle ich am Bahnhof Altona ab, denn das brauche ich nachher noch. Später.

Der letzte Fahrgast

Muskelkraft auf Abruf, für später

Ich platziere den Drahtesel neben den Taxiparkplätzen :-) Auch auf die Gefahr hin, dass ich entgegen aller journalistischen Grundsätze schon wieder ständig abschweife: Ich gebe inzwischen zu, dass ein Kombi (in diesem Fall ein T-Modell) schon echt heftig praktisch ist. Einfach alles rein da. Schön ist anders, stilvoll geht besser, aber hey – es gibt Phasen im Leben, da freut man sich über den Raum, der einem gelassen wird. Wo man schlimmstenfalls sogar wohnen könnte. Dieses Auto macht das mit Bestnote, für ein durchschnittliches 20-Euro Flohmarkt Herrenrad der Marke “Brennabor” mit Sachs Torpedo Dreigangschaltung muss nicht mal der Rücksitz umgeklappt werden ;-) Schön. Nun ist also auch das Fahrrad raus und Tori und ich sind allein auf dem Weg erst über die A1 und dann die A21 nach Wahlstedt. Zum Endlager. Zum Abdecker…?

Der letzte Fahrgast

Ein letztes mal Roadmovie auf MB Tex Sitzen

Jammer nicht Kerl, es ist nur ein Auto. Oder? Nee. Wenn das so einfach wäre, schriebe ich keine Alltagsgeschichten, in denen diese runtergerockten Karren meistens die Hauptfiguren sind. Ein Auto ist für mich nicht einfach nur ein kostspieliges, unwirtschaftliches Fortbewegungsmittel von A nach B. Dieses Taxi hat mein Leben begleitet, wie jedes Auto vor ihm auch. Besonders wenn die See stürmisch ist gebe ich das schwimmfähige Schiff nur ungern aus der Hand, denn es hat zu mir gehalten im Rahmen seiner Aufgaben. *schluck* als mir das bewusst wird, jetzt wo ich mit Tori so allein bin und sie mich in Ruhe lässt, weil sie sich aufs Singen konzentriert werde ich sogar ein bisschen… traurig? Hubs :-( Ich nehme mir vor, nachher noch ein paar Sachen aufzulisten, die mich vielleicht an die Zeit und den Wagen erinnern werden, wenn er mal nicht mehr ist. Und das dauert ja gar nicht mehr lange, so der Plan. Huch? Was singt die älter werdende rothaarige Frau denn da?

Der letzte Fahrgast

Als hätte sie es gewusst?

Gniiihihi :-) Ich hatte vergessen, dass es dieses Lied weiter hinten auf der CD gibt. Bezeichnend. Ich schwanke noch ein bisschen zwischen Belustigung und NOCH mehr Melancholie, entscheide mich dann für Belustigung und mache ein bisschen lauter. Das Wetter ist schön, das Leben geht ja weiter (wie albern, merke ich gerade, am Ende IST es ja tatsächlich nur ein Auto) und irgendwie machen “neue” alte Autos ja auch Spaß. Das einzig Konstante im Leben ist die Veränderung. Außerdem kann man nicht behaupten, das alte Taxi habe nichts von der Welt gesehen. Ich tröste mich mit der Metapher eines knochigen Mannes, der im Leben schon viel erlebt hat, nun aber sehr sehr alt und müde ist und seinen Frieden mit dem Leben, was er lebte, gemacht hat. Und nun kann er gehen. Ja. Hm. Doch. Passt. Ich bin in Fotolaune, da vorn kommt der letzte Rastplatz vor der Ausfahrt Wahlstedt und ich will nochmal ein paar klassische Bilder machen. Sowas wie… nachdenklich auf dem Kantstein sitzen. Und auf der Haube. Und so. Sie kennen das ja.

Der letzte Fahrgast

Das Ende der Rast

Und das alles noch nicht mal mit der guten Spiegelreflexkamera, die ist kaputt :-( Runtergefallen. Bumms knack. Bis die wieder heile gemacht wird muss es eine Leihkamera tun, aber wen interessiert das, wir sind hier in einem Blog und nicht in einem Retina-Display-4K-Wahnsinn. Während ich so auf dem klassischen Bordstein sitze und selbstverliebt auf das *klick* des Selbstauslösers warte frage ich mich, ob dieses Beige, dieses Hell Elfenbein eigentlich gut für Fotos ist? Das kommt wohl auf den Hintergrund an, vor schneereichen dänischen Tundren macht es sich sicherlich nicht so gut wie vor frühsommerlich sattgrünen norddeutschen Autobahnbäumen. *klick* Na gut, die dänischen Tundren bekommt die Karre eh nicht mehr zu sehen. *snief* Hab ich bei diesem Autowagen denn überhaupt schon mal auf der Haube gesessen? Ich glaube nicht. Da war immer zu viel um die Ohren. Na dann los :-D

Haubensitzen

Haubensitzen

Jaaaaaaahhhh super. Ich MUSS einfach Autos fahren, auf deren Hauben man sich setzen kann. Diese schräg abfallenden Dünnblech-Regenrutschen neuerer Vernunftskutschen werden niemals meine Philosophie entern. Schlimm genug, dass ich mich auf Kombis einlasse, statt der klassischen Stufenhecklimousine einen täglichen Altar zu bauen. Aber ich habe ja noch den Audi. Das ist dann wieder eine andere Geschichte. Während ich so auf der Haube rumsitze und das neuerliche *klick* des Selbstauslösers schon längst an den Flanken vorbeidonnernder 30Tonner abgeprallt ist kommt mir wieder das Thema “Rost” in den Sinn. Der W210, oder in meinem Fall der S210 hat die Marke Mercedes-Benz leider damals in ein tiefes Tal der Häme geschleudert, weil es Jahrgänge gab, die einfach überall gerostet haben. Überall, sogar mitten auf dem Dach. Der hier nicht. Die vorderen Federteller sind auch schon mal neu gemacht worden. Und das ist gut. Vielleicht kann ich die fast rostfreien Türen doch noch in Gold aufwiegen? Oder zumindest in … äh… nun vielleicht kauft sie mir ja jemand ab. Weiter geht’s. Nach wenigen Minuten der akustisch Amos-untermalten Weiterfahrt erreichen wir das sagenumwobene Endlager Wahlstedt, nein, keine Wiederaufbereitungsanlage. Hier ist es zu Ende. Und das wird dem Anreisenden auch gleich unmissverständlich gezeigt.

Der letzte Fahrgast

angekommen auf dem Schrott?

Mein guter Kumpel Markus hat hier seine Schrauberhalle, ein helles, sauberes Gebäude mit allem drin, was das Herz eines Bastlers begehrt. Außen rum liegt eine Menge Mist, der allerdings nicht von ihm kommt. Hier wildern noch andere. Zittert der alte Daimler ein bisschen, während er hier auf den Hof rollt…? Och… Zwischen Bauschutthügeln und zerbeulten Autowracks ballert eine unerbittliche Junisonne auf die Szene. Warm ist es. Und irgendwie wird meine Laune besser, auch wenn ich gleich ein letztes mal den Schlüssel drehe und den treuen Motor stoppe. Aber vorher bereite ich mich noch ein paar einsame Minuten lang auf den Moment vor. Irgendwie freue ich mich auch auf’s Schlachten. Ich werde ohne Rücksicht auf kaputt gehende Kleinteile mal wieder ein Auto zerlegen, von dem ich viele Baugruppen sogar noch selbst gebrauchen kann (aber auch das ist eine andere Geschichte), außerdem habe ich schon lange keinen Motor mehr komplett ausgebaut, geschweige denn ein Getriebe. Da lauern viele abgefuckte Tage mit dem guten Markus, dem einen oder anderen Bier und auch sicherlich ein paar Schraubergeschichten aus den Tiefen der 90er Jahre Technik eines alten Mercedes. Cool.

Der letzte Fahrgast

Taxi vor Zivilisationsmüll

Mein Zeitplan hier und jetzt ist ein wenig fremdgesteuert, denn ich bin erst auf halbem Weg nach Kiel und muss heute, also ehrlich gesagt jetzt gleich, ohne Auto weiterreisen. Erst nach Kiel, dann zurück nach Hamburg. Dabei hilft mir ein weiterer alter treuer Freund, nicht ganz als Auto zu bezeichnen, aber golden wie die Herbstsonne und genau so alt wie ich. Doch bevor ich ein letztes, ein wirklich allerletztes mal die Tür des Taxis zuwerfe schau ich mich noch einmal um.

Was für ein sagenhafter Platz.

Der letzte Fahrgast

mehr Platz als so manches WG-Zimmer

Der Mix aus Schafsfell auf MB-Tex und ziemlich gut erhaltenem Wagenhimmel hinterlassen einen pflegeleichten, altgedienten Mix aus Bequemlichkeit und unfassbarem Raumangebot. Gab es in der 90ern eigentlich irgend einen anderen Serienkombi, der so viel Platz bot wie ein S210? Ich glaube nicht. Die Lampen überall, die sich nach dem Aussteigen langsam runterdimmen geben Nachts eine Lounge-Atmosphäre, aber das ist jetzt ziemlich egal. Und Platz hat mein neuer auch.

Was für ein griffiges Lenkrad.

Der letzte Fahrgast

Die 70er sind zurück

Der platte Vor-MOPF-Topf, umwickelt mit irgend so einem Schrubbel-Band aus den 70er Jahren. Nicht, weil jemand es vielleicht schick oder stylisch gefunden hätte. Nein. Nach 652.000 Kilometern ist das einst ledern umhäkelte Volant einfach schon so derbe abgegriffen, dass ohne so eine Kunststoffschicht niemand mehr seine Hände darum legen wollen würde. Ich habe mal drunter geguckt. Glauben Sie mir, das wollen Sie nicht sehen. Aus dem gleichen Grund sind übrigens auch die gehäuteten MähMähs auf den vorderen Sitzen, glauben Sie mal nicht, dass ich die besonders toll finde…

Was für ein Rück-Blick.

Der letzte Fahrgast

Spieglein Spieglein an dem Dach

Das ist mir erst nach Wochen aufgefallen. Über dem Spiegel steckt ein Spiegel. Das Original ist blind und ranzig, und statt den gegen ein gebrauchtes 13-Euro-ebay-Teil auszutauschen hat jemand einen zweiten Spiegel mit Gmmibändern draufgepflanzt. Wahrscheinlich aus dem Supermarktuniversalzubehör. Auch die Halterung des Teils in Kombination mit den Leselampen im Dach scheint nicht von diesem Stern, jedenfalls war man in der Mercedes-Benz Hauptfiliale in Hamburg Süd nicht in der Lage, mir die passenden Leselampen im Ersatz zu verkaufen. Weil es diese Ausführung schlicht nicht gibt. Was auch erklärt, dass ich den Wagen damals ohne diese Leselampen gekauft habe. Seltsam.

Was für ein Glauben.

Der letzte Fahrgast

Madonna ist immer dabei.

Gekauft auf dem Ätna und erstmals in Erscheinung getreten in einem Blog über einen Urlaub mit einem Fiat in Sizilien ist sie immer dabei, die Dashboard Madonna. In diesem Mercedes habe ich sie erstmals direkt auf eine Zierleiste geklebt, und jetzt wandert sie schon wieder ins nächste Auto. Sie macht ihren Job bisher gut, die Heilige, und ich habe sie schon mehr als ein mal zärtlich über den Kopf gestreichelt. Danke. Ab ins nächste Cockpit, ich darf die nachher nicht vergessen.

Was für ein Kaufrausch.

Der letzte Fahrgast

Wollen Sie ihr Auto verkaufen?

Und es sind noch nicht einmal alle Karten, die mir ans Fenster gesteckt wurden. Irgendwann habe ich angefangen, die hinter die linke Fondscheibe zu stecken, teils, weil der Fensterheber da eh nicht geht und teils weil ich glaubte, dass so ein Vorgehen weitere Karten fernhalten würde. Aber nee. Noch eine und noch eine. Und nun? Jetzt WILL ich ihn verkaufen, und niemand will ihn haben. Pah. Dann eben nicht.

Was für eine Laufleistung.

Der letzte Fahrgast

Da bleibt er nun stehen

Ein mal zum Mond und wieder zurück. 16 mal um die ganze Welt. 3273 mal von Kiel nach Hamburg und zurück. Legt man eine zügige Fahrweise und keine Staus zugrunde, schafft man das in 2,5 Stunden. Also, hin und zurück. So gesehen würde man ein ganzes Jahr non stop in diesem Auto von Kiel nach Hamburg und zurück fahren, bis man diese Kilometerzahl erreicht hat. Das flößt mir Respekt ein, unabhängig von meiner tiefen Verneigung vor der Technik, die das gepackt hat. Gutes Auto. Du hättest noch mehr geschafft. Ich sattel jetzt mal temporär um auf vierrädrige goldene Zeiten, der läuft schon warm…

Der letzte Fahrgast

Einer bleibt immer dabei

Jetzt steht er vor der Halle, der dicke Daimler. *rumms* ist die Tür zu, nun endgültig, und der Schlüssel liegt hinten im Kofferraum, damit Markus den heute Abend reinfahren kann. Den KaSi hat er ja schon rausgefahren, mit dem wird es gleich weiter gehen. Eigentlich also nicht mit einem Auto, sondern mit meiner persönlichen Zeitmaschine. Meine Autos kommen und gehen, aber seit 2007 ist das kleine goldene Ding eine Art Konstante in meinem automobilen Alltag geworden. Seit der Tour in den Pfälzer Wald ist der KaSi da. Und warum sollte ich den jemals wieder hergeben? Reinsetzen, starten, losfahren. Egal wann. Egal wie kalt oder warm. Er ist wie ein unsterblicher, treuer Hund, der vergessene NSU aus Salzgitter. Sein Job heute: Mich zurück nach Kiel bringen und da auf weitere Einsätze warten :-) Denn da geht es mit dem Fahrrad weiter zum Bahnhof. Die Taxifahrt jedenfalls endet hier. Ich war der allerletzte Fahrgast dieses genügsamen, geduldigen Autos.

Nie wieder

Nie wieder

Wie geht es auf dieser Reise weiter? Na ja, erstmal über Kiel nach Hamburg, davon erzähle ich Ihnen die nächsten Tage. Und dann raus aus Deutschland, für zwei Wochen, um anschließend einmal vorzufühlen, was Sie und ihr zu dem offiziellen Nachfolger des T-Modells sagen. Dunkelblau ist er. Und ein bisschen neuer als der elfenbeinfarbene Selbstzünder. Ich bin ziemlich gespannt, wie im Herbst das Zerlegen und Filetieren des Sternenkreuzers voran gehen wird. Die Preise für einzelne Teile (besonders am Motor) sind ziemlich lecker, vielleicht werde ich ja noch wahnsinnig reich ;-) Ich bin dann mal unterwegs in einem 43 Jahre alten Auto mit 15 Jahre alten Reifen. Der Sonne entgegen. Ohne Musik, also auch ohne Tori Amos, das Leben singt in diesen Tagen seine Dissonanzen in Moll sowieso laut genug. Ich höre aufmerksam zu. Vielleicht kann ich noch was lernen.

Sandmann

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Created Mittwoch, 25. Juni 2014 Tags abmelden | Ersatzteile | Fahrrad | halle | Ich fahr... TAXI! | letzte Reise | letzter Fahrgast | S210 | schlachten | Sternstunden | taxi | Tori Amos | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
12 Jun 2014
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Seine Zeit läuft ab

Taxi und Tic Tac

Taxi und Tic Tac

Jedes Auto hat seine Zeit. Einige Freunde auf vier Rädern bleiben lange, manche sogar ewig. Andere nicht, und das hat dann seine Gründe. Bevor ich Ihnen die letzte Fahrt des Taxis um die Augen haue gebe ich noch eine offizielle, verworrene Presseerklärung zur Lage ab. Das macht man ja heute so. Denn ich bin schon ziemlich überrascht, wie viele Mails, SMS oder Facebook-Kommentare ich zum Thema “Taxi geht weg” bekomme. Haben Sie den runtergerittenen Schlitten gar mehr ins Herz geschlossen als ich? :-) Also – nichts ohne Grund. Das hier sind gleich mehrere…

Seine Zeit läuft ab

Auch ein Rücken kann entzücken

Mobilität. Die muss gegeben sein, wenn man wie ich zwischen zwei Städten pendelt und nebenbei beruflich im ganzen Land plus Berlin unterwegs ist, um andere Autos zu fotografieren und darüber Geschichten zu schreiben. Ja, ich habe auch einen Beruf :-) Krass, oder? Genaugenommen sogar zwei. Wenn sich in solchen Lebenssituationen das Alltagsauto als unzuverlässig erweist ist das kein gutes Gefühl, schon gar nicht, wenn der bisher als Backup fungierende Wagen der Freundin auch nicht mehr unter den klebrigen Linden Hamburgs parkt. Auf den hätte man ja ausweichen können. Nun wäre bei einer Havarie ausschließlich der alte Audi 100 da, das ist ganz okay, aber nicht für quer durch die Republik. “Aber das Taxi läuft doch…???” denken Sie jetzt. Stimmt. Inzwischen tut es das ganz hervorragend, aber letzten Winter habe ich ihn an so manchem Morgen nicht bewegen können, weil entweder die Glühkerzen platt waren oder dann als Resultat der Anlasser. Oder das Abgasregelventil. Oder das Saugrohr. Das tritt zwar lustige Geschichten los, wenn Papa und Tochter spontan bei -5 Grad auf dem Mofa lachend zur Schule knattern, aber schön ist das auf Dauer nicht… Ich brauche einfach und unbedingt ein zuverlässiges Auto, und nach 650.000 Kilometern auf dem Tacho kann ALLES passieren.

Seine Zeit läuft ab

Große Klappe, viel dahinter

Arbeitsaufwand und Zeit. Ich habe immer gern an meinen Autos geschraubt und werde das auch immer machen. Das entspannt, das spart Geld, das macht glücklich. Aber in diesen Monaten des Sommers 2014 habe ich aus verschiedenen Gründen schlicht keine Zeit, mich um Schweißarbeiten, neu zu verlegende Handbremsseile, neue Kotflügel und auszutauschende “Bulleneier” zu kümmern. Und der TÜV ruft laut. Ich könnte das Taxi in die Werkstatt geben, aber das würde seinen Kaufpreis übersteigen. Und sogar WENN ich mit euer an verschiedenen Stellen selbstlos angebotenen Hilfe den dicken Daimler nochmal über die HU bringen würde – er wäre noch immer eine (ich zitiere) “runtergerittene Hure”, klapperig, rostig, ausgejackelt und schon weit hinter dem Zenit seines Lebens. Örg findet sowas toll. Bei Bamako Motors oder dem Fusselblogkönnte ich damit wohl auch punkten :-) Aber da ist dann noch immer mein halbfinnisches Fräulein Altona, das einfach keine Lust hat, beim Schalten den Wählhebel aus dem Getriebe rauszuziehen, die Heckklappe nicht abschließen zu können oder mit ausgeschlagenen Achslagern über die Autobahn zu hüpfen wie ein tiefer gelegter Opel Astra. Kann ich verstehen.

Seine Zeit läuft ab

aber er guckt so freundlich

Geld. Immer wieder Geld. Während der Taxilaufbahn des alten S210 wurde jährlich in sein Überleben investiert, denn es rief jährlich die Hauptuntersuchung. Er war ein Werkzeug, was funktionieren musste, damit sein Besitzer seinen Lebensunterhalt damit verdienen konnte. Das hatte ihm vor nicht allzu langer Zeit neue Bremsen, ein neues Lenkgetriebe, neue Scheinwerfergläser und viele andere kleine Neuteile beschert. Jetzt ist ein Riss in der Frontscheibe (und ich scheue mich, die Teilkasko dafür zu belangen, denn ich habe diesen Riss nicht selbst verursacht), besagte “Bulleneier” sind platt, der Unterboden hat ein paar Löcher, die Feststellbremse geht nicht und die Klimaanlage ist irgendwo undicht. Und der Sommer ist warm, sehr warm. Das alles zusammen, ohne Scheibe, kostet schon 600-700 Euro. Und wer weiß was die emsigen Ingenieure beim TÜV noch finden. Soll ich wirklich nochmal Geld in so ein altes Auto stecken, was keiner außer mir zu mögen scheint und was schon 16 mal um die ganze Welt gefahren ist? Nein. Und komplett verkaufen? :-) Hab ich versucht. Gestern hat sich ein einziger Interessent gemeldet. Und danach nie wieder.

Seine Zeit läuft ab

Tick Tack lebe wohl

Das Taxi verlässt mein Leben und meinen Alltag dem selben Grund wie der treue Rudolf Diesel vor gut einem Jahr. Vernunft. Ich bin schon auf so vielen Ebenen durchgeknallt und unvernünftig, ich kann es mir erlauben, an dieser Stelle einmal ruhig und fast emotionslos kalkulierend zu bleiben. Aber der lange, elfenbeinfarbende Nagelkreuzer wird anteilig weiterleben. Wir zerlegen ihn komplett, so dass nur noch eine rollbare Rohkarosse übrig bleiben wird. Alle Türen und Klappen, Antriebswellen, Motor, Getriebe, Interieur – alles muss raus. Und für die Einzelteile bekommt man wiederum bei ebay richtig viel Knete. Vielleicht sogar so viel, dass ich den Preis von seinem Nachfolger, der inzwischen zugelassen vor meiner Tür steht, wieder reinbekomme. Der ist AUCH nicht vernünftig, der ist AUCH alt und der ist AUCH groß. Aber nicht ganz so … äh … ich nenne es mal “streckenerfahren”. Braucht noch jemand Teile von einem 290 Turbodiesel? Ich hab da ein paar. Und ein paar andere werde ich auch behalten, vielleicht bin ich ja doch nicht so emotionslos bei dem Thema wie ich behaupte….

Sandmann

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Created Donnerstag, 12. Juni 2014 Tags e-klasse | Ersatzteile | Ich fahr... TAXI! | S210 | schlachten | Sternstunden | T-Modell | taxi | Teile | Vernunft | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
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06 Jun 2014
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Auto Blog of the year 2014 – Katzen gehen immer.

Och bitteeeeee

Och bitteeeeee

Man kann mit verschiedenen Aktionen die Aufmerksamkeit und vor allem die Klicks auf seine Seite ziehen. Das geht mehr oder weniger perfide, am besten klappt das, wenn man einen Wettbewerb auslobt und ein paar Verrückte dazu bringt, für einander zu voten. Abzustimmen. Am besten täglich :-) Das ist der Direct Line Versicherungs AG zusammen mit Motor-Talk nahezu perfekt gelungen – sie haben aufgerufen, die besten Auto Blogs aus deutschen Landen zu nominieren und dafür zu voten. Gniihihi. Und da haben sie sich mindestens zwei feine Querulanten eingefangen 8-)

Man konnte eine Zeit lang nominieren. Das hab ich natürlich auch gemacht :-) Gleich als erster.

Voraussetzungen waren:

  • Der Blog muss älter als drei Monate sein
  • Innerhalb der letzten 4 Wochen muss ein Beitrag erschienen sein
  • Das Thema ist Auto/Mobilität
  • Es wird Deutsch geschrieben

Okay, das erfüllt Sandmanns Welt weitestgehend :-) Und da schau her, ich hab mich nicht nur selbst nominiert, meine Welt war am Ende einer der meist vorgeschlagenen Blogs. Von Menschen, die ich gar nicht kenne. Geil. Und dann gab’s die Top 15, schon irgendwie eine Ehre, allein dazu zu gehören, bei 70 nominierten Blogs. Die Auswahl war bunt gemischt, alte Freunde wie der Mercedes Passion Blog von meinen Daimler-Kumpels Markus Jordan und Philipp Deppe über Highlights wie den Fusselblog von KLE und impulsee von der bezaubernden Dajana bis zur V8 Kultur des sagenhafterweise immer noch Audi V8 fahrenden Fräulein Katze aus München – klasse. Ein guter Mix. Definitiv. In der Liste sind auch ne Menge Plattformen, die mich schlicht überhaupt nicht interessieren, aber Meinungen im Netz und Texte über Autos sind IMMER gut. Egal, ob es Neuwagen, Prollkarren, grüne Stromschlurren oder Marken-Maniacs sind.

Klick auf die 5

Klick auf die 5

Und nun hatten die User zwei Wochen Zeit, unter den kurz vorgestellten Blogs auf einen bis fünf Sterne zu klicken. Das hat sich zunächst nicht gleich jedem erschlossen, das musste einigen auf Facebook noch persönlich erklärt werden. 5 Sterne: gut. Und das am besten täglich, denn sofern die IP des Routers eine andere war konnte man dann gleich nochmal abstimmen. Also hab ich natürlich auf meiner Facebookseite fleißig geworben und das erstmals seit einer halben Ewigkeit auch auf mein privates Profil mit rübergezogen. Auch auf die Gefahr hin, dass ein paar Homies genervt sein könnten ;-) Und dann war da noch Bernd. Der hat das auch gemacht…

Fusselvoting

Fusselvoting

Sowohl den Fusselblog als auch die ähnlich gelagerten farbenprächtigen Ergüsse von Bamako Motors lese ich regelmäßig mit einer Flasche Wein im Kopf und fühle mich dann immer so unfassbar normal und langweilig :-) Umso glücklicher war ich, als ich den Kotelettenkönig und Jägermeistervernichter KLE nach ein paar Tagen in den Top 3 sah. Neben Sandmanns Welt und dem Passion Blog, was eine super Plattform ist, aber die Jungs haben doch letztes Jahr schon gewonnen. Nun ist auch mal gut. Da sich Bernd und ich auch in den “privaten” Facebookprofilen ab und an unsere Neurosen um die Augen hauen war schnell eins klar: Wer gewinnt ist eigentlich egal, aber wir beide müssen am Passion Blog vorbeiziehen!

das hat die Tierschützer motiviert

das hat die Tierschützer motiviert

Also haben wir fast täglich die Jungs auf Facebook genervt und irgendwann angefangen, den anderen jeweils mitzuziehen. Ich konnte mein Glück ohnehin nicht fassen, so weit vorn zu sein, und mit einem Gewinnen des Schrauberhelden hätte ich niemals ein Problem. Also haben wir uns beide als Ziel gesetzt: Fussel und Sandmann aufs Podest, egal wie. Und den jeweils anderen in die Marketing Strategien mit einbezogen:

Die Masse macht's

Die Masse macht’s

Bernd alias KLE scheint allerdings täglich mit ein bisschen mehr Enthusiasmus als ich vor seinen Bildbearbeitungsprogrammen zu sitzen, vielleicht liegt das daran dass ich lieber texte als male? Was macht Bernd eigentlich beruflich? Ich muss ihn mal fragen. Plötzlich war klar: Wir können die Massen aktivieren. Freunde von mir sind durch Universitäten gezogen und haben von jedem verfügbaren Rechner einen Klick gemacht. Freunde von Bernd haben begriffen, dass ein Router-Reset eine neue IP vergibt und seit dem 10 Stunden am Tag immer wieder den Stecker gezogen und gleich nochmal abgestimmt. Und meine Leute auch für ihn, und seine Leute auch für mich. Glaube ich zumindest :-)

Die tägliche Erinnerung

Die tägliche Erinnerung

auspeitschen auf der SackRatte

auspeitschen auf der SackRatte

Chronologie einer Klickveranstaltung :roll:
Für mich selbst war es gleich morgens der erste Akt, erstmal ein paar Sternchen zu vergeben. Noch vor dem ersten Kaffee. Wenn ich ein paar Facebook Kommentare richtig lese haben das so einige andere auch so gemacht. Und weil ich ein generell sehr dankbarer Mensch bin habe ich dann auch öffentlich angeboten, alle Leute, die für mich klicken, bei einem Platz unter den ersten drei in die Casa Sandmann nach Kiel einzuladen und ne Menge Bier für alle im Kühlschrank bereit zu stellen. Mit Zeltübernachtung unter meinen Obstbäumen optional. Ich weiß nicht ob das gezogen hat oder das Katzenbild vom Anfang, auf jeden Fall ging der Fusselblog steil nach oben und Sandmanns Welt am Passion Blog vorbei. Krass. Vielleicht waren Markus und Phillip auch nur zu beschäftigt mit coolen Autos, als dass sie sich auch noch um die Aktvierung ihrer Fans zum Klicken auf der Direct Line Seite hätten bemühen wollen… Wie auch immer :-)

Gebt beiden Sterne

Gebt beiden Sterne

Zwischendurch kam auf Facebook die Frage auf, wie das Geklicke denn eigentlich ausgewertet würde. Augenscheinlich der Durchschnitt der angeklickten Sterne geteilt durch die abgegebenen Stimmen. Das bedeutet, wenn nur ein einziger bei einem Blog auf 5 Sterne klickt und dann nie wieder irgend jemand, hat der mehr Punkte als ein Blog, bei dem 10.000 Menschen auf 4 Sterne geklickt haben? Ich verstehe das alles nicht. Aber ich sah, dass der Fusselblog weit vorn und Sandmanns Welt gleich dahinter waren. Jetzt durfte der Passion Blog nur nicht mehr an mir vorbei ziehen…

der tägliche Wahnsinn

der tägliche Wahnsinn

mal ein sachlicher Aufruf

mal ein sachlicher Aufruf

Tiere kommen gut

Tiere kommen gut

Babys gehen fast immer

Babys gehen fast immer

Sie sehen schon, der auf halbnackte schöne Frauen einprügelnde Mann mit der Uniform hat die besseren Argumente auf Facebook verbreitet. Es sei ihm vergönnt :-D Kurz vor Schluss ging noch einmal ein Gerücht durch die sozialen Netzwerke, dass es wohl möglich sei, den Durchschnitt runterzuziehen, wenn man bei jemandem nur auf einen Stern klicke. Aha. Wie arm ist das denn bitte? Voten ist toll, jemandem seinen Tribut für die Arbeit zollen auch – aber einen Blog RUNTERzuziehen geht gar nicht. Warum? Mit welchem Recht? Wenn mir ein Programm nicht gefällt, muss ich es doch nicht gucken/lesen/hören? Warum sollte jemand die gute Arbeit von anderen abwerten, statt sich in dieser Sache einfach zu enthalten? Schlimm :-( Also haben wir zwei beiden nochmal aufgerufen, das Gas gegeben werde. Sex sells. So weit bin ich dann nicht gegangen :-D

Er hat Titten versprochen und Wort gehalten

Er hat Titten versprochen und Wort gehalten

Aber ich hatte neben den Katzen auch andere süße Tiere für meine Zwecke benutzen können. Leider kam ich erst vorgestern aus verschiedenen Gründen auf Mangusten, aber Eichhörnchen, Hamster und was weiß ich noch alles eignet sich doch auch super, um die Massen zu begeistern. Ich bekomme langsam einen Einblick, wie diese ganzen Facebook-Spielchen funktionieren :-) Aber leider bin ich glaube ich zu gutherzig, um mein Wissen auszureizen…

Fell macht glücklich

Fell macht glücklich

Und am Ende? Waren alle unsere virtuellen Freunde zugeballert mit Votingaufrufen, denen sie erstaunlich emsig gefolgt sind. 16.000 abgegebene Stimmen sind nach dem 25. Mai ausgewertet worden, und die 5 bestplatzierten wurden nach Berlin zu einem Mampf unter Gleichgesinnten eingeladen. Leider nur eingeladen. Kurz darauf wurde das Date, was eigentlich HEUTE :-) Abend stattfinden sollte, abgesagt. Zu kurzfristig, zu wenige Zusagen, aber man wolle es nachholen. So oder so hat Zucker, der Vermarkter dieses Events, vorgestern offiziell bekannt gegeben, dass die Bemühungen des sackrattigen Fusseltuners mit seinem “speziellen und eher nischigen Blog (großartig)” und des Typen, der abseits des Mainstream über ein Leben in alten Karren schreibt erfolgreich waren.

Fussel holt den Pott

Fussel holt den Pott

Platz 2

Platz 2

Hihi :-) Was bleibt? Ne Menge. Vor allem ne Menge Klicks für Direct Line, was auch das Ziel der Aktion war. Außerdem meine Dankbarkeit für euren Klickeinsatz, das ich ECHT cool!!! Aber auch ein paar Trophäen und symbolische Riesenschecks bleiben, mit denen wir uns noch fotografieren müssen. Viele User, die nun froh sind, nicht mehr täglich zum Voten aufgerufen zu werden und in meinem Fall viele User, die sich nun fragen, wann sie ihr Bier bekommen ;-) Bald. Nach dem Sommer. Ich werde mein Wort halten und nach Kiel einladen, und ich werde es rechtzeitig bekannt geben. Aber nur denen, die auch wirklich 5 Sterne gegeben haben. Die mit dem Geklicke auf nur einen Stern sollten mal ihr Gewissen durchkämmen… Danke Direct Line, danke Zucker, danke Motor Talk. Hat Spaß gemacht. Aber was ich mich frage…. wenn wir alle DEUTSCH schreiben müssen, warum heißt es dann nicht einfach “Auto Blog des Jahres 2014″?

ABOTY-Badge-2014
Ich darf jetzt für ein Jahr ein “Badge” auf meinen Kopfzeilenbildern tragen und mach einfach so weiter wir immer. Das scheint ihr ja zu mögen ;-)

Schöne Pfingsten und viel Sonne in dieser verrückten Welt wünscht

Sandmann

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04 Jun 2014
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Der Straßenarbeiter

Der Straßenarbeiter

Essen auf Rädern

Streetworker wär’ nicht mein Job. Nicht im klassischen Sinn, also Menschen da draußen in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung und Perspektiven in homöopathischen Dosen in den Alltag zerstäuben. Auch mit Helm, oranger Jacke und Presslufthammer könnte ich nicht auf der Straße arbeiten, zu wenig Armmuskeln, und die klassischen Klischees erfülle ich auch nicht – ich bin nicht so der Bier- und Fußballfan. Pfeif auch keinen Frauen nach. Ich schreib lieber Texte und Geschichten. Und weil die zwar oft, aber nicht immer von alleine zu mir kommen fahre ich manchmal zu ihnen, quer durch eine kleine Welt aus Asphalt, Rädern, Staus, Musik und ungesunden Nahrungsmitteln. Immer mit dem Büro auf dem fellbezogenen Beifahrersitz…

Der Straßenarbeiter

Nicht direkt um die Ecke

Wenn Ihnen ganz ganz früh morgens der Bildschirm des alten TomTom links und rechts neben der Route schon anteilig Neubrandenburg und die Niederlande zeigt wissen Sie, dass es zumindest nicht nur ins Nachbardorf zu Hans-Peter und seinem Opel Corsa geht. Diesmal ist es Minden. Irgendwo bei Bielefeld (was es aber gar nicht gibt, warum zeigt mir das Navi das dann an?). Ich muss mal ein Update machen…. Ach nee, das ist ja zu alt :-) Egal, mit stark veraltetem Kartenmaterial unterwegs sein ist ein bisschen wie eine Schatzsuche mit einem alten Plan aus einer Flaschenpost, das erhöht die Spannung unterwegs. Minden liegt in einer kleinen Ecke in einem Flächenland mit Atomkraftwerken und Schafherden, dort ist die “Classic Car Ranch” und da warten 4-6 ziemlich coole Autos auf mich, fahrbar und sehr artikelwürdig. Ab Hamburg ist das wahrhaftig keine Weltreise, aber schon ein bisschen Strecke zu fahren (zumal entlang meiner verhassten A7). Schauen wir also lieber nochmal nach dem Öl, der Funktion der Bordsteckdose und werfen wir ein Ohr auf das mitgeführte Musikprogramm.

Der Straßenarbeiter

Vor ein paar Jahren noch mit freiem Oberkörper

Öl ist fein. Knapp unter Maximum. Was mich immer wieder beeindruckt, dieser Motor hat nun schon 652.000 Kilometer hinter sich, aber nennenswerter Ölverbrauch ist da nicht zu beklagen. RUMMS Klappe zu. Ich stecke die dicke aktiv gekühlte Bordsteckdose in den Anschluss auf der Mittelkonsole neben dem Aschenbecher/Eurodepot, damit mein Laptop, das Navi und das Handy ausreichend mit Strom versorgt werden und breite die digitale Informations- und Schreibtechnik auf dem zubbeligen Fell des Beifahrersitzes aus. Regelmäßig nach den Mails gucken, Facebook-Postings absetzen (beruflich wie privat) und erreichbar sein. Doof? Nein. Das muss so, schließlich ist es ein Arbeitstag, auch wenn ich den mit insgesamt sechs Autos auf der Straße verbringe. Streetworker. Irgendwie krass, dass sowas heute problemlos möglich ist, online von überall und im Auto sitzend. Kann’s los gehen?

Der Straßenarbeiter

Sonne scheint, dann kann es ja losgehen

Ich denke schon. Die schon gut wärmende Sonne krabbelt hinter hohen hamburger Häusern langsam nach oben. Sowohl mein Taxi als auch ich haben Hunger, diesen Task werde ich gleich noch vor dem Eintauchen in den Elbtunnel von der ToDo Liste streichen. Und jetzt schreibe ich auch wieder auf Deutsch. Der Verkehrsfunk orakelt zumindest bis ins nördliche Niedersachsen entspannte Straßen (wie kann das sein?), bevor Radio Schleswig-Holstein zu “Radio Gaga” von Queen wechselt und ich daraufhin den Sender, weil ich das echt nicht mehr hören kann. Haben sich eigentlich fast alle Radiostationen bundesweit abgesprochen, dass man aus den 70ern und 80ern nur genau die Lieder in Dauerschleife wiederholen darf, die uns allen schon in den 90ern auf den Sack gegangen sind? Dieses klebrige Repertoire von rund 20 perma-repetierten Dauerbrenneroldies werde ich niemals verstehen, schon gar nicht bei den Öffentlich Rechtlichen mit einem angeblichen Bildungsauftrag, für den ich auch noch unfreiwillig Gebühren bezahle. Radio 1 in Berlin/Brandenburg schafft das doch auch. Die machen, dass ich nachgucke, was das für ein Lied ist und bei iTunes dann das Album kaufe. Aber Berlin ist leider weit weg. Obwohl… wenn ich mein Navi so angucke… oh Verzeihung, ich habe mich gehen lassen. Zurück zum Thema Hunger.

Der Straßenarbeiter

Diesel fürs Taxi, Mettbrötchen für den Fahrer

In den Tank des großen elfenbeinfarbenen Sternenkreuzers gluggern viele Liter schmieriges, stinkendes Zeug. Ich kauf mir an der Kasse für mich selbst auch sowas ähnliches. Ob das meinem Körper mehr schaden wird als ein Liter Diesel kann erst durch Langzeitstudien herausgefunden werden, der Nährwert ist jedenfalls vergleichbar, der Brennwert nicht ganz – aber geben wir dem allgemeinen Mettbrötchen noch vor 8:00 Uhr eine echte Chance, okay? Dazu kalte Erdbeermilch aus der Flasche, die gibt es gefühlt seit 40 Jahren in dieser Form, ich kenne absolut niemanden außer mir der die kauft aber sie ist immer da. Schön :-) Ach ja, und Kaffee. VIEL Kaffee. Das alles zusammen kostet mehr als ein Dreigängemenü im Maritim, ich denke oberflächlich über alternative Ernährungspläne nach und setze mich derart gut bestückt wieder ans Steuer des vollgetankten automatischen Fünfgängemenüs. Es riecht nach Zwiebeln vom Mettbrötchen und Diesel von meinen Fingern. Mit dem sicheren Gefühl, hier und heute mit meinem Auto nicht den Preis für den Sexiest Place on Earth zu gewinnen beschleunige ich auf die A7 in Richtung Süden.

Tunnelblick

Tunnelblick

Vergrößern Sie sich dieses Bild, drucken Sie es aus und hängen Sie es sich gerahmt über das Bett. Das ist der Elbtunnel in Richtung Süden OHNE stehenden Verkehr. Wenn ich mir die Bauvorhaben rund um dieses Loch unter dem großen Fluss in den kommenden 10 Jahren anschaue wird dieses Foto schon sehr bald Seltenheitswert haben, und man wird beim Betrachten sowas sagen wie: “Weißt du noch damals…? Als man durch den Elbtunnel einfach so durchgefahren und am anderen Ende wieder rausgekommen ist? Das waren gute Zeiten…“. So wie heute. Vielleicht wird das gar eine komplett unstressige Reise, geprägt von Eindrücken einer längst vergangenen Sauriermotorengeneration? Vielleicht. Ein freier Elbtunnel verströmt noch keinen Optimismus im Sinne einer absurden Navi-Zeitberechnung oder solchen hahnebüchenen Stau-Echtzeitberechnungen, wie sie die lokalen Radiosender hier rausblasen. Wer die A7 kennt weiß, wie viel Zeit sie einen kosten kann. Also nutze ich diese unerwartete Freiheit unter Tage, bemerke vor lauter Glück erst bei der zweiten Strophe dass auch mein Senderwechsel zu Hamburgs Oldie 95 nun mit “Radio Gaga” von Queen belohnt wird und lasse den USB-Stick seine Einsen und Nullen ins Radio drücken, was dieses dann in analoge Wellen umwandelt.

Der Straßenarbeiter

fahn faaahn faaahn auf der…

Ah. Angenehm. Fernab von totgespielten Hits der 80er umschmeichelt die neue CD von Tori Amos meine Ohren und lässt mich auch im Kopf ein bisschen davongleiten. Wenn du erstmal durch bist ist schon fast München. So denken wir Norddeutschen, also wir GANZ Norddeutschen (alles nördlich der Elbe) über den Tunnel. Dahinter geht die Sonne gleich noch ein bisschen heller auf und beleuchtet golden und optimistisch riesige Hafenkräne, ganze Felder mit saftigen Containern, eine kleine alte Kirche mittendrin und unglaublich große Windgeneratoren.

Der Straßenarbeiter

Strom für die anderen

Und weil ich gefühlt schon fast in München bin, schlägt der schnell Hunger zu. Gnadenlos und unbeherrscht wächst mein Verlangen nach diesem Mettbrötchen. Und ich gebe dem nach. Zwiebelmett ist streng genommen das ekeligste, was man auf nährwertlose weiße Weizenbrötchen streichen kann. Zusammen mit Butter, Pfeffer und frischen Zwiebeln wird vom ersten Moment des Reinbeißens jeglicher Lippenkontakt zum anderen Geschlecht an diesem Tag bis 18:00 Uhr kategorisch ausgeschlossen, außerdem muss man schlimm pupsen von den Dingern und sie hängen noch stundenlang zwischen den Zähnen. Na und? Rohes Schweinefleisch! Ich liebe diese Teile, und vor 20:00 Uhr heute will ich maximal reden, aber nicht knutschen. Den fehlenden Nährwert wird der heiße Kaffee sicher ausgleichen.

Mampf!

Mampf!

Argh. Extreme Closeup :-) Ich hoffe ich habe Sie nicht erschreckt? Das mit dem futtern im Auto geht immer so lange gut, wie man nicht auf fleckenfreie Kleidung angewiesen ist. Die Krümel auf Hose, Sitz und Teppich kann man später irgendwann mal ausklopfen oder wegsaugen. Außerdem ist natürlich eine entspannte, möglichst dreispurige verkehrsarme Streckenführung vorteilhaft, in der Innenstadt bräuchte ich ja beide Hände zum Lenken, Blinken und Radio bedienen. Überhaupt, ich mach das mal kurz wieder an, ist gerade halb. Irgend ein niedersächsischer Sender wird mir hoffentlich sagen, dass die Verkehrslage so entspannt bleibt wie sie zurzeit ist? Äh. Nein. Knapp zu spät, NDR 1 Niedersachsen hat gerade die Blitzer durchgegeben und spielt jetzt “Radio Gaga” von Queen.

Der Straßenarbeiter

Arbeitsplatz? Ja, manchmal.

Ich wechsel zu Radio FFN und starte mit der rechten Hand das Laptop, was neben mir auf dem Sitz liegt und über mein Handy theoretisch mit dem Internet verbunden ist. Diese Theorie ist oft, aber nicht immer in die Praxis umzusetzen, denn selbst in dem tatsächlich ausgesprochen guten Netz der Deutschen Telekom wundere ich mich immer wieder, dass sogar entlang von Autobahnen die Datenrate erst von 3G auf Edge krückt, manchmal komplett zusammenbricht und im Jahr 2014 noch immer nicht stabil ist. Warum können das die Skandinavier schon seit Jahrzehnten? Komisch. Da hinten kommt ein Parkplatz, das Netz sieht gut genährt aus, ich wittere eine datenübertragende Chance und fahr mal raus und arbeite ein bisschen. Ich kenne Leute, die das suizidal während der Fahrt machen, als Fahrer wohlgemerkt, aber für solche Kapriolen hänge ich doch ein bisschen zu sehr an meinem Leben und möchte da auch Unbeteiligte nicht reinziehen. Mailtausch, Facebook Posting vorbereiten und hochladen, Seiten checken…. was da gerade alles durch mein kleines Telefon klappert flößt mir einen tiefen Respekt vor moderner Technik ein.

Der Straßenarbeiter

einige Dinge macht man lieber auf dem Parkplatz

Andere sitzen den ganzen Tag im Büro und gucken nach draußen. An einigen Tagen in der Woche mache ich das ja auch, aber hier und heute genieße ich in genau diesem “draußen” die Freiheit, unterwegs zu sein. Geil. Sitzen tu ich allerdings auch schon ganz schön lange, und was da alles wiederum seit heute Morgen durch meinen Körper klappert beeindruckt mich zwar nicht, will aber raus. Haben Sie auch das Problem, dass Sie ausgerechnet auf Rastplätzen mit WC-Anlagen lieber in die Büsche pinkeln? Ich weiß gar nicht warum. Restaurants mit Mondpreisen für Nahrungsmittel und Sanifair Gutscheinen zum schöner Pissen meide ich sowieso, das ist zwar immer alles fein sauber und duftig da – aber dank einer Laune der Natur können wir Männer die flüssigen Kleinigkeiten des Lebens komfortabel im Stehen rauslassen (es soll Frauen geben, die das auch können), das geht schneller und befreit irgendwie mehr. Hm. Hier sind nicht mal Büsche. Und jetzt? Vielleicht doch ins WC-Häuschen, das allerdings bis hier hin zu riechen ist, obwohl ich 100 Meter entfernt bin? Nee. Niemals.

Der Straßenarbeiter

Raus muss es ja doch

In dem Moment fahren selbstverständlich fünf Autos mit neugierigen Familien, drei Trucks und ein vollbesetzter Reisebus gleichzeitig los. Das Leben ist ein einziger Murmeltiertag :-) Ich strecke noch die knirschenden Ü-40 Gliedmaßen wie ein Kompass von mir, stelle irgendwo im Nacken einen fortwährenden Anstieg der Temperaturen fest und beschließe, ein paar Fotos vom Außenthermometer zu machen. Ja, auch das kennzeichnet uns Norddeutsche. Also uns RICHTIG Norddeutsche. Fahren durch Niedersachsen fühlt sich für uns schon wie der Weg in den Urlaub an, und sobald die Temperaturen mal über 10 Grad klettern lassen wir alle Hüllen fallen und holen uns einen Sonnenbrand plus Erkältung. Aber lieber in Extremen leben als gelangweilt sterben. Als ich wieder im Taxi sitze, die Mettbrötchenkrümel aus den Ritzen der Sitze fege und ein paar faserige Fettstreifen aus den Zahnlücken ziehe erbricht sich der FFN Moderator mit der Ankündigung eines sagenhaften, schon ewig nicht mehr gespielten musikalischen Klassikers in meine Ohren und legt “Radio Gaga” von Queen auf. Ach Jungs. Darauf noch einen tiefen Schluck Erdbeermilch und ein paar Sequenzen vom USB-Stick. Klick.

Das tut gut...

Das tut gut…

Das klingt bis hier alles gechillt und super? Also, nicht die Wiederholungs-Hits, sondern der Ablauf? Na ja. Ich schränke das mal ein bisschen ein, autofahren auf der A7 ist generell ziemlich anstrengend, auch wenn autofahren mehr Spaß macht als Steuererklärungen ausfüllen. Parallel immer online sein und regelmäßig die Sozialen Netzwerke checken ist Stress im Kopf und nicht so entspannt, wie man das sonst von langen Touren mit dem Auto gewohnt sein könnte. Verantwortung zu tragen ist auch ohne körperlichen Einsatz fordernd. Auch die zu erwartenden Autos in Minden werden einen Haufen Spaß machen, aber zwei Stunden Fotosession mit jedem Wagen, Datenaufnahme… und ich muss heute ja auch wieder nach Hamburg zurück… das kann schon ganz schön müde machen. Trotzdem will ich mit keinem anderen Job mehr tauschen. Denn alles findet in und um Autos statt. Das kann ja so verkehrt nicht sein :-) Und es wird immer wärmer und wärmer. Ist das ein Anflug von Sommer? Geil.

es wird Sommer

es wird Sommer

Jetzt habe ich Sie und euch mit banalen, wirr zusammengewürfelten Themen zugequatscht, eben das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich unterwegs bin. Und in diesem Leben bin ich momentan immer unterwegs, vielleicht muss ich deshalb auch so viel Unsinn niederschreiben, sonst platzt mir der Kopf. Und ihr hört mir wenigstens zu ;-) So langsam, nach rund drei Stunden, komme ich an meinem Ziel an. Wenn ich sonst in Sachen Fotos unterwegs war haben immer irgendwelche LKWs gebrannt, sind mit einer Ladung lebendiger Schweine quer durch Obstplantagen havariert oder haben sonstwelche Gründe produziert, um Vollsperrungen zu erzeugen. Heute liegt mein Büro meistens auf dem Beifahrersitz rum und ich komme tatsächlich zwischendurch mal zum Musik hören und nachdenken. Wie Sie vielleicht gemerkt haben. Und jetzt steigt auch die Vorfreude auf die dicken Amis der Classic Car Ranch.

Der Straßenarbeiter

unaufgeräumt – wie zu Hause

Ich kann mal aufzählen, was ich gleich vor Ort fahren werde…..?

  • Ein 1941er Ford Business Coupé,
  • eine 1969er Corcette C3 Stingray,
  • ein 1965er Pontiac GTO Cabrio,
  • ein 1968er Camaro 2-door Hardtop Coupé,
  • ein 1963er Galaxie Hardtop Coupé und
  • einen Ford Torino Cobra…

Also alles Autos, die man nicht von der Bettkante schubbst, und Sie können die Geschichten in den kommenden Ausgaben der TRÄUME WAGEN lesen. Und später natürlich auch hier 8-) Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein parke ich vor der Halle und stapfe mit Kamera und Stativ vorbei an fetten, chrombeladenen Autos ins Büro. Michael, der Chef, grinst mich an. Auf dem Regal hinter seinem Schreibtisch steht ein Radio, ich weiß nicht, welcher Sender eingestellt ist aber es spielt “Radio Gaga” von Queen.

Ja. Das ist es.

Ja. Das ist es.

Leben im Auto. Leben mit Autos. Manchmal ein bisschen ekelig, ich habe noch immer einen gewissen Zwiebelhecht mit Erdbeermilchanteilen im Hals, aber ich erzähle Ihnen diese intimen Details ja nur sehr selten :-) In meinem Auto bin ich ich. So sehr wie nur an wenigen anderen Plätzen. Zwei Sachen sind ein bisschen schade. Es war die letzte längere Tour mit meinem Dieseltaxi. Ich werde noch ein paar Abschiedsfotos machen, und dann geht es zum Abdecker. Er hat sein Leben gelebt und wird als Organspender viele andere W210 und S210 glücklich machen. Und dann ist da noch dieser Freddie Mercury, der einst über den ganzen belanglosen neuen Mist in seinem geliebten alten Radio sang und dank der Endlosschleifen der Massensender nun selbst dazu geworden ist. Schade. Ich wünsche mir mehr mutiges Radio. Aber das ist eine andere Geschichte. Deshalb gibt’s als kleinen Clip am Ende auch nicht Queen, sondern Tori Amos. In die bin ich seit 20 Jahren ein bisschen verknallt.

Sandmann

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Created Mittwoch, 04. Juni 2014 Tags 3G | Arbeitsplatz | autobahn | Büro | Elbtunnel | handynetz | Ich fahr... TAXI! | laptop | Rastplatz | S210 | Sternstunden | telekom | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
31 May 2014
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Sichtbarer Konsum

Sichtbarer Konsum

Mal flott den Taschenrechner bemühen…

Ja, der Dottore (also der alte Audi 100 Typ 43 von 1977, wem dieser Name noch immer nicht geläufig sein sollte) läuft wieder. Das erfreut. Allerdings habe ich einen Kollateralschaden des maladen Registervergasers noch nicht in meine ganz persönlichen, splatterigen Zahlen gefasst… So… quasi… als statistischer Abschluss dieser kleinen Schrauberei, als Ausklang des Geschichtentrios, als Epilog einer Havarie vor dem Zaun einer Kindertagesstätte. Was noch offen war und wie ein Damoklesschwert über dem Kopf eines Normalverdieners mit begrenztem Einkommen pendelte: Die Fahrt zur Tankstelle. Und ich würde hier nicht drei Sätze darüber verlieren, wenn es mir nicht stumpf die Sprache verschlagen hätte, wie viel ein kleiner Vierzylinder verbrauchen KANN.

Wozu er in der Lage ist. Was er vermag. Wo bleibt das teure, energiereiche Nass in meinem Fall?

Ich erinnere mich an meinen Audi V8, da kam ich mit einem Tank immer rund 400 Kilometer weit. Das waren aber auch 280 Quattro-PS, 400NM Drehmoment und in zügige Bewegung gebrachte, voll ausgestattete Oberklasse der frühen 90er. Irgendwas bei 15 Litern, mal mehr, mal weniger. Oder der Cadillac von Marc, den ich mir für das Treffen in Lensahn ausgeliehen habe. Die gefahrenen Kilometer habe ich nicht abgelesen, aber getankt habe ich für über 110 Euro :-( Gegenbeispiel war Rudolf, mein treuer Passat TDI. 1200 Kilometer mit einem Tank, Diesel, das waren dann knapp 5 Liter auf 100 Kilometern. Warum ich hier so in vergangenen Durchschnittsverbräuchen rumhänge? Weil der Sprit läuft und läuft, das ist ja nicht zu fassen!

Sichtbarer Konsum

Mehr als der Cadillac von Marc!

*klick* Urks. Na Endlich. Die Rechnung ist nicht schwer. Getankte Liter mal 100 geteilt durch gefahrene Kilometer. Weil meine letzte Mathestunde schon einige Tage her ist bemühe ich mein Handy und rechne 41 mal 100 geteilt durch 164. Und dann rechne ich das gleich nochmal, denn ich hab mich irgendwo vertippt. Nee. Hab ich nicht. Mit dem alten Vergaser war der Tank nach 164 Kilometern leer. LEER. Der Vierzylinder hat mal eben 25 Liter auf 100 Kilometern verarbeitet, und das noch nicht mal sehr spektakulär :roll: Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist…? WAH! Aber wie dem auch sei, nun ist ein “neuer” Vergaser drauf, und seit dem steht der Wagen unter Linden in Hamburg und wird jeden Tag ein bisschen klebriger. Aber ich will ihn da nicht wegfahren, denn mein kleines viertelfinnisches Sandmädchen sagt ihm jetzt jeden Abend von oben aus der Wohnung durch ihren Schnuller “guuuuuuunaacht Auuuudiiiii ♫” Und wenn Sie einmal hören würden, wie zärtlich und liebevoll sie dieses “Auuudiiii” säuselt könnten Sie mich verstehen. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe gelernt: Ein falsch/schlecht/gar nicht eingestellter kleiner Motor kann ganz schön viel Benzin verbrauchen. Und jetzt schalte ich zurück in die Taxizentrale, da gibt es Neuigkeiten.

Sandmann

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Created Samstag, 31. Mai 2014 Tags 1977 | 2-Liter | 2B3 | Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Sandmann | Typ 43 | Verbrauch | Vergaser | vierzylinder Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
25 May 2014
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Start – Hilfe – Kabel

Start – Hilfe – Kabel

So, jetzt wird sauber gezündet, klar?

Ach – der Herr Dottore. Er hat sich in den vergangenen Monaten so ein bisschen zum fünften Auto im Carport entwickelt, der diamantsilberne Entschleuniger aus Neckarsulm, der mit Vinyldach, was doch so selten ist. Der. Neuer Vergaser drauf, man erinnert sich, er läuft noch schlechter - aber ich hänge an dem Eisen und gebe nicht auf. Unser aller Vergaserpapst Klaus ahnt fernmündlich den Fehler und bietet mir umfassende Hilfe und Tausch an. Und er habe noch einen weiteren Zenith Vergaser liegen, wie neu und sauber eingestellt, den könne ich derweil haben. Ich sage laut JA, und noch während die Silbe von den Hamburger Hausfassaden wiederhallt ist das Paket auch schon da. Ha. Kommt es am Ende gar zur finalen Starthilfe?

Start – Hilfe – Kabel

Tauschparty vor der Kita

Plug and Play. Ohne Hebebühne oder Grube, ohne Garage (die habe ich in Kiel vergessen) und ohne Carport. Unter dem grünen Dach der Linden, von denen diese komischen Läuse eine ekelig klebende Kleisterpisse runterkleckern und mit Werkzeug, gutem Wetter und einem fröhlichen Publikum, das ich Ihnen an anderer Stelle ja schon vorgestellt habe. Schon bei der zweiten Bühnenshow habe ich den revidierten Vergaser in wenigen Minuten getauscht bekommen, heute überlege ich, ob ich mir dabei noch die Augen verbinde, um die Zuschauer angemessen zu unterhalten. Nee, lieber nicht. Das sieht hier schon alles albern genug aus mit dem rot/schwarzen dicken Kabel seitlich raushängend und dem graubärtigen Mann, der mit schmutzigen Fingern ständig Fotos knipst und um das alte Auto rumhoppst wie ein Eichhörnchen um den Wintervorrat. Und am Ende die Kamera fallen lässt und kaputt macht, aber das ist eine andere Geschichte. So. Die dritte doppelläufige Beatmungsmaschine ist so gut wie drauf, ein wahrhaft schöner Klotz aus der allerersten Serie, der hat sogar noch kleine Ablassschrauben an den Schwimmerkammern! Falls mal zu viel Benzin drin sein sollte und ich nicht weiß wohin damit :roll: Ich schau noch mal mit spießiger deutscher Gründlichkeit, ob ich alle Anschlüsse richtig zurecht gelegt habe, zählen Sie mit…?

Start – Hilfe – Kabel

sieht kompliziert aus – ist es aber nicht

Aaaaaaaalso: Vier Schrauben einmal quer durch festdrehen, Unterdruckschläuche auf die richtigen Dosen, alle kleinen Stecker wieder drauf, Benzinleitung anschließen, Gaszug einhängen und einstellen, fertig. Fertig? Klaus schreibt mir, dass dieser Vergaser theoretisch perfekt sein müsste, sozusagen der Charles Atlas der Gemischaufbereitung, die Tori Amos auf der Ansaugbrücke, der Stephen Hawking der werksseitigen Grundeinstellung – er habe sogar noch die Einspritzmenge ausgelitert. Zu Stephen Hawking kommen wir gleich nochmal. Jetzt und hier stehe ich erstmal zweifelnd vor meinem nach Benzin stinkenden Tagwerk. Sollte jetzt wirklich alles gut sein? Ich mag da schon gar nicht mehr dran glauben, so sehr habe ich mich an einen schlecht anspringenden und irgendwie echt scheiße laufenden Audi 100 gewöhnt. Beziehungsweise ihn einfach stehen lassen, mit so einem Eimer will ja niemand fahren, außerdem werde ich das Gefühl nicht los dass der wirklich viel getrunken hat. Zuletzt. Das geht noch besser? Gerüchten zufolge ja. Ein Auto, auch ein altes, muss anspringen und fahren. Punkt.

Start – Hilfe – Kabel

Rodeo mit einer Menge Ampere

Fein, wenn man als pannenerprobter Altautofahrer überhaupt ein Starthilfekabel und ein Abschleppseil im herbeigerufenen T-Modell liegen hat. Ich habe zwar noch immer nicht die Batterie der alten E-Klasse gefunden (man munkelt, die sei unter dem Rücksitz?), aber Ostern ist schon lange vorbei und die Suche kann entspannt abgeblasen werden denn: die alten Taxis haben eine praktische Fremdstartdose im Motorraum. Ein dicker Pluspol, da kann sich der Altaudifahrer mit Überbrückungsbedarf direkt von unter der Haube eine Schippe Gleichstrom holen. Beim Dottore steht der kleine, im Winter gern mal die Backen dick machende Energiespeicher klassisch zwischen Motor und Frontscheibe in dem Kasten, wo auch das Gebläse und das Wischergerumpel untergebracht sind. Der Kandidat kommt aus Polen und hat inzwischen all’ seine ursprüngliche Emsigkeit verloren. Nachvollziehbar, so oft wie ich mit diesem kleinen Bleiklotz schon ein Orgelkonzert allerfeinster Güte und vor allem Dauer abgehalten habe. Aber vielleicht hat das Orgeln nun ein Ende, womöglich würde der gute alte Zweiliter OHC sogar noch mit dem Restsaft der polnischen Batterie anspringen? Egal, nun habe ich den elfenbeifarbenen Raumgleiter schon mal hergeholt, dann kann ich den auch gleich andocken.

Spenderlunge

Spenderlunge

Ui ja. Man spürt den Moment, wo Plus mit Plus und Minus mit irgendwo an der Karosserie verbunden sind. Die Drehzahl des nagelnden Turbodiesels geht kurz ein bisschen runter und pendelt sich dann wieder stoisch zurück. Da wird jetzt gerade eine Menge Energie von dem einen Auto rüber zu dem anderen Transportiert, und gleich geht noch viel mehr ab. Um noch einmal kurz zum genialen Physiker im Rollstuhl zurück zu kommen: Haben Sie eigentlich mit den noch aus dem Physikunterricht übrig gebliebenen Formeln mal überschlagen, was beim Starten Ihres Autos so an freien Ladungsträgern durch die Gegend springt? Wenn Sie mit dem Anlasser für einen kurzen Moment die Batterie kurzschließen? Das ist schon sehr beeindruckend. Leistung ist das Produkt aus Strom und Spannung. Anders ausgedrückt: P=I*U. Noch anders ausgedrückt: Wenn Sie ne Menge Watt haben wollen aber nur 12 Volt da sind brauchen Sie ne Menge Ampère, um auf die vielen Watt zu kommen. Comprende? Beim Drehen des Zündschlüssels macht sich eine Stromstärke von rund -> 100 Ampére! beim Anlasser breit, nicht sehr gefährlich, weil es Gleichstrom ist, aber durchaus in der Lage, das dicke Kabel hübsch warm zu machen. Okay, genug Physik, nach nur zwei Umdrehungen des kleinen Elektromotörchens am Audi macht es BROAMMMMM und der Vierzylinder läuft. Huch?

Start – Hilfe – Kabel

Partystimmung unter der Haube

Nicht zu fassen. Was für ein schöner Moment. Ich würde Ihnen gern ein Tondokument einspielen, aber das gestaltete sich unspektakulär bei diesem Auto. Er läuft. Einfach so, kalt, lange Standzeit, total verwarzt in den vergangenen Monaten – und er läuft. Läuft läuft läuft ♫. YIIIHAAAA. Läuft. Die Ventile klackern auf und zu, kleine Bläschen wandern durch den transparenten Benzinspeicher und die beiden Klappen saugen die frische Luft gierig und laut ein, als würden sie vor einem langen Tauchgang ein bisschen hyperventilieren. Mein minderjähriges Publikum am Zaun applaudiert, ich weiß noch nicht ob sie das wegen meines Erfolges tun oder weil nun doch nicht die gesamte Umgebung in einem gewaltigen Feuerball untergegangen ist, wie ich das vorhergesagt hatte. Geil. Ich schraube noch den Luftfilterkasten fest und klippse den Deckel drauf, was den Sauglärm auf das nuschelnde Geschnorchel von Darth Vader reduziert und genieße einfach nur das gesunde Brabbeln und Pöppeln des Motors im Stand. Ein paar Gasstöße – er nimmt sie an. Läuft. Vorne und hinten. Hinten finde ich toll. Der 37jährige Audi 100 des 43jährigen Typen (Typ 43, ein sagenhaft findiges Wortspiel…) war bockig und durstig (also… das Auto), keiner wollte ihn kaufen und ich selbst fand nicht die Zeit, ihm die Menge an Liebe und Zuneigung zu geben, die ihm eigentlich zustünde. Und jetzt kommen kleine blaue Wölkchen aus dem Auspuff. Er atmet. Laut und deutlich. Willkommen zurück, alter Audi.

Genusslauscher

Genusslauscher

Heute also mal kein Haubensitzen, heute mal gut gelauntes Kofferraumsitzen. Sozusagen als Etappensieg. Das geht ja bei den meisten Autos heute nicht mehr. Kinder, wisst ihr was das da hinten ist? Ja. Genau. Das ist ein Kofferraum, da macht man den Deckel auf und tut seine Koffer rein. Dadrüber ist kein Platz für ergonomischen anderen Krams, dadrüber ist das Auto nach oben einfach zu Ende. Weil es schön aussieht und es damals noch nicht um Effizienz in der Raumausnutzung ging. Heute teilen sich Mama und Papa das Auto mit ihrem Gepäck, früher hatte man das noch hinten weggesperrt. Ich finde das cool. Und hey – man kann drauf sitzen und dem Auspuff zuhören, wie er das unkatalysierte Abgas zufrieden und sonor in die Umwelt bläst. Das ist toll :-) Und schon ist die Betriebstemperatur erreicht, das warme Kühlwasser sorgt dafür, dass der Vergaser mechanisch den Leerlauf wieder runterregelt und noch immer brabbelt der Audi sauber vor sich hin. So wie es eigentlich sein soll und so wie es aber noch nie war, seit ich den habe. Und Sie da draußen haben vielleicht was gelernt über Stromstärken, dicke zweifarbige Kabel und vergessene Karosserieformen. Und dass man nie, nie aufgeben sollte. *hach* Komm, ich mach mal ne Probefahrt zur Tankstelle.

Sandmann

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20 May 2014
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NIE NIE NIE… vor der Kita schrauben!

Kleine Automechaniker

Kleine Automechaniker

Was machst du daaaa?” – “Ich… äh… Moment… ich mach mein Auto heile!” – “Machst du dein Auto heile?” – “Jahaaa ♫” Schwitzend und ölig verkante ich mich im Motorraum des Dottore und versuche, dem revidierten Vergaser Leben einzuhauchen. Neben dem alten Audi steht der nicht ganz so alte Daimler mit offener Haube und ist bereit, der leergeorgelten Batterie Strom zu spenden. Irgendwelche Eltern haben anscheinend ihre Kinder noch nicht aus der angrenzenden Kita abgeholt. “Sind das beides deine Autos?” – “Jaaa.” – “Der andere gelbe da auch?” – “Ja, das ist auch meiner” – “Darfst du den nehmen?” – “Ja, das ist doch meiner…….” – “Ist das auch deiner?

:-)

Ich nehme mein Handy und bedeute meinem halbfinnischen Fräulein Altona per SMS, dass sie hier nichts verpasse. Ich würde erstmal versuchen, den Audi zum Laufen zu bringen, um ihn umzuparken und dann dort weiter zu schrauben. “Kuck mal das Auto hat auf den Boden gespuckt!” Manchmal stellt einen die Menschheit selbst auf die Probe.

Was hat denn dein Auto?” – “Das weiß ich noch nicht so richtig, das versuche ich gerade rauszubekommen….” – “Weißt du das nicht?” – “Nein.” – “Ist das Auto kaputt?” – “Ja. Wo ist denn euer Erzieher?” – “Da hinten, hier ist das viel spannender… magst du das, wenn dein Auto kaputt ist?” – “Hey nein natürlich nicht, deshalb mache ich ihn ja heile”. – “Warum magst du das nicht?” – “Weil ich mit einem kaputten Auto nicht fahren kann.” – “Kannst du damit nicht fahren?” Die lieben Kleinen. Ich sehe mich selbst vor 40 Jahren am Gartenzaun stehen und alle Vorbeikommenden unter fadenscheinigen Begründungen zum Stehenbleiben bewegen. Dann zählte ich stolz langsam und laut bis 100. Heute bekomme ich eine Ahnung, was ich diesen Menschen angetan habe.

beam me up Scotty

beam me up Scotty

Warum ist das andere Auto ein Taxi?” – “Das ist kein Taxi, das war nur mal ein Taxi…” – “Bist du Taxifahrer?” – “Äh… nein, das ist ja kein Taxi mehr, das sieht nur noch so aus, wisst ihr…?” – “Ist das kein Taxi?” – “Nein.” – “Warum nicht?” Wie sangen sie in der Sesamstraße? Wer nicht fragt bleibt dumm. Okay. Hier wird gerade eine Menge gelernt. Ich überlege kurz, ob ich den Nachwuchs mit einem kleinen Vortrag über Drosselklappen, Vollast-Anreicherungsventile und Vergaserfußdichtungen so doll langweile, dass sie sich lieber wieder fröhlich Sand in den Mund stecken oder sich gegenseitig so lange die Gummistiefel in die Bäume schmeißen, bis sie oben hängen bleiben. Ich habe aber Angst, dass ich damit Schlimmeres anrichte. “Ich will später auch mal Autos heile machen.” – Ah. Ein guter Ansatz, der meine Theorie bestätigt. “Ja, das macht auch Spaß!” – “Macht das Spaß…?” – “Ja.” – “Wieso macht das Spaß?” – “Ich….” – “Findest du das gut, wenn dein Auto kaputt ist?” – *grummel* “Nein, ich finde es gut, wenn ich es selbst wieder heile machen kann…” – “Wieso?” – “Ja, weil das in der Werkstatt ganz teuer wäre.” – “Was kostet dein Auto?” – “Viermillionen Euro!” – “Ooooah ist das viel?” – “Ja.” – So, der Vergaser ist getauscht, jetzt muss ich nur noch….. “Darfst du das Ding da auf den Boden legen?” – “Öh…. ja na klar, warum denn nicht?” – “Darfst du das?” – “Ja.” – “Warum darfst du das?” Langsam komme ich an meine pädagogischen Grenzen. “Was machst du da?

Ich habe heute etwas gelernt.

Ich habe heute etwas gelernt.

Wenn ich Ihnen einen gut gemeinten Rat geben darf – parken Sie Ihr Auto nur vor einer Kita, wenn Sie sicher sind, dass Sie den da auch wieder wegkriegen. Einsteigen und los. So ein dickes Fell hat man nämlich nicht jeden Tag. Die kleinen angehenden Automechaniker bleiben standhaft, obwohl ich ihnen andeute, dass gleich hier in dem Motor eine riesen Explosion stattfindet, die alles bekannte Leben mit sich reißt und Tod und Verderben über diesen Stadtteil bringen wird. Verdammt. Das wollen sie unbedingt sehen! Gegen Ende des Szenarios kommt ein Satz, der mich innehalten lässt: “Tut das dem Audi weh, was du da machst?” – “… Du weißt, dass das ein Audi ist?” – “Ja, das ist doch ein Audi, tut dem das weh?” – “Äh…. nein, das tut ihm nicht weh. Der ist gleich ganz glücklich, dass er vielleicht wieder heile ist. Glaube ich.” Die Kleine wird vielleicht tatsächlich mal Automechanikerin. Was ich hier und heute am Dottore gemacht habe und ob ich erfolgreich war? Wer weiß. Aber in Hamburg gilt für mich ab heute: Nicht unter Linden parken, nicht unter Bäumen mit Vogelnestern parken und… nicht vor Kitas parken. Die konsequent neugierige, stumpf abgespulte Litanei geballter Vorschulintelligenz lässt Sie komische Dinge tun. Starthilfekabel lassoähnlich schwingen und dabei Bonanza singen und so. Aber das ist eine andere Geschichte.

Sandmann

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Created Dienstag, 20. Mai 2014 Tags 1977 | 2-Liter | 2B3 | Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Benzin | Fragen | Kinder | Kita | LS | Starthilfe | Typ 43 | Vergaser | vierzylinder Document type Article
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19 May 2014
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Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle

“Gleich fertig, mein Schatz”…wer´s glaubt!

…werden im Keim erstickt, wenn Mann mal wieder nur an das Eine denkt. Echt der Hammer!

Wie herrlich, endlich Frühling und die Sonne wärmt so richtig das Gemüt. Also, mich zieht es jetzt raus in den Garten. Die Blumenkübel wollen bepflanzt werden, Tisch und Stühle brauchen einen neuen Anstrich und das Chaos im Gartenhäusle gehört dringend aufgeräumt. Mein Mann sieht das anders. Die Reifen am S6 wollen gewechselt werden, der Kotflügel vom Granada braucht eine neue Lackierung und das Chaos in der Garage gehört dringend aufgeräumt. Schon klar, der Garten fällt in mein Ressort, zumindest der Teil, der Arbeit macht. Als ich mich des Gartenhausgerümpels annehmen will und schwungvoll die Tür aufmache bricht diese halb auseinander. Da war meine Reparatur vom letzten Jahr wohl nicht besonders nachhaltig gewesen. Ich gestehe, ich bin nicht gut in so was. Ich mache mich also seufzend auf den Weg in den Keller, um Hammer und Nägel zu holen. Vielleicht schau ich mal im Hof vorbei und erkundige mich, wie weit die Wartung des Fuhrparks gediehen ist. Die Radiomusik dröhnt hier so laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht, bestimmt wollen ja auch die Nachbarn etwas Unterhaltung haben. Da steht mein Liebster, schmutzig und glücklich, mit der Rätsche in der Hand und brüllt mir ein zuversichtliches “Gleich fertig , mein Schatz” zu.

Schön, vielleicht habe ich ja doch noch Glück und die Arbeit an der maroden Türe übernimmt der Herr des Hauses. Einstweilen fange ich an im Gartenhaus aufzuräumen, was sich da so über den Winter angesammelt hat: 5 Bobbycars, 3 Fußbälle, Spaten, Schaufel, Rechen, alles kreuz und quer, dazwischen Grill und Rasenmäher, Säcke mit Blumenerde und Dünger, ein platter Hüpfball und ganz hinten die Liege. Eine Stunde ist vergangen, ich bin schon fast wieder fertig mit Einräumen und frage mich, wann wohl “gleich” sein wird. Im Radio spielen sie “Dream on” von Anastacia, während ich beschließe, dass die Liege ganz vorne hinkommt, man könnte ja möglicherweise nachher…
Frühlingsgefühle Ah da kommt mein Göttergatte, er ist erschöpft, hat schließlich hart gearbeitet. Und dann sieht er die Liege. Na was für ein glücklicher Zufall, dass die direkt griffbereit dasteht. Ansonsten sieht er nichts und gleich, nachdem er sich noch ein Deckchen geholt hat, macht er sowieso die Augen zu. So kann er auch nicht sehen, dass ich jetzt den Hammer nehme. Meine Hand umklammert wütend den Griff. Da liegt er und schnarcht in seinem verschmierten T-Shirt, die Fingernägel rabenschwarz. Mit grimmiger Miene hole ich aus und treffe mit solcher Wucht den ersten Nagel, dass die Tür vollends in sich zusammenfällt. Mein Mann schreckt aus dem Schlaf hoch und brummt vorwurfsvoll: “Was machst Du für einen Lärm, jetzt hab ich gerade von einem wunderschönen Mustang Cabrio geträumt“. Neiiiiiiiiiin!!!

Karin

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Created Montag, 19. Mai 2014 Tags audi | Frauen | Frühling | garage | garten | Gartenhaus | Granada | hammer | Karins Kolumne | Liege | Männer | mustang | Rätsche | reparieren | S6 | Selbstlose Schreiber | träumen | Wut Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
15 May 2014
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Einfach mal die Dose halten.

Einfach mal die Dose halten.

Wohin mit den Getränken?

Sie kennen das Problem. Da schlürft man eine kühle Cola, hört Marillion, hat vor sich die weite Straße – und kann nirgendwo die halbvolle Dose abstellen. Tragisch. Wo in Neuwagen aus jeder Plastiksicke verschmitzt ein kleiner Cupholder erwächst, da ist bei älteren Autos Sense. Nada. Ich weiß nicht warum. Damals war man anscheinend noch nicht in der Lage, Getränke im Kraftfahrzeug zu sich zu nehmen, oder die Beifahrerinnen waren hilfsbereiter als heute und haben den Becher einfach gehalten. Goldene Zeiten. Ebenso verhält es sich in meinem Mercedes, ich könnte mit Abstellmöglichkeiten im aufgeklapptem Handschuhfachdeckel das Land durchmessen, aber wer will denn sowas? Es muss eine ordentliche Lösung her. Nicht die vom Vorbesitzer. Und hey – direkt beim Hersteller finde ich ein sen-sa-tio-nelles Produkt :-)

Ein Blog über einen Cupholder?

Einfach mal die Dose halten.

Das sieht sehr sehr seltsam aus.

Ja. Ein Blog über einen Cupholder. Beziehungsweise einen Getränkehalter, diese ewigen Anglizismen kotzen mich langsam an. Wenn Sie was krasseres lesen wollen genehmigen Sie sich doch noch mal den Cadillacoder meine Mofatour nach Dänemark. Ich halte hier und jetzt ein seltsames Gerät in der Hand, von dem ich mir momentan noch nicht vorstellen kann, wie ich es stilsicher und funktional mit meinem Auto verbinden soll. Es sieht aus wie eine alte Dachantenne mit UHF und VHF, irgendwie unbeholfen, so ähnlich wie auf dem Bild bei ebay, wo ich’s gekauft habe. Und ich fragte mich noch, warum ich so einen Scheiß an meine Mittelkonsole pappen soll, aber der gute Kay Paffrath, der mit dem weißen 280 S vor der Elbphilharmonie (Sie müssen TRÄUME WAGEN Leser sein, um jetzt zu wissen wen ich meine) hat mir den empfohlen, und wenn er das sagt dann ist der wohl auch gut. Besser als mein zerbrochenes, in die Lüftungsschlitze gestecktes Billigteil vom Vorbesitzer allemal. Wenn ich da ne Dose reinstelle passt das Navi nicht mehr in die Halterung, und jedes Getränk kleckert mir immer auf das linke Knie. Weil die “Bulleneier” kaputt sind und das alte T-Modell mehr hüpft als es soll. Aber das ist eine andere Geschichte.

Einfach mal die Dose halten.

Ich wusste gar nicht dass da ein Fach ist?

In der Mittelkonsole vor der Armlehne, da wo beim entspannten Rumlungern während der Fahrt die Hand des rechten Arms immer lose rumfingert und letztendlich unnötigerweise am Schaltknauf der Automatik verweilt befindet sich beim W210 ein kleines, holzverkleidetes Fach. Ja, es ist tatsächlich Holz. Während andere Hersteller mit Hingabe ihre Fertigungstaktiken dahingehend perfektionieren, dass sie Kunststoff tatsächlich wie Holz aussehen lassen schafft Mercedes-Benz es in den 80ern und 90ern fast genau so perfekt, ihr echtes Holz wie billigen Kunststoff aussehen zu lassen ;-) Jedenfalls ist so ein Drück- und Schwingdeckelchen direkt vor dem Kombinations-Safe-Verschluss des Armlehnendeckels. Mysterien. Ich wüsste nicht, was ich in dieser Mittelkonsole mit einer dreistelligen Kombination sichern sollte (den Deckel könnte man mit einem leichten Ruck einfach abbrechen, er hat den Sicherheitslevel eines YPS-Geheimtresors) und ich stelle außerdem fest, dass ich dieses Klappfach seit dem Erwerb des Autos nie benutzt habe. Es liegen immer noch die Cockpitlämpchen drin, die ich ein paar Tage nach meiner Reise in den Osten gekauft und aus Faulheit nie eingebaut habe. Und ein paar Centmünzen. Hier soll angeblich der neue Cupholder wohnen… Also raus mit dem kleinen nutzlosen Kasten.

Einfach mal die Dose halten.

darunter lauert Tod und Verwesung

Uärks. Einige Sachen sollte man lieber unberührt lassen. Mittelkonsolen sind die Einrichtungsgegenstände im Auto, die man eher selten zerlegt. Die aber immer in der Nähe von einem sind und alles mitbekommen, was Menschen so an menschlichen Dingen im Laufe der Jahre absondern. In diesem 17 Jahre alten Kraftwagen haben schon eine Menge Menschen während der letzten 650.000 Kilometer verschiedene Dinge und Substanzen von sich gegeben, und ein wenig davon erzählt, was ich unter dem leicht herausziehbaren Schubfach finde. Ganz unten. Ich möchte ehrlich gesagt nicht darüber sprechen, bin aber froh, dass mit einer Menge Meister Proper, Küchentüchern und Ekelanfällen diese flusigen Konglomerate aus jahrzehntealtem Schmutz nun ihren Weg in Sandmanns Mülleimer gefunden haben. R.I.P. Irgendwie riecht es seit dem in meinem Auto ein bisschen frischer.

Zack drin

Zack drin

Die beigelegte Anleitung des nagelneuen original Mercedes-Benz Ersatzteils vom Autohaus Rosier umfasst nur eine einzige Zeichnung. Da bin ich von IKEA anderes gewohnt. Und diese Zeichnung sagt mir auch lediglich, dass ich meine UHF-VHF Doppelantenne genau da beherzt reinrasten lassen soll, wo vorher dieses kleine geimelumgebene Fach mit Münzen und Cockpitlämpchen war. Mehr nicht. Ich trau dem Frieden nicht. So einfach? *klack* *knarz* Und dann? Ah…..

Einfach mal die Dose halten.

Raum in der kleinsten Klappe

Plötzlich verstehe ich das Prinzip und schmunzel über alle Werbefotografen, die es hinbekommen haben, mir dieses Produkt wie ein unpraktisches, klotziges und klapperiges Bastelgebilde zu verkaufen. Vielleicht erklärt das auch, warum es noch immer originale Neuteile für weniger als 30 Euro im Netz gibt. Nur wegen des Bildes hätte sich niemals jemand diesen Getränkehalter gekauft, und einen Kay Paffrath hat ja auch nicht jeder zur Hand… Das Ding ist nicht praktisch – es ist genial. Diese zweiarmige Antenne entpuppt sich bei richtigem Einbau als ein zweiteiliger Dosenhalter, der seine eine Halterung ein wenig zum Beifahrer hinschwenkt und die andere weiter unten versetzt beim Fahrer belässt. Ein kleiner runder chromiger Knopf lädt zum Draufdrücken ein, und mechanisch perfekt herabgelassen drehen sich die beiden Halter und falten sich im dafür vorgesehenen Fach klein zusammen. Geil. Nochmal drücken, und die beiden drehen sich gemächlich spiralartig nach oben und entfalten ihre Haltebereitschaft. Und wieder rein. Und wieder raus. Ich freu mich :-D Und wenn ich den Holzdeckel schließe ist das Teil komplett verschwunden…

Ich bin begeistert

Ich bin begeistert

So viel Aufhebens, weil nun ein Stück Plastik in diesem Auto in der Lage ist, zwei Getränke zu halten, denken Sie? Stimmt. Aber haben Sie auch nur ansatzweise eine Ahnung, was mir dieser Moment bedeutet? Ich hatte noch NIE NIE NIE einen vernünftigen Getränkehalter :roll: Im Audi V8 gab’s mal so einen Doppeldoseneinsatz für die Mittelkonsole, aber dafür hätte ja das gute alte Siemens Koffertelefon weichen müssen. Nee. Der W124 hatte keinen, Rudolf auch nicht und die Oldtimer um mich herum sowieso nicht, die sind ja noch viel älter. In den 70ern trank man definitiv keinen Kaffee oder Cola im Auto. Da saß man schweigend nebeneinander, dachte über den letzten Sex mit jungen Menschen hinter dem Rücken des Ehepartners nach und ließ sich dann scheiden. Aber getrunken – wurd nix. Jedenfalls nicht im Auto. Meistens. Sie verstehen also, was es für mich für ein Ankommen, ein Abfeiern und ein Etappensieg ist, nun endlich mal einen unerwartet stilvollen doppelten Getränkedosenhalter zu besitzen? Manchmal ist mehr drin als man erwartet. Ich hol ihn nochmal raus…

Einfach mal die Dose halten.

rein raus rein raus das macht SPASS

Und nochmal rein. Und nochmal raus. Es sind diese kleinen Ingenieursleistungen, die mir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht treiben. Nicht die hochbezahlten Motoren-Techniker, die es hinbekommen haben, Triebwerke komplizierter und leiser zu machen, aber nicht nennenswert effizienter. Es gab schon Anfang der 80er Jahre einen Passat und einen Golf, der mit 5 Litern Diesel ausgekommen ist. Heute, 30 Jahre später, sind es vielleicht 4. Das beeindruckt mich nicht. Aber so ein kleines, preiswertes Mechanikwunder, was mir tagein tagaus das Leben erleichtert und bereichert, das beeindruckt mich. Wer mag es erdacht, wer konstruiert haben? :-) Ich werde es nie erfahren. Aber ich probiere es gleich mal aus, hole mir eine Dose Cola, eine Dose Valensina und ein Wiener Würstchen (“einpacken oder auf die Hand…?”) und mach mich auf den Weg von Kiel nach Hamburg.

Einfach mal die Dose halten.

alles was glücklich macht

Kommt mir die A7 heute entspannter vor? Vielleicht. Vielleicht ist das sogar eines der letzten male, dass ich diese Autobahn im kommenden Jahrzehnt fahre, denn rund um den Elbtunnel sind umfassende Baumaßnahmen geplant, die das Stauaufkommen definitiv nicht besser machen werden. Und die Staus auf diesem Stück asphaltierter Zeitverbrennung sind schon heute eine Alltagskatastrophe. Da helfen auch Getränke aus dem super Dosenhalter und ein Wiener nicht. Vielleicht kommt die Autobahn mir heute auch entspannter vor, weil hinten auf der Ladefläche ein Paket mit einem frisch revidierten 2B3 Vergaser für den Dottore Audi 100 liegt und ich mich schon gespannt drauf freue, den einzubauen und vielleicht endlich mal den silbernen Typ 43 ohne Mucken zu fahren…? Es wird gerade alles gut. Und das personifiziert sich an diesem Getränkehalter. Finden Sie nicht auch? – Oder wo stellen Sie ihren Kaffee ab?

Sandmann

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Created Donnerstag, 15. Mai 2014 Tags Cupholder | e-klasse | Getränkehalter | Ich fahr... TAXI! | Mittelkonsole | Originalteil | S210 | Sternstunden | T-Modell | taxi | W210 Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz