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03 Aug 2010

Der lange Weg durch den Hafen

HIER geht es zurück zum ersten Teil

Umringt von Kameras und fragenden Reportern aus aller Welt schlängeln diese Damen und Herren sich durch die Menge.

Einige kennt man, andere nicht. Haben Sie schon einmal von Ellen Lohr gehört, wenn Sie nicht in der Rallye-Szene sind? Coole Frau. Oder von Christian Geistdörfer? Rallye Monte Carlo? Na ja, es soll ja auch welche geben, die Buck nicht einordnen können und es soll auch welche geben, die von MIR ein Autogramm aus dem Auto heraus haben wollten. Wer dachten die bin ich? Connery? Du Mont mit Hut? Ja sehe ich denn wirklich schon so alt aus??? Komm Lars, lass uns losfahren. Ist schon 14.00 Uhr durch...

 

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Wie müssen Sie sich so eine Rallye vorstellen? Es geht mittels der gedruckten Anweisungen eines Road Books eintlang einer vorgegebenen öffentlichen Strecke von einer Etappe zur nächsten. Ob Sie auch wirklich die vorgegebene Strecke in einem definierten Zeitfenster bewältigen wird bei verschiedenen geheimen und angekündigten Durchfahrtkontrollen abgestempelt und notiert. Weg verlieren bedeutet Strafpunkte. Die Zeit ist dabei so vorgegeben, dass Sie ganz entspannt im Straßenverkehr mitschwimmen können. Es geht also nicht um schnelles Ankommen, sondern um genaues Navigieren und präzises Fahren zwischen all den anderen Verkehrsteilnehmern.

Entlang der Strecken sind sogenannte Wertungsprüfungen verteilt, in denen die Fahrerinnen und Beifahrer Zeitprüfungen absolvieren müssen. Vorgabe wäre beispielsweise, die 300 Meter Distanz zwischen zwei Lichtschranken in exakt 17 Sekunden zu fahren. Je genauer Sie diesen Wert (ohne Stop auf der Strecke!) einhalten, desto mehr Punkte bekommen Sie. Alles in Allem ergibt sich aus diesem Reglement jeweils ein Etappensieger und am Ende der Rallye ein Gesamtsieger. Vor zwei Jahren haben wir Platz 19 erreicht. In einem Käfer Cabrio mit einer einfachen Uhr mit Sekundenzeiger. High-Tech bringt einen also nicht unbedingt ans Ziel :-)

Die Faszination Automobil ist auf einer solchen Veranstaltung allgegenwärtig. Und Sie sind da mitten drin. Es ist ziemlich schwer, da nicht ins schwülstige Schwärmen zu geraten, denn es macht ECHT einen Riesenspaß. Gut gelaunte Menschen, die alle durch die Liebe zum Automobil vereint werden. Und da spielt es kaum eine Rolle, ob dieses Automobil ein englischer Jaguar V12 oder ein tschechischer Tatra mit luftgekühltem V8 im Heck ist. Und alle inmitten der maritimen Landschaft rund herum um den Hamburger Hafen, die Containerterminals und Toll Collect.

Auto Bild Klassik hat zusammen mit Helge Jost und Rallyemeister Peter Göbel eine landschaftlich wunderschöne Strecke auf das Papier geworfen, der Hafen und die erste Ausfahrt während des Prologs lassen erahnen, wie es morgen, am ersten richtigen Rallyetag, wohl weitergehen wird. Lars und ich hüpfen zwischen den Autos und den offiziellen Fotografen umher, sprechen mit Teilnehmern und verteilen Programmheftchen an die winkenden Zuschauer. Davon sollen morgen noch viel mehr kommen, aber das ist eine andere Geschichte.

Auch geht es bei so alten Autos nicht immer ganz pannenfrei zu, wie uns hier der Geschäftsführende Redakteur der Auto Bild Klassik, Frank Meyer, mit seiner goldenen DS demonstriert.

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Der poröse Benzinschlauch, wohl genau so alt wie das Auto, muss vom begleitenden AvD getauscht werden. Das bekommen wir mit unserem Schrauberfundus allein nicht behoben :-)

Als dann die Sonne hinter dem Terminal verschwindet, sind fast alle Fahrer wohlbehalten wieder zurück und haben einen Vorgeschmack auf den morgigen Tag bekommen. Sie alle lassen den Prolog auf einem gemeinsamen Abend noch einmal Revue passieren und dinieren beim Come Together an Bord des (Fake)Raddampfers Louisiana Star auf einer kleinen nächtlichen Tour durch den Hamburger Hafen. Der Platz leert sich. Alle gehen ins Bett, um noch ein paar Stunden Schlaf zu erhaschen, den sie für morgen brauch werden. Alle?

Nein - nicht alle. Da sind noch ein Blogger und ein Redakteur, die versprochen haben, die Artikel tagesaktuell ins Internet zu setzen. Mit den eigenen Fotos und einer Auswahl von den mitgereisten Fotografen. Hurra. Und das müssen wir jetzt noch machen. Das beste UMTS Netz und die meiste Ruhe finden wir auf dem Dach von Lars' Wohnung im Schanzenviertel, direkt gegenüber der Roten Flora. Gute Nacht Hamburg, morgen geht es quer durchs Land über den Heidepark Soltau bis nach Wolfsburg. Und wir sind wieder dabei!

Sandmann

Created Dienstag, 03. August 2010 Created by Sandmann Categories Timeline Tags hamburg-berlin-klassik | HBK | oldtimer | rallye | Sandmann | youngtimer
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21 Jul 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

Bericht/Bilder Altautotreff Darmstadt Juli 2014

Altautotreff Darmstadt Juli 2014

Der Wetterbericht prophezeite nichts Gutes. Schwüles Wetter und online wurde vor Gewittern - evtl. sogar mit Hagel gedroht. Da holt man den Klassiker ungern aus der Garage - einige taten es trotzdem.

Altautotreff Darmstadt Juli 2014

Altautotreff Darmstadt Juli 2014

Es waren sogar richtige Highlights in Darmstadt auf dem Burger King Parkplatz zu bestaunen.

Buick

Bei diesem Ami staunten wir nicht schlecht:

Altautotreff Darmstadt Juli 2014

Als er die Kiste anließ hörten wir nicht lautes Bollern, der ist extremst dezent, wir wunderten uns schon fast, ob der Motor schon an ist.

Das Unwetter blieb glücklicherweise aus. Es fing nur leicht an zu regnen. Einige nahmen das als Startschuss für die Heimfahrt. Eine kleine Gruppe blieb noch bis fast 20 Uhr im Restaurant sitzen. Letztendlich kein Riesen Happening, aber trotzdem ein schöner Ausklang des Wochenendes.

Der nächste Altautotreff ist am 17. August.

Original http://www.fusselblog.de/index.php/bericht-bilder-altautotreff-darmstadt-juli-1?blog=14

21 Jul 2014
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Mechthild's Mädchengruppe, Fahrbericht Porsche Cayman GTS 1997

Fahrbericht Porsche Cayman GTS

Die groben Bolzen sind nix für den Nachwuchs. Kein GT3, kein Turbo S. Stattdessen Boxster und Cayman - immerhin als GTS. Eigentlich ein Wunder, dass ich nicht auf Cayenne Diesel starten musste.


Die argen Geräte seien nur was für die grossen Jungs. Dumm nur, wenn es dann in Monza schifft wie aus Kübeln. Statt Zeiten feilen - Freischwimmer machen. Und so stand Werkspilot Neel Jani dann auch mit wagenradgrossen Augen in der Box während er von eindringlich vor wenig Reifenhaftung und Querbeschleunigung sprach. Die Elektronik solle besser aktiv bleiben heute, die Bedingungen selbst für einen Profi nicht zu unterschätzen. Das Fest begann schnell.

Am Ende des Feldes mühte sich der Scheibenwischer des Cayman GTS nach Kräften den Blick auf die Vorausfahrenden zu klären. Ich hätte ihn nicht missen wollen. Der silberne Turbo S schien ausser Rand und Band angesichts der Gaseingabe seines Lenkers: übersteuernd, untersteuernd, mal alles zugleich und doch vor Kraft kaum laufen könnend. Schöner nur die GT3’s. Feinste Michelin Pilot Sport Cup 2 waren montiert, der wohl beste Reifen in diesen Bedingungen um das eigene Deodorant zu testen. Wer das Gaspedal nicht mit ballerinagleicher Leichtigkeit dosierte, der erntete heftige Quersteher. Ansatzlos, brutal und nur mit höchster Aufmerksamkeit der ESP-Schaltkreise zu parieren. Nach dem ersten Turn schien das Nervenkostüm der Männergruppe empfindlich angegriffen. Zugegeben hätte das natürlich keiner, aber die gezündete Zigarettenmenge sprach eine deutliche Sprache.

Im GTS dagegen war die Welt in Ordnung.

Weder profillose Sportreifen, noch überbordendes Drehmoment verhagelten hier den Fahrspass, stattdessen war es einfach: schön. Perfekt ausbalanciert surfte der Cayman durch die Fluten, teilte stets brav das Gripniveau der Vorderachse mit uns liess sich spielend auf Kurs halten. Ganz ohne Achselschweiss und sonstige Unwägbarkeiten. Irgendwann dann kam auch die Sonne zum Vorschein und mit ihr grosse Glückseligkeit.

Mechthild's Mädchengruppe, Fahrbericht Porsche Cayman GTS 1997

Weil der kleine Cayman nie ein schlechtes Auto war. Eher ein richtig gutes. Und der GTS nun das fahrdynamisch perfekte Paket schnürt. Klar, aussen gibt es noch ein bisschen Deko in Form von schwarzen Akzenten, doch die Musik spielt unter dem Blech. 15 PS und 10 Nm mehr machen nicht wirklich einen grossen Unterschied, aber zusammen mit dem serienmässigen PASM, dem Sport Chrono Paket und der böse tönenden Auspuffanlage macht das Topmodell alles richtig. 

Sicher, auf der Geraden musst Du es ein wenig abreissen lassen.

Nur: Zwei Kilo zwanzig in der Curva Grande sind jetzt auch nicht wirklich langsam. Auf der Bremse beisst sich der Cayman ran. In der Kurve lässt er sich sowieso nicht abschütteln. Weil Du spätmöglichst bremsen kannst, tief in die Kurve hinein, ihn dann grob umsetzen und genau im Moment in dem die Vorderachse so ein bisschen das Jammern beginnt das Gas anlegen kannst und das Eindrehen dazu nutzt wirklich schnell aus der Kurve zu gehen. Weil der GTS Dich nie überfordert. Transparent bleibt. Nur die Vorderachse lenkt und nur die Hinterachse antreibt. Keim Moment verteilt und keine Lenkgeometrien ändert. Weil er ein Fahrerauto ist.

Natürlich sind GT3 und Turbo weit schneller. Natürlich ist ihr technologischer Fortschritt ein ganz feiner. Doch: was, wenn man ihn nicht nutzen kann? Nicht nur, weil die Bedingungen schlecht sind, sondern einfach, weil der Grenzbereich in den groben Kisten einfach so weit jenseits von den eigenen Fahrfähigkeiten liegt, dass die Karre die ganze Zeit gelangweilt wirkt und im Moment des Talentverlusts rückwärts Richtung Reifenstapel kreiselt?

Eben. 

Manchmal muss man Mädchen sein. Sich eingestehen, dass man eben nicht zu den Besten gehört. Weder Neel Jani, noch Marc Lieb auf der trockenen Piste folgen kannst, trotz gleichem Materials. Stattdessen fasst man einfach das kleinere Gerät aus und wird damit wunderbar glücklich. Weil man es hier gerade noch packt. Weil der GTS die eigenen Reflexe nicht überfordert. Vor allem aber, weil man das Gerät noch im Grenzbereich bewegen kann. Und weil genau dort, auf diesem schmalen Grat zwischen Ecke oder Hecke, das Fahren wirklich echte Freude macht.
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Mehr Porsche gibts im Archiv.

Mechthild's Mädchengruppe, Fahrbericht Porsche Cayman GTS 1997

Text: Fabian Mechtel, Bilder: Mechten, Porsche (Dirk Deckbar)

Mechthild's Mädchengruppe, Fahrbericht Porsche Cayman GTS 1997


 

Original http://www.radical-mag.com/fahrfreude/fahrbericht-porsche-cayman-gts-1997/seite_1-2

21 Jul 2014
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Happy und so, Peugeot 208 GTi Anniversary 1998

Peugeot 208 GTi
30th Anniversary

Peugeot hat nahezu unbemerkt am Festival of Speed im Goodwood den 208 GTi als Geburtstagsmodell präsentiert. Dabei kommt das Auto schon im November auf die Strasse.

Nein, der unltimative Fahrhobel wird der GTi auch in der Edition zum 30. Geburtstag der GTi-Modelle nicht. Aber, 208 PS, 300 Nm und ein Sperrdifferenzial - da geht schon was. Dazu gibts besonders sportlcihe Bereifung, ein strafferes Fahrwerk, eine Kampflackierung und natürlich jede Menge sonstigen Geburtstagszierrat. Die wichtigste aller Fragen, nämlich was das scharfe Teil kosten wird, wurde noch nicht beantwortet. Das spart man sich offenbar für die Weltremiere anlässlich des Automobilsalons von Paris im September auf.
Mehr Peugeot gibts im Archiv.

Happy und so, Peugeot 208 GTi Anniversary 1998

Text: Cha, Fotos: Werk.

Original http://www.radical-mag.com/neuheiten/peugeot-208-gti-anniversary-1998/seite_1-2

20 Jul 2014

F1 am Hockenheimring – Die Fotos vom Samstag

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Alle Fotos stammen von unserem F1-Lifestylereporter Bernd Schweickard (AWR).

Original http://mein-auto-blog.de/f1-am-hockenheimring-die-fotos-vom-samstag-60667/

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20 Jul 2014
Zu den Favoriten hinzufügen   Bernd Frank  

4. Rollator Flashmob Mainz 2014 - das war wohl nix

Ich gebe zu, ein wenig habe ich es geahnt. Die Vorzeichen für den 4. Internationalen Rollator Flashmob in Mainz waren schlecht. Kaum Feedback und dann sagte der eigentliche Veranstalter auch noch ab. Aus mehr als verständlichen (beruflichen) Gründen, deshalb kann man ihm keinerlei Vorwurf machen. Das ist das Risiko, wenn man den Termin ein Jahr vorher festlegt.

Letztendlich kamen nur 4 Personen mit 2 Rollatoren zum Mainzer Bahnhof.

Rollator Flashmob 2014

Sehr mager für ne Tour durch Mainz. Gut, ein Bier muss sein. Letztendlich standen wir 2 Stunden vor dem Mainzer Hauptbahnhof und lästerten über die Mode der Passanten. War auch lustig. Auf den Zug durch Mainz verzichteten wir. Wäre mit zwei Rollatoren ein wenig lächerlich.

War´s das mit dem Rollator Flashmob?

Irgendwie ist das Interesse gerade am Totpunkt angelangt. Sowas macht nur Spaß in einer größeren Truppe. Wir werden sehen, ob es einen 5. Rollator Flashmob geben wird.

Original http://www.fusselblog.de/index.php/4-rollator-flashmob-mainz-2104?blog=19

19 Jul 2014

Angefahren: Der neue Peugeot 108

Und, wo wohnen Sie? Was kostet Ihre Wohnung, ihr Haus? Kennen Sie den Preis pro Quadratmeter? Nein? Ich habe mal nachgeschaut, wenn Sie in Hamburg wohnen, dann zahlen Sie zwischen 7 und 13 Euro pro Quadratmeter. Je nachdem wo Sie in Hamburg wohnen. Wäre der neue Peugeot 108 also eine durchschnittliche Wohnung in Hamburg – dann würde er, bei seiner Grundfläche von 5.6 Quadratmetern, vermutlich 56 € Miete kosten.  Der Peugeot 108 soll jedoch keine Wurzeln schlagen, mobil soll er machen. Vor allem in der Stadt. Zeit für eine erste Ausfahrt im neuen Winzling von Peugeot – der 108 im ersten Fahrbericht.

Französisch wohnen, auf 5.6 Quadratmetern

Die erste Ausfahrt im neuen Peugeot 108

Drillinge sind es geworden – noch einmal. Und wieder von Toyota, Citroën und Peugeot. Das muntere Kleinstwagen-Trio wurde bereits zu Beginn des Jahres in Genf der Öffentlichkeit vorgestellt und mein-auto-blog Gastautor Axel ist bereits mit dem japanischen Drilling Aygo durch Amsterdam gefahren.  Wie sich der Peugeot 108 schlägt, durfte ich nun erleben.

Der Peugeot 108 bekam das erwachsen wirkende Gesicht der neuen Peugeot-Modelle verpasst. Sachlicher Grill, ein wenig Chrom-Schmuck um die Nase, den Löwen in die Haube gedrückt und zackig geschnittene Scheinwerfer. Wer die neuen Peugeot-Nasen kennt, der erkennt den 108 sofort als Peugeot. Gut gemacht. Der Vorgänger hatte noch die dicke Lippe der alten Formensprache getragen und sah damit immer ein wenig wie ein Grinsebär aus, ein debiler Grinsebär.

Mit dem neuen Modell ist das nun – Viva la Revolución - Geschichte. Der neue 108 wirkt souverän, erwachsen, fast ein wenig zu ernst. Damit man ihm das austreiben kann, haben ihm die Verantwortlichen den Lifestyle auf die Karosse gemalt. Wer will kann nun unter einem halben Dutzend Designkits wählen. Darunter so “typisch französische” Begriffe wie “Kilt, Tattoo, Dressy oder Barcode”. Auch im Innenraum lässt sich die Farbwelt anpassen. Einen guten (bunten) Einblick liefert der Online-Showroom von Peugeot.  Unter den Möglichkeiten, auch eine abgefahrene Zwei-Farben-Lackierung. Eher britisch, den französisch, aber hey – Lifestyle eben!

Angefahren: Der neue Peugeot 108Angefahren: Der neue Peugeot 108Der Löwe glänzt wieder.

Motoren & Getriebe und die schönste Nebensache der Welt

Peugeot bietet für den 108 zwei Motoren an und auch zwei Getriebe-Versionen. Theoretisch.  Auf einem Blatt Papier ergibt das vier Möglichkeiten zum Antrieb des kleinen Franzosen. De facto wählt man zwischen einem 1 Liter Motor mit 69 PS und einem 1.2 Liter Motor mit 82 PS. Das automatisierte Schaltgetriebe ETG5 ist nur für den kleinen Benziner erhältlich und auch die für die Stadt sinnvolle Start&Stopp-Schaltung des Motors ist nur mit dem 69 PS Benziner möglich, dann aber nicht mit dem ETG5-Getriebe kombinierbar. Auswahl sieht anders.

Die schönste Nebensache der Welt?  Klar, Auto fahren. Um mir einen Eindruck vom 108 zu verschaffen, bin ich sowohl den kleinen Dreizylinder mit 69 PS, als auch den “großen” Dreizylinder mit 82 PS gefahren. Beide Motoren sind vor allem kernig. Kernig im klang, kernig im Leerlauf, kernig in der Kraftentfaltung. Dem 108 kommt sein niedriges Leergewicht von rund 900 Kilogramm (915-935) zu gute. So spürt man kaum, wie mager der Durchzug der Motoren in Wirklichkeit ist. Vor allem der 69 PS Dreizylinder muss sich mächtig anstrengen um den 108 auch oberhalb von Stadt-Tempo in Schwung zu bringen. Das 5-Gang Schaltgetriebe ist ihm hierbei nur beschränkt hilfreich. Ein wenig haklig, ein wenig widerborstig rührt man zwischen den 5-Gängen hin und her – nur um festzustellen, runterschalten macht alles nur lauter, aber kaum flotter. Nun – wer sich eine mobile 5.6 Quadratmeter-Einheit anschafft, der wird vermutlich kaum die Tour de France auf Bestzeit fahren wollen. In diesem Sinne von der Kritik zurück zum löblichen. Die elektrische Servolenkung erleichtert dem Lenkführer die Arbeit bis zu einem Minimum und der kernige Klang des Drei-Pötters wird eher als “nett” und “er war bemüht, im positiven Sinne” verstanden, denn als nervig.

Angefahren: Der neue Peugeot 108Angefahren: Der neue Peugeot 108Angefahren: Der neue Peugeot 108

Die guten Seiten des Baby-Löwen

Mit 3.47 Metern ist der Peugeot 108 knuffig kurz. Der Radstand von 2.34 Metern und die Breite von 1.61 Metern lässt den Insassen allerdings genug Platz. Die großen Türen des Dreitürers  erleichtern das einsteigen in den Franzosen und man fühlt sich – die Verarbeitung ist völlig ok – gut integriert in den Peugeot 108. Die Sitzposition passt, dem Lenkrad mangelt es allerdings ein wenig an Verstellmöglichkeiten.  Wenn man auf 3.47 genug Platz für die Insassen bietet, dann muss irgendwas den kurzen Dimensionen zum Opfer fallen. Wie üblich bei Stadtmobilen ist es auch beim 108 der Kofferraum. 180 Liter bleiben beim 108 mit Ersatzrad und 196 Liter bei der Version mit Reifenpannenset übrig.  Die dünne Rücksitzbank ist schnell umgeklappt und schafft so Platz für bis zu 780 Liter Ladevolumen. Und anders als beim Toyota Aygo – beim 108 haben wir nachgemessen! Der wichtige Wert der Ladekantenhöhe beträgt 78,1 Zentimeter! Jawohl!

Der Himmel ist das Limit

Wer den 108 mit Faltschiebedach ordert, der bekommt im Sommer eine ordentliche Prise Frischluft in den kleinen Franzosen.  Allerdings gibt es das Faltdach nur in den gehobeneren Ausstattungslinien Active und Allure – dafür aber sowohl für den Drei- als auch für den Fünf-Türer.

Bring the Action!

Kein Auto ohne Infotainment mehr. Kein Auto ohne clevere Smartphone-Einbindung. Peugeot bietet für die Generation “always on” die richtige Portion an cleverer Technik. Genau richtig platziert zwischen “kann ich mir noch leisten” und “kann mehr als ich brauche”. Daran kann sich im übrigen ausgerechnet der “neue smart” eine Scheibe abschneiden.  Sowohl Mirror-Link (für ANDROID, WindowsMobile und RIM) als auch AppInCar (iOS) lassen sich mit dem “Mirror-Screen” getauften Infotainment-System des neuen Peugeot 108 nutzen.  Das System basiert auf einem 7-Zoll großen Touchscreen und bringt neben der Connectivity-Lösung auch vier Lautsprecher und eine Audio-Fernbedienung am Lenkrad mit. Minuspunkt auch hier: Dieses System ist nur für den Allure erhältlich.

Der Autor und das Auto'chen.Angefahren: Der neue Peugeot 108Angefahren: Der neue Peugeot 108

Preis und Fazit

Theoretisch fängt die 5.6 Quadratmeter-Wohnung mit ihren vier Rädern und den hippen Styling-Optionen bei 8.890 € an. Das ist der Grundpreis für den 108 Dreitürer in der Basis-Version und 69 PS stark.  Das entspricht dann einer unrenovierten Altbau-Wohnung im Osten Berlins. Wer in den hippen-Vorstadtbezirken von Hamburg wohnen will, der greift zum 82 PS starken 108 Allure Pure Tech 82 und zahlt für den Dreitürer 13.150 €. Damit kann man sich dann auch vor der nächsten In-Kneipe sehen lassen. Und wer es danach nicht bis nach Hause schafft, der hat ja immer noch die 5.6 Quadratmeter des kleinen Franzosen und mit 56 € im Monat (theoretisch!), wohnt es sich auch recht billig!

 

 

 

 

 

Original http://mein-auto-blog.de/angefahren-der-neue-peugeot-108-108/

19 Jul 2014
Zu den Favoriten hinzufügen [1 Benutzer]   Peter Ruch  

Der x-te, Aston Martin V12 Vantage S Roadster-1536

Aston Martin V12 Vantage S Roadster

Mal wieder ein total neuer Aston Martin: V12 Vantage S Roadster. Das Coupé gabs schon, jetzt gibt es halt auch noch offen.

Nein, keine weiteren Scherze über Aston Martin und die grossartige Neuheiten-Flut, die sich jetzt schon seit Jahren hinzieht. Wir bleiben ganz trocken und vermelden: V12, 6 Liter Hubraum, 573 PS und ein maximales Drehmoment von 620 Nm, allerdings erst bei 5750/min. 0 auf 100 in 4,1 Sekunden, etwa 321 km/h Höchstgeschwindigkeit. Alles wie gehabt im V12 Vantage S, bloss ist es halt ein Roadster. Sonst noch was? Während der V12 Roadster vorher nur über ein manuelles Getriebe bedienbar war, gibt es jetzt 7-Gang-Sportshift, also ein automatisiertes Dings. Zu haben ab, k.A., zu einem Preis von ab, k.A..
All die anderen gleich aussehenden Aston Martin gibt es im Archiv.

Aston Martin V12 Vantage S Roadster

Original http://www.radical-mag.com/neuheiten/aston-martin-v12-vantage-s-roadster-1536/seite_1-2

19 Jul 2014

Formel 1 in Hockenheim 2014 – Erste Galerie

Dieses Wochenende wird es heiß. Die Sonne knallte die Tage bereits über dem Motodrom in Hockenheim uns brachte de Zuschauer ordentlich zum schwitzen. Die Rennfahrer? Auch die dürften unter ihren Helmen und Feuerfesten-Anzügen ordentlich ins Schwitzen kommen.

Das Qualifying für den Großen Preis von Deutschland startet heute um 14:00 Uhr und RTL wird – wie immer – live übertragen. So richtig geil ist die Formel 1 aber nur live! In Zusammenarbeit mit der Hockenheimring GmbH haben wir deswegen zwei Eintrittskarten für das Rennen verlost! Die Gewinnerin dürfte bereits auf dem Weg nach Hockenheim sein – ich wünsche ihr, auf diesem Weg, noch einmal viel Spaß beim Großen Preis von Deutschland!

F1-Hockenheim: Werden wieder die Silberpfeile dominieren?

Die ersten freien Trainings haben ein bekanntes Bild geboten. Die MercedesGP fahren vorne weg, der Rest hinterher. Wie in der ganzen Saison bereits. Allerdings sieht es aus, als würde der Vorsprung der Silberpfeile kleiner werden.

Um 15:00 Uhr sind wir ein wenig schlauer!

Das Rennen startet morgen um 14:00 Uhr, wer nicht wie unsere Gewinnerin Annika live vor Ort sein kann, der sollte sich die Hitzschlacht von Hockenheim im TV anschauen!

 

 

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Alle Fotos stammen von unserem F1-Lifestylereporter Bernd Schweickard (AWR).

 

Original http://mein-auto-blog.de/formel-1-in-hockenheim-2014-erste-galerie-27935/

18 Jul 2014

Sponsored Post: Audi Gebrauchtwagen :plus

Was geht immer? Richtig, Katzen-Videos. Katzen-Videos werden geklickt, Katzen-Videos findet jeder “aaawww“. Ich persönlich bin eher kein Katzenmensch. Wir haben einen Hund. Hunde sind die besseren Katzen, ganz klar. Bei Audi sieht man das wohl ähnlich und deswegen spielt eine charismatische französische Bulldogge auch die Hauptrolle im aktuellen Werbe-Clip:

Werbung für: Audi Gebrauchtwagen :plus

5 Jahre Anschlussgarantie bei Audi

Jeder hat ein zweites Leben, so der Werbeslogan zum Clip. Und ich mag die Doppeldeutigkeit. Vor ein paar Tagen habe ich den Clip zum ersten Mal im TV gesehen und – eben weil man selbst Hunde-Besitzer ist – half der sprechende Hund sofort dabei, die Sympathien für den Clip zu wecken.

Videos mit sprechenden Hunden – Da gibt es auf Youtube eine ordentliche Auswahl

Aber kein bewirbt eine Gebrauchtwagen-Garantie. Da bin ich mir sicher. Dieser Clip dürfte der erste sein, der einen sprechenden Hund, einen Privat-Detektiv und die Wiedergeburt in einen Zusammenhang stellt. Wie es sich für die Werbe-Clips der großen Automobil-Hersteller gehört, ist der gesamte Clip extrem gut gestaltet, geschnitten und vertont. Die Wirkung von Bildschnitt und dem erst einmal auf dem Off sprechenden Hund – genial. Werbung für eine Gebrauchtwagen-Garantie? Nein, dass kommt einem erst beim letzten Satz in den Sinn. Und dann ist es eben auch eine einfach gute Werbung. Kein dumpfes jodeln von Slogans oder dämliche Melodien.

Der Clip wirkt am Anfang wie ein Kinofilm. Der typische Privat-Ermittler hockt in seinem Auto, observiert und fotografiert einen telefonierenden Mann und kaut munter einen Donut. Bis zur Stimme aus dem off …

Und so macht Audi Werbung für das “zweite Leben” der Audi-Gebrauchtwagen:


Wer also gerade auf der Suche nach einem wertigen Gebrauchtwagen ist, Audi will Euch von der 5-Jahre Anschlussgarantie erzählen. Und der Clip soll Euch vermitteln, in was für einem guten Zustand so ein “junger Gebrauchtwagen” dann ist. Abgesichert ist man eh.

Wer sich also für diese 5-Jahres Anschlussgarantie interessiert, der klickt gleich mal rüber zur Webseite von Audi und erfährt dort mehr über die Einzelheiten.  Natürlich findet man Audi auch auf Facebook.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

>> Dieser Artikel wurde gesponsert von Audi << - Das Bildmaterial stammt von Audi. Der Artikel wurde über eine Blog-Marketing-Agentur vermittelt. Der Artikel ist frei von mir erstellt.

Original http://mein-auto-blog.de/sponsored-post-audi-gebrauchtwagen-plus-19212/

 
18 Jul 2014
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Neuland? Neuwagen? Ja und nein. Weil ich mir natürlich NICHT einen Neuwagen gekauft habe, ohgottogott wo denken Sie hin? Es fühlt sich aber (für mich) so an. Meine Freundin war immer jünger als meine Autos. Immer! Okay, mit steigendem Alter wurde das schwieriger, dann brach plötzlich der Audi V8 elfjährig als nagelneuestes Auto in der Familie die Tradition, das Taxi war sogar von 1997 und jetzt – JEEEEETZT — ist im Fuhrpark erstmals eine 2 vorn im Baujahr. 2001. Ich werd bekloppt. Oder spießig? Zur Freundin: so tief in der Midlife-Crisis stecke ich nicht, dass ich mich mit so einem jungen Huhn schmücken müsste. Nein. Automobil gesehen ist das hier aber tatsächlich Neuland, und wenn ich mir die Eckdaten des dunkelblauen Herren angucke könnte das eine Affäre für eine kleine Ewigkeit werden. Ich fahr mal hin und hol ihn ab…

Ein neuer Stern.

Sandmann fährt Bahn

Strenggenommen begebe ich mich in keine gute Verhandlungsgrundlage, wenn ich mit einem One Way Ticket per S-Bahn zum Autoangucken fahre. Ein klassischer Fehler, denn der Vorbesitzer geht in so einem Fall davon aus, dass man den Wagen sowieso mitnehme und bleibt auf seinem ausgerufenen Preis kleben. Normalerweise. Wenn man von Kiel nach München oder so fährt. Diesen Vorbesitzer kenne ich allerdings inzwischen persönlich und mache mir im Vorfeld keine Sorgen, dass ich den Wagen NICHT erwerben werde. Zumal es von Hamburg nach Hamburg geht und ich im Eskalationsfall auch mit einer anderen S-Bahn wieder zurück fahren könnte :-) Flashback: Das Autoschicksal spann schon wieder spinnengleich seine seltsamen, klebrigen Fäden, gerade noch vor ein paar Wochen auf dem Drivestyle Sunday vom DAZ Verlag stand ich so mit einem Kumpel zwischen feinen Autos rum, über dessen weißen 280 S ich gerade eine Geschichte geschrieben habe. Da merkt sein ebenfalls rumstehender Bruder beiläufig an, dass er einen Benz ähnlich meinem aus Funk und Netz bekannten Klappertaxi besäße und dass der jetzt weg solle. Ach? Erzähl? Vielleicht schraube ich mir ja doch nicht für den nächsten Tüv am cremefarbenen T-Modell die Finger blutig sondern sattel um…? Und er erzählte.

Ein neuer Stern.

One Way Ticket

Alles neu macht der Mai. Sandmann und Sandmann fahren raus in die Hamburger Suburbs. Mit ganz vielen Gedanken im Kopf. Ich habe nach den Erzählungen von Bruder Marcus versucht, das Taxi am Stück zu verkaufen – keine Chance. Das Thema hatten wir schon. Jetzt steht der alte Herr trocken eingelagert beim Markus1975, also noch einem Mark/cus, und wartet auf seine Filetierung. Aber das ist eine andere Geschichte. Das, was da wiederum in ein paar Minuten vor mir stehen wird ist prinzipiell das gleiche dieselnde Auto – aber eben auch nur prinzipiell. Ich werde mit diesem Wagen, so ich ihn denn mitnehme, erneut ein paar meiner felsenfesten Grundsätze über den Haufen werfen, als da wären:

  • kaufe keinen Common Rail Diesel
  • kaufe kein Auto mit CAN Bus
  • nur noch Leder, nie mehr Stoff
  • vermeide Xenon Lampen
  • Standheizungen sind überflüssig
  • Radios müssen einen AUX Anschluss haben
  • möglichst keine Displays im Tacho

Ohauerha. Ohauerhauerha :-( Nun werden einige von Ihnen den einen oder anderen Gedanken der Liste oben nicht ganz verstehen oder nachvollziehen können. Der vor 20 Jahren einmal gefasste Grundsatz hinter den meisten Punkten ist meine Vermeidung von zu viel Elektronik oder sensibler Motorentechnik. Weil ich ganz gern selbst schraube. Und über den Einspritzdruck von rund 1300 Bar der CDI Motoren haben wir uns an anderer Stelle bereits ausgetauscht, die können einem sauber den Finger mit einem leckeren Dieselstrahl abscheren, wenn man blauäugig an den Injektoren nestelt. Nun. Mit blauen Augen kann ich dienen, mit Blind- oder Dummheit nicht, jedenfalls nicht beim Autokauf, woanders schon mehr. Auf der JAJAJAA!!!!-Seite dieses T-Modells (immerhin habe ich mich langsam an die Präsenz eines Kombis gewöhnt, auch das war mal anders…) stehen auch noch ein paar Fakten. Viele.

Ein neuer Stern.

Reise Reise mit der HVV

JA – es ist wieder dieses Vieraugengesicht, das ich inzwischen lieb gewonnen habe. Ein Mercedes-Benz S210, der ungeliebte, der rostige, der Taxi Benz mit dem Kombiarsch. Der hier ist ein Nach-MOPF, also das überarbeitete Modell (bei Mercedes, wer von Ihnen das vielleicht nicht weiß, heißen die “Modellpflegen” immer MOPF. Das fällt mal umfassender und mal weniger umfassend aus. Bei diesem dicken Daimlerwagen sind nach meinem Taxi im August 1999 über 1800 Bauteile ersetzt oder modifiziert worden, man erkennt den damals noch zum Chrysler Konzern gehörenden so überarbeiteten Dampfer an den Blinkern in den Rückspiegeln (auch das fand ich eigentlich immer doof) und den geänderten Front- und Heckschürzen. Ach ja – und die Nase ist flacher. Aber man kann angeblich noch immer auf der Haube sitzen. Ich werde das testen :-) JA – er ist nicht mehr taxielfenbein getüncht, sondern tief dunkelblau. JA – es sind echte 140.000 Kilometer auf dem Tacho(display), weitestgehend durch das Scheckheft nachgewiesen. Der Kahn ist noch nicht mal richtig eingefahren und hat innen auf Sitzen und Armaturen keinen sichtbaren Verschleiß. JA – er ist immer in einer Mercedes Werkstatt gewartet und repariert worden. Bremsen, Reifen, Anbauteile, da ist nix vom osteuropäischen ebay-billig-Anbieter mit Zerfallszeiten von einem halben Jahr. JA – er hat noch über ein Jahr TÜV. JA – die Avantgarde-Ausstattung ist cool, elektrische Fensterheber (geht), Glasschiebedach (geht), Klimaanlage (geht), serienmäßige Xenonbrenner der ersten Generation (gehen), Zuheizer, graues Wurzelholz, ab Werk ein bisschen tiefer, Alufelgen, Standheizung von Vebasto mit Fernbedienung (geht). Ein Ackerhaken ist abnehmbar dabei… Und der Preis ist mehr als okay. Und schon bin ich da.

Ein neuer Stern.

Der neue Sternenkreuzer.

Groß und edel wirkt der erst 13 Jahre alte Herr mit der geringen Laufleistung. Im Vergleich zu meinem Taxi, und sehen Sie mir diesen Vergleich bitte nach denn ich habe keinen aktuelleren Benchmark, ist das blaue Wunder tatsächlich wie ein Neuwagen. Ein paar Kratzer sind im Lack und auf den Alus, aber na und? Unter den Gummidichtungen der hinteren Türen blühen einige Rostblumen, aber na und? Im Inneren riecht es sehr stark nach Rauch, aber na un…. urks. Nee :-( Bah. Mensch Marcus, das ist aber doch ziemlich muffig. Puh. Ich selbst bin ja dem gemeinen Zigarillo oder dem Pfeifchen nicht abgeneigt, aber niemals im Auto. Er ist durchaus gepflegt und sauber von innen, der Daimler, aber im Himmel, in den grauen Stoffsitzen, in jeder Naht hängt der kalte Kippenhecht. Mist. Und zwar so nachhaltig, dass ich überlege, ihn deshalb nicht zu nehmen, weil ich nicht sicher bin, ob das jemals wieder rausgeht. Dabei passt alles andere doch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge…

Ein neuer Stern.

MOPF. Aber irgendwie wohnlich.

Drei Dinge stimmen mich milde.
Da ist zunächst einmal eine Probefahrt mit offenen Fenstern und offenem Schiebedach. Überhaupt, endlich wieder ein Schiebedach. Der rechte Fensterheber ist aus der Führungsschiene ausgehakt, aber im Taxi wartet ja Ersatz auf Abruf. Es fächelt durch die anderen Öffnungen nicht nur Frischluft in den großen Wagen rein und vertreibt ein wenig den alten Rauch, es kommt auch Freude am Fahren auf. Der 220 CDI zieht sauber und kraftvoll, ist sagenhaft leise im Vergleich zum 290er Nagelklotz und die ganze Fuhre schnurrt wie am ersten Tag durch die Vorstadtstraßen. Ein wahrhaft gesundes Auto. Auch wenn es hinten links an der Achse beim Einfedern so komisch knarzt, aber auch das wird man beheben können. Es werfe den ersten Stein, wer ohne Mängel sei… Die Klimaanlage kühlt, ohne zu zischen, alle Warnlampen sind aus und alle Instrumente zeigen das, was sie zeigen sollen. Übers Lenkrad (ohne speckigen 70er Jahre Bezug) lässt sich das fette Becker Radio mit Kasettenschacht steuern (ja, das geht Dank CAN Bus), außerdem kann ich das große mittlere Display lustig in seinen Funktionen durchblättern. Cool.

Ein neuer Stern.

Ich sitze, also bin ich.

Wieder vor der Tür des geduldig wartenden Vorbesitzers angekommen und von der Technik des sonor nagelnden Stuttgarters komplett überzeugt fällt das milde stimmende Wort “Ozonbehandlung”. Davon habe ich schon mal gehört, ist das nicht diese Schicht da oben über der Erde, die mal von Spraydosen kaputt gemacht wurde und wegen dessen Fehlen wir zum Dank jetzt alle im Sommer ganz schnell braun werden? Nein, nicht ausschließlich, mit Ozon lassen sich offensichtlich auch stinkende Geruchsmoleküle knacken und kaputt machen, damit sie anschließend nicht mehr stinken. Ach? Cool. Das kostet aber ein bisschen Geld, und damit kommen wir zum milde stimmenden Ding Nummer drei: Dem Preis. Vorbesitzer Marcus und ich werden uns nach ein bisschen hin und her einig, und ich kaufe das Auto. Handschlag drauf, passt. Sandmann hat das bisher neueste Auto in seiner 25 Jahre währenden Histoire des Voitures erworben. Glück. Freude. Seeligkeit. Neu ist immer gut, ich bekomme sogar noch den Kasettenadapter dazu, über den ich mein iPhone als Musikspender anschließen kann. AUX? Braucht man nicht. Und fangen Sie mir hier nicht an mit FM Transmittern, die taugen überland nicht so weit wie man sie werfen kann. Werfen wir stattdessen einen Blick unter die geschwungene Haube:

Ein neuer Stern.

220 CDI, der typische Taximotor

Der Motor mit der internen Bezeichnung OM 611 hat nur vier Töpfe und ist noch mehr mit Plastik umbaut als der klotzige Reihenfünfer meines Taxis. Aber er hat einen nachgerüsteten Dieselkat und mit seiner grünen Plakette freie Fahrt durch die Smog-Städte der Republik :-) Uuuuund…. er genehmigt sich angeblich nur rund 7 Liter von der stinkenden Brühe, aber das muss noch bewiesen werden. Alle Anbauteile sehen gesund aus, alles um den Motor herum wirkt quasi neuwertig, alles klackt und klickt und funktioniert. Ich kann mein Glück kaum im Zaum halten und hüpfe singend und lachend mit dem Dampfstrahler an der Tanke um mein neues Auto herum und produziere Regenbögen. Ungefähr so lange, bis ein freundlicher, aber bestimmt guckender junger Mann aus dem Kassenhäuschen kommt und mich darauf hinweist, dass ich hier doch bitte die Aktivitäten rund um meine Motorwäsche in Grenzen halten möge. Na gut. Ist ja eh alles nicht nur sauber, sondern rein. Und deshalb kann ich Euch und Ihnen nun endlich meinen neuen Sternenkreuzer präsentieren, nicht mehr nur in geschnipselten Bildern – sondern mal in seiner ganzen Pracht. Tataaaaaaa ♫

Ein neuer Stern.

Avantgarde. Na ja, damals zumindest.

:-) Er ist nicht so kultig wie das Taxi, sondern eher dezent. Aber schick. Er hat keinen Riss in der Frontscheibe, und man rupft ihm beim Einlegen der Fahrstufe nicht den Wahlhebel aus dem Schaltbock. Er trampelt nicht mit der Hinterachse wie ein tiefergelegter Opel Astra, weil die Druckspeicherkugeln der Niveauregulierung gerissene Membranen haben. Er lässt nicht jede Nacht die Heckklappe einfach so offen. All das, was mein Taxi sich herausgenommen hatte. Er ist fast schwarz und funkelt fein in der Sonne. Seine kleinen Kratzer und Schmarren erzählen schon jetzt von einem bewegten Leben, das in meinen Händen nun weitergehen wird. Aber hoffentlich nicht mehr so bewegt, denn das Leben als solches bewegt sich schon genug dieser Tage. Ich hege die vage Hoffnung, hier ein Automobil erworben zu haben, das über einen längeren Zeitraum einfach mal nur so funktioniert. Und zwar so gut, dass auch mein halbfinnisches Fräulein Altona ihm Vertrauen entgegen bringt und mit Kindersitz nebst viertelfinnischem Sandmädchen auch mal allein und behütet unterwegs sein wird. Ohne auf dem Weg nach Berlin den Auspuff zu verlieren (Rudolf) oder mit herausgerupftem Automatik-Wahlhebel ohne Rückwärtsgang an der Tanke stehend (Taxi). Mein Neuwagen. Alles ist ja relativ :-)

Ein neuer Stern.

Der Schlüssel zu Ali Babas Schatzkammer

Jetzt habt Ihr ihn gesehen. Jetzt wisst Ihr, was Sache ist. Und der erste Trip geht gleich mal ganz weit weg – mit meinen beiden großen Töchtern nebst Freund auf einen Campingplatz zwischen Montpellier und der spanischen Grenze. Über Paris. Zwar nicht mehr mit einem Taxi (nur für eiiiinen Taaaaag), aber angesichts der 1700 Kilometer mit einem sehr beruhigenden Gefühl der Zuverlässigkeit. Cool. Ich freu mich drauf. Und ich nenne die Karre irgendwie noch immer “Taxi”, hat jemand einen besseren Vorschlag…?

À bientôt.
Sandmann

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Created Freitag, 18. Juli 2014 Tags Avantgarde | daimler | Ich fahr... TAXI! | kombi | S210 | Schiebedach | Standheizung | Sternstunden | T-Modell | taxi | Vieraugengesicht | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
18 Jul 2014
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Ach, damals..., Opel Admiral V8-1785

Opel Admiral V8

 

Opel Admiral V8

Das Überhol-Prestige wurde in Deutschland erfunden, irgendwann in der 60er Jahren. Zwar gab es in den USA diese grossen Highways, doch da fuhr ja niemand schnell - in Deutschland aber gab es die Autobahnen. Und in Deutschland wurde in jenen Jahren die automobile Zwei-Klassen-Gesellschaft erfunden. VW Käfer - und noch langsamer - zuckelten so ein bisschen einher und waren überhaupt froh, wenn sie irgendwann das Ziel erreichten. Dann kamen aber die ersten grossen Mercedes, es begann vielleicht mit dem «Adenauer» (W189, 3-Liter-Sechszylinder, 160 PS, 165 km/h schnell), es folgte der W112 (als 300SE mit bis zu 170 PS, bis zu 180 km/h Höchstgeschwindigkeit), schliesslich ab 1965 der W109.

Und dann gab es da noch die Opel. Den ersten Opel Kapitän gab es bereits 1938, er sollte das letzte Opel-Modell sein, das noch vor dem 2. Weltkrieg vorgestellt wurde; bis im Herbst 1940 wurden 25’371 Exemplare gebaut. 1948 wurde die Produktion dann wieder aufgenommen, und die verschiedenen Varianten des Kapitän blieben in den 50er und 60er Jahren die Flaggschiffe der Marke. Im Frühling 1964 setzte Opel aber endlich einen drauf: die so genannte KAD-Reihe. Sie bestand aus dem Kapitän, dem besser ausgestatteten Admiral sowie dem Diplomat, der einen 4,6 Liter-Achtzylinder erhielt und das Topmodell darstellte. 1965 kam noch das Diplomat Coupé dazu, 1966 dann in beiden Diplomaten gegen Aufpreis von 960 DM der 5,4-Liter-V8, der 230 PS leistete. Anscheinend waren diese Diplomat die ersten deutschen Automobile, deren Tacho bis 250 km/h reichte. Womit das mit dem Überhol-Prestige eigentlich schon erklärt wäre - weg da, ich hab den Grössten.

Von der KAD-A-Reihe, die bis 1968 gebaut wurde, war der Admiral das meistverkaufte Modell, innert vier Jahren wurden über 55’000 Exemplare gebaut. Die Basisversion verfügte über den 2,6-Liter-Reihensechser mit 100 PS, der schon im Herbst vom 2,8-Liter-Reihensechser mit 125 PS abgelöst wurde; ab 1967 kam dann noch die HL-Variante (HL für Hochleistung) mit 140 PS dazu.

Opel Admiral V8
Opel Admiral V8

Schon im September 1965 wurde aber der Admiral V8 eingeführt, den ich kürzlich fahren durfte. Nur 623 Stück dieser Version, die von einem 4,6 Liter grossen, 190 PS starken V8 angerieben wurde, wurden gebaut.
Die Maschine stammte nicht von Opel, sondern kam von ennet dem grossen Teich, aus den grossen Chevrolet-Regalen. So aufgerüstet sprintete der Admiral in 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h und war 200 km/h schnell. Also: theoretisch. Sehr oft wurde die Geschwindigkeit wohl kaum erreicht, das Fahrverhalten der Gummikuh erforderte über 150 km/h schon einiges an Geschicklichkeit am Lenkrad sowie Mut. Trotzdem: im Vergleich, was damals sonst so über die deutschen Autobahnen kroch, war das richtig wilde Kraft, auf langen Geraden waren schon einmal 170, 180 km/h möglich. Auch heute noch...

Opel Admiral V8
Opel Admiral V8
Opel Admiral V8
Opel Admiral V8
Opel Admiral V8

Und so ein Admiral V8 stand damals ziemlich allein auf der Gasse (abgesehen vom Diplomat); die Sterne aus Stuttgart waren bis 1968, als dann der 250 PS starke 300 SEL 6.3 eingeführt wurde, laue Luft, vom BMW gab es nichts in jenen Jahren (die E3 kamen erst 1968), und wenn ein Automobil den grossen Opel das Wasser hätte reichen können, dann wären es andere GM-Produkte gewesen, vor allem die noch stärkeren und noch schnelleren Cadillac. Doch die waren in Europa damals so selten wie heute. Das gilt auch für die Sportwagen: die ersten Porsche 911 schafften ab 1964 zwar auch 200 km/h Höchstgeschwindigkeit, aber dies ebenfalls nur auf dem Papier, das brauchte ziemlich «balls», um die Stuttgarter «Blindschleiche» (so genannt ob ihres eigenartigen Fahrverhaltens) flott über die Bahn zu treiben. Wenn etwas schneller war, dann absolute Exoten wie Ferrari, Facel-Vega oder so; beim Admiral sprechen wir aber von einem - Opel.

Und wie schön er ist. Ganz klassische Linien, zwar amerikanisch beeinflusst, dies aber europäisch geglättet (das Opel-Design-Studio in Rüsselsheim hatte als erstes seiner Art in Europa just 1964 seine Tore geöffnet). Sie stellten etwas dar, die Kapitäne, Admirale, Diplomaten, man war wer im Wirtschaftswunderdeutschland, wenn man solch einen Opel sein eigen nennen konnte. Die Grossserien-Technik macht keine Probleme (mit Ausnahme des 5,4-Liter-V8, der neigte anfangs zum Überhitzen) - und innen zeigt sich die wahre Erhabenheit. Das rote Leder, das rote Lenkrad, Sitze wie Fauteuils (mit null Seitenhalt) mit Chromleisten unten: welche Pracht. Leise schnurrt der Achtzylinder auch heute, sanft setzt sich das Trumm in Bewegung; schon damals verliefen die Schaltvorgänge der Automatik quasi rucklos, aber man spürt gleichzeitig auch, wie viel der stolzen Kraft irgendwo in diesem Getriebe verschwindet. Aschenbecher links und rechts in der Armauflage. In den Kurven aber eine Seitenneigung, dass man aufpassen muss, dass diese Aschenbecher sich nicht in den Innenraum entleeren. Rasen ist nicht - aber gleiten.

Opel Admiral V8

Die KAD-B-Reihe, gebaut von 1968 bis 1977, waren dann die letzten Oberklasse-Modelle von Opel. Das Einstegsmodell, der Kapitän, kam mit einem 2,8-Liter-Sechszylinder mit bis zu 145 PS - und wurde 1970 eingestellt. Der Admiral mit 165 PS durfte mit einigen Retuschen bis 1976 im Programm bleiben. Topmodell blieb der Diplomat mit seinem 5,4-Liter-V8 und 230 PS, der in der Serienversion 21’556 DM kostete; deutlich weniger als der nur 200 PS starke Mercedes 300 SEL 3,5, der auf stolze 29’637 DM kam. Für den Diplomat gab es auf Wunsch Klimaanlage, ein elektrisches Schiebedach, von innen verstellbare Spiegel und sogar eine in die Windschutzscheibe integrierte Antenne. 1969 hatte Opel noch stolze 17’777 Exemplare des Diplomat verkauft, doch die Ölkrise (1973) und die Einführung der neuen S-Klasse von Mercedes (1972) machten dem grossen Opel das Leben schwer, 1974 konnten nur noch 1754 Stück abgesetzt werden; das Ende der KAD-Reihe war auch das Ende von Opel als Luxusfahrzeug-Hersteller. Schade eigentlich.

Und heute? Sie bleiben unterschätzt, die grossen Opel. Für das Diplomat Coupé mit dem grossen V8 werden zwar unterdessen anständige Preise bezahlt, doch im Vergleich zu anderen Fahrzeugen von nur gefühlt edlerer Herkunft, die ähnlich selten und auch nicht besser motorisiert sind, bleiben sie weiterhin absolute Schnäppchen; ob sich das je ändert, wer weiss das schon. Für die anderen Mitglieder der KAD-A- und KAD-B-Reihe haben die Preise zwar angezogen in den vergangenen ein, zwei Jahren, doch sie sind weiterhin viel zu günstig für ihre geschichtliche Bedeutung, für ihre damals so fortschrittliche Technik, für den Status, den sie einst hatten. Dazu kommt: sie sind ja einigermassen problemlos zu halten, die grossen Opel, ja, der Rostfrass, der nagt an ihnen, doch es sind dank der grossen Verkaufszahlen alle Teile noch für vernünftiges Geld zu haben; das gilt ganz besonders für die amerikanische Massen-Mechanik.

Mehr Opel gibt es im Archiv.

Original http://www.radical-mag.com/fahrfreude/opel-admiral-v8-1785/seite_1-2

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24 Sep 2013

Jens Tanz (Sandmann)

Das Leben ist zu kurz für kleine Autos und abgegriffene Geschichten. Steht auf: Deutsche Oldtimer im Alltag und die 70er. Leidenschaft: Rotwein, Kaminfeuer und Gitarre.

Website: sandmanns-welt.de

 

Created Dienstag, 24. September 2013 Created by Jens Tanz Categories Autoren
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20 Jul 2014
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Mietwagen, neu

Mietwagen, neu

Zwischen Land und Meer

Ich, sie und sie in Portugal, Teil 1
Es ist mir fast schon ein bisschen peinlich. Also peinlich auf mehreren Ebenen. Ich bin ja kein Neuwagenblogger und werde das auch niemals sein, aber WENN ich einen Neuwagen fahre, fotografiere und drüber schreibe, dann muss der schon sehr geil sein. Also vielleicht ein CLS AMG wie damals in Kalifornien:-) Und jetzt? Jetzt sitze ich hier neben einem nagelneuen Kleinwagen, den ich sehr hässlich finde. Der total lahm ist. Das ist mir peinlich. Aber ich werde jetzt nicht wie ein allesfahrender Neuwagenblogger trotzdem die tollen Vorzüge dieser langweiligen Karre beschreiben, denn es geht heute um … MIETWAGEN:-) Darüber habe ich noch nie getextet. Sandmanns klugscheißender Wissens-Blog. Und das – ist mir auch peinlich.

Mietwagen, neu

Nun mal mit Kindersitz, bitte.

Miet-Wagen. Meet-Wagen. Meat-Wagen. Need-Wagen. Miet-Plagen. Viele sagenhaft witzige Kalauer sind mir eingefallen, eigentlich wollte ich sie als roten Faden durch die Geschichte spinnen, aber ich bekomme nicht genügend sinnstiftende Zusammenhänge hin. Im Süden gibt es da einige viele, GoldCar, AutoEurope und wie sie alle heißen. Während eine nette junge Dame an der Rezeption bei “Drive on Holidays” irgendwo in Suburbia nahe des Flughafens Lissabon den zum Toyota dazugebuchten Kindersitz einbaut, rekapituliere ich kurz ein paar vergangene Urlaube, bei denen ich auch schon das Vergnügen mit unterdimensionierten Leikarren hatte:

Alle waren sie klein, diese Transportmöglichkeiten. Sehr klein. Und alle hatten was gemeinsam: Sie waren billig, und ich habe sie im Internet über das Portal billiger-mietwagen.de gebucht, weil der Name mir eben genau das anbietet. Im Urlaub brauche ich keinen Komfort, ich will nur motorisiert von a nach b kommen. Für Hotels und Ferienreisen gibt’s Portale, für gebrauchte Autos gibt’s Portale, für Klüngelkrams und Kindheitsspielzeug gibt’s Portale, für Mietwohnungen gibt’s Portale… und für Mietwagen gibt’s die auch. Das wird nun eine kleine Lobhudelei auf diese spezielle Plattform, denn die haben bisher jedes Mal alles richtig gemacht. Und wenn man sich im Vorfeld über ein paar spezielle Modalitäten der südeuropäischen Mietwagenanbieter im Klaren ist tut das meistens auch alles gar nicht so weh. WENN. Dafür haben Sie nun ja mich. Ich liste mal ein paar Stolpersteine auf und hebe die fett hervor. Denn nicht alles, was auf mich zukommen kann erfahre ich offiziell vor meiner Reise :-(

Mietwagen, neu

Kofferraum? Na ja… TASCHENraum eher.

Was wir in Wales mit dem Fiat 500 schon in einer Selbststudie erarbeitet haben: Mit einem Kind dabei muss das Gefährt mindestens VIER Türen haben! Und ‘ne Klimaanlage. Dabei ist billiger-mietwagen als Vergleichsportal sehr bemüht, den Onlinebucher mit allen Informationen nicht nur über Sehenswürdigkeiten vor Ort, sondern auch über Haken und Ösen der südländischen Mietwagen-Mentalität zu versorgen. Wo finde ich im Flughafen den Anbieter, wie schnell darf ich im Urlaubsland fahren, ist Maut fällig, kommen Extrakosten auf mich zu? Aber sie sind eben “nur” das Portal, sie wissen nicht immer was am Ende beim Anbieter vor Ort noch abgeht, weisen aber per Mail darauf hin dass eventuell am Ende beim Anbieter vor Ort noch was abgeht. Eben jener Kindersitz, der uns mit 5 Euro pro Tag zusätzlich berechnet wird :-( Der in Deutschland gebliebene Testsieger “Römer King” hat im Portal für Klüngelkrams und Kindheitsspielzeug neuwertig gerade mal 35 Euro gekostet, da sind wir hier in Portugal preislich schon nach 7 Tagen. Und wir bleiben 11 Tage. Urks. Aber mal ehrlich – wollen Sie einen dicken Kindersitz im sowieso schon viel zu engen Flugzeug mitschleppen? Nein. Trotzdem ne kleine Frechheit, aber wenn schon nicht am Auto verdient wird dann eben hier. Wir wurden schließlich vorher darauf hingewiesen *röchel*, sind also selbst Schuld.

Mietwagen, neu

Er fährt. Wenn auch träge.

Auch dass die GANZ billigen Anbieter (“Drive on Holidays” scheint so einer zu sein) kein eigenes Büro im Flughafen haben und dich am Gate abholen, um dann mit dir in einem klapperigen Ford Transit in die düsteren Favelas der Stadt zu fahren (wo die Autos stehen) kennen wir bereits. Nicht wundern, keine Angst haben, alles ist gut und man spart hier einen Haufen Geld :-) was sich in den Kindersitz investieren lässt. Alles Gepäck hinten drin? Ja. Aber die Ablage musste ausgehängt und auf den Rücksitz neben das viertelfinnische Sandfräulein gelegt werden, was sich in ihrem “neuen” Kindersitz (der so richtig gar nicht einen auch nur ansatzweise lebenserhaltenden Eindruck macht) ein bisschen unglücklich umsieht. Wie erwartet wird beim Anbieter versucht, mir ein Versicherungspaket für nur 5 Euro am Tag zuzubuchen, was Reifenpannen, Diebstahl und Unfälle ohne Selbstbeteiligung abdeckt. Danke nein. Das habe ich vorher schon direkt für 3 Euro am Tag abgeschlossen.
Der knubbelige, verkrampft jugendlich wirkende Toyota Yaris hat erst 2500 Kilometer auf dem Display und deshalb nur wenige Kratzer, die von der jungen Frau auf einer visuellen Checkliste kunsvoll aufgemalt und von mir unterschrieben werden. Hier muss der akribische Deutsche sich ebenfalls noch ein bisschen locker machen, das ist denen hier unten zumeist total egal, wie die Kiste zurückgegeben wird. Beim vorletzten mal fehlte sogar der Tankdeckel. Egal :-) Wichtig zu wissen: Man kann den Wagen als alleiniger Fahrer oder mit mehreren Fahrern buchen. Das macht bei 11 Tagen einen Unterschied von über 100 Euro, also fahr ich doch lieber als Einzelfahrer, mein halbfinnisches Fräulein Altona hat sowieso keine Lust, hinters plastikumbaute Steuer zu schlüpfen.

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Klein passt überall durch

Eine Kaution von 750 Euro wird auf einer Kreditkarte geblockt, also bietet es sich an, eine ausreichend gedeckte Kreditkarte mitnehmen. Was das Benzin betrifft, da gibt es einmal die Möglichkeit Vollen Tank bezahlen und leer wieder abgeben, was je nach Kraftfahrzeug und geplanter Strecke ein finanzielles Desaster werden kann. Mit dem Smart auf Mallorca hat mich das 70 Euro gekostet (“Was haben Sie denn hier für Literpreise, junge Frau???” – “Das ist normal, der Ölpreis, die Weltwirtschaft, wissen Sie….“), und wir haben den Zweisitzer in den 5 Tagen nicht mal halbleer gefahren. Obwohl ich am letzten Abend noch einen Ziegelstein auf das Gaspedal gelegt und den vier Stunden im Kreis habe kacheln lassen, der war einfach nicht leer zu kriegen. Da wurde also gleich zwei mal verdient :-( Dann doch lieber die Variante Vollgetankt mitnehmen und vollgetankt wieder abgeben. Die ist pauschal ein bisschen teurer, passt mir aber irgendwie besser. Auch wenn wir einige 100 Kilometer auf portugiesischem Festland zurücklegen werden und man das bestimmt irgendwie hingezirkelt bekäme, aber sowas ist mir inzwischen zu blöd. Mit südländischer Gelassenheit zeigt die junge Frau mir den ungefähr halbvollen Tank und sagt, wir sollen den Yaris-Wagen einfach wieder ungefähr halbvoll zurückbringen. Ich bin inzwischen ganz entspannt. Ob wir ein Navi für 10 Euro am Tag brauchen würden? Nein. Das — habe ich nun tatsächlich aus Kiel mitgenommen, und das bringt uns jetzt gleich mal von Lissabon nach Aldeia das Dez in den Bergen im Norden.

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Ponte des Tres Entradas

Bevor es über diese einem Mercedes-Stern gleiche Brücke mit ihren drei Zufahrten hoch zum gemütlichen Boutique-Hotel (wieder ein neues Wort gelernt) in den Bergen geht wollen wir noch schnellstmöglich dem Meer hallo sagen, und schnellstmöglich bedeutet in Portugal: Autobahn. Maut. Gerade bei längeren Etappen, zumal mit ab Werk ungeduldigem 17 Monate alten Mädchen auf dem teuer gemieteten Kindersitz im Fond, treibt einen die Navioption “Mautstraßen vermeiden” erst in den Wahnsinn, dann in die Kotzerei und am Ende in ein permanentes zu-spät-Kommen, weil die Fahrtzeiten sich bei diesen gedärmgleichen Nebenstraßen verdoppeln. Also Maut. Die Autobahnen sind angenehm frei, weil kaum ein Einheimischer sie benutzt. Mein Unvermögen, Portugiesisch zu sprechen und die genuschelten englischen Nebensätze der jungen Dame am Tresen von “Drive on Holidays” ließen mich in dem Glauben, dass ich mit dem Tagespreis von 1,80 Euro für den kleinen Sender oben in der Scheibe des Autos die pauschale Tagesmaut und freie Durchfahrt an den Mautstellen gebucht hätte. Freie Durchfahrt stimmt. Aber jedes mal piept die kleine Kiste beim Durchfahren einer Schrankenanlage, und am Ende wird mir klar, dass die 1,80 Euro nur die Tagesmiete für den Sender sind. Die Maut kommt noch oben drauf, in unserem Fall bitte noch einmal 76 Euro nach 11 Tagen, vielen Dank. Das erklärt, warum die Autobahnen so schön frei sind….. *grummel*

Mietwagen, neu

Hallo Atlantik

Der Toyota, der aus irgend einem unerfindlichen Grund aus den Lüftungsdüsen nach Tutti Frutti riecht kühlt uns, hat ein fettes Soundsystem und röchelt einigermaßen müde vor sich hin. Wenns bergauf geht muss ich vom fünften erst in den vierten und dann in den dritten Gang schalten, weil das Motörchen irgendwie sagenhaft schwachbrüstig ist. Da man aber vor allem in den schmalen Bergstraßen im Norden Portugals sowieso immer einen lebensmüden Einheimischen und seine halbe Verwandtschaft direkt an der hinteren Stoßstange kleben hat, egal wie schnell man unterwegs ist, hat sich auch hier bei mir eine gewisse Gelassenheit breitgemacht und ich fahre nur so schnell, wir ich es für angemessen halte. Was ich in Sachen Toyota Yaris lerne: Er ist hässlich, aber schluckt uns drei mit Gepäck. Er fährt laut und träge und schluckt nicht nur Gepäck, sondern auch 8 Liter auf 100 Kilometern, erfüllt aber seinen Zweck und hat gute Lautsprecher. Und zwischen Tanknadel auf halbvoll und Tanknadel auf komplett leer liegen nur knapp 200 Kilometer. Wenn man das weiß kann man sich auch drauf einstellen, rechtzeitig zu tanken ;-)

Mietwagen, neu

Wetter – na ja, das muss besser werden

Jetzt muss ich nur noch damit klar kommen, dass wir mit Regen begrüßt werden. Ich fasse mal zusammen, denn das ist ja ein klugscheißender Lern-Blog für Sie da draußen, den Sie gern immer wieder als Checkliste rausholen können, wenn Sie mal im Süden ein Auto mieten wollen:

  • Alles genau durchlesen, was in den vorab per Mail zugesendeten Reiseunterlagen des Mietwagenportals steht.
  • Ein Fahrer ist wesentlich preiswerter als mehrere.
  • Vor Ort klären wo der Anbieter zu finden ist, meist lächelnd im Terminal mit Schild in der Hand.
  • Es gibt große Unterschiede zwischen “Voll hin und voll zurück” oder “Voll hin und leer zurück”.
  • Versicherungen ja, aber vorher buchen und dann vor Ort KEINE weiteren abschließen.
  • Alle Kratzer und Beulen checken und aufmalen.
  • Genug Deckung auf der Kreditkarte für die Kaution haben.
  • Kindersitze kosten bis zu 5 Euro am Tag.
  • Navigationssysteme kosten bis zu 10 Euro am Tag.
  • Maut ist nicht gleich Maut.
  • Locker bleiben.

Das steht auch alles sinngemäß in den Unterlagen des Portals, aber wer liest denn sowas? Und jetzt die gute Nachricht für alle die von Ihnen, die bis hier immer noch gedacht haben: Wieso sollte ich mir ÜBERHAUPT einen teuren Mietwagen im Urlaub leisten, wenn ich nicht wie der Sandmann an zwei Orten in einem Land für je 5 Tage ein Hotel gebucht habe und im Monat mindestens vier Millionen Euro berdiene? Die Antwort: Weil es dank des vergleichenden Mietwagenportals in unserem Fall nur 130 Euro gekostet hat. Das sind keine 12 Euro pro Tag. Krass, oder wollen Sie bei diesem Preis etwa zu Fuß gehen oder mit dem Bus fahren? Okay, plus die optionale Versicherung plus den optionalen Kindersitz plus Maut und plus Benzin, aber das hat man ja selbst weitestgehend im Griff, wenn man es vorher weiß. Die schlechten Bewertungen der Anbieter im Netz, in unserem Fall ging es um mangelnde Höflichkeit und fehlenden Service, kommen vorwiegend von immer nörgelnden deutschen Mittfünfzigern, die glauben, für einen Appel und ein Ei erste Klasse Highlights hinterhergetragen zu bekommen. Die erstmal alle Kratzer am Auto fotografieren und hinterher ihre Rechtschutzversicherung belasten, um nochmal 20 Euro rauszupressen. Traurig sowas. Ich bin mehr als zufrieden! Ich musste das jetzt mal loswerden. Und nein, ihr featured-Blog-Enttarner da draußen, billiger-mietwagen hat mir kein Geld dafür gegeben ;-) Ich bin tatsächlich begeistert und teile das mit euch und Ihnen. Das musste einfach mal raus. Und jetzt öffne ich mir ein Fläschchen Rotwein auf unserem Balkon mit einem sagenhaft schönen abendlichen Blick über die Berge.

Mietwagen, neu

Am Ende eines langen Tages

Frankreich, dachten Sie? Mit dem Mercedes, war die Ansage? Später, ihr ungeduldigen Leser, das kommt danach. Erstmal: Hallo Portugal. Das Foto ist unscharf. 11 Tage mit meinem halbfinnischen Fräulein Altona und meinem viertelfinnischen Sandmädchen und einem Toyota Yaris. 11 Tage Familie, Zusammensein, lecker essen und tief und lange schlafen. Äh. Streichen Sie lecker essen. Dazu ein andermal mehr. Und öhm…. lange schlafen ist vielleicht auch nicht so eine der Überschriften, wenn man mit dem quirligen Sandmädchen unterwegs ist. Aber der Rest passt. Morgen früh überlege ich noch, ob ich mein Navi in den Ruhestand schicke oder wieder auf Straßenkarten aus Papier umsteige, aber das ist eine andere Geschichte. Dazu morgen mehr. Heute seid ihr erstmal umfassend auf euren nächsten Mietwagen vorbereitet ;-)

Sandmann

www.billiger-mietwagen.de

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Created Sonntag, 20. Juli 2014 Tags billiger-mietwagen.de | buchen | internet | Kindersitz | Maut | mietwagen | Navi | Online | Portugal | Reise Reise | Südeuropa | toyota yaris Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
18 Jul 2014
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Ein neuer Stern.

Ein neuer Stern.

Folgen Sie dem Stern

Neuland? Neuwagen? Ja und nein. Weil ich mir natürlich NICHT einen Neuwagen gekauft habe, ohgottogott wo denken Sie hin? Es fühlt sich aber (für mich) so an. Meine Freundin war immer jünger als meine Autos. Immer! Okay, mit steigendem Alter wurde das schwieriger, dann brach plötzlich der Audi V8 elfjährig als nagelneuestes Auto in der Familie die Tradition, das Taxi war sogar von 1997 und jetzt – JEEEEETZT — ist im Fuhrpark erstmals eine 2 vorn im Baujahr. 2001. Ich werd bekloppt. Oder spießig? Zur Freundin: so tief in der Midlife-Crisis stecke ich nicht, dass ich mich mit so einem jungen Huhn schmücken müsste. Nein. Automobil gesehen ist das hier aber tatsächlich Neuland, und wenn ich mir die Eckdaten des dunkelblauen Herren angucke könnte das eine Affäre für eine kleine Ewigkeit werden. Ich fahr mal hin und hol ihn ab…

Ein neuer Stern.

Sandmann fährt Bahn

Strenggenommen begebe ich mich in keine gute Verhandlungsgrundlage, wenn ich mit einem One Way Ticket per S-Bahn zum Autoangucken fahre. Ein klassischer Fehler, denn der Vorbesitzer geht in so einem Fall davon aus, dass man den Wagen sowieso mitnehme und bleibt auf seinem ausgerufenen Preis kleben. Normalerweise. Wenn man von Kiel nach München oder so fährt. Diesen Vorbesitzer kenne ich allerdings inzwischen persönlich und mache mir im Vorfeld keine Sorgen, dass ich den Wagen NICHT erwerben werde. Zumal es von Hamburg nach Hamburg geht und ich im Eskalationsfall auch mit einer anderen S-Bahn wieder zurück fahren könnte :-) Flashback: Das Autoschicksal spann schon wieder spinnengleich seine seltsamen, klebrigen Fäden, gerade noch vor ein paar Wochen auf dem Drivestyle Sunday vom DAZ Verlag stand ich so mit einem Kumpel zwischen feinen Autos rum, über dessen weißen 280 S ich gerade eine Geschichte geschrieben habe. Da merkt sein ebenfalls rumstehender Bruder beiläufig an, dass er einen Benz ähnlich meinem aus Funk und Netz bekannten Klappertaxi besäße und dass der jetzt weg solle. Ach? Erzähl? Vielleicht schraube ich mir ja doch nicht für den nächsten Tüv am cremefarbenen T-Modell die Finger blutig sondern sattel um…? Und er erzählte.

Ein neuer Stern.

One Way Ticket

Alles neu macht der Mai. Sandmann und Sandmann fahren raus in die Hamburger Suburbs. Mit ganz vielen Gedanken im Kopf. Ich habe nach den Erzählungen von Bruder Marcus versucht, das Taxi am Stück zu verkaufen – keine Chance. Das Thema hatten wir schon. Jetzt steht der alte Herr trocken eingelagert beim Markus1975, also noch einem Mark/cus, und wartet auf seine Filetierung. Aber das ist eine andere Geschichte. Das, was da wiederum in ein paar Minuten vor mir stehen wird ist prinzipiell das gleiche dieselnde Auto – aber eben auch nur prinzipiell. Ich werde mit diesem Wagen, so ich ihn denn mitnehme, erneut ein paar meiner felsenfesten Grundsätze über den Haufen werfen, als da wären:

  • kaufe keinen Common Rail Diesel
  • kaufe kein Auto mit CAN Bus
  • nur noch Leder, nie mehr Stoff
  • vermeide Xenon Lampen
  • Standheizungen sind überflüssig
  • Radios müssen einen AUX Anschluss haben
  • möglichst keine Displays im Tacho

Ohauerha. Ohauerhauerha :-( Nun werden einige von Ihnen den einen oder anderen Gedanken der Liste oben nicht ganz verstehen oder nachvollziehen können. Der vor 20 Jahren einmal gefasste Grundsatz hinter den meisten Punkten ist meine Vermeidung von zu viel Elektronik oder sensibler Motorentechnik. Weil ich ganz gern selbst schraube. Und über den Einspritzdruck von rund 1300 Bar der CDI Motoren haben wir uns an anderer Stelle bereits ausgetauscht, die können einem sauber den Finger mit einem leckeren Dieselstrahl abscheren, wenn man blauäugig an den Injektoren nestelt. Nun. Mit blauen Augen kann ich dienen, mit Blind- oder Dummheit nicht, jedenfalls nicht beim Autokauf, woanders schon mehr. Auf der JAJAJAA!!!!-Seite dieses T-Modells (immerhin habe ich mich langsam an die Präsenz eines Kombis gewöhnt, auch das war mal anders…) stehen auch noch ein paar Fakten. Viele.

Ein neuer Stern.

Reise Reise mit der HVV

JA – es ist wieder dieses Vieraugengesicht, das ich inzwischen lieb gewonnen habe. Ein Mercedes-Benz S210, der ungeliebte, der rostige, der Taxi Benz mit dem Kombiarsch. Der hier ist ein Nach-MOPF, also das überarbeitete Modell (bei Mercedes, wer von Ihnen das vielleicht nicht weiß, heißen die “Modellpflegen” immer MOPF. Das fällt mal umfassender und mal weniger umfassend aus. Bei diesem dicken Daimlerwagen sind nach meinem Taxi im August 1999 über 1800 Bauteile ersetzt oder modifiziert worden, man erkennt den damals noch zum Chrysler Konzern gehörenden so überarbeiteten Dampfer an den Blinkern in den Rückspiegeln (auch das fand ich eigentlich immer doof) und den geänderten Front- und Heckschürzen. Ach ja – und die Nase ist flacher. Aber man kann angeblich noch immer auf der Haube sitzen. Ich werde das testen :-) JA – er ist nicht mehr taxielfenbein getüncht, sondern tief dunkelblau. JA – es sind echte 140.000 Kilometer auf dem Tacho(display), weitestgehend durch das Scheckheft nachgewiesen. Der Kahn ist noch nicht mal richtig eingefahren und hat innen auf Sitzen und Armaturen keinen sichtbaren Verschleiß. JA – er ist immer in einer Mercedes Werkstatt gewartet und repariert worden. Bremsen, Reifen, Anbauteile, da ist nix vom osteuropäischen ebay-billig-Anbieter mit Zerfallszeiten von einem halben Jahr. JA – er hat noch über ein Jahr TÜV. JA – die Avantgarde-Ausstattung ist cool, elektrische Fensterheber (geht), Glasschiebedach (geht), Klimaanlage (geht), serienmäßige Xenonbrenner der ersten Generation (gehen), Zuheizer, graues Wurzelholz, ab Werk ein bisschen tiefer, Alufelgen, Standheizung von Vebasto mit Fernbedienung (geht). Ein Ackerhaken ist abnehmbar dabei… Und der Preis ist mehr als okay. Und schon bin ich da.

Ein neuer Stern.

Der neue Sternenkreuzer.

Groß und edel wirkt der erst 13 Jahre alte Herr mit der geringen Laufleistung. Im Vergleich zu meinem Taxi, und sehen Sie mir diesen Vergleich bitte nach denn ich habe keinen aktuelleren Benchmark, ist das blaue Wunder tatsächlich wie ein Neuwagen. Ein paar Kratzer sind im Lack und auf den Alus, aber na und? Unter den Gummidichtungen der hinteren Türen blühen einige Rostblumen, aber na und? Im Inneren riecht es sehr stark nach Rauch, aber na un…. urks. Nee :-( Bah. Mensch Marcus, das ist aber doch ziemlich muffig. Puh. Ich selbst bin ja dem gemeinen Zigarillo oder dem Pfeifchen nicht abgeneigt, aber niemals im Auto. Er ist durchaus gepflegt und sauber von innen, der Daimler, aber im Himmel, in den grauen Stoffsitzen, in jeder Naht hängt der kalte Kippenhecht. Mist. Und zwar so nachhaltig, dass ich überlege, ihn deshalb nicht zu nehmen, weil ich nicht sicher bin, ob das jemals wieder rausgeht. Dabei passt alles andere doch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge…

Ein neuer Stern.

MOPF. Aber irgendwie wohnlich.

Drei Dinge stimmen mich milde.
Da ist zunächst einmal eine Probefahrt mit offenen Fenstern und offenem Schiebedach. Überhaupt, endlich wieder ein Schiebedach. Der rechte Fensterheber ist aus der Führungsschiene ausgehakt, aber im Taxi wartet ja Ersatz auf Abruf. Es fächelt durch die anderen Öffnungen nicht nur Frischluft in den großen Wagen rein und vertreibt ein wenig den alten Rauch, es kommt auch Freude am Fahren auf. Der 220 CDI zieht sauber und kraftvoll, ist sagenhaft leise im Vergleich zum 290er Nagelklotz und die ganze Fuhre schnurrt wie am ersten Tag durch die Vorstadtstraßen. Ein wahrhaft gesundes Auto. Auch wenn es hinten links an der Achse beim Einfedern so komisch knarzt, aber auch das wird man beheben können. Es werfe den ersten Stein, wer ohne Mängel sei… Die Klimaanlage kühlt, ohne zu zischen, alle Warnlampen sind aus und alle Instrumente zeigen das, was sie zeigen sollen. Übers Lenkrad (ohne speckigen 70er Jahre Bezug) lässt sich das fette Becker Radio mit Kasettenschacht steuern (ja, das geht Dank CAN Bus), außerdem kann ich das große mittlere Display lustig in seinen Funktionen durchblättern. Cool.

Ein neuer Stern.

Ich sitze, also bin ich.

Wieder vor der Tür des geduldig wartenden Vorbesitzers angekommen und von der Technik des sonor nagelnden Stuttgarters komplett überzeugt fällt das milde stimmende Wort “Ozonbehandlung”. Davon habe ich schon mal gehört, ist das nicht diese Schicht da oben über der Erde, die mal von Spraydosen kaputt gemacht wurde und wegen dessen Fehlen wir zum Dank jetzt alle im Sommer ganz schnell braun werden? Nein, nicht ausschließlich, mit Ozon lassen sich offensichtlich auch stinkende Geruchsmoleküle knacken und kaputt machen, damit sie anschließend nicht mehr stinken. Ach? Cool. Das kostet aber ein bisschen Geld, und damit kommen wir zum milde stimmenden Ding Nummer drei: Dem Preis. Vorbesitzer Marcus und ich werden uns nach ein bisschen hin und her einig, und ich kaufe das Auto. Handschlag drauf, passt. Sandmann hat das bisher neueste Auto in seiner 25 Jahre währenden Histoire des Voitures erworben. Glück. Freude. Seeligkeit. Neu ist immer gut, ich bekomme sogar noch den Kasettenadapter dazu, über den ich mein iPhone als Musikspender anschließen kann. AUX? Braucht man nicht. Und fangen Sie mir hier nicht an mit FM Transmittern, die taugen überland nicht so weit wie man sie werfen kann. Werfen wir stattdessen einen Blick unter die geschwungene Haube:

Ein neuer Stern.

220 CDI, der typische Taximotor

Der Motor mit der internen Bezeichnung OM 611 hat nur vier Töpfe und ist noch mehr mit Plastik umbaut als der klotzige Reihenfünfer meines Taxis. Aber er hat einen nachgerüsteten Dieselkat und mit seiner grünen Plakette freie Fahrt durch die Smog-Städte der Republik :-) Uuuuund…. er genehmigt sich angeblich nur rund 7 Liter von der stinkenden Brühe, aber das muss noch bewiesen werden. Alle Anbauteile sehen gesund aus, alles um den Motor herum wirkt quasi neuwertig, alles klackt und klickt und funktioniert. Ich kann mein Glück kaum im Zaum halten und hüpfe singend und lachend mit dem Dampfstrahler an der Tanke um mein neues Auto herum und produziere Regenbögen. Ungefähr so lange, bis ein freundlicher, aber bestimmt guckender junger Mann aus dem Kassenhäuschen kommt und mich darauf hinweist, dass ich hier doch bitte die Aktivitäten rund um meine Motorwäsche in Grenzen halten möge. Na gut. Ist ja eh alles nicht nur sauber, sondern rein. Und deshalb kann ich Euch und Ihnen nun endlich meinen neuen Sternenkreuzer präsentieren, nicht mehr nur in geschnipselten Bildern – sondern mal in seiner ganzen Pracht. Tataaaaaaa ♫

Ein neuer Stern.

Avantgarde. Na ja, damals zumindest.

:-) Er ist nicht so kultig wie das Taxi, sondern eher dezent. Aber schick. Er hat keinen Riss in der Frontscheibe, und man rupft ihm beim Einlegen der Fahrstufe nicht den Wahlhebel aus dem Schaltbock. Er trampelt nicht mit der Hinterachse wie ein tiefergelegter Opel Astra, weil die Druckspeicherkugeln der Niveauregulierung gerissene Membranen haben. Er lässt nicht jede Nacht die Heckklappe einfach so offen. All das, was mein Taxi sich herausgenommen hatte. Er ist fast schwarz und funkelt fein in der Sonne. Seine kleinen Kratzer und Schmarren erzählen schon jetzt von einem bewegten Leben, das in meinen Händen nun weitergehen wird. Aber hoffentlich nicht mehr so bewegt, denn das Leben als solches bewegt sich schon genug dieser Tage. Ich hege die vage Hoffnung, hier ein Automobil erworben zu haben, das über einen längeren Zeitraum einfach mal nur so funktioniert. Und zwar so gut, dass auch mein halbfinnisches Fräulein Altona ihm Vertrauen entgegen bringt und mit Kindersitz nebst viertelfinnischem Sandmädchen auch mal allein und behütet unterwegs sein wird. Ohne auf dem Weg nach Berlin den Auspuff zu verlieren (Rudolf) oder mit herausgerupftem Automatik-Wahlhebel ohne Rückwärtsgang an der Tanke stehend (Taxi). Mein Neuwagen. Alles ist ja relativ :-)

Ein neuer Stern.

Der Schlüssel zu Ali Babas Schatzkammer

Jetzt habt Ihr ihn gesehen. Jetzt wisst Ihr, was Sache ist. Und der erste Trip geht gleich mal ganz weit weg – mit meinen beiden großen Töchtern nebst Freund auf einen Campingplatz zwischen Montpellier und der spanischen Grenze. Über Paris. Zwar nicht mehr mit einem Taxi (nur für eiiiinen Taaaaag), aber angesichts der 1700 Kilometer mit einem sehr beruhigenden Gefühl der Zuverlässigkeit. Cool. Ich freu mich drauf. Und ich nenne die Karre irgendwie noch immer “Taxi”, hat jemand einen besseren Vorschlag…?

À bientôt.
Sandmann

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Created Freitag, 18. Juli 2014 Tags Avantgarde | daimler | Ich fahr... TAXI! | kombi | S210 | Schiebedach | Standheizung | Sternstunden | T-Modell | taxi | Vieraugengesicht | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
01 Jul 2014
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Vier / zwei / viele Räder

Tod eines Taxis, Teil 2

Schichtwechsel

Schichtwechsel

Der Stern, abgestellt vor der Halle. Ein letztes mal warngeblinkt. Aber noch nicht gestorben und begraben. Ciao Taxi, erstmal, wenn wir uns wiedersehen habe ich einen Schraubenschlüssel in der Hand und rücke dir auf den Pelz ;-) Und nur genug gejammert, der zweite Teil der Reise erfolgt in der rappeligen goldenen Zeitmaschine. Unter anderem. Hallo KaSi. Das erste von vielen HALLOs heute. Du hast hier den ganzen Winter lang auf mich gewartet, und jetzt bringst du mich nach Hause. Endlich mal wieder. Geht es dir gut? Viel Bewegung bekommst du ja nicht gerade… Na, wollen wir doch mal hören ob du die 40 Kilometer nach Kiel ohne Murren abspulen kannst…

So ein K70 ist ja ein seltsames Ding.

Vier / zwei / viele Räder

Opel HEISST Agila, KaSi IST agiler

Ich will nun gar nicht die ganzen Geschichten hier verlinken, die ich persönlich mit dieser Karre schon erlebt habe, vielleicht erinnern Sie sich an die eine oder andere. Oft lag Schnee :-) Auch referiere ich nicht über die lesenswerte Historie dieses seltsamen Autos, das habe ich schon oft und das haben andere noch viel ausführlicher. Ich fahre den heute einfach nur. Der gute Markus hat den alten Herren sauber gewedelt und gut vorbereitet, Luft auf die uralten Reifen gepustet, die Batterie durchgeladen und den Motor einmal so lange laufen lassen, bis das Thermostat aufmacht. Er funktioniert. Einfach so. Wenn das alte NSU Triebwerk, was optisch auch in einem alten Jagdflugzeug stecken könnte,  erst einmal warm ist schnattert es wie ein Uhrwerk vor sich hin und saugt die frische Luft durch den seitlich hängenden Vergaser, als hätte es nicht das Herz und die Lunge eines starken Rauchers.
Hallo Autobahn 21 von Bargteheide nach Kiel, du ewige Baustelle, auf der aber der Verkehr im Gegensatz zur A7 immer rollt und sich nicht staut. Stau mag KaSi nicht. Ich auch nicht.

Vier / zwei / viele Räder

das könnte ich den ganzen Tag machen

Alles andere, egal was es ist, scheint dem wegrationalisierten Wunderwagen aus Salzgitter gut zu bekommen. Der 43 Jahre alte NSU rollt und bremst agil durch die Welt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Als würde er nicht die meiste Zeit irgendwo gut behütet rumstehen. Geht so ein K70 eigentlich überhaupt irgendwann mal kaputt? Ach ja, da war mal was, vor ein paar Jahren. Mit den Bremsen. Ist aber lange her :-) Ich bin wieder zurückversetzt in andere Zeiten. Gar nicht die Kindheit, das war ja eine andere Geschichte (und beinhaltet den Blick vom Rücksitz nach vorn), mehr die Zeit zwischen meinem ersten Leben und jetzt. Irgendwo rund um 2007 oder 2008. Mein Papa guckt mich von dem Bild auf dem Armaturenbrett irgendwie herausfordernd und fragend an. Aber er lächelt. Ups? Der Plan geht auf, das alte Auto lenkt mich so sagenhaft gut ab dass ich nicht über taxischlachten nachdenke und *schwupps* in Kiel ankomme. Ich habe nicht mal Bilder unterwegs auf irgendwelchen Rastplätzen gemacht, aber ich glaube da sind auch gar keine. Nur zwei Tankstellen, da, wo der Schaufelradbagger des norddeutschen Autobahnbaus noch nicht seine vernichtende Schneise in die ehemalige B404 gefräst hat. Eine Esso und eine NordOel. Bald sind die auch dicht und eingeebnet. Dann ist da nur noch eine vierspurige Asphaltpiste.

dem Horizont entgegen

dem Horizont entgegen

Hallo Kiel.
Ich bin schlecht auf diesen Moment vorbereitet. Der ganze zusammengetragene Mist eines langen, wenn auch warmen Winters stapelt sich in meiner Garage. Ich sollte da öfter mal mein Auto reinstellen, groß genug ist sie ja :-) Jetzt muss ich hier erstmal irgendwie den wannabe VW reinzirkeln, Mofa beiseite, Kinderwagen raus, Winterreifen vom Taxi nach hinten an die Wand und dann mit viiiiiel Gefühl rückwärts schräg von links kommend rein. *knack* War klar. Das alte Bild an der Wand, das mit dem Holzrahmen und den Engeln mit röhrendem Hirsch in den Bergen, hat nach Feindkontakt den zweiten Riss bekommen. Warum sollte heute irgend etwas anders sein als sonst, wenn ich dieses Auto rückwärts in die Garage fahre? Irgendwann hänge ich den Schinken mal an die Wand. Wo kommt der eigentlich her? Ich glaube, den habe ich mitgenommen, als ich vor gefühlt 100 Jahren einen antiken Schreibtisch für mein halbfinnisches Fräulein Altona geholt habe. Mit dem Golf Bon Jovi. Ach ja, und Markus, dem Hallenhüter. Okay, da schließt sich der Kreis. Ansonsten brauchen Sie nicht jedem Gedankengang am heutigen Tag folgen, ich bin ein wenig durcheinander.

Vier / zwei / viele Räder

Das lernt man in keiner Fahrschule

Mit ein bisschen Hin und Her passt die gar nicht so kleine Limousine tatsächlich noch in das gemauerte Fahrzeugdomizil rein. Alles, was ich nicht mehr daneben stapeln kann lege ich auf die Motorhaube oder davor. Die gelben Säcke muss ich auch beizeiten mal raus auf die Straße stellen…. In Kiel haben wir den gelben Wertstoffsack, der (glaube ich) jeden zweiten Montag abgeholt wird. Das sind dann die Tage, wo große Mengen von wiederverwertbarem Plastikmüll durch die Straßen wehen, weil hungrige Katzen schon am Vorabend die durchwachsen riechenden Säcke gefleddert und sich an Joghurtresten und anderem Zivilisationsmist satt geschleckt haben. Ciao KaSi. Lange bist du nicht alleine, aber jetzt drückt meine Zeit ein bisschen, denn ich muss zurück nach Hamburg und bin noch nicht mal am Bahnhof.

Vier / zwei / viele Räder

bald wird er unter Krams verschwunden sein

Hallo Fahrrad. Fahren Sie Fahrrad? Fährt überhaupt noch irgend jemand Fahrrad heute? Ich habe das zeitlebens gemacht, zur Schule, zum Ausbildungsplatz, zur Uni, zur Firma, in den Verlag…. ich bin immer Fahrrad gefahren. Bei Hitze und Sonne, bei Wind und Regen und auch bei Schnee. Ganz früher war es ein sportliches Herrenrad von Brennabor (huch? :-) ) – seit ich nicht mehr zu Hause bei meinen Eltern wohne habe ich mein Mountainbike, eines der ersten damals Anfang der 90er und seinerzeit entsprechend teuer. Das scheint sich aber irgendwie gerechnet zu haben, ich hatte nie das Bedürfnis, ein anderes Fahrrad zu besitzen, und außer ein paar neuen Kettenblättern und Bremsbacken geht ja daran auch nix kaputt. Schweife ich ab? Von Kiel nach Hamburg ist es ein bisschen zu weit für eine Fahrradtour, 100 Kilometer, dass muss heute nicht wirklich sein. Aber zum Bahnhof, mit leichtem Gepäck, das ist okay, das geht fast nur bergab (ja, Kiel ist ganz schön bergig) und ist fast schneller als mit dem Auto. So, hab ich alles? Nummernschilder, Kamera, Zigarillos…

Auf, auf und davoooon

Auf, auf und davoooon

Irgendwie ist fahrradfahren klasse. Wieso ist eigentlich Kiel – Hamburg zu weit??? Als Teenager bin ich im Sommer regelmäßig von Plön in meine Heimatstadt Uelzen geradelt, mal alleine, mal mit einem Freund. Bei meiner Sandkastenfreundin Silke in Ripdorf konnten wir dann immer unter dem Kirschbaum zelten und so die ewig langen Sommerferien ein bisschen abwechslungsreicher gestalten. Zelten, Stephen King lesen, Kirschen und Erdbeeren essen, Gitarre spielen und Rotwein trinken. Eigentlich könnte ich das mal wieder machen. Ob ich die Strecke noch schaffe? 190 Kilometer? :-) Ich alter Mann. Ich setze das mal auf meine Agenda der noch zu erledigenden Dinge in meinem Leben, inklusive Gitarrenabend mit Kerze und Silke und Rotwein und Lebkuchenherzen. Und vielleicht einer Hollywoodschaukel. Es gibt nicht viele Menschen auf der Welt, die jetzt wissen, was ich meine. Agenda hin oder her, wenn ich den Zug um halb noch erreichen will muss ich mich mal sputen.

Vier / zwei / viele Räder

Kiel, heute mit guter Ökobilanz

Schnell mit dem Zahlenschloss den Drahtesel an einen Poller geknotet und rein in die Halle. Hallo Deutsche Bahn. Ich habe nicht mal mehr ‘ne Bahncard… Jahrelang hatte ich eine Bahncard 50 und die auch immer fleißig genutzt, mal war ich hier, mal mein halbfinnisches Fräulein Altona da, mal in Berlin, mal in Hamburg, mal in Kiel. Das Leben hat sich auf Kiel und Hamburg eingeschossen, keine Kapriolen rund um verschobene Lebensmittelpunkte mehr, also auch keine Bahncard. Für diese 100 Kilometer Distanz fahre ich auch viel zu gern Auto. Na mal sehen, wie das mit der A7 und ihren Großbaustellen um den Elbtunnel rum weitergeht und wie die A21 als Alternativroute damit korrespondieren, vielleicht nutze ich ja bald doch wieder mehr Bahn? ;-) Immerhin sitzt man da entspannt bei seinem Kaffee, schaut aus dem Fenster auf die öde norddeutsche Steppe, liest oder schreibt was… Hauptsache nicht telefonieren, wer noch immer behauptet das deutsche Mobilfunknetz sei gut ausgebaut hat sich noch nicht mit einer Eisenbahn telefonierend zwischen Kiel und Hamburg und Berlin aufgehalten. Und hey – ich bin sogar bei der Telekom, wer noch immer Kunde von E Plus oder so ist sollte die Ballungsgebiete lieber erst gar nicht verlassen…

Vier / zwei / viele Räder

von Zuhause nach Zuhause

Einen heißen Kaffee von dem Mann mit dem Kaffeewagen, ein banales und nicht weltbewegendes PC Spielemagazin und der immer gleiche Gedanke, den ich in einem fahrenden Zug habe: Wenn dieser Zug mit Lichtgeschwindigkeit in Richtung Hamburg fährt und der Mann mit dem Kaffeewagen in diesem Zug in Fahrtrichtung läuft – bewegt er sich dann für einen außenstehenden Beobachter schneller als das Licht? :-D Da können Sie ja mal drüber nachdenken. Einstein sagt: nein. Und ich nach ein paar Jahren des Physikstudiums auch. Meine 13jährige Tochter will das unbedingt in den kommenden Wochen mal erläutert haben, ich denke, das wird möglich sein. Ich gucke noch ein bisschen aus dem Fenster, lese noch ein bisschen über die neuen sexy Open World Egoshooter in diesem Jahr und bin – schwupps – auch schon am Bahnhof Dammtor in Hamburg. Wenn auch nicht ganz so schnell wie das Licht.

Vier / zwei / viele Räder

und der Tag ist noch immer jung.

Hallo Hamburg. Helloooo again ♫ würde Howard Carpendale trällern. Hier fing heute Morgen alles an, ich weiß im Moment grad nicht wie spät es ist, ich habe unter all den Fortbewegungsmitteln ein bisschen mein Zeitgefühl verloren. Wilde, wühlige Zeiten liegen auch ganz ohne Relativitätskonstante gerade über meinem Leben, dieser Taxi-Transport-Hick-Hack steht ein bisschen Pate dafür und während ich diese Zeilen schreibe fällt mir obendrein noch ein, dass mein Fahrrad in Kiel noch immer vorm Bahnhof steht. Verdammt. Das muss ich dann wohl bald mal abholen, wenn es noch nicht gefleddert wurde. Jetzt bin ich erstmal richtig müde, der Kaffee des freundlichen Bahnbeamten wirkt nicht so wie er soll (weil er eben NICHT schneller als das Licht war) und ich steige auf das nächste Fahrrad. Das alte Brennabor, was ich hier abgestellt hatte, Sie erinnern sich vielleicht. Das ist noch immer da. Warum sollte das auch jemand klauen?

Vier / zwei / viele Räder

was vom Tage übrig blieb

Hallo Abend. Nun ist das Taxi also eingelagert. Sein würdiger Nachfolger steht in Altona unter Hamburger Linden und lässt sich von diesen verdammten Läusen genau so klebrig vollpissen wie alle anderen Autos, die ich vor ihm da geparkt habe. Wer hat sich denn ausgedacht, in Großstädten Linden zu pflanzen? Aber ich will nicht noch einen Off-Topic aufmachen. Übrig bleibt, neben vielen vielen ungeordneten Gedanken über diesen langen Tag verteilt, eine weitere Plastiktüte. In ihr sind Radio, Parkscheibe, Kleinkram aus den Seitentaschen, Kugelschreiber und die Christopherus Medallie. Alles, was an persönlichem Kram eben aus einem Auto rauskommt, wenn es den Weg alles irdischen gehen wird. Die Madonna ist schon im neuen Auto eingezogen, das Kleingeld aus dem Aschenbecher auch. Ich habe die Tüte erstmal zu den anderen in die Garage gestellt. Schauen wir mal, wie es so weitergeht, mit den Autos und mit ein paar anderen Sachen. So oder so – ich werde Sie und euch damit volltexten :-)

Sandmann

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Created Dienstag, 01. Juli 2014 Tags Ersatzteile | Fahrrad | hamburg | Ich fahr... TAXI! | K 70 | K70 | K70 - Goldene Zeiten | KaSi | Kiel | S210 | schlachten | Sternstunden | taxi | VW K70 | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
25 Jun 2014
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Der letzte Fahrgast

Tod eines Taxis, Teil 1

Der letzte Fahrgast

Danke für diesen guten Morgen ♫

Ein Jahr Taxiwitze. Ein Jahr das beruhigende, stoische Nageln eines unzerstörbaren Motors, während um mich rum so ziemlich alles zerstörbar scheint. Das fühlte sich trutzburgig an. Irgendwie. Aber so treu die vier Augen auch gucken, nun ist Schluss. Kein Anruf “Was is letzte Preisch?“, kein Angebot, ein schweigendes Telefon und nur vereinzelt ein bisschen eifersüchtiges Rumgehupe unten vor meinem Haus, weil der Nachfolger, den Konkurrent in der sandmann’schen Personenbeförderung schon ein zugelassenes Nummernschild hat. Auch ein Taxi hat Gefühle, aber ich muss Prioritäten setzen und fange damit heute mal an. Zeit? Hab ich die kommenden sechs Wochen nicht, also wird das Elfenbein eingelagert. Endgelagert. Auf Umwegen, selbstverständlich, ein bisschen Pathos sei erlaubt…

Denn ich muss ja irgendwie hin und zurück.

Der letzte Fahrgast

Ein letztes mal über Hamburgs Straßen

Wenn Sie erst jetzt eingeschaltet haben: Ich habe mir ein anderes Auto gekauft und muss ja nun was mit dem “alten” anstellen. Weil ich nicht irgend einen armen Freund oder Kollegen mit meinen Autogeschichten behelligen will versuche ich das mal wieder im Alleingang. Dafür brauche ich:

  • Zeit (ach Mist, die hab ich ja nicht… also nehme ich sie mir),
  • ein Fahrrad in Hamburg,
  • einen Markus in Wahlstedt,
  • seine Halle,
  • einen KaSi,
  • ein Fahrrad in Kiel und
  • einen Regionalexpress.

Mir ist schon ein bisschen komisch, wie immer, wenn ich mich von einem Auto verabschiede. Das war schon beim V8 nicht leicht (die Geschichte schulde ich Ihnen noch), beim Taunus auch nicht (die Geschichte schulde ich Ihnen AUCH noch) und sogar das Auswildern des Bon Jovi meines halbfinnischen Fräulein Altonas ging nicht ohne Tränen über die Bühne (auch da gibt’s noch einen Nachruf). Und jetzt bin ich allein unterwegs, allein mit Tori Amos, und die singt mir ein paar frühmorgendliche Klavierballaden in die Ohren. Und hinten im sagenhaft großen “Kombi? – braucht man nicht Memorial Gepäckraum” liegt kommod mein Hamburg Fahrrad. Das stelle ich am Bahnhof Altona ab, denn das brauche ich nachher noch. Später.

Der letzte Fahrgast

Muskelkraft auf Abruf, für später

Ich platziere den Drahtesel neben den Taxiparkplätzen :-) Auch auf die Gefahr hin, dass ich entgegen aller journalistischen Grundsätze schon wieder ständig abschweife: Ich gebe inzwischen zu, dass ein Kombi (in diesem Fall ein T-Modell) schon echt heftig praktisch ist. Einfach alles rein da. Schön ist anders, stilvoll geht besser, aber hey – es gibt Phasen im Leben, da freut man sich über den Raum, der einem gelassen wird. Wo man schlimmstenfalls sogar wohnen könnte. Dieses Auto macht das mit Bestnote, für ein durchschnittliches 20-Euro Flohmarkt Herrenrad der Marke “Brennabor” mit Sachs Torpedo Dreigangschaltung muss nicht mal der Rücksitz umgeklappt werden ;-) Schön. Nun ist also auch das Fahrrad raus und Tori und ich sind allein auf dem Weg erst über die A1 und dann die A21 nach Wahlstedt. Zum Endlager. Zum Abdecker…?

Der letzte Fahrgast

Ein letztes mal Roadmovie auf MB Tex Sitzen

Jammer nicht Kerl, es ist nur ein Auto. Oder? Nee. Wenn das so einfach wäre, schriebe ich keine Alltagsgeschichten, in denen diese runtergerockten Karren meistens die Hauptfiguren sind. Ein Auto ist für mich nicht einfach nur ein kostspieliges, unwirtschaftliches Fortbewegungsmittel von A nach B. Dieses Taxi hat mein Leben begleitet, wie jedes Auto vor ihm auch. Besonders wenn die See stürmisch ist gebe ich das schwimmfähige Schiff nur ungern aus der Hand, denn es hat zu mir gehalten im Rahmen seiner Aufgaben. *schluck* als mir das bewusst wird, jetzt wo ich mit Tori so allein bin und sie mich in Ruhe lässt, weil sie sich aufs Singen konzentriert werde ich sogar ein bisschen… traurig? Hubs :-( Ich nehme mir vor, nachher noch ein paar Sachen aufzulisten, die mich vielleicht an die Zeit und den Wagen erinnern werden, wenn er mal nicht mehr ist. Und das dauert ja gar nicht mehr lange, so der Plan. Huch? Was singt die älter werdende rothaarige Frau denn da?

Der letzte Fahrgast

Als hätte sie es gewusst?

Gniiihihi :-) Ich hatte vergessen, dass es dieses Lied weiter hinten auf der CD gibt. Bezeichnend. Ich schwanke noch ein bisschen zwischen Belustigung und NOCH mehr Melancholie, entscheide mich dann für Belustigung und mache ein bisschen lauter. Das Wetter ist schön, das Leben geht ja weiter (wie albern, merke ich gerade, am Ende IST es ja tatsächlich nur ein Auto) und irgendwie machen “neue” alte Autos ja auch Spaß. Das einzig Konstante im Leben ist die Veränderung. Außerdem kann man nicht behaupten, das alte Taxi habe nichts von der Welt gesehen. Ich tröste mich mit der Metapher eines knochigen Mannes, der im Leben schon viel erlebt hat, nun aber sehr sehr alt und müde ist und seinen Frieden mit dem Leben, was er lebte, gemacht hat. Und nun kann er gehen. Ja. Hm. Doch. Passt. Ich bin in Fotolaune, da vorn kommt der letzte Rastplatz vor der Ausfahrt Wahlstedt und ich will nochmal ein paar klassische Bilder machen. Sowas wie… nachdenklich auf dem Kantstein sitzen. Und auf der Haube. Und so. Sie kennen das ja.

Der letzte Fahrgast

Das Ende der Rast

Und das alles noch nicht mal mit der guten Spiegelreflexkamera, die ist kaputt :-( Runtergefallen. Bumms knack. Bis die wieder heile gemacht wird muss es eine Leihkamera tun, aber wen interessiert das, wir sind hier in einem Blog und nicht in einem Retina-Display-4K-Wahnsinn. Während ich so auf dem klassischen Bordstein sitze und selbstverliebt auf das *klick* des Selbstauslösers warte frage ich mich, ob dieses Beige, dieses Hell Elfenbein eigentlich gut für Fotos ist? Das kommt wohl auf den Hintergrund an, vor schneereichen dänischen Tundren macht es sich sicherlich nicht so gut wie vor frühsommerlich sattgrünen norddeutschen Autobahnbäumen. *klick* Na gut, die dänischen Tundren bekommt die Karre eh nicht mehr zu sehen. *snief* Hab ich bei diesem Autowagen denn überhaupt schon mal auf der Haube gesessen? Ich glaube nicht. Da war immer zu viel um die Ohren. Na dann los :-D

Haubensitzen

Haubensitzen

Jaaaaaaahhhh super. Ich MUSS einfach Autos fahren, auf deren Hauben man sich setzen kann. Diese schräg abfallenden Dünnblech-Regenrutschen neuerer Vernunftskutschen werden niemals meine Philosophie entern. Schlimm genug, dass ich mich auf Kombis einlasse, statt der klassischen Stufenhecklimousine einen täglichen Altar zu bauen. Aber ich habe ja noch den Audi. Das ist dann wieder eine andere Geschichte. Während ich so auf der Haube rumsitze und das neuerliche *klick* des Selbstauslösers schon längst an den Flanken vorbeidonnernder 30Tonner abgeprallt ist kommt mir wieder das Thema “Rost” in den Sinn. Der W210, oder in meinem Fall der S210 hat die Marke Mercedes-Benz leider damals in ein tiefes Tal der Häme geschleudert, weil es Jahrgänge gab, die einfach überall gerostet haben. Überall, sogar mitten auf dem Dach. Der hier nicht. Die vorderen Federteller sind auch schon mal neu gemacht worden. Und das ist gut. Vielleicht kann ich die fast rostfreien Türen doch noch in Gold aufwiegen? Oder zumindest in … äh… nun vielleicht kauft sie mir ja jemand ab. Weiter geht’s. Nach wenigen Minuten der akustisch Amos-untermalten Weiterfahrt erreichen wir das sagenumwobene Endlager Wahlstedt, nein, keine Wiederaufbereitungsanlage. Hier ist es zu Ende. Und das wird dem Anreisenden auch gleich unmissverständlich gezeigt.

Der letzte Fahrgast

angekommen auf dem Schrott?

Mein guter Kumpel Markus hat hier seine Schrauberhalle, ein helles, sauberes Gebäude mit allem drin, was das Herz eines Bastlers begehrt. Außen rum liegt eine Menge Mist, der allerdings nicht von ihm kommt. Hier wildern noch andere. Zittert der alte Daimler ein bisschen, während er hier auf den Hof rollt…? Och… Zwischen Bauschutthügeln und zerbeulten Autowracks ballert eine unerbittliche Junisonne auf die Szene. Warm ist es. Und irgendwie wird meine Laune besser, auch wenn ich gleich ein letztes mal den Schlüssel drehe und den treuen Motor stoppe. Aber vorher bereite ich mich noch ein paar einsame Minuten lang auf den Moment vor. Irgendwie freue ich mich auch auf’s Schlachten. Ich werde ohne Rücksicht auf kaputt gehende Kleinteile mal wieder ein Auto zerlegen, von dem ich viele Baugruppen sogar noch selbst gebrauchen kann (aber auch das ist eine andere Geschichte), außerdem habe ich schon lange keinen Motor mehr komplett ausgebaut, geschweige denn ein Getriebe. Da lauern viele abgefuckte Tage mit dem guten Markus, dem einen oder anderen Bier und auch sicherlich ein paar Schraubergeschichten aus den Tiefen der 90er Jahre Technik eines alten Mercedes. Cool.

Der letzte Fahrgast

Taxi vor Zivilisationsmüll

Mein Zeitplan hier und jetzt ist ein wenig fremdgesteuert, denn ich bin erst auf halbem Weg nach Kiel und muss heute, also ehrlich gesagt jetzt gleich, ohne Auto weiterreisen. Erst nach Kiel, dann zurück nach Hamburg. Dabei hilft mir ein weiterer alter treuer Freund, nicht ganz als Auto zu bezeichnen, aber golden wie die Herbstsonne und genau so alt wie ich. Doch bevor ich ein letztes, ein wirklich allerletztes mal die Tür des Taxis zuwerfe schau ich mich noch einmal um.

Was für ein sagenhafter Platz.

Der letzte Fahrgast

mehr Platz als so manches WG-Zimmer

Der Mix aus Schafsfell auf MB-Tex und ziemlich gut erhaltenem Wagenhimmel hinterlassen einen pflegeleichten, altgedienten Mix aus Bequemlichkeit und unfassbarem Raumangebot. Gab es in der 90ern eigentlich irgend einen anderen Serienkombi, der so viel Platz bot wie ein S210? Ich glaube nicht. Die Lampen überall, die sich nach dem Aussteigen langsam runterdimmen geben Nachts eine Lounge-Atmosphäre, aber das ist jetzt ziemlich egal. Und Platz hat mein neuer auch.

Was für ein griffiges Lenkrad.

Der letzte Fahrgast

Die 70er sind zurück

Der platte Vor-MOPF-Topf, umwickelt mit irgend so einem Schrubbel-Band aus den 70er Jahren. Nicht, weil jemand es vielleicht schick oder stylisch gefunden hätte. Nein. Nach 652.000 Kilometern ist das einst ledern umhäkelte Volant einfach schon so derbe abgegriffen, dass ohne so eine Kunststoffschicht niemand mehr seine Hände darum legen wollen würde. Ich habe mal drunter geguckt. Glauben Sie mir, das wollen Sie nicht sehen. Aus dem gleichen Grund sind übrigens auch die gehäuteten MähMähs auf den vorderen Sitzen, glauben Sie mal nicht, dass ich die besonders toll finde…

Was für ein Rück-Blick.

Der letzte Fahrgast

Spieglein Spieglein an dem Dach

Das ist mir erst nach Wochen aufgefallen. Über dem Spiegel steckt ein Spiegel. Das Original ist blind und ranzig, und statt den gegen ein gebrauchtes 13-Euro-ebay-Teil auszutauschen hat jemand einen zweiten Spiegel mit Gmmibändern draufgepflanzt. Wahrscheinlich aus dem Supermarktuniversalzubehör. Auch die Halterung des Teils in Kombination mit den Leselampen im Dach scheint nicht von diesem Stern, jedenfalls war man in der Mercedes-Benz Hauptfiliale in Hamburg Süd nicht in der Lage, mir die passenden Leselampen im Ersatz zu verkaufen. Weil es diese Ausführung schlicht nicht gibt. Was auch erklärt, dass ich den Wagen damals ohne diese Leselampen gekauft habe. Seltsam.

Was für ein Glauben.

Der letzte Fahrgast

Madonna ist immer dabei.

Gekauft auf dem Ätna und erstmals in Erscheinung getreten in einem Blog über einen Urlaub mit einem Fiat in Sizilien ist sie immer dabei, die Dashboard Madonna. In diesem Mercedes habe ich sie erstmals direkt auf eine Zierleiste geklebt, und jetzt wandert sie schon wieder ins nächste Auto. Sie macht ihren Job bisher gut, die Heilige, und ich habe sie schon mehr als ein mal zärtlich über den Kopf gestreichelt. Danke. Ab ins nächste Cockpit, ich darf die nachher nicht vergessen.

Was für ein Kaufrausch.

Der letzte Fahrgast

Wollen Sie ihr Auto verkaufen?

Und es sind noch nicht einmal alle Karten, die mir ans Fenster gesteckt wurden. Irgendwann habe ich angefangen, die hinter die linke Fondscheibe zu stecken, teils, weil der Fensterheber da eh nicht geht und teils weil ich glaubte, dass so ein Vorgehen weitere Karten fernhalten würde. Aber nee. Noch eine und noch eine. Und nun? Jetzt WILL ich ihn verkaufen, und niemand will ihn haben. Pah. Dann eben nicht.

Was für eine Laufleistung.

Der letzte Fahrgast

Da bleibt er nun stehen

Ein mal zum Mond und wieder zurück. 16 mal um die ganze Welt. 3273 mal von Kiel nach Hamburg und zurück. Legt man eine zügige Fahrweise und keine Staus zugrunde, schafft man das in 2,5 Stunden. Also, hin und zurück. So gesehen würde man ein ganzes Jahr non stop in diesem Auto von Kiel nach Hamburg und zurück fahren, bis man diese Kilometerzahl erreicht hat. Das flößt mir Respekt ein, unabhängig von meiner tiefen Verneigung vor der Technik, die das gepackt hat. Gutes Auto. Du hättest noch mehr geschafft. Ich sattel jetzt mal temporär um auf vierrädrige goldene Zeiten, der läuft schon warm…

Der letzte Fahrgast

Einer bleibt immer dabei

Jetzt steht er vor der Halle, der dicke Daimler. *rumms* ist die Tür zu, nun endgültig, und der Schlüssel liegt hinten im Kofferraum, damit Markus den heute Abend reinfahren kann. Den KaSi hat er ja schon rausgefahren, mit dem wird es gleich weiter gehen. Eigentlich also nicht mit einem Auto, sondern mit meiner persönlichen Zeitmaschine. Meine Autos kommen und gehen, aber seit 2007 ist das kleine goldene Ding eine Art Konstante in meinem automobilen Alltag geworden. Seit der Tour in den Pfälzer Wald ist der KaSi da. Und warum sollte ich den jemals wieder hergeben? Reinsetzen, starten, losfahren. Egal wann. Egal wie kalt oder warm. Er ist wie ein unsterblicher, treuer Hund, der vergessene NSU aus Salzgitter. Sein Job heute: Mich zurück nach Kiel bringen und da auf weitere Einsätze warten :-) Denn da geht es mit dem Fahrrad weiter zum Bahnhof. Die Taxifahrt jedenfalls endet hier. Ich war der allerletzte Fahrgast dieses genügsamen, geduldigen Autos.

Nie wieder

Nie wieder

Wie geht es auf dieser Reise weiter? Na ja, erstmal über Kiel nach Hamburg, davon erzähle ich Ihnen die nächsten Tage. Und dann raus aus Deutschland, für zwei Wochen, um anschließend einmal vorzufühlen, was Sie und ihr zu dem offiziellen Nachfolger des T-Modells sagen. Dunkelblau ist er. Und ein bisschen neuer als der elfenbeinfarbene Selbstzünder. Ich bin ziemlich gespannt, wie im Herbst das Zerlegen und Filetieren des Sternenkreuzers voran gehen wird. Die Preise für einzelne Teile (besonders am Motor) sind ziemlich lecker, vielleicht werde ich ja noch wahnsinnig reich ;-) Ich bin dann mal unterwegs in einem 43 Jahre alten Auto mit 15 Jahre alten Reifen. Der Sonne entgegen. Ohne Musik, also auch ohne Tori Amos, das Leben singt in diesen Tagen seine Dissonanzen in Moll sowieso laut genug. Ich höre aufmerksam zu. Vielleicht kann ich noch was lernen.

Sandmann

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Created Mittwoch, 25. Juni 2014 Tags abmelden | Ersatzteile | Fahrrad | halle | Ich fahr... TAXI! | letzte Reise | letzter Fahrgast | S210 | schlachten | Sternstunden | taxi | Tori Amos | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
12 Jun 2014
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Seine Zeit läuft ab

Taxi und Tic Tac

Taxi und Tic Tac

Jedes Auto hat seine Zeit. Einige Freunde auf vier Rädern bleiben lange, manche sogar ewig. Andere nicht, und das hat dann seine Gründe. Bevor ich Ihnen die letzte Fahrt des Taxis um die Augen haue gebe ich noch eine offizielle, verworrene Presseerklärung zur Lage ab. Das macht man ja heute so. Denn ich bin schon ziemlich überrascht, wie viele Mails, SMS oder Facebook-Kommentare ich zum Thema “Taxi geht weg” bekomme. Haben Sie den runtergerittenen Schlitten gar mehr ins Herz geschlossen als ich? :-) Also – nichts ohne Grund. Das hier sind gleich mehrere…

Seine Zeit läuft ab

Auch ein Rücken kann entzücken

Mobilität. Die muss gegeben sein, wenn man wie ich zwischen zwei Städten pendelt und nebenbei beruflich im ganzen Land plus Berlin unterwegs ist, um andere Autos zu fotografieren und darüber Geschichten zu schreiben. Ja, ich habe auch einen Beruf :-) Krass, oder? Genaugenommen sogar zwei. Wenn sich in solchen Lebenssituationen das Alltagsauto als unzuverlässig erweist ist das kein gutes Gefühl, schon gar nicht, wenn der bisher als Backup fungierende Wagen der Freundin auch nicht mehr unter den klebrigen Linden Hamburgs parkt. Auf den hätte man ja ausweichen können. Nun wäre bei einer Havarie ausschließlich der alte Audi 100 da, das ist ganz okay, aber nicht für quer durch die Republik. “Aber das Taxi läuft doch…???” denken Sie jetzt. Stimmt. Inzwischen tut es das ganz hervorragend, aber letzten Winter habe ich ihn an so manchem Morgen nicht bewegen können, weil entweder die Glühkerzen platt waren oder dann als Resultat der Anlasser. Oder das Abgasregelventil. Oder das Saugrohr. Das tritt zwar lustige Geschichten los, wenn Papa und Tochter spontan bei -5 Grad auf dem Mofa lachend zur Schule knattern, aber schön ist das auf Dauer nicht… Ich brauche einfach und unbedingt ein zuverlässiges Auto, und nach 650.000 Kilometern auf dem Tacho kann ALLES passieren.

Seine Zeit läuft ab

Große Klappe, viel dahinter

Arbeitsaufwand und Zeit. Ich habe immer gern an meinen Autos geschraubt und werde das auch immer machen. Das entspannt, das spart Geld, das macht glücklich. Aber in diesen Monaten des Sommers 2014 habe ich aus verschiedenen Gründen schlicht keine Zeit, mich um Schweißarbeiten, neu zu verlegende Handbremsseile, neue Kotflügel und auszutauschende “Bulleneier” zu kümmern. Und der TÜV ruft laut. Ich könnte das Taxi in die Werkstatt geben, aber das würde seinen Kaufpreis übersteigen. Und sogar WENN ich mit euer an verschiedenen Stellen selbstlos angebotenen Hilfe den dicken Daimler nochmal über die HU bringen würde – er wäre noch immer eine (ich zitiere) “runtergerittene Hure”, klapperig, rostig, ausgejackelt und schon weit hinter dem Zenit seines Lebens. Örg findet sowas toll. Bei Bamako Motors oder dem Fusselblogkönnte ich damit wohl auch punkten :-) Aber da ist dann noch immer mein halbfinnisches Fräulein Altona, das einfach keine Lust hat, beim Schalten den Wählhebel aus dem Getriebe rauszuziehen, die Heckklappe nicht abschließen zu können oder mit ausgeschlagenen Achslagern über die Autobahn zu hüpfen wie ein tiefer gelegter Opel Astra. Kann ich verstehen.

Seine Zeit läuft ab

aber er guckt so freundlich

Geld. Immer wieder Geld. Während der Taxilaufbahn des alten S210 wurde jährlich in sein Überleben investiert, denn es rief jährlich die Hauptuntersuchung. Er war ein Werkzeug, was funktionieren musste, damit sein Besitzer seinen Lebensunterhalt damit verdienen konnte. Das hatte ihm vor nicht allzu langer Zeit neue Bremsen, ein neues Lenkgetriebe, neue Scheinwerfergläser und viele andere kleine Neuteile beschert. Jetzt ist ein Riss in der Frontscheibe (und ich scheue mich, die Teilkasko dafür zu belangen, denn ich habe diesen Riss nicht selbst verursacht), besagte “Bulleneier” sind platt, der Unterboden hat ein paar Löcher, die Feststellbremse geht nicht und die Klimaanlage ist irgendwo undicht. Und der Sommer ist warm, sehr warm. Das alles zusammen, ohne Scheibe, kostet schon 600-700 Euro. Und wer weiß was die emsigen Ingenieure beim TÜV noch finden. Soll ich wirklich nochmal Geld in so ein altes Auto stecken, was keiner außer mir zu mögen scheint und was schon 16 mal um die ganze Welt gefahren ist? Nein. Und komplett verkaufen? :-) Hab ich versucht. Gestern hat sich ein einziger Interessent gemeldet. Und danach nie wieder.

Seine Zeit läuft ab

Tick Tack lebe wohl

Das Taxi verlässt mein Leben und meinen Alltag dem selben Grund wie der treue Rudolf Diesel vor gut einem Jahr. Vernunft. Ich bin schon auf so vielen Ebenen durchgeknallt und unvernünftig, ich kann es mir erlauben, an dieser Stelle einmal ruhig und fast emotionslos kalkulierend zu bleiben. Aber der lange, elfenbeinfarbende Nagelkreuzer wird anteilig weiterleben. Wir zerlegen ihn komplett, so dass nur noch eine rollbare Rohkarosse übrig bleiben wird. Alle Türen und Klappen, Antriebswellen, Motor, Getriebe, Interieur – alles muss raus. Und für die Einzelteile bekommt man wiederum bei ebay richtig viel Knete. Vielleicht sogar so viel, dass ich den Preis von seinem Nachfolger, der inzwischen zugelassen vor meiner Tür steht, wieder reinbekomme. Der ist AUCH nicht vernünftig, der ist AUCH alt und der ist AUCH groß. Aber nicht ganz so … äh … ich nenne es mal “streckenerfahren”. Braucht noch jemand Teile von einem 290 Turbodiesel? Ich hab da ein paar. Und ein paar andere werde ich auch behalten, vielleicht bin ich ja doch nicht so emotionslos bei dem Thema wie ich behaupte….

Sandmann

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Created Donnerstag, 12. Juni 2014 Tags e-klasse | Ersatzteile | Ich fahr... TAXI! | S210 | schlachten | Sternstunden | T-Modell | taxi | Teile | Vernunft | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
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06 Jun 2014
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Auto Blog of the year 2014 – Katzen gehen immer.

Och bitteeeeee

Och bitteeeeee

Man kann mit verschiedenen Aktionen die Aufmerksamkeit und vor allem die Klicks auf seine Seite ziehen. Das geht mehr oder weniger perfide, am besten klappt das, wenn man einen Wettbewerb auslobt und ein paar Verrückte dazu bringt, für einander zu voten. Abzustimmen. Am besten täglich :-) Das ist der Direct Line Versicherungs AG zusammen mit Motor-Talk nahezu perfekt gelungen – sie haben aufgerufen, die besten Auto Blogs aus deutschen Landen zu nominieren und dafür zu voten. Gniihihi. Und da haben sie sich mindestens zwei feine Querulanten eingefangen 8-)

Man konnte eine Zeit lang nominieren. Das hab ich natürlich auch gemacht :-) Gleich als erster.

Voraussetzungen waren:

  • Der Blog muss älter als drei Monate sein
  • Innerhalb der letzten 4 Wochen muss ein Beitrag erschienen sein
  • Das Thema ist Auto/Mobilität
  • Es wird Deutsch geschrieben

Okay, das erfüllt Sandmanns Welt weitestgehend :-) Und da schau her, ich hab mich nicht nur selbst nominiert, meine Welt war am Ende einer der meist vorgeschlagenen Blogs. Von Menschen, die ich gar nicht kenne. Geil. Und dann gab’s die Top 15, schon irgendwie eine Ehre, allein dazu zu gehören, bei 70 nominierten Blogs. Die Auswahl war bunt gemischt, alte Freunde wie der Mercedes Passion Blog von meinen Daimler-Kumpels Markus Jordan und Philipp Deppe über Highlights wie den Fusselblog von KLE und impulsee von der bezaubernden Dajana bis zur V8 Kultur des sagenhafterweise immer noch Audi V8 fahrenden Fräulein Katze aus München – klasse. Ein guter Mix. Definitiv. In der Liste sind auch ne Menge Plattformen, die mich schlicht überhaupt nicht interessieren, aber Meinungen im Netz und Texte über Autos sind IMMER gut. Egal, ob es Neuwagen, Prollkarren, grüne Stromschlurren oder Marken-Maniacs sind.

Klick auf die 5

Klick auf die 5

Und nun hatten die User zwei Wochen Zeit, unter den kurz vorgestellten Blogs auf einen bis fünf Sterne zu klicken. Das hat sich zunächst nicht gleich jedem erschlossen, das musste einigen auf Facebook noch persönlich erklärt werden. 5 Sterne: gut. Und das am besten täglich, denn sofern die IP des Routers eine andere war konnte man dann gleich nochmal abstimmen. Also hab ich natürlich auf meiner Facebookseite fleißig geworben und das erstmals seit einer halben Ewigkeit auch auf mein privates Profil mit rübergezogen. Auch auf die Gefahr hin, dass ein paar Homies genervt sein könnten ;-) Und dann war da noch Bernd. Der hat das auch gemacht…

Fusselvoting

Fusselvoting

Sowohl den Fusselblog als auch die ähnlich gelagerten farbenprächtigen Ergüsse von Bamako Motors lese ich regelmäßig mit einer Flasche Wein im Kopf und fühle mich dann immer so unfassbar normal und langweilig :-) Umso glücklicher war ich, als ich den Kotelettenkönig und Jägermeistervernichter KLE nach ein paar Tagen in den Top 3 sah. Neben Sandmanns Welt und dem Passion Blog, was eine super Plattform ist, aber die Jungs haben doch letztes Jahr schon gewonnen. Nun ist auch mal gut. Da sich Bernd und ich auch in den “privaten” Facebookprofilen ab und an unsere Neurosen um die Augen hauen war schnell eins klar: Wer gewinnt ist eigentlich egal, aber wir beide müssen am Passion Blog vorbeiziehen!

das hat die Tierschützer motiviert

das hat die Tierschützer motiviert

Also haben wir fast täglich die Jungs auf Facebook genervt und irgendwann angefangen, den anderen jeweils mitzuziehen. Ich konnte mein Glück ohnehin nicht fassen, so weit vorn zu sein, und mit einem Gewinnen des Schrauberhelden hätte ich niemals ein Problem. Also haben wir uns beide als Ziel gesetzt: Fussel und Sandmann aufs Podest, egal wie. Und den jeweils anderen in die Marketing Strategien mit einbezogen:

Die Masse macht's

Die Masse macht’s

Bernd alias KLE scheint allerdings täglich mit ein bisschen mehr Enthusiasmus als ich vor seinen Bildbearbeitungsprogrammen zu sitzen, vielleicht liegt das daran dass ich lieber texte als male? Was macht Bernd eigentlich beruflich? Ich muss ihn mal fragen. Plötzlich war klar: Wir können die Massen aktivieren. Freunde von mir sind durch Universitäten gezogen und haben von jedem verfügbaren Rechner einen Klick gemacht. Freunde von Bernd haben begriffen, dass ein Router-Reset eine neue IP vergibt und seit dem 10 Stunden am Tag immer wieder den Stecker gezogen und gleich nochmal abgestimmt. Und meine Leute auch für ihn, und seine Leute auch für mich. Glaube ich zumindest :-)

Die tägliche Erinnerung

Die tägliche Erinnerung

auspeitschen auf der SackRatte

auspeitschen auf der SackRatte

Chronologie einer Klickveranstaltung :roll:
Für mich selbst war es gleich morgens der erste Akt, erstmal ein paar Sternchen zu vergeben. Noch vor dem ersten Kaffee. Wenn ich ein paar Facebook Kommentare richtig lese haben das so einige andere auch so gemacht. Und weil ich ein generell sehr dankbarer Mensch bin habe ich dann auch öffentlich angeboten, alle Leute, die für mich klicken, bei einem Platz unter den ersten drei in die Casa Sandmann nach Kiel einzuladen und ne Menge Bier für alle im Kühlschrank bereit zu stellen. Mit Zeltübernachtung unter meinen Obstbäumen optional. Ich weiß nicht ob das gezogen hat oder das Katzenbild vom Anfang, auf jeden Fall ging der Fusselblog steil nach oben und Sandmanns Welt am Passion Blog vorbei. Krass. Vielleicht waren Markus und Phillip auch nur zu beschäftigt mit coolen Autos, als dass sie sich auch noch um die Aktvierung ihrer Fans zum Klicken auf der Direct Line Seite hätten bemühen wollen… Wie auch immer :-)

Gebt beiden Sterne

Gebt beiden Sterne

Zwischendurch kam auf Facebook die Frage auf, wie das Geklicke denn eigentlich ausgewertet würde. Augenscheinlich der Durchschnitt der angeklickten Sterne geteilt durch die abgegebenen Stimmen. Das bedeutet, wenn nur ein einziger bei einem Blog auf 5 Sterne klickt und dann nie wieder irgend jemand, hat der mehr Punkte als ein Blog, bei dem 10.000 Menschen auf 4 Sterne geklickt haben? Ich verstehe das alles nicht. Aber ich sah, dass der Fusselblog weit vorn und Sandmanns Welt gleich dahinter waren. Jetzt durfte der Passion Blog nur nicht mehr an mir vorbei ziehen…

der tägliche Wahnsinn

der tägliche Wahnsinn

mal ein sachlicher Aufruf

mal ein sachlicher Aufruf

Tiere kommen gut

Tiere kommen gut

Babys gehen fast immer

Babys gehen fast immer

Sie sehen schon, der auf halbnackte schöne Frauen einprügelnde Mann mit der Uniform hat die besseren Argumente auf Facebook verbreitet. Es sei ihm vergönnt :-D Kurz vor Schluss ging noch einmal ein Gerücht durch die sozialen Netzwerke, dass es wohl möglich sei, den Durchschnitt runterzuziehen, wenn man bei jemandem nur auf einen Stern klicke. Aha. Wie arm ist das denn bitte? Voten ist toll, jemandem seinen Tribut für die Arbeit zollen auch – aber einen Blog RUNTERzuziehen geht gar nicht. Warum? Mit welchem Recht? Wenn mir ein Programm nicht gefällt, muss ich es doch nicht gucken/lesen/hören? Warum sollte jemand die gute Arbeit von anderen abwerten, statt sich in dieser Sache einfach zu enthalten? Schlimm :-( Also haben wir zwei beiden nochmal aufgerufen, das Gas gegeben werde. Sex sells. So weit bin ich dann nicht gegangen :-D

Er hat Titten versprochen und Wort gehalten

Er hat Titten versprochen und Wort gehalten

Aber ich hatte neben den Katzen auch andere süße Tiere für meine Zwecke benutzen können. Leider kam ich erst vorgestern aus verschiedenen Gründen auf Mangusten, aber Eichhörnchen, Hamster und was weiß ich noch alles eignet sich doch auch super, um die Massen zu begeistern. Ich bekomme langsam einen Einblick, wie diese ganzen Facebook-Spielchen funktionieren :-) Aber leider bin ich glaube ich zu gutherzig, um mein Wissen auszureizen…

Fell macht glücklich

Fell macht glücklich

Und am Ende? Waren alle unsere virtuellen Freunde zugeballert mit Votingaufrufen, denen sie erstaunlich emsig gefolgt sind. 16.000 abgegebene Stimmen sind nach dem 25. Mai ausgewertet worden, und die 5 bestplatzierten wurden nach Berlin zu einem Mampf unter Gleichgesinnten eingeladen. Leider nur eingeladen. Kurz darauf wurde das Date, was eigentlich HEUTE :-) Abend stattfinden sollte, abgesagt. Zu kurzfristig, zu wenige Zusagen, aber man wolle es nachholen. So oder so hat Zucker, der Vermarkter dieses Events, vorgestern offiziell bekannt gegeben, dass die Bemühungen des sackrattigen Fusseltuners mit seinem “speziellen und eher nischigen Blog (großartig)” und des Typen, der abseits des Mainstream über ein Leben in alten Karren schreibt erfolgreich waren.

Fussel holt den Pott

Fussel holt den Pott

Platz 2

Platz 2

Hihi :-) Was bleibt? Ne Menge. Vor allem ne Menge Klicks für Direct Line, was auch das Ziel der Aktion war. Außerdem meine Dankbarkeit für euren Klickeinsatz, das ich ECHT cool!!! Aber auch ein paar Trophäen und symbolische Riesenschecks bleiben, mit denen wir uns noch fotografieren müssen. Viele User, die nun froh sind, nicht mehr täglich zum Voten aufgerufen zu werden und in meinem Fall viele User, die sich nun fragen, wann sie ihr Bier bekommen ;-) Bald. Nach dem Sommer. Ich werde mein Wort halten und nach Kiel einladen, und ich werde es rechtzeitig bekannt geben. Aber nur denen, die auch wirklich 5 Sterne gegeben haben. Die mit dem Geklicke auf nur einen Stern sollten mal ihr Gewissen durchkämmen… Danke Direct Line, danke Zucker, danke Motor Talk. Hat Spaß gemacht. Aber was ich mich frage…. wenn wir alle DEUTSCH schreiben müssen, warum heißt es dann nicht einfach “Auto Blog des Jahres 2014″?

ABOTY-Badge-2014
Ich darf jetzt für ein Jahr ein “Badge” auf meinen Kopfzeilenbildern tragen und mach einfach so weiter wir immer. Das scheint ihr ja zu mögen ;-)

Schöne Pfingsten und viel Sonne in dieser verrückten Welt wünscht

Sandmann

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04 Jun 2014
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Der Straßenarbeiter

Der Straßenarbeiter

Essen auf Rädern

Streetworker wär’ nicht mein Job. Nicht im klassischen Sinn, also Menschen da draußen in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung und Perspektiven in homöopathischen Dosen in den Alltag zerstäuben. Auch mit Helm, oranger Jacke und Presslufthammer könnte ich nicht auf der Straße arbeiten, zu wenig Armmuskeln, und die klassischen Klischees erfülle ich auch nicht – ich bin nicht so der Bier- und Fußballfan. Pfeif auch keinen Frauen nach. Ich schreib lieber Texte und Geschichten. Und weil die zwar oft, aber nicht immer von alleine zu mir kommen fahre ich manchmal zu ihnen, quer durch eine kleine Welt aus Asphalt, Rädern, Staus, Musik und ungesunden Nahrungsmitteln. Immer mit dem Büro auf dem fellbezogenen Beifahrersitz…

Der Straßenarbeiter

Nicht direkt um die Ecke

Wenn Ihnen ganz ganz früh morgens der Bildschirm des alten TomTom links und rechts neben der Route schon anteilig Neubrandenburg und die Niederlande zeigt wissen Sie, dass es zumindest nicht nur ins Nachbardorf zu Hans-Peter und seinem Opel Corsa geht. Diesmal ist es Minden. Irgendwo bei Bielefeld (was es aber gar nicht gibt, warum zeigt mir das Navi das dann an?). Ich muss mal ein Update machen…. Ach nee, das ist ja zu alt :-) Egal, mit stark veraltetem Kartenmaterial unterwegs sein ist ein bisschen wie eine Schatzsuche mit einem alten Plan aus einer Flaschenpost, das erhöht die Spannung unterwegs. Minden liegt in einer kleinen Ecke in einem Flächenland mit Atomkraftwerken und Schafherden, dort ist die “Classic Car Ranch” und da warten 4-6 ziemlich coole Autos auf mich, fahrbar und sehr artikelwürdig. Ab Hamburg ist das wahrhaftig keine Weltreise, aber schon ein bisschen Strecke zu fahren (zumal entlang meiner verhassten A7). Schauen wir also lieber nochmal nach dem Öl, der Funktion der Bordsteckdose und werfen wir ein Ohr auf das mitgeführte Musikprogramm.

Der Straßenarbeiter

Vor ein paar Jahren noch mit freiem Oberkörper

Öl ist fein. Knapp unter Maximum. Was mich immer wieder beeindruckt, dieser Motor hat nun schon 652.000 Kilometer hinter sich, aber nennenswerter Ölverbrauch ist da nicht zu beklagen. RUMMS Klappe zu. Ich stecke die dicke aktiv gekühlte Bordsteckdose in den Anschluss auf der Mittelkonsole neben dem Aschenbecher/Eurodepot, damit mein Laptop, das Navi und das Handy ausreichend mit Strom versorgt werden und breite die digitale Informations- und Schreibtechnik auf dem zubbeligen Fell des Beifahrersitzes aus. Regelmäßig nach den Mails gucken, Facebook-Postings absetzen (beruflich wie privat) und erreichbar sein. Doof? Nein. Das muss so, schließlich ist es ein Arbeitstag, auch wenn ich den mit insgesamt sechs Autos auf der Straße verbringe. Streetworker. Irgendwie krass, dass sowas heute problemlos möglich ist, online von überall und im Auto sitzend. Kann’s los gehen?

Der Straßenarbeiter

Sonne scheint, dann kann es ja losgehen

Ich denke schon. Die schon gut wärmende Sonne krabbelt hinter hohen hamburger Häusern langsam nach oben. Sowohl mein Taxi als auch ich haben Hunger, diesen Task werde ich gleich noch vor dem Eintauchen in den Elbtunnel von der ToDo Liste streichen. Und jetzt schreibe ich auch wieder auf Deutsch. Der Verkehrsfunk orakelt zumindest bis ins nördliche Niedersachsen entspannte Straßen (wie kann das sein?), bevor Radio Schleswig-Holstein zu “Radio Gaga” von Queen wechselt und ich daraufhin den Sender, weil ich das echt nicht mehr hören kann. Haben sich eigentlich fast alle Radiostationen bundesweit abgesprochen, dass man aus den 70ern und 80ern nur genau die Lieder in Dauerschleife wiederholen darf, die uns allen schon in den 90ern auf den Sack gegangen sind? Dieses klebrige Repertoire von rund 20 perma-repetierten Dauerbrenneroldies werde ich niemals verstehen, schon gar nicht bei den Öffentlich Rechtlichen mit einem angeblichen Bildungsauftrag, für den ich auch noch unfreiwillig Gebühren bezahle. Radio 1 in Berlin/Brandenburg schafft das doch auch. Die machen, dass ich nachgucke, was das für ein Lied ist und bei iTunes dann das Album kaufe. Aber Berlin ist leider weit weg. Obwohl… wenn ich mein Navi so angucke… oh Verzeihung, ich habe mich gehen lassen. Zurück zum Thema Hunger.

Der Straßenarbeiter

Diesel fürs Taxi, Mettbrötchen für den Fahrer

In den Tank des großen elfenbeinfarbenen Sternenkreuzers gluggern viele Liter schmieriges, stinkendes Zeug. Ich kauf mir an der Kasse für mich selbst auch sowas ähnliches. Ob das meinem Körper mehr schaden wird als ein Liter Diesel kann erst durch Langzeitstudien herausgefunden werden, der Nährwert ist jedenfalls vergleichbar, der Brennwert nicht ganz – aber geben wir dem allgemeinen Mettbrötchen noch vor 8:00 Uhr eine echte Chance, okay? Dazu kalte Erdbeermilch aus der Flasche, die gibt es gefühlt seit 40 Jahren in dieser Form, ich kenne absolut niemanden außer mir der die kauft aber sie ist immer da. Schön :-) Ach ja, und Kaffee. VIEL Kaffee. Das alles zusammen kostet mehr als ein Dreigängemenü im Maritim, ich denke oberflächlich über alternative Ernährungspläne nach und setze mich derart gut bestückt wieder ans Steuer des vollgetankten automatischen Fünfgängemenüs. Es riecht nach Zwiebeln vom Mettbrötchen und Diesel von meinen Fingern. Mit dem sicheren Gefühl, hier und heute mit meinem Auto nicht den Preis für den Sexiest Place on Earth zu gewinnen beschleunige ich auf die A7 in Richtung Süden.

Tunnelblick

Tunnelblick

Vergrößern Sie sich dieses Bild, drucken Sie es aus und hängen Sie es sich gerahmt über das Bett. Das ist der Elbtunnel in Richtung Süden OHNE stehenden Verkehr. Wenn ich mir die Bauvorhaben rund um dieses Loch unter dem großen Fluss in den kommenden 10 Jahren anschaue wird dieses Foto schon sehr bald Seltenheitswert haben, und man wird beim Betrachten sowas sagen wie: “Weißt du noch damals…? Als man durch den Elbtunnel einfach so durchgefahren und am anderen Ende wieder rausgekommen ist? Das waren gute Zeiten…“. So wie heute. Vielleicht wird das gar eine komplett unstressige Reise, geprägt von Eindrücken einer längst vergangenen Sauriermotorengeneration? Vielleicht. Ein freier Elbtunnel verströmt noch keinen Optimismus im Sinne einer absurden Navi-Zeitberechnung oder solchen hahnebüchenen Stau-Echtzeitberechnungen, wie sie die lokalen Radiosender hier rausblasen. Wer die A7 kennt weiß, wie viel Zeit sie einen kosten kann. Also nutze ich diese unerwartete Freiheit unter Tage, bemerke vor lauter Glück erst bei der zweiten Strophe dass auch mein Senderwechsel zu Hamburgs Oldie 95 nun mit “Radio Gaga” von Queen belohnt wird und lasse den USB-Stick seine Einsen und Nullen ins Radio drücken, was dieses dann in analoge Wellen umwandelt.

Der Straßenarbeiter

fahn faaahn faaahn auf der…

Ah. Angenehm. Fernab von totgespielten Hits der 80er umschmeichelt die neue CD von Tori Amos meine Ohren und lässt mich auch im Kopf ein bisschen davongleiten. Wenn du erstmal durch bist ist schon fast München. So denken wir Norddeutschen, also wir GANZ Norddeutschen (alles nördlich der Elbe) über den Tunnel. Dahinter geht die Sonne gleich noch ein bisschen heller auf und beleuchtet golden und optimistisch riesige Hafenkräne, ganze Felder mit saftigen Containern, eine kleine alte Kirche mittendrin und unglaublich große Windgeneratoren.

Der Straßenarbeiter

Strom für die anderen

Und weil ich gefühlt schon fast in München bin, schlägt der schnell Hunger zu. Gnadenlos und unbeherrscht wächst mein Verlangen nach diesem Mettbrötchen. Und ich gebe dem nach. Zwiebelmett ist streng genommen das ekeligste, was man auf nährwertlose weiße Weizenbrötchen streichen kann. Zusammen mit Butter, Pfeffer und frischen Zwiebeln wird vom ersten Moment des Reinbeißens jeglicher Lippenkontakt zum anderen Geschlecht an diesem Tag bis 18:00 Uhr kategorisch ausgeschlossen, außerdem muss man schlimm pupsen von den Dingern und sie hängen noch stundenlang zwischen den Zähnen. Na und? Rohes Schweinefleisch! Ich liebe diese Teile, und vor 20:00 Uhr heute will ich maximal reden, aber nicht knutschen. Den fehlenden Nährwert wird der heiße Kaffee sicher ausgleichen.

Mampf!

Mampf!

Argh. Extreme Closeup :-) Ich hoffe ich habe Sie nicht erschreckt? Das mit dem futtern im Auto geht immer so lange gut, wie man nicht auf fleckenfreie Kleidung angewiesen ist. Die Krümel auf Hose, Sitz und Teppich kann man später irgendwann mal ausklopfen oder wegsaugen. Außerdem ist natürlich eine entspannte, möglichst dreispurige verkehrsarme Streckenführung vorteilhaft, in der Innenstadt bräuchte ich ja beide Hände zum Lenken, Blinken und Radio bedienen. Überhaupt, ich mach das mal kurz wieder an, ist gerade halb. Irgend ein niedersächsischer Sender wird mir hoffentlich sagen, dass die Verkehrslage so entspannt bleibt wie sie zurzeit ist? Äh. Nein. Knapp zu spät, NDR 1 Niedersachsen hat gerade die Blitzer durchgegeben und spielt jetzt “Radio Gaga” von Queen.

Der Straßenarbeiter

Arbeitsplatz? Ja, manchmal.

Ich wechsel zu Radio FFN und starte mit der rechten Hand das Laptop, was neben mir auf dem Sitz liegt und über mein Handy theoretisch mit dem Internet verbunden ist. Diese Theorie ist oft, aber nicht immer in die Praxis umzusetzen, denn selbst in dem tatsächlich ausgesprochen guten Netz der Deutschen Telekom wundere ich mich immer wieder, dass sogar entlang von Autobahnen die Datenrate erst von 3G auf Edge krückt, manchmal komplett zusammenbricht und im Jahr 2014 noch immer nicht stabil ist. Warum können das die Skandinavier schon seit Jahrzehnten? Komisch. Da hinten kommt ein Parkplatz, das Netz sieht gut genährt aus, ich wittere eine datenübertragende Chance und fahr mal raus und arbeite ein bisschen. Ich kenne Leute, die das suizidal während der Fahrt machen, als Fahrer wohlgemerkt, aber für solche Kapriolen hänge ich doch ein bisschen zu sehr an meinem Leben und möchte da auch Unbeteiligte nicht reinziehen. Mailtausch, Facebook Posting vorbereiten und hochladen, Seiten checken…. was da gerade alles durch mein kleines Telefon klappert flößt mir einen tiefen Respekt vor moderner Technik ein.

Der Straßenarbeiter

einige Dinge macht man lieber auf dem Parkplatz

Andere sitzen den ganzen Tag im Büro und gucken nach draußen. An einigen Tagen in der Woche mache ich das ja auch, aber hier und heute genieße ich in genau diesem “draußen” die Freiheit, unterwegs zu sein. Geil. Sitzen tu ich allerdings auch schon ganz schön lange, und was da alles wiederum seit heute Morgen durch meinen Körper klappert beeindruckt mich zwar nicht, will aber raus. Haben Sie auch das Problem, dass Sie ausgerechnet auf Rastplätzen mit WC-Anlagen lieber in die Büsche pinkeln? Ich weiß gar nicht warum. Restaurants mit Mondpreisen für Nahrungsmittel und Sanifair Gutscheinen zum schöner Pissen meide ich sowieso, das ist zwar immer alles fein sauber und duftig da – aber dank einer Laune der Natur können wir Männer die flüssigen Kleinigkeiten des Lebens komfortabel im Stehen rauslassen (es soll Frauen geben, die das auch können), das geht schneller und befreit irgendwie mehr. Hm. Hier sind nicht mal Büsche. Und jetzt? Vielleicht doch ins WC-Häuschen, das allerdings bis hier hin zu riechen ist, obwohl ich 100 Meter entfernt bin? Nee. Niemals.

Der Straßenarbeiter

Raus muss es ja doch

In dem Moment fahren selbstverständlich fünf Autos mit neugierigen Familien, drei Trucks und ein vollbesetzter Reisebus gleichzeitig los. Das Leben ist ein einziger Murmeltiertag :-) Ich strecke noch die knirschenden Ü-40 Gliedmaßen wie ein Kompass von mir, stelle irgendwo im Nacken einen fortwährenden Anstieg der Temperaturen fest und beschließe, ein paar Fotos vom Außenthermometer zu machen. Ja, auch das kennzeichnet uns Norddeutsche. Also uns RICHTIG Norddeutsche. Fahren durch Niedersachsen fühlt sich für uns schon wie der Weg in den Urlaub an, und sobald die Temperaturen mal über 10 Grad klettern lassen wir alle Hüllen fallen und holen uns einen Sonnenbrand plus Erkältung. Aber lieber in Extremen leben als gelangweilt sterben. Als ich wieder im Taxi sitze, die Mettbrötchenkrümel aus den Ritzen der Sitze fege und ein paar faserige Fettstreifen aus den Zahnlücken ziehe erbricht sich der FFN Moderator mit der Ankündigung eines sagenhaften, schon ewig nicht mehr gespielten musikalischen Klassikers in meine Ohren und legt “Radio Gaga” von Queen auf. Ach Jungs. Darauf noch einen tiefen Schluck Erdbeermilch und ein paar Sequenzen vom USB-Stick. Klick.

Das tut gut...

Das tut gut…

Das klingt bis hier alles gechillt und super? Also, nicht die Wiederholungs-Hits, sondern der Ablauf? Na ja. Ich schränke das mal ein bisschen ein, autofahren auf der A7 ist generell ziemlich anstrengend, auch wenn autofahren mehr Spaß macht als Steuererklärungen ausfüllen. Parallel immer online sein und regelmäßig die Sozialen Netzwerke checken ist Stress im Kopf und nicht so entspannt, wie man das sonst von langen Touren mit dem Auto gewohnt sein könnte. Verantwortung zu tragen ist auch ohne körperlichen Einsatz fordernd. Auch die zu erwartenden Autos in Minden werden einen Haufen Spaß machen, aber zwei Stunden Fotosession mit jedem Wagen, Datenaufnahme… und ich muss heute ja auch wieder nach Hamburg zurück… das kann schon ganz schön müde machen. Trotzdem will ich mit keinem anderen Job mehr tauschen. Denn alles findet in und um Autos statt. Das kann ja so verkehrt nicht sein :-) Und es wird immer wärmer und wärmer. Ist das ein Anflug von Sommer? Geil.

es wird Sommer

es wird Sommer

Jetzt habe ich Sie und euch mit banalen, wirr zusammengewürfelten Themen zugequatscht, eben das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich unterwegs bin. Und in diesem Leben bin ich momentan immer unterwegs, vielleicht muss ich deshalb auch so viel Unsinn niederschreiben, sonst platzt mir der Kopf. Und ihr hört mir wenigstens zu ;-) So langsam, nach rund drei Stunden, komme ich an meinem Ziel an. Wenn ich sonst in Sachen Fotos unterwegs war haben immer irgendwelche LKWs gebrannt, sind mit einer Ladung lebendiger Schweine quer durch Obstplantagen havariert oder haben sonstwelche Gründe produziert, um Vollsperrungen zu erzeugen. Heute liegt mein Büro meistens auf dem Beifahrersitz rum und ich komme tatsächlich zwischendurch mal zum Musik hören und nachdenken. Wie Sie vielleicht gemerkt haben. Und jetzt steigt auch die Vorfreude auf die dicken Amis der Classic Car Ranch.

Der Straßenarbeiter

unaufgeräumt – wie zu Hause

Ich kann mal aufzählen, was ich gleich vor Ort fahren werde…..?

  • Ein 1941er Ford Business Coupé,
  • eine 1969er Corcette C3 Stingray,
  • ein 1965er Pontiac GTO Cabrio,
  • ein 1968er Camaro 2-door Hardtop Coupé,
  • ein 1963er Galaxie Hardtop Coupé und
  • einen Ford Torino Cobra…

Also alles Autos, die man nicht von der Bettkante schubbst, und Sie können die Geschichten in den kommenden Ausgaben der TRÄUME WAGEN lesen. Und später natürlich auch hier 8-) Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein parke ich vor der Halle und stapfe mit Kamera und Stativ vorbei an fetten, chrombeladenen Autos ins Büro. Michael, der Chef, grinst mich an. Auf dem Regal hinter seinem Schreibtisch steht ein Radio, ich weiß nicht, welcher Sender eingestellt ist aber es spielt “Radio Gaga” von Queen.

Ja. Das ist es.

Ja. Das ist es.

Leben im Auto. Leben mit Autos. Manchmal ein bisschen ekelig, ich habe noch immer einen gewissen Zwiebelhecht mit Erdbeermilchanteilen im Hals, aber ich erzähle Ihnen diese intimen Details ja nur sehr selten :-) In meinem Auto bin ich ich. So sehr wie nur an wenigen anderen Plätzen. Zwei Sachen sind ein bisschen schade. Es war die letzte längere Tour mit meinem Dieseltaxi. Ich werde noch ein paar Abschiedsfotos machen, und dann geht es zum Abdecker. Er hat sein Leben gelebt und wird als Organspender viele andere W210 und S210 glücklich machen. Und dann ist da noch dieser Freddie Mercury, der einst über den ganzen belanglosen neuen Mist in seinem geliebten alten Radio sang und dank der Endlosschleifen der Massensender nun selbst dazu geworden ist. Schade. Ich wünsche mir mehr mutiges Radio. Aber das ist eine andere Geschichte. Deshalb gibt’s als kleinen Clip am Ende auch nicht Queen, sondern Tori Amos. In die bin ich seit 20 Jahren ein bisschen verknallt.

Sandmann

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Created Mittwoch, 04. Juni 2014 Tags 3G | Arbeitsplatz | autobahn | Büro | Elbtunnel | handynetz | Ich fahr... TAXI! | laptop | Rastplatz | S210 | Sternstunden | telekom | W210 Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
31 May 2014
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Sichtbarer Konsum

Sichtbarer Konsum

Mal flott den Taschenrechner bemühen…

Ja, der Dottore (also der alte Audi 100 Typ 43 von 1977, wem dieser Name noch immer nicht geläufig sein sollte) läuft wieder. Das erfreut. Allerdings habe ich einen Kollateralschaden des maladen Registervergasers noch nicht in meine ganz persönlichen, splatterigen Zahlen gefasst… So… quasi… als statistischer Abschluss dieser kleinen Schrauberei, als Ausklang des Geschichtentrios, als Epilog einer Havarie vor dem Zaun einer Kindertagesstätte. Was noch offen war und wie ein Damoklesschwert über dem Kopf eines Normalverdieners mit begrenztem Einkommen pendelte: Die Fahrt zur Tankstelle. Und ich würde hier nicht drei Sätze darüber verlieren, wenn es mir nicht stumpf die Sprache verschlagen hätte, wie viel ein kleiner Vierzylinder verbrauchen KANN.

Wozu er in der Lage ist. Was er vermag. Wo bleibt das teure, energiereiche Nass in meinem Fall?

Ich erinnere mich an meinen Audi V8, da kam ich mit einem Tank immer rund 400 Kilometer weit. Das waren aber auch 280 Quattro-PS, 400NM Drehmoment und in zügige Bewegung gebrachte, voll ausgestattete Oberklasse der frühen 90er. Irgendwas bei 15 Litern, mal mehr, mal weniger. Oder der Cadillac von Marc, den ich mir für das Treffen in Lensahn ausgeliehen habe. Die gefahrenen Kilometer habe ich nicht abgelesen, aber getankt habe ich für über 110 Euro :-( Gegenbeispiel war Rudolf, mein treuer Passat TDI. 1200 Kilometer mit einem Tank, Diesel, das waren dann knapp 5 Liter auf 100 Kilometern. Warum ich hier so in vergangenen Durchschnittsverbräuchen rumhänge? Weil der Sprit läuft und läuft, das ist ja nicht zu fassen!

Sichtbarer Konsum

Mehr als der Cadillac von Marc!

*klick* Urks. Na Endlich. Die Rechnung ist nicht schwer. Getankte Liter mal 100 geteilt durch gefahrene Kilometer. Weil meine letzte Mathestunde schon einige Tage her ist bemühe ich mein Handy und rechne 41 mal 100 geteilt durch 164. Und dann rechne ich das gleich nochmal, denn ich hab mich irgendwo vertippt. Nee. Hab ich nicht. Mit dem alten Vergaser war der Tank nach 164 Kilometern leer. LEER. Der Vierzylinder hat mal eben 25 Liter auf 100 Kilometern verarbeitet, und das noch nicht mal sehr spektakulär :roll: Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist…? WAH! Aber wie dem auch sei, nun ist ein “neuer” Vergaser drauf, und seit dem steht der Wagen unter Linden in Hamburg und wird jeden Tag ein bisschen klebriger. Aber ich will ihn da nicht wegfahren, denn mein kleines viertelfinnisches Sandmädchen sagt ihm jetzt jeden Abend von oben aus der Wohnung durch ihren Schnuller “guuuuuuunaacht Auuuudiiiii ♫” Und wenn Sie einmal hören würden, wie zärtlich und liebevoll sie dieses “Auuudiiii” säuselt könnten Sie mich verstehen. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe gelernt: Ein falsch/schlecht/gar nicht eingestellter kleiner Motor kann ganz schön viel Benzin verbrauchen. Und jetzt schalte ich zurück in die Taxizentrale, da gibt es Neuigkeiten.

Sandmann

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Created Samstag, 31. Mai 2014 Tags 1977 | 2-Liter | 2B3 | Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Sandmann | Typ 43 | Verbrauch | Vergaser | vierzylinder Document type Video
Categories Timeline Author Jens Tanz
25 May 2014
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Start – Hilfe – Kabel

Start – Hilfe – Kabel

So, jetzt wird sauber gezündet, klar?

Ach – der Herr Dottore. Er hat sich in den vergangenen Monaten so ein bisschen zum fünften Auto im Carport entwickelt, der diamantsilberne Entschleuniger aus Neckarsulm, der mit Vinyldach, was doch so selten ist. Der. Neuer Vergaser drauf, man erinnert sich, er läuft noch schlechter - aber ich hänge an dem Eisen und gebe nicht auf. Unser aller Vergaserpapst Klaus ahnt fernmündlich den Fehler und bietet mir umfassende Hilfe und Tausch an. Und er habe noch einen weiteren Zenith Vergaser liegen, wie neu und sauber eingestellt, den könne ich derweil haben. Ich sage laut JA, und noch während die Silbe von den Hamburger Hausfassaden wiederhallt ist das Paket auch schon da. Ha. Kommt es am Ende gar zur finalen Starthilfe?

Start – Hilfe – Kabel

Tauschparty vor der Kita

Plug and Play. Ohne Hebebühne oder Grube, ohne Garage (die habe ich in Kiel vergessen) und ohne Carport. Unter dem grünen Dach der Linden, von denen diese komischen Läuse eine ekelig klebende Kleisterpisse runterkleckern und mit Werkzeug, gutem Wetter und einem fröhlichen Publikum, das ich Ihnen an anderer Stelle ja schon vorgestellt habe. Schon bei der zweiten Bühnenshow habe ich den revidierten Vergaser in wenigen Minuten getauscht bekommen, heute überlege ich, ob ich mir dabei noch die Augen verbinde, um die Zuschauer angemessen zu unterhalten. Nee, lieber nicht. Das sieht hier schon alles albern genug aus mit dem rot/schwarzen dicken Kabel seitlich raushängend und dem graubärtigen Mann, der mit schmutzigen Fingern ständig Fotos knipst und um das alte Auto rumhoppst wie ein Eichhörnchen um den Wintervorrat. Und am Ende die Kamera fallen lässt und kaputt macht, aber das ist eine andere Geschichte. So. Die dritte doppelläufige Beatmungsmaschine ist so gut wie drauf, ein wahrhaft schöner Klotz aus der allerersten Serie, der hat sogar noch kleine Ablassschrauben an den Schwimmerkammern! Falls mal zu viel Benzin drin sein sollte und ich nicht weiß wohin damit :roll: Ich schau noch mal mit spießiger deutscher Gründlichkeit, ob ich alle Anschlüsse richtig zurecht gelegt habe, zählen Sie mit…?

Start – Hilfe – Kabel

sieht kompliziert aus – ist es aber nicht

Aaaaaaaalso: Vier Schrauben einmal quer durch festdrehen, Unterdruckschläuche auf die richtigen Dosen, alle kleinen Stecker wieder drauf, Benzinleitung anschließen, Gaszug einhängen und einstellen, fertig. Fertig? Klaus schreibt mir, dass dieser Vergaser theoretisch perfekt sein müsste, sozusagen der Charles Atlas der Gemischaufbereitung, die Tori Amos auf der Ansaugbrücke, der Stephen Hawking der werksseitigen Grundeinstellung – er habe sogar noch die Einspritzmenge ausgelitert. Zu Stephen Hawking kommen wir gleich nochmal. Jetzt und hier stehe ich erstmal zweifelnd vor meinem nach Benzin stinkenden Tagwerk. Sollte jetzt wirklich alles gut sein? Ich mag da schon gar nicht mehr dran glauben, so sehr habe ich mich an einen schlecht anspringenden und irgendwie echt scheiße laufenden Audi 100 gewöhnt. Beziehungsweise ihn einfach stehen lassen, mit so einem Eimer will ja niemand fahren, außerdem werde ich das Gefühl nicht los dass der wirklich viel getrunken hat. Zuletzt. Das geht noch besser? Gerüchten zufolge ja. Ein Auto, auch ein altes, muss anspringen und fahren. Punkt.

Start – Hilfe – Kabel

Rodeo mit einer Menge Ampere

Fein, wenn man als pannenerprobter Altautofahrer überhaupt ein Starthilfekabel und ein Abschleppseil im herbeigerufenen T-Modell liegen hat. Ich habe zwar noch immer nicht die Batterie der alten E-Klasse gefunden (man munkelt, die sei unter dem Rücksitz?), aber Ostern ist schon lange vorbei und die Suche kann entspannt abgeblasen werden denn: die alten Taxis haben eine praktische Fremdstartdose im Motorraum. Ein dicker Pluspol, da kann sich der Altaudifahrer mit Überbrückungsbedarf direkt von unter der Haube eine Schippe Gleichstrom holen. Beim Dottore steht der kleine, im Winter gern mal die Backen dick machende Energiespeicher klassisch zwischen Motor und Frontscheibe in dem Kasten, wo auch das Gebläse und das Wischergerumpel untergebracht sind. Der Kandidat kommt aus Polen und hat inzwischen all’ seine ursprüngliche Emsigkeit verloren. Nachvollziehbar, so oft wie ich mit diesem kleinen Bleiklotz schon ein Orgelkonzert allerfeinster Güte und vor allem Dauer abgehalten habe. Aber vielleicht hat das Orgeln nun ein Ende, womöglich würde der gute alte Zweiliter OHC sogar noch mit dem Restsaft der polnischen Batterie anspringen? Egal, nun habe ich den elfenbeifarbenen Raumgleiter schon mal hergeholt, dann kann ich den auch gleich andocken.

Spenderlunge

Spenderlunge

Ui ja. Man spürt den Moment, wo Plus mit Plus und Minus mit irgendwo an der Karosserie verbunden sind. Die Drehzahl des nagelnden Turbodiesels geht kurz ein bisschen runter und pendelt sich dann wieder stoisch zurück. Da wird jetzt gerade eine Menge Energie von dem einen Auto rüber zu dem anderen Transportiert, und gleich geht noch viel mehr ab. Um noch einmal kurz zum genialen Physiker im Rollstuhl zurück zu kommen: Haben Sie eigentlich mit den noch aus dem Physikunterricht übrig gebliebenen Formeln mal überschlagen, was beim Starten Ihres Autos so an freien Ladungsträgern durch die Gegend springt? Wenn Sie mit dem Anlasser für einen kurzen Moment die Batterie kurzschließen? Das ist schon sehr beeindruckend. Leistung ist das Produkt aus Strom und Spannung. Anders ausgedrückt: P=I*U. Noch anders ausgedrückt: Wenn Sie ne Menge Watt haben wollen aber nur 12 Volt da sind brauchen Sie ne Menge Ampère, um auf die vielen Watt zu kommen. Comprende? Beim Drehen des Zündschlüssels macht sich eine Stromstärke von rund -> 100 Ampére! beim Anlasser breit, nicht sehr gefährlich, weil es Gleichstrom ist, aber durchaus in der Lage, das dicke Kabel hübsch warm zu machen. Okay, genug Physik, nach nur zwei Umdrehungen des kleinen Elektromotörchens am Audi macht es BROAMMMMM und der Vierzylinder läuft. Huch?

Start – Hilfe – Kabel

Partystimmung unter der Haube

Nicht zu fassen. Was für ein schöner Moment. Ich würde Ihnen gern ein Tondokument einspielen, aber das gestaltete sich unspektakulär bei diesem Auto. Er läuft. Einfach so, kalt, lange Standzeit, total verwarzt in den vergangenen Monaten – und er läuft. Läuft läuft läuft ♫. YIIIHAAAA. Läuft. Die Ventile klackern auf und zu, kleine Bläschen wandern durch den transparenten Benzinspeicher und die beiden Klappen saugen die frische Luft gierig und laut ein, als würden sie vor einem langen Tauchgang ein bisschen hyperventilieren. Mein minderjähriges Publikum am Zaun applaudiert, ich weiß noch nicht ob sie das wegen meines Erfolges tun oder weil nun doch nicht die gesamte Umgebung in einem gewaltigen Feuerball untergegangen ist, wie ich das vorhergesagt hatte. Geil. Ich schraube noch den Luftfilterkasten fest und klippse den Deckel drauf, was den Sauglärm auf das nuschelnde Geschnorchel von Darth Vader reduziert und genieße einfach nur das gesunde Brabbeln und Pöppeln des Motors im Stand. Ein paar Gasstöße – er nimmt sie an. Läuft. Vorne und hinten. Hinten finde ich toll. Der 37jährige Audi 100 des 43jährigen Typen (Typ 43, ein sagenhaft findiges Wortspiel…) war bockig und durstig (also… das Auto), keiner wollte ihn kaufen und ich selbst fand nicht die Zeit, ihm die Menge an Liebe und Zuneigung zu geben, die ihm eigentlich zustünde. Und jetzt kommen kleine blaue Wölkchen aus dem Auspuff. Er atmet. Laut und deutlich. Willkommen zurück, alter Audi.

Genusslauscher

Genusslauscher

Heute also mal kein Haubensitzen, heute mal gut gelauntes Kofferraumsitzen. Sozusagen als Etappensieg. Das geht ja bei den meisten Autos heute nicht mehr. Kinder, wisst ihr was das da hinten ist? Ja. Genau. Das ist ein Kofferraum, da macht man den Deckel auf und tut seine Koffer rein. Dadrüber ist kein Platz für ergonomischen anderen Krams, dadrüber ist das Auto nach oben einfach zu Ende. Weil es schön aussieht und es damals noch nicht um Effizienz in der Raumausnutzung ging. Heute teilen sich Mama und Papa das Auto mit ihrem Gepäck, früher hatte man das noch hinten weggesperrt. Ich finde das cool. Und hey – man kann drauf sitzen und dem Auspuff zuhören, wie er das unkatalysierte Abgas zufrieden und sonor in die Umwelt bläst. Das ist toll :-) Und schon ist die Betriebstemperatur erreicht, das warme Kühlwasser sorgt dafür, dass der Vergaser mechanisch den Leerlauf wieder runterregelt und noch immer brabbelt der Audi sauber vor sich hin. So wie es eigentlich sein soll und so wie es aber noch nie war, seit ich den habe. Und Sie da draußen haben vielleicht was gelernt über Stromstärken, dicke zweifarbige Kabel und vergessene Karosserieformen. Und dass man nie, nie aufgeben sollte. *hach* Komm, ich mach mal ne Probefahrt zur Tankstelle.

Sandmann

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20 May 2014
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NIE NIE NIE… vor der Kita schrauben!

Kleine Automechaniker

Kleine Automechaniker

Was machst du daaaa?” – “Ich… äh… Moment… ich mach mein Auto heile!” – “Machst du dein Auto heile?” – “Jahaaa ♫” Schwitzend und ölig verkante ich mich im Motorraum des Dottore und versuche, dem revidierten Vergaser Leben einzuhauchen. Neben dem alten Audi steht der nicht ganz so alte Daimler mit offener Haube und ist bereit, der leergeorgelten Batterie Strom zu spenden. Irgendwelche Eltern haben anscheinend ihre Kinder noch nicht aus der angrenzenden Kita abgeholt. “Sind das beides deine Autos?” – “Jaaa.” – “Der andere gelbe da auch?” – “Ja, das ist auch meiner” – “Darfst du den nehmen?” – “Ja, das ist doch meiner…….” – “Ist das auch deiner?

:-)

Ich nehme mein Handy und bedeute meinem halbfinnischen Fräulein Altona per SMS, dass sie hier nichts verpasse. Ich würde erstmal versuchen, den Audi zum Laufen zu bringen, um ihn umzuparken und dann dort weiter zu schrauben. “Kuck mal das Auto hat auf den Boden gespuckt!” Manchmal stellt einen die Menschheit selbst auf die Probe.

Was hat denn dein Auto?” – “Das weiß ich noch nicht so richtig, das versuche ich gerade rauszubekommen….” – “Weißt du das nicht?” – “Nein.” – “Ist das Auto kaputt?” – “Ja. Wo ist denn euer Erzieher?” – “Da hinten, hier ist das viel spannender… magst du das, wenn dein Auto kaputt ist?” – “Hey nein natürlich nicht, deshalb mache ich ihn ja heile”. – “Warum magst du das nicht?” – “Weil ich mit einem kaputten Auto nicht fahren kann.” – “Kannst du damit nicht fahren?” Die lieben Kleinen. Ich sehe mich selbst vor 40 Jahren am Gartenzaun stehen und alle Vorbeikommenden unter fadenscheinigen Begründungen zum Stehenbleiben bewegen. Dann zählte ich stolz langsam und laut bis 100. Heute bekomme ich eine Ahnung, was ich diesen Menschen angetan habe.

beam me up Scotty

beam me up Scotty

Warum ist das andere Auto ein Taxi?” – “Das ist kein Taxi, das war nur mal ein Taxi…” – “Bist du Taxifahrer?” – “Äh… nein, das ist ja kein Taxi mehr, das sieht nur noch so aus, wisst ihr…?” – “Ist das kein Taxi?” – “Nein.” – “Warum nicht?” Wie sangen sie in der Sesamstraße? Wer nicht fragt bleibt dumm. Okay. Hier wird gerade eine Menge gelernt. Ich überlege kurz, ob ich den Nachwuchs mit einem kleinen Vortrag über Drosselklappen, Vollast-Anreicherungsventile und Vergaserfußdichtungen so doll langweile, dass sie sich lieber wieder fröhlich Sand in den Mund stecken oder sich gegenseitig so lange die Gummistiefel in die Bäume schmeißen, bis sie oben hängen bleiben. Ich habe aber Angst, dass ich damit Schlimmeres anrichte. “Ich will später auch mal Autos heile machen.” – Ah. Ein guter Ansatz, der meine Theorie bestätigt. “Ja, das macht auch Spaß!” – “Macht das Spaß…?” – “Ja.” – “Wieso macht das Spaß?” – “Ich….” – “Findest du das gut, wenn dein Auto kaputt ist?” – *grummel* “Nein, ich finde es gut, wenn ich es selbst wieder heile machen kann…” – “Wieso?” – “Ja, weil das in der Werkstatt ganz teuer wäre.” – “Was kostet dein Auto?” – “Viermillionen Euro!” – “Ooooah ist das viel?” – “Ja.” – So, der Vergaser ist getauscht, jetzt muss ich nur noch….. “Darfst du das Ding da auf den Boden legen?” – “Öh…. ja na klar, warum denn nicht?” – “Darfst du das?” – “Ja.” – “Warum darfst du das?” Langsam komme ich an meine pädagogischen Grenzen. “Was machst du da?

Ich habe heute etwas gelernt.

Ich habe heute etwas gelernt.

Wenn ich Ihnen einen gut gemeinten Rat geben darf – parken Sie Ihr Auto nur vor einer Kita, wenn Sie sicher sind, dass Sie den da auch wieder wegkriegen. Einsteigen und los. So ein dickes Fell hat man nämlich nicht jeden Tag. Die kleinen angehenden Automechaniker bleiben standhaft, obwohl ich ihnen andeute, dass gleich hier in dem Motor eine riesen Explosion stattfindet, die alles bekannte Leben mit sich reißt und Tod und Verderben über diesen Stadtteil bringen wird. Verdammt. Das wollen sie unbedingt sehen! Gegen Ende des Szenarios kommt ein Satz, der mich innehalten lässt: “Tut das dem Audi weh, was du da machst?” – “… Du weißt, dass das ein Audi ist?” – “Ja, das ist doch ein Audi, tut dem das weh?” – “Äh…. nein, das tut ihm nicht weh. Der ist gleich ganz glücklich, dass er vielleicht wieder heile ist. Glaube ich.” Die Kleine wird vielleicht tatsächlich mal Automechanikerin. Was ich hier und heute am Dottore gemacht habe und ob ich erfolgreich war? Wer weiß. Aber in Hamburg gilt für mich ab heute: Nicht unter Linden parken, nicht unter Bäumen mit Vogelnestern parken und… nicht vor Kitas parken. Die konsequent neugierige, stumpf abgespulte Litanei geballter Vorschulintelligenz lässt Sie komische Dinge tun. Starthilfekabel lassoähnlich schwingen und dabei Bonanza singen und so. Aber das ist eine andere Geschichte.

Sandmann

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Created Dienstag, 20. Mai 2014 Tags 1977 | 2-Liter | 2B3 | Audi 100 | Audi 100 LS 1977 | Benzin | Fragen | Kinder | Kita | LS | Starthilfe | Typ 43 | Vergaser | vierzylinder Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
 
19 May 2014
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Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle

“Gleich fertig, mein Schatz”…wer´s glaubt!

…werden im Keim erstickt, wenn Mann mal wieder nur an das Eine denkt. Echt der Hammer!

Wie herrlich, endlich Frühling und die Sonne wärmt so richtig das Gemüt. Also, mich zieht es jetzt raus in den Garten. Die Blumenkübel wollen bepflanzt werden, Tisch und Stühle brauchen einen neuen Anstrich und das Chaos im Gartenhäusle gehört dringend aufgeräumt. Mein Mann sieht das anders. Die Reifen am S6 wollen gewechselt werden, der Kotflügel vom Granada braucht eine neue Lackierung und das Chaos in der Garage gehört dringend aufgeräumt. Schon klar, der Garten fällt in mein Ressort, zumindest der Teil, der Arbeit macht. Als ich mich des Gartenhausgerümpels annehmen will und schwungvoll die Tür aufmache bricht diese halb auseinander. Da war meine Reparatur vom letzten Jahr wohl nicht besonders nachhaltig gewesen. Ich gestehe, ich bin nicht gut in so was. Ich mache mich also seufzend auf den Weg in den Keller, um Hammer und Nägel zu holen. Vielleicht schau ich mal im Hof vorbei und erkundige mich, wie weit die Wartung des Fuhrparks gediehen ist. Die Radiomusik dröhnt hier so laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht, bestimmt wollen ja auch die Nachbarn etwas Unterhaltung haben. Da steht mein Liebster, schmutzig und glücklich, mit der Rätsche in der Hand und brüllt mir ein zuversichtliches “Gleich fertig , mein Schatz” zu.

Schön, vielleicht habe ich ja doch noch Glück und die Arbeit an der maroden Türe übernimmt der Herr des Hauses. Einstweilen fange ich an im Gartenhaus aufzuräumen, was sich da so über den Winter angesammelt hat: 5 Bobbycars, 3 Fußbälle, Spaten, Schaufel, Rechen, alles kreuz und quer, dazwischen Grill und Rasenmäher, Säcke mit Blumenerde und Dünger, ein platter Hüpfball und ganz hinten die Liege. Eine Stunde ist vergangen, ich bin schon fast wieder fertig mit Einräumen und frage mich, wann wohl “gleich” sein wird. Im Radio spielen sie “Dream on” von Anastacia, während ich beschließe, dass die Liege ganz vorne hinkommt, man könnte ja möglicherweise nachher…
Frühlingsgefühle Ah da kommt mein Göttergatte, er ist erschöpft, hat schließlich hart gearbeitet. Und dann sieht er die Liege. Na was für ein glücklicher Zufall, dass die direkt griffbereit dasteht. Ansonsten sieht er nichts und gleich, nachdem er sich noch ein Deckchen geholt hat, macht er sowieso die Augen zu. So kann er auch nicht sehen, dass ich jetzt den Hammer nehme. Meine Hand umklammert wütend den Griff. Da liegt er und schnarcht in seinem verschmierten T-Shirt, die Fingernägel rabenschwarz. Mit grimmiger Miene hole ich aus und treffe mit solcher Wucht den ersten Nagel, dass die Tür vollends in sich zusammenfällt. Mein Mann schreckt aus dem Schlaf hoch und brummt vorwurfsvoll: “Was machst Du für einen Lärm, jetzt hab ich gerade von einem wunderschönen Mustang Cabrio geträumt“. Neiiiiiiiiiin!!!

Karin

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Created Montag, 19. Mai 2014 Tags audi | Frauen | Frühling | garage | garten | Gartenhaus | Granada | hammer | Karins Kolumne | Liege | Männer | mustang | Rätsche | reparieren | S6 | Selbstlose Schreiber | träumen | Wut Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz
15 May 2014
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Einfach mal die Dose halten.

Einfach mal die Dose halten.

Wohin mit den Getränken?

Sie kennen das Problem. Da schlürft man eine kühle Cola, hört Marillion, hat vor sich die weite Straße – und kann nirgendwo die halbvolle Dose abstellen. Tragisch. Wo in Neuwagen aus jeder Plastiksicke verschmitzt ein kleiner Cupholder erwächst, da ist bei älteren Autos Sense. Nada. Ich weiß nicht warum. Damals war man anscheinend noch nicht in der Lage, Getränke im Kraftfahrzeug zu sich zu nehmen, oder die Beifahrerinnen waren hilfsbereiter als heute und haben den Becher einfach gehalten. Goldene Zeiten. Ebenso verhält es sich in meinem Mercedes, ich könnte mit Abstellmöglichkeiten im aufgeklapptem Handschuhfachdeckel das Land durchmessen, aber wer will denn sowas? Es muss eine ordentliche Lösung her. Nicht die vom Vorbesitzer. Und hey – direkt beim Hersteller finde ich ein sen-sa-tio-nelles Produkt :-)

Ein Blog über einen Cupholder?

Einfach mal die Dose halten.

Das sieht sehr sehr seltsam aus.

Ja. Ein Blog über einen Cupholder. Beziehungsweise einen Getränkehalter, diese ewigen Anglizismen kotzen mich langsam an. Wenn Sie was krasseres lesen wollen genehmigen Sie sich doch noch mal den Cadillacoder meine Mofatour nach Dänemark. Ich halte hier und jetzt ein seltsames Gerät in der Hand, von dem ich mir momentan noch nicht vorstellen kann, wie ich es stilsicher und funktional mit meinem Auto verbinden soll. Es sieht aus wie eine alte Dachantenne mit UHF und VHF, irgendwie unbeholfen, so ähnlich wie auf dem Bild bei ebay, wo ich’s gekauft habe. Und ich fragte mich noch, warum ich so einen Scheiß an meine Mittelkonsole pappen soll, aber der gute Kay Paffrath, der mit dem weißen 280 S vor der Elbphilharmonie (Sie müssen TRÄUME WAGEN Leser sein, um jetzt zu wissen wen ich meine) hat mir den empfohlen, und wenn er das sagt dann ist der wohl auch gut. Besser als mein zerbrochenes, in die Lüftungsschlitze gestecktes Billigteil vom Vorbesitzer allemal. Wenn ich da ne Dose reinstelle passt das Navi nicht mehr in die Halterung, und jedes Getränk kleckert mir immer auf das linke Knie. Weil die “Bulleneier” kaputt sind und das alte T-Modell mehr hüpft als es soll. Aber das ist eine andere Geschichte.

Einfach mal die Dose halten.

Ich wusste gar nicht dass da ein Fach ist?

In der Mittelkonsole vor der Armlehne, da wo beim entspannten Rumlungern während der Fahrt die Hand des rechten Arms immer lose rumfingert und letztendlich unnötigerweise am Schaltknauf der Automatik verweilt befindet sich beim W210 ein kleines, holzverkleidetes Fach. Ja, es ist tatsächlich Holz. Während andere Hersteller mit Hingabe ihre Fertigungstaktiken dahingehend perfektionieren, dass sie Kunststoff tatsächlich wie Holz aussehen lassen schafft Mercedes-Benz es in den 80ern und 90ern fast genau so perfekt, ihr echtes Holz wie billigen Kunststoff aussehen zu lassen ;-) Jedenfalls ist so ein Drück- und Schwingdeckelchen direkt vor dem Kombinations-Safe-Verschluss des Armlehnendeckels. Mysterien. Ich wüsste nicht, was ich in dieser Mittelkonsole mit einer dreistelligen Kombination sichern sollte (den Deckel könnte man mit einem leichten Ruck einfach abbrechen, er hat den Sicherheitslevel eines YPS-Geheimtresors) und ich stelle außerdem fest, dass ich dieses Klappfach seit dem Erwerb des Autos nie benutzt habe. Es liegen immer noch die Cockpitlämpchen drin, die ich ein paar Tage nach meiner Reise in den Osten gekauft und aus Faulheit nie eingebaut habe. Und ein paar Centmünzen. Hier soll angeblich der neue Cupholder wohnen… Also raus mit dem kleinen nutzlosen Kasten.

Einfach mal die Dose halten.

darunter lauert Tod und Verwesung

Uärks. Einige Sachen sollte man lieber unberührt lassen. Mittelkonsolen sind die Einrichtungsgegenstände im Auto, die man eher selten zerlegt. Die aber immer in der Nähe von einem sind und alles mitbekommen, was Menschen so an menschlichen Dingen im Laufe der Jahre absondern. In diesem 17 Jahre alten Kraftwagen haben schon eine Menge Menschen während der letzten 650.000 Kilometer verschiedene Dinge und Substanzen von sich gegeben, und ein wenig davon erzählt, was ich unter dem leicht herausziehbaren Schubfach finde. Ganz unten. Ich möchte ehrlich gesagt nicht darüber sprechen, bin aber froh, dass mit einer Menge Meister Proper, Küchentüchern und Ekelanfällen diese flusigen Konglomerate aus jahrzehntealtem Schmutz nun ihren Weg in Sandmanns Mülleimer gefunden haben. R.I.P. Irgendwie riecht es seit dem in meinem Auto ein bisschen frischer.

Zack drin

Zack drin

Die beigelegte Anleitung des nagelneuen original Mercedes-Benz Ersatzteils vom Autohaus Rosier umfasst nur eine einzige Zeichnung. Da bin ich von IKEA anderes gewohnt. Und diese Zeichnung sagt mir auch lediglich, dass ich meine UHF-VHF Doppelantenne genau da beherzt reinrasten lassen soll, wo vorher dieses kleine geimelumgebene Fach mit Münzen und Cockpitlämpchen war. Mehr nicht. Ich trau dem Frieden nicht. So einfach? *klack* *knarz* Und dann? Ah…..

Einfach mal die Dose halten.

Raum in der kleinsten Klappe

Plötzlich verstehe ich das Prinzip und schmunzel über alle Werbefotografen, die es hinbekommen haben, mir dieses Produkt wie ein unpraktisches, klotziges und klapperiges Bastelgebilde zu verkaufen. Vielleicht erklärt das auch, warum es noch immer originale Neuteile für weniger als 30 Euro im Netz gibt. Nur wegen des Bildes hätte sich niemals jemand diesen Getränkehalter gekauft, und einen Kay Paffrath hat ja auch nicht jeder zur Hand… Das Ding ist nicht praktisch – es ist genial. Diese zweiarmige Antenne entpuppt sich bei richtigem Einbau als ein zweiteiliger Dosenhalter, der seine eine Halterung ein wenig zum Beifahrer hinschwenkt und die andere weiter unten versetzt beim Fahrer belässt. Ein kleiner runder chromiger Knopf lädt zum Draufdrücken ein, und mechanisch perfekt herabgelassen drehen sich die beiden Halter und falten sich im dafür vorgesehenen Fach klein zusammen. Geil. Nochmal drücken, und die beiden drehen sich gemächlich spiralartig nach oben und entfalten ihre Haltebereitschaft. Und wieder rein. Und wieder raus. Ich freu mich :-D Und wenn ich den Holzdeckel schließe ist das Teil komplett verschwunden…

Ich bin begeistert

Ich bin begeistert

So viel Aufhebens, weil nun ein Stück Plastik in diesem Auto in der Lage ist, zwei Getränke zu halten, denken Sie? Stimmt. Aber haben Sie auch nur ansatzweise eine Ahnung, was mir dieser Moment bedeutet? Ich hatte noch NIE NIE NIE einen vernünftigen Getränkehalter :roll: Im Audi V8 gab’s mal so einen Doppeldoseneinsatz für die Mittelkonsole, aber dafür hätte ja das gute alte Siemens Koffertelefon weichen müssen. Nee. Der W124 hatte keinen, Rudolf auch nicht und die Oldtimer um mich herum sowieso nicht, die sind ja noch viel älter. In den 70ern trank man definitiv keinen Kaffee oder Cola im Auto. Da saß man schweigend nebeneinander, dachte über den letzten Sex mit jungen Menschen hinter dem Rücken des Ehepartners nach und ließ sich dann scheiden. Aber getrunken – wurd nix. Jedenfalls nicht im Auto. Meistens. Sie verstehen also, was es für mich für ein Ankommen, ein Abfeiern und ein Etappensieg ist, nun endlich mal einen unerwartet stilvollen doppelten Getränkedosenhalter zu besitzen? Manchmal ist mehr drin als man erwartet. Ich hol ihn nochmal raus…

Einfach mal die Dose halten.

rein raus rein raus das macht SPASS

Und nochmal rein. Und nochmal raus. Es sind diese kleinen Ingenieursleistungen, die mir ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht treiben. Nicht die hochbezahlten Motoren-Techniker, die es hinbekommen haben, Triebwerke komplizierter und leiser zu machen, aber nicht nennenswert effizienter. Es gab schon Anfang der 80er Jahre einen Passat und einen Golf, der mit 5 Litern Diesel ausgekommen ist. Heute, 30 Jahre später, sind es vielleicht 4. Das beeindruckt mich nicht. Aber so ein kleines, preiswertes Mechanikwunder, was mir tagein tagaus das Leben erleichtert und bereichert, das beeindruckt mich. Wer mag es erdacht, wer konstruiert haben? :-) Ich werde es nie erfahren. Aber ich probiere es gleich mal aus, hole mir eine Dose Cola, eine Dose Valensina und ein Wiener Würstchen (“einpacken oder auf die Hand…?”) und mach mich auf den Weg von Kiel nach Hamburg.

Einfach mal die Dose halten.

alles was glücklich macht

Kommt mir die A7 heute entspannter vor? Vielleicht. Vielleicht ist das sogar eines der letzten male, dass ich diese Autobahn im kommenden Jahrzehnt fahre, denn rund um den Elbtunnel sind umfassende Baumaßnahmen geplant, die das Stauaufkommen definitiv nicht besser machen werden. Und die Staus auf diesem Stück asphaltierter Zeitverbrennung sind schon heute eine Alltagskatastrophe. Da helfen auch Getränke aus dem super Dosenhalter und ein Wiener nicht. Vielleicht kommt die Autobahn mir heute auch entspannter vor, weil hinten auf der Ladefläche ein Paket mit einem frisch revidierten 2B3 Vergaser für den Dottore Audi 100 liegt und ich mich schon gespannt drauf freue, den einzubauen und vielleicht endlich mal den silbernen Typ 43 ohne Mucken zu fahren…? Es wird gerade alles gut. Und das personifiziert sich an diesem Getränkehalter. Finden Sie nicht auch? – Oder wo stellen Sie ihren Kaffee ab?

Sandmann

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Created Donnerstag, 15. Mai 2014 Tags Cupholder | e-klasse | Getränkehalter | Ich fahr... TAXI! | Mittelkonsole | Originalteil | S210 | Sternstunden | T-Modell | taxi | W210 Document type Article
Categories Timeline Author Jens Tanz